Ein wesentlicher Schwerpunkt der II. Chirurgie ist die minimal invasive Chirurgie.
Für minimal invasive Brustchirurgie steht das Abbi-Gerät zur Verfügung, welches in Zusammenarbeit mit dem radiologischen Institut betrieben wird. Weiters führen wir in Zusammenarbeit mit der Lungenabteilung Ösophagus-Manometriemessungen (Speiseröhrendruckmessung) und ph-Metrien (Messung der Magensäure) durch. Diese Untersuchungen sind für PatientInnen mit Sodbrennen besonders wichtig.
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Abteilung ist die Colorektalchirurgie, wobei hier vor allem in der laparoskopischen Operationstechnik deutliche Verbesserungen gesetzt werden konnten. Mittlerweile werden nun fast alle benignen Erkrankungen und ein beträchtlicher Teil der malignen Erkrankungen laparoskopisch operiert. Publikationen aus dem Lancet und Diseases of Colon und Rektum zeigen, dass es aus onkologischer Sicht keinerlei Nachteil für den PatientInnen, insgesamt jedoch deutliche Vorteile durch das viel schonendere und minimal invasive Verfahren bringt.
Eigene Ergebnisse wurden nun aufgearbeitet und werden am Österreichischen Chirurgenkongress als auch am Kongress der Europäischen Gesellschaft für Endoskopische Chirurgie präsentiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass die laparoskopische Colonchirurgie ein viel geringeres Komplikationsspektrum als die offene Chirurgie aufweist.
Ein Schwerpunkt der Abteilung ist die onkologische als auch plastische Mammachirurgie. Ab 1996, als der Sentinel Node (der leitende Lymphknoten) im Haus eingeführt worden ist, laufen nun weitere Studien einerseits mit der Österreichischen Arbeitsgruppe für Sentinel Node Biopsie: bei welchen Mikrometastasen im Sentinel Node beim Mammakarzinom auf eine weitere Axilladissektion dennoch verzichtet werden kann. Außerdem läuft derzeit eine weitere vergleichende Studie zu Identifizierung des leitenden Lymphknoten versus Feinnadel, versus Corebiopsie des leitenden Lymphknotens beim Mammakarzinom.
Bei negativen leitenden Lymphknoten (Sentinel) kann auf eine Axilladissektion verzichtet werden, wodurch postoperative Komplikationen wie Anschwellen des Armes oder Gefühlsstörungen der Patientin erspart bleiben.
Dozent Dr. Schrenk hat sich auf dem Gebiet der Mammachirurgie im Jahr 2002 an der Wiener Universitätsklinik habilitiert.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Phlebologie. Hier wurde konstant seit dem Jahr 1997 eine phlebologische Ambulanz aufgebaut. Den PatientInnen kann an der II. Chirurgie eine komplette venöse Abklärung als auch Therapie mit modernster Technik angeboten werden.
Ab dem Jahre 2000 kam eine völlig neue Technik zur Anwendung. Hierbei werden Seitenastvarizen endoskopisch unter Diaphanie minimal invasiv unter der Haut abgefräst und abgesaugt. Der Vorteil besteht darin, dass nur noch sehr wenige punktförmige Inzisionen zur Sanierung ausgiebiger flächenhafter Krampfadern nötig sind. Wir waren die erste Abteilung in Österreich, die dieses Verfahren einsetzte. Eine klinische Studie in der Zeitschrift Dermatologic Surgery ist in Druck, eine weiter prospektiv randomisiert, kontrollierte Studie zum Vergleich dieser Technik mit alt eingesetzten Techniken ist im laufen.
Weiters hat sich die Abteilung auf die Behandlung offener Beine aufgrund eines venösen Staus spezialisiert. Hier werden die Geschwüre radikal samt darunterliegenden Gewebe ausgeschnitten und mit einer Hauttransplantation versorgt. Die Ergebnisse sind hierbei überdurchschnittlich gut mit einer etwa 95%-igen Heilungsrate.
Seit diesem Jahr besteht an der II. Chirurgie zudem die Möglichkeit der Krampfadernsanierung mittels moderner Lasertechnologie (EVLT), wodurch lästige Hämatome ebenso wie die Grösse und Anzahl der Schnitte reduziert werden können.
Zur besseren Versorgung aller KrebspatientInnen haben wir gemeinsam mit der onkologischen Abteilung als auch mit der pathologischen Abteilung ein onkologisches Forum etabliert, wo einmal wöchentlich in einer gemeinsamen Besprechung alle KrebspatientInnen besprochen werden und so die optimale Therapie für die PatientInnen festgelegt werden kann.
Fest etabliert hat sich auch in Zusammenarbeit mit der nuklearmedizinischen Abteilung eine Schilddrüsenambulanz sowie eine postoperative Visite durch die Kolleginnen und Kollegen der Nuklearmedizinischen Abteilung. Dadurch hat der Patient nicht nur präoperativ eine klare Anlaufstelle, sondern auch postoperativ ein optimales Management. Ihm wird dadurch ein Gang in eine weitere Ambulanz quer durch das Haus erspart.
An unserer Abteilung werden auch sämtliche Operationen zur Behandlung des Haemorrhoidalleidens angeboten. Bei rezidivierend blutenden 2. – 3. gradigen Haemorrhoiden wird die ultraschallgezielte Haemorrhoidenarterienligatur (HAL) angewendet, welche ohne Narkose durchgeführt werden kann und für den PatientInnen eine äußerst kurze Rekonvaleszenz bedingt.
Bei ausgeprägten 3.gradigen Haemorrhoiden und Mucosaprolaps führen wir die Staplerhaemorrhoidektomie nach Longo durch.
Eine weitere klinische Studie befasste sich mit der konservativen und operativen Behandlung des Refluxes.
Die gute Zusammenarbeit mit der Urologischen Abteilung im Hause wurde auf dem Gebiet der laparoskopischen Nierenchirurgie weitergeführt.
In unserer Chirurgischen Ambulanz gibt es neben der Endoskopie mit Gastroskopien, Dickdarmspiegelungen, ERCP auch Spezialambulanzen wie proktologische Ambulanz, Mammaambulanz, Varizenambulanz. Ebenso werden PatientInnen mit künstlichem Seitenausgang durch eine hiefür geschulte Schwester betreut.
Tel: +43 (0)732/7806-2133
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