Die Schwerpunkte der AKh-Unfallchirurgie umfassen die Akutversorgung sämtlicher Verletzungen bei Erwachsenen und Kindern, die Versorgung akuter und chronischer Leiden des gesamten Bewegungsapparates, die Versorgung von Mehrfachverletzten Patienten in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Hauses - (Polytrauma), Verletzungen der Extremitäten, der Wirbelsäule, des Schädels und der Körperhöhlen, die minimalinvasive Knochenchirurgie und Gelenkschirurgie, sowie arthoskopische und perkutane Operationstechniken.
Im Bereich der Chirurgie der verletzten Wirbelsäule wurden in den letzten Jahren minimal-invasive Techniken, wie Vertebro- und Kyphoplastie in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Radiologie und Nuerologie etabliert und bei geeigneter Indikation heute routinemäßig angeboten. Die unfallchirurgisch-sporttraumatologische Abeilung führt jedes Jahr auch mehr als 1000 endoskopische Eingriffe durch, wobei alle gängigen rekonstruktiven Techniken im Schulter-, Knie-, Ellbogen-, Hand- und Sprunggelenksbereich zur Anwendung kommen. Bei der rekonstruktiven Chirurgie liegen die Schwerpunkte auf der Wiederherstellung von Knochen und Weichteildefekten, inklusive Lappendeckung; endoprothetisch werden künstliche Gelenksersätze für Schulter-, Knie-, Hüft-, Hand-, Fingergelenke angeboten. Darüber hinaus betreuen Ärzte der Unfallchirurgie Leistungssportler aus dem Bereich Fußball, Handball, Alpiner Skilauf und Eishockey. In Zusammenarbeit mit der AKh-Orthopädie wird die extrakorporale Stoßwellentherapie angeboten und mit der AKh-Anästhesie die praeklinische Notfall- und Katastrophenmedizin betrieben. In eigens geschaffenen Spezialambulanzen erfolgt die vertiefte Behandlung der PatientInnen, wobei hier das breite Spektrum minimal invasiver endoskopischer Eingriffe im Gelenksbereich und die umfassende Versorgung im Handbereich bis hin zur Endoprothetik zu erwähnen ist.
Die interdisziplinäre Versorgung des Schwerverletzten wird durch die Etablierung moderner Behandlungsalgorithmen im Schockraum vorangetrieben, wobei die Qualität der Versorgung auch durch Beteiligung an einem internationalen Polytraumaregister überprüft wird. Der Vorteil der zentralen Krankenanstalt zeigt sich durch die Möglichkeit jederzeit entsprechende Organspezialisten beizuziehen. Durch den direkt im Schockraum etablierten CT der neuesten Generation sowie im Zentralen Röntgeninstitut können sämtliche moderne Schnittbildverfahren (CT, NMR) durchgeführt und mit erfahrenen RadiologInnen besprochen werden. Auch mikrochirurgische Techniken haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung ge-wonnen. Vor allem in der Replantationschirurgie ermöglichen sie es den erfahrenen UnfallchirurgInnen mit mikrochirurgischer Zusatzausbildung, bei Unfällen abgetrennte Körperteile wieder anzunähen. Die Unfallchirurgie des AKh Linz verfügt über vier speziell ausgebildete Mikrochirurgen, deren Leistungen in der Replantationschirurgie weit über die Grenzen des Bundeslandes bekannt sind.
Die schmerzende Hand gehört zu den häufigsten Beschwerdebildern mit denen Allgemeinmediziner und Fachärzte konfrontiert werden. Die Ursachen sind oftmals Nervendrucksyndrome, Arthrosen, Gicht, Verletzungsfolgen oder Fingerkontrakturen. Insgesamt werden in der Unfallchirurgischen Aufnahme jährlich mehr als 10.000 Patienten mit Verletzungen der oberen Extremität versorgt. Die Unfallabteilung des AKh Linz betreibt die größte handchirurgische Ambulanz Oberösterreichs. Einen wesentlichen Beitrag zum Renomée der Handambulanz der Unfallchirurgischen Abteilung liefert die mikrochirurgische Tätigkeit der Abteilung in enger Kooperation mit maz –mikrochirurgischen Ausbildungs- und Forschungszentrum.
Im Jahr 2009 konnte sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich eine Steigerung der Patientenzahlen festgestellt werden. 5.750 PatientInnen waren in diesem Jahr in stationärer unfallchirurgicher Behandlung, sodass die 90 Betten über das Gesamtjahr gerechnet zu 98,7 Prozent von PatientInnen belegt waren. Die Ambulanzen der Unfallabteilung wurden über 64.600 mal frequentiert und knapp 4.700 Operationen durchgeführt.
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