Seit November 2008 leitet Priv.-Doz. Dr. Peter Oppelt, MBA die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im AKh Linz. Primar Oppelt will den Schwerpunkt der Gynäkologie des AKh als onkologisch operatives Zentrum weiter ausbauen. Er bringt als international anerkannter Spezialist für laparoskopische Operationstechniken („Schlüssellochchirurgie“), für welche das AKh in der Chirurgie unter Prof. Wayand seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle einnimmt, neueste Techniken ein, die nunmehr auch in der Gynäkologie des AKh als Standardeingriffe gelten. In mehr als 70 % der Eingriffe kann somit ein Bauchschnitt verhindert werden. Für die Patientinnen bedeutet das nach der Operation wesentlich geringere Schmerzen, schnellere Erholung und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt.
Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den Ausbau der Ambulanzen gelegt. Es bestehen nunmehr folgende Angebote:
Bösartige Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane, wie Gebärmutter- oder Eierstockkrebs, sind für einen erheblichen Teil der Sterblichkeit in der weiblichen Bevölkerung verantwortlich. Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des AKh soll zu einem Kompetenzzentrum zur Behandlung dieser bösartigen Erkrankungen aufgebaut werden. Dazu wird künftig ein Studienzentrum in der Gynäkologie errichtet, um die wissenschaftliche Ausrichtung der Abteilung zu forcieren und den Patientinnen die Teilnahme an allen derzeit international laufenden Studien im Bereich der gesamten Gynäkologie zu ermöglichen. Durch den Einsatz moderner Operationstechniken gelingt es den Fachleuten um Dozent Oppelt modernste Therapiekonzepte anzubieten. Ebenfalls besitzt die minimal invasive Chrirugie bei der operativen Behandlung von bösartigen Tumoren (Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs) einen bedeutenden Stellenwert. Die Patientin hat so den Vorteil, dass sie (falls notwendig) postoperativ frühzeitiger einer weiteren Therapie zugeführt werden kann.
Das Brust-KompetenzZentrum in der Krankenhausstraße ist ein Kooperationsprojekt des AKh Linz und der LFKK. Die zentrale Lage und die Anbindung an modernste diagnostische und therapeutische Einrichtungen des AKh bieten optimale Strukturen für Diagnostik und Therapie nach internationalen Standards. Dozent Peter Schrenk und Dozent Peter Oppelt garantieren in Zusammenarbeit mit den Spezialisten der LFKK höchste Qualität in der medizinischen Versorgung von Patientinnen mit Verdacht oder Diagnose von Brustkrebs. Rund 5000 Patientinnen wurden seit der Eröffnung im April 2008 betreut. Neben der notwendigen operativen Therapie wird auf das postoperative kosmetische Ergebnis erheblicher Wert gelegt. Auch hier stellt das Studienzentrum (Teilnahme als Studienzentrum an Studien der Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group) und die ergänzende Kompetenz der Onkologie um Dozent Fridrik ein ganzheitliches Konzept in der Behandlung eines der häufigsten Karzinome dar.
Bei den Frauen macht der Brustkrebs rund ein Viertel aller Krebserkrankungen aus (25,5 %) und ist damit das häufigste Karzinom bei Frauen. Bereits an dritter Stelle liegen mit 9 % Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs. An fünfter Stelle liegt das Eierstockkarzinom. Die Erhöhung der statistischen Fallzahlen für Brustkrebs ist dadurch zu erklären, dass vermehrte und verbesserte Screenings gleichzeitig auch die Anzahl der entdeckten Karzinome erhöhen.
Die Tumore der weiblichen Brustdrüse werden nur mehr lokal entfernt und anschließend mit einer stadienabhängigen Therapie behandelt. Oberstes Ziel ist es, frühe Tumorstadien zu erfassen, um die Heilungschancen zu erhöhen und die Anzahl der Therapien zu minimieren. Ein prägnantes Beispiel dafür, welchen Einfluss die Früherkennung von Tumoren auf die Inzidenz eines Tumors haben kann, stellt der Gebärmutterhalskrebs dar. Dessen Häufigkeit nimmt durch zytologische Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen nicht-invasiver Vorstufen laufend ab.
Eine bisher wenig beachtete Frauenkrankheit ist die Endometriose, an der 10 – 15 % der Frauen im gebärfähigen Alter leiden. Der Begriff leitet sich von der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ab. Gebärmutterschleimhautinseln können sich irgendwo im Körper ansiedeln, vor allem in und an den weiblichen Geschlechtsorganen, aber auch Blase, Harnleiter, Darm, Lunge, Kopf oder Zwerchfell können betroffen sein. Endometrioseherde können Zysten und Verwachsungen verursachen. Als Leitsymptom zählt der chronische Unterbauchschmerz. Begleitend können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Übelkeit, Darmsymptome und Sterilität auftreten. Die Endometrioseherde reagieren sehr ähnlich der richtigen Gebärmutterschleimhaut auf zyklische Hormonveränderungen.
Leider dauert auch heute noch eine suffiziente Diagnostik der Krankheit in einzelnen Fällen bis zu 6 Jahre. Die Diagnose und Behandlung dieser gynäkologischen Erkrankung erfordert standardisierte Untersuchungen, eine wissenschaftliche Expertise und höchste operative Erfahrung, welche Dozent Oppelt aus seiner bisherigen Laufbahn in deutschen Universitätskliniken mitbringt. Bereits in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen baute er ein zertifiziertes Kompetenzzentrum für Endometriose auf, welches zu den 10 großen Endometriosezentren in Deutschland zählt und in der Grundlagenforschung unter anderen auf Endometriose spezialisiert ist.
Eine moderne Gynäkologie kann nur in einem medizinischen Netzwerk vieler Fachrichtungen betrieben werden. Gynäkologie ist keine reine Unterleibsmedizin, sondern sie benötigt die Zusammenarbeit von Spezialisten aller Fachrichtungen, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen. Hier sind vor allem die Anästhesie und Intensivmedizin sowie Radiologie und Nuklearmedizin zu nennen. Die operative Zusammenarbeit von Urologen und Chirurgen ist zum Beispiel bei organübergreifenden Eingriffen oder überraschenden Komplikationen unbedingt notwendig. Onkologen bringen wie bereits erwähnt ihr Spezialwissen bei Krebserkrankungen ein.
Auch eine rasche histologische Diagnose in einem pathologisch-histologischen Labor ist aus zweierlei Gesichtspunkten notwendig: Zum einen für den Operateur, da intraoperativ schon die Diagnose gestellt werden kann, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt bzw. auch, ob der „Tumor im Gesunden“ entfernt worden ist. Zum anderen vor allem für die Patientinnen, da durch die intraoperative Diagnose in vielen Fällen eine Nachoperation/Zweitoperation vermieden werden kann.
Auch andere Fachrichtungen wie Interne Abteilungen sind besonders bei älteren, oft multimorbiden Menschen von großer Bedeutung zum Beispiel Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen. Zudem ist es für die Patientinnen vorteilhaft, sich in unmittelbarer Nähe zu Psychologischem Dienst, Physiotherapie, Schmerzambulanz, Ernährungsberatung, Sozialdienst und auch Selbsthilfegruppen zu befinden. Erst das fein abgestimmte Zusammenspiel mit all den genannten Partnern ermöglicht eine individuelle und erfolgreiche Behandlung.
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