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Wissenschaft & News

Minimal invasive Implantation einer Hüfttotalendoprothese

Seit geraumer Zeit wird an unserer orthopädischen Abteilung die Hüfttotalendoprothese minimal invasiv eingesetzt. Der Hautschnitt, bzw. der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt entweder von der Seite oder von vorne. Die Operation ist operationstechnisch schwieriger und aufwendiger. Der Vorteil liegt jedoch in einem etwas geringerem Blutverlust, einer kürzeren Schnittführung und in einer schonenderen Behandlung der Weichteile, insbesondere der Muskulatur.

Die Sprunggelenksprothese

Die Orthopädische Abteilung im AKh Linz hat in Österreich sicherlich die längste und größte Erfahrung, da wir diese Methode schon seit dem Jahr 1993 verwendet wird. Vor allem in den letzten Jahren werden jährlich an die 40 Patienten erfolgreich mit dieser Methode behandelt.

Die Ellbogengelenksprothese

In den letzten 15 bis 20 Jahren wurde durch die Entwicklung verschiedenster Ellbogenprothesen eine sehr gute Möglichkeit zur Behandlung schwerer Gelenkszerstörungen am Ellbogengelenk geschaffen. Sie wird sowohl bei unfall- als auch entzündungsbedingten Zerstörungen des Ellenbogengelenkes eingesetzt. Auf unserer orthopädischen Abteilung wird die Ellbogenprothese seit 1991 routinemäßig implantiert.

Abteilungsaktivitäten

Die Gelenksendoprothetik bildet mit ca. 950 Implantationen pro Jahr einen operativen Schwerpunkt unserer Abteilung. Vor allem sind es schwierige Revisionseingriffe, die vermehrt zugewiesen werden und im Falle von großen Knochendefekten einer sehr anspruchsvollen Operationstechnik bedürfen. Der forcierte Einsatz neuer blutsparender Maßnahmen, vor allem des Cellsavers und des Orthopat-Systems, haben den Fremdblutverbrauch an unserer Abteilung stark reduziert.

Seit einem Jahr wird sowohl im Hüftbereich aber auch bei unicondylären Knieprothesen die neue Mini-Invasive-Technik (MIS) bei geeigneten Patienten angewandt. Diese erlaubt neben einem kleinen kosmetischen Hautschnitt auch eine schnellere Remobilisation.

Neben der Hüft- und Knieendoprothetik hat vor allem die Schulter- und Sprunggelenksendoprothetik stark zugenommen.
Die Orthopädische Abteilung in Linz ist zu einer Anlaufstelle für Patienten mit schweren Sprunggelenks- und Schulterproblemen aus ganz Österreich geworden.

Damit parallel hat auch die Fußchirurgie insgesamt stark an Bedeutung gewonnen, sodass die Eröffnung einer eigenen Fußambulanz dringend notwendig wurde.

Fußorthopädie

Seit der Einrichtung der Fußambulanz zeigt die Fußchirurgie unter OA Dr. Ruhs einen deutlich ansteigenden Trend. Im Bereich des Vorfußes hat sich die gelenkserhaltende Chirurgie des Hallux valgus gegegenüber den Resektionsarthroplastiken aufgrund der besseren funktionellen Ergebnisse durchgesetzt. Je nach Ausgangsbefund werden die entsprechenden Operationsmethoden angewendet.

Auch in der Rheuma-Fußchirurgie nehmen gelenkserhaltende Fußeingriffe einen immer höheren Stellenwert ein. Im Fußwurzelbereich werden sehr differenziert entsprechende Osteotomietechniken und Arthrodesever-fahren bei Fehlstellungen bzw. bei Arthrosen angewendet, Ziel ist eine Konfektionsschuhversorgung des Patienten zu ermöglichen.

Eine Domäne unserer Abteilung stellt die Sprunggelenkschirurgie dar. Bereits 1993 wurde im AKh Linz österreichweit die erste Sprunggelenksprothese implantiert.
Neben der deutlichen Schmerzreduktion liegt der Vorteil gegenüber der Arthrodese in der erhaltenen Beweglichkeit des oberen Sprunggelenkes.

Seit dem Jahr 2002 werden nun sehr vielversprechende Erfahrungen mit einem Sprunggelenksmodell der neuesten Generation gesammelt, insbesondere zeigt sich ein Vorteil bei der Instrumentierung dieses anspruchsvollen Eingriffes. Zum einen die langfristigen Erfahrungen bei hoher Implantationsfrequenz als auch eine kontinuierliche dokumentierte Qualitätssicherung mit ständiger Präsenz auf nationalen und internationalen Fußkongressen bringen uns Zuweisungen von Patienten mit Sprunggelenksproblemen aus ganz Österreich.

Kinderorthopädie

Die kinderorthopädische Behandlung durch OA Dr. Großbötzl wurde aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Landeskinderklinik Linz, dem Diakoniewerk Gallneukirchen, dem Behindertenzentrum St.Isidor, dem MTZ Linz- Dauphinstraße und den Förderzentren Linz-Pulvermühlstraße, Pramet, Andorf und Waldhausen besonders in der operativen Therapie behinderter Kinder und Jugendlicher weiter ausgebaut. Dabei kamen neue Operationstechniken v.a. bei CP-Kindern zur Anwendung.

Seit Anfang 2000 wird auch die Lokalinfiltration von Botulinumtoxin bei CP-Kindern angeboten und seither regelmäßig bei ca. 400 Patienten durchgeführt. Während im stationären Bereich vor allem die Behandlung schwerbehinderter Kinder zugenommen hat, wurde im ambulanten Bereich die Gesamtzahl aller behandelten Kinder neuerlich gesteigert.

Rheumaorthopädie

Rheumatologisch wurde die Zusammenarbeit mit der Interne II weiter ausgebaut. Ein weiterer Schritt im klinischen Rheumanetzwerk des AKh Linz wurde mit dem Aufbau einer Orthopädisch - Internistische Spezialambulanz (OA Dr. Günter Hipmair, OA Dr. Bernhard Ruhs und OA Dr. Ulrike Stuby und Dozent Dr. Herwig Pieringer) für Rheumapatienten gesetzt.

Damit ist eine optimale kontinuierliche Betreuung von Rheumapatienten gewährleistet. In Zukunft streben wir einen weiteren Zusammenschluss von Ärzten, Krankenhäusern und Patientenorganisationen, denen das Schicksal der Patienten mit rheumatischen Erkrankungen am Herzen liegt, an. Durch eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung soll eine optimale und wohnortnahe Versorgung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen möglich werden.

Die Funktion des Rheuma-Orthopäden im Netzwerk liegt im rechtzeitigen operativen Einschreiten (Synovektomie, Prävention durch gelenkserhaltende Operationen und in rheumaorthopädische Spezialitäten wie Ellenbogenprothese, OSG Prothese oder hand- und fingerchirurgischen Spezialeingriffen.

Weiters wurden Informationsnachmittage vor der Rheuma-Selbsthilfegruppe veranstaltet. Durch das persönliche Engagement wurde ein notwendiges, rechtzeitiges, operatives Eingreifen erst möglich. Vor allem die Synovektomien an Kniegelenk, Ellbogen, Hand- und Fingergelenken sowie schwierige rheumaorthopädische Eingriffe an der Hand sind häufig erforderlich. Auch die Endoprothetik hat in dieser Patientengruppe einen hohen Stellenwert. Seit vielen Jahren werden schwer zerstörte Ellenbogengelenke mit der GSB III Ellenbogenprothese versorgt. Ein sehr schwieriger operativer Eingriff, der österreichweit nur an wenigen Abteilung durchgeführt wird.

Eine große Herausforderung stellt auch die operative Versorgung meist schwer deformierter Fingergrund- und Mittelgelenke dar. Hier muss oft durch schwierige Knochen und Weichteileingriffe die Greiffunktion der Hand und Finger wiederhergestellt werden. Auf Grund des weichen Knochens dieser Patienten und der oft sehr schlechten Weichteilsituation, können die in den letzten Jahren entwickelten Fingerprothesen nicht zum Einsatz kommen.

Extrakorporale Stoßwellentherapie

Die extrakorporale Stoßwellentherapie in der Orthopädie (ESWT) ist an unserer Abteilung fest integrierter Bestandteil der angebotenen Leistungspalette und findet weit über die Grenzen Oberösterrreichs hinaus große Anerkennung.
Seit 1992 wird sie an unserer Abteilung durchgeführt, in der Regel werden die niedrig- und hochenergetischen  in einer Sitzung durchgeführt.
Die häufigsten Krankheitsbilder in unserem Patientengut sind die plantare Fasciitis mit/ohne plant. Fersensporn, die laterale Epicondylitis am Ellbogen und die Tendinosis calcarea der Rotatorenmanschette behandelt, wobei letztere und wie auch alle Knochenindikationen (überwiegend Pseudarthrosen) mit dem Osteostar-neuTM und hohen Energieniveaus in Anästhesie die ESWT erhalten. Die niedrigenergetische ESWT wird mit dem Sonocur PlusTM ohne Anästhesie durchgeführt.

Interessenten aus dem In- und Ausland kommen zu uns, um diese Therapieform kennenzulernen und bei der Anwendung am Patienten sich ein Bild über Indikationen, Durchführung und Nachsorge machen zu können.
Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Praxis und in anderen Krankenhäusern und die Mitarbeit in den wichtigsten Gremien, welche sich mit der Erforschung und der Entwicklung der Stoßwellentherapie befassen, führt zu häufigen Kongress- bzw. Vortragseinladungen:
Arbeitskreis für ESWT der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Arbeitkreis 10 für ESWT der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie
ISMST - International Society of Muskuloskeletal Shockwave Therapy.

Knorpeltransplantation

Die Knorpeltransplantation stellt ein noch junges, aber sehr erfolgreiches Verfahren dar, dass vor allem beim jugendlichen Patienten und isolierten Knorpeldefekten im Knie- und Sprunggelenksbereich zur Anwendung kommt. In zwei Operationsschritten werden den Patienten zuerst Knorpelzellen entnommen und später nach vorangegangener Knorpelzüchtung wieder zur Füllung der Defekte eingepflanzt. Damit konnten bisher bei entsprechend sorgsam ausgewählten Patienten sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

European Arthroplasty Register (EAR)

Ist ein Projekt von EFORT (Europäische Orthopädenvereinigung) organisiert im Verein EFORT-EAR mit Sitz an der orthopädischen Abteilung des AKh Linz unter der Präsidentschaft von Prof. Böhler. Dabei werden in Zukunft schrittweise alle in Europa implantierten Endoprothesen erfasst und Ihre Lebensdauer analysiert. Auf diese Weise ist eine ganz wesentliche Qualitätsverbesserung durch bessere Implantatselektion zu erwarten. Die weltweiten Aktivitäten werden in enger Kooperation mit dem EAR Office unter Leitung von Dr. G. Labek an der orthopädischen Universitätsklinik Innsbruck (Vorstand Prof. M. Krismer) durchgeführt. Weitere Informationen stehen auf dem EFORT-Portal (http://www.efort.org/) zur Verfügung.

Konsiliartätigkeit

Konsiliartätigkeit

  • Diakoniewerk Gallneukirchen
  • Landeskinderklinik Linz
  • Behindertenzentrum St. Isidor
  • Förderzentrum Linz Pulvermühlstraße, Andorf und Pramet
  • Rheuma- und Rehabilitationszentrum der PVARB Bad Schallerbach

KONTAKT

Orthopädische Abteilung   AKh Linz
Krankenhausstraße 9
4021  Linz

Tel: +43 (0) 732 / 7806 -3191
Fax: +43 (0) 732 / 7806 -3166
E-Mail: orthopaedie@akh.linz.at

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