Anbei ein paar Gedanken des Künstlers:
Am 7. Jänner 2009 habe ich erfahren, dass ich an Lymphdrüsenkrebs erkrankt bin. Von dieser schockierenden Diagnose bis zu den heute hier vorliegenden Werken liegt ein Weg, der mein Leben für immer verändert hat. Im „Chemozyklus" ist viel mehr dargestellt, als eine Krankheit und ihre Behandlung und Heilung. Es sind Bilder meines ganz persönlichen Weges, der Entwicklung meines Inneren, des Umganges mit Ängsten und Zuversicht, des Entstehens eines neuen Bewusstseins für mich und meine Umwelt. Und es sind Bilder mit Botschaften, die dem im Herzen offenen Betrachter auch ohne Wissen um die Geschichte, Einblicke in das Menschsein, in das Wachsen, Werden und Entwickeln möglich machen sollen.
Ich habe Krebs. Was heißt das für mein Leben, was wird geschehen, habe ich eine Chance, wie geht meine Umwelt, wie gehen meine Lieben damit um, was heißt es für Job und Zukunft, steht mein Körper eine Chemotherapie durch, werde ich leben? Tausende Fragen, die einem Tag und Nacht durch den Kopf schwirren. Und dennoch habe ich umso deutlicher gespürt, dass ich hier auf dieser Welt bin, um zu leben und dass es das Universum gut mit mir meint. Und der bitteren Diagnose ist dann auch sehr rasch der Entschluss gefolgt, den Weg meiner Behandlung und Genesung mit einem persönlichen Tagebuch in Form von Bildern zu begleiten - denn die Malerei ist seit Jahren meine bereichernde Begleiterin und meine Möglichkeit, das Innere nach außen zu bringen. Meine über Monate hinweg regelmäßigen Krankenhausaufenthalte, die insgesamt acht Zyklen meiner Chemotherapie, all die Veränderungen an meinem Körper und in meinem Geist habe ich mit Buntstiften und Papier begleitet. Es war ein regelrechter Flow, der sich bald eingestellt hat. Im Laufe meiner Arbeit - geprägt von tiefen Empfindungen, neuen Ideen, kreativer Aufbruchsstimmung genauso wie von tiefem Zweifel und Angst - ist eine Serie an Bildern entstanden, die ich heute mit Freude und Stolz präsentiere.
Die Erkenntnis, welch heilende Wirkung diese künstlerische intensive Auseinandersetzung mit der Thematik für mich hat, war dennoch überraschend. Während der Stift übers Papier gleitet, ordnen sich meine Gedanken - das war schon immer so. Die Tätigkeit des Malens, des Zeichens weckt eine tiefe Kraft in mir, sie motiviert und hat immer wieder Energie und Lebensfreude in mir geweckt. All das hatte eine Klärung meines Inneren zur Folge, die ich zusammenfassend und im Rückblick mit großer Dankbarkeit als eine ganz wesentliche Säule meiner Genesung betrachte. Der künstlerische Akt hat mich dabei unterstützt loszulassen und das anzunehmen, was ist. Und mit der wachsenden Zuversicht hat sich in einem gleitenden Überzeugung die feste Überzeugung in mir verankert: Ich bin Gesund
Für Medienanfragen:
Mag. Astrid Petritz Tel.: +43 732 7806 1339
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