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Chirurgie II setzt auf Laparoskopie

Die Abteilungsschwerpunkte der Chirurgie II unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Ulf Wayand sind die allgemeine, viszerale, onkologische, endokrine und minimal invasive Chirurgie. Die minimal-invasive Chirurgie, auch Laparoskopie genannt, ist eine Operationstechnik, bei der der Operationsbereich nicht mehr aufgeschnitten und freigelegt wird, sondern durch minimale Schnitte Kamerasonden und Instrumente an den zu operierenden Bereich herangeführt werden. Sie kommt bei der Entfernung der Gallenblase und des Blinddarms sowie kleiner Leber- und Lungentumore zum Einsatz. Bei Milzeingriffen hat sie sich ebenso wie bei bestimmten Formen des Leistenbruchs und Nierenoperationen etabliert. Ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung ist die laparoskopische Dickdarmchirurgie. Sowohl gutartige als auch bösartige Erkrankungen werden so behandelt. Die Laparoskopie ist für die PatientInnen weniger belastend als herkömmliche Operationstechniken. Der Eingriff kann ohne Blutkonserven durchgeführt werden. Die Schnitte sind klein, verheilen schnell und komplikationsfrei und hinterlassen kaum mehr sichtbare Narben. Nach der Operation treten auch weniger Schmerzen auf.

Die Laparoskopie-Pioniere

Das AKh Linz war österreichweit das erste Spital, welches sich mit minimal-invasiver Chirurgie beschäftigte. Prim. Univ.-Prof. Dr. Ulf Wayand führte vor 15 Jahren im Linzer AKh Österreichs erste laparoskopische Gallenblasenoperation (Cholezystektomie) durch. In Anerkennung dieser Kompetenz wurde an der Abteilung für Chirurgie II des AKh Linz das Ludwig Boltzmann Institut für operative Laparoskopie gegründet. Heute kann die Chirurgie II als Kompetenzzentrum minimal-invasiver Chirurgie bereits auf 5000 laparoskopisch entfernte Gallenblasen (Gallensteinoperationen) zurückblicken.

Brustkrebsrisiko senken

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt gegenwärtig bei 55 Jahren. Jährlich werden rund 800 Oberösterreicherinnen mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Mit 1600 Todesfällen im Jahr ist das Brustkarzinom die häufigste Krebstodesursache. Viele könnten durch eine gesicherte Früherkennung und Diagnose sowie eine optimale individuelle Behandlungs- und Nachsorgemöglichkeit gerettet werden. Die Chirurgie II deckt das gesamte Spektrum der Brustchirurgie – von der onkologischen Tumorchirurgie mit Brusterhalt oder -entfernung bis zur rekonstruktiven Chirurgie mit Wiederaufbau oder Sofortrekonstruktion – ab. Das heißt: Tumoreingriffe werden mit der onkoplastischen Operation beziehungsweise dem kosmetischen Eingriff kombiniert und können von einem Operateur durchgeführt werden. Die Chirurgie II stellt auch die Brustschwester, welche die Patientinnen vom Eintritt ins Brustzentrum bis zum Abschluss der Behandlung umfassend betreut. Das Projekt der „Brustschwester“ wurde von der Stadt Linz mit dem Gesundheitspreis ausgezeichnet.

Forschung und Entwicklung

Dank eines von Chirurgen des AKh Linz im Vorjahr entwickelten Stents können gefährliche Blutungen von Krampfadern in der Speiseröhre problemlos gestillt werden und den Patienten bleibt ein längerer Aufenthalt auf der Intensivstation mit künstlichem Tiefschlaf und Beatmung erspart. Jetzt kam an der Chirurgie II der weltweit erste auflösbare Speiseröhren-Stent zur Anwendung, der sich nach etwa drei Wochen von selbst auflöst. Dieser Speiseröhren-Stent ist relativ einfach zu handhaben, sodass er auch von den AKh-Notfallmedizinern, die mit dem Noteinsatzfahrzeug (NEF) Akutpatienten vor Ort betreuen, eingesetzt werden kann.

Venenzentrum Linz

Einen sehr hohen Stellenwert hat die Abklärung und Therapie von Bein- und Venenleiden. Zu Behandlung von Krampfadern werden alle modernen Therapieverfahren (Stripping, Laser, Klappenrepair, Endoskopische Perforansdissektion) angeboten. Patienten mit einem offenen Bein (Ulcus cruris) erfahren durch die enge Kooperation mit der Hautabteilung ein optimales interdisziplinäres Management mit Heilungsraten von über 85%.

Weltweite Chirurgenausbildung

Rund 250 vorwiegend ausländische GastärztInnen – zum Beispiel auch aus der Linzer Partnerstadt Chengdu in China, aus Jordanien oder dem Irak –haben in den letzten 15 Jahren jeweils für mehrere Monate am klinischen Betrieb der Chirurgie II teilgenommen, um die Technik der Laparoskopie zu erlernen beziehungsweise zu vervollkommnen. Als Tutoren leistete das Team der Chirurgie II Hilfe beim klinischen Ersteinsatz der laparoskopischen Chirurgie in in- und ausländischen Spitälern zwischen Brüssel und Bozen, Lissabon und Athen und natürlich auch in Wien. Darüber hinaus widmet sich die Chirurgie II intensiv der Forschung und organisiert Praktika für MedizinstudentInnen, da das AKh Linz Lehrkrankenhaus der Universitäten Wien, Graz und Innsbruck ist.

KONTAKT

AKh Linz, Sekretariat Chirurgie 2
Krankenhausstr. 9
4021  Linz

Tel: +43 (0)732/7806-2133
Fax: +43 (0)732/7806-2198
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