Neben der vor allem ambulanten Versorgung im dentoalveolären Bereich stellt einen der besonderen traditionellen Schwerpunkte die Behandlung gut- und bösartiger Tumoren des Kiefer- und Gesichtsgebietes dar. Neue Methoden in der plastischen rekonstruktiven Chirurgie zum Ersatz verloren gegangener knöcherner und Weichteilstrukturen mittels verschiedener Möglichkeiten des Gewebstransfers, insbesondere auch der mikrochirurgischen Methoden, unter Einschluss der modernen dentalen und epithetischen Implantologie, haben wesentliche Verbesserungen in der Lebensqualität der Patienten gebracht.
Die Behandlung von PatientInnen mit Deformitäten am Gesichtsskelett nimmt einen hohen Stellenwert ein. Sie dient der Korrektur fehlliegender Skelett(Knochen)anteile vor allem bei überentwickeltem Unter- oder Oberkiefer. Vielfach sind die Fehlstellungen mit funktionellen Störungen beim Kauen, Sprechen, Atmen oder Sehen verbunden. Bei der Chirurgie von angeborenen oder erworbenen Fehlstellungen im Bereich des Gesichtsschädels hat sich in den letzten Jahren ein wesentlicher Wandel ergeben. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden und Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgen hat eine neue Dimension in der Ergebnisqualität gebracht. Unterstützt wurde diese Entwicklung auch durch das Einführen neuer Operationsmethoden sowie Osteosyntheseverfahren.
Der wichtigste Schritt ist die Planung des Eingriffes, bei dem der Chirurg wie ein Architekt das Ausmaß und die Richtung der Knochenverlagerung festlegen muss. Dazu stehen ihm modernste Diagnosemethoden, wie etwa die dreidimensionale Computertomographie, Magnetresonanzdarstellungen, Computeranimation und schließlich auch die manuelle Herstellung von Modellen zur Verfügung. Durch Gesichtsschädelumstellungen lassen sich folgende Erfolge erzielen: Funktionelle Störungen beim Kauen, Sprechen, Atmen, Sehen können ganz bzw. weitgehend behoben werden; das Gesicht erhält durch das optimalere Formverhältnis der Proportionen ein harmonisches Aussehen – von vorne und im Profil; die PatientInnen gewinnen an Selbstwertgefühl und Lebensqualität.
Weitere Therapieschwerpunkte liegen in der Behandlung von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten sowie als neuere Therapiemöglichkeit die Behandlung von Deformitäten im kraniofazialen Bereich. Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten sind die zweithäufigste Missbildung am Menschen überhaupt, betreffen etwa jedes 500ste Neugeborene, und können durch Umwelteinflüsse oder Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft entstehen, aber auch genetisch bedingt sein. Kinder mit dieser Fehlbildung ent-wickeln sich körperlich und geistig absolut normal, sie haben eben nur diese lokale Störung. Unbehandelt würden Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten abgesehen von der Ästhetik die Nahrungsaufnahme sehr erschweren und die Sprachentwicklung enorm behindern. In der Abteilung für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie des AKh Linz werden bereits Schwangere beraten, bei denen durch eine Ultraschalluntersuchung eine Spalte am Ungeborenen festgestellt wurde. Dadurch können die ersten Eingriffe, die gleich nach der Geburt möglich sind, schon geplant und die Eltern entsprechend sensibel darauf vorbereitet werden. Kinder mit Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalten brauchen bis zum Erwachsenenalter medizinische Betreuung. Bis dahin werden in mehreren operativen Schritten alle ästhetischen und funktionellen Probleme beseitigt.
Das Leistungsangebot der Mund-, Kiefer und plastischen Gesichtschirurgie umfasst aber auch die ästhetische Chirurgie zum Beispiel mit der Korrektur von Nasen, und Ohren, sowie Eingriffe mit Verjüngungseffekt wie zum Beispiel Lidkorrekturen.
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