Vorhofflimmern ist die häufigste zur Spitalsaufnahme führende Herzrhythmusstörung. Viele betroffene PatientInnen verspüren oft ausgeprägte Symptome, andere haben wenig Beschwerden, erleiden jedoch die möglichen Folgeerscheinungen wie Herzschwäche und Schlaganfall. Aufgrund der zunehmenden Häufigkeit im Rahmen der Bevölkerungsentwicklung ergibt sich eine Herausforderung für das gesamte Gesundheitssystem.
Seit einigen Jahren ist es möglich, Herzrhythmusstörungen mit Hilfe der Katheterablation, der lokalen Verödung von Herzmuskelgewebe, zu behandeln. Erfolg und Sicherheit dieser Technik hängen allerdings in weiten Teilen von der Erfahrung und dem Geschick des Untersuchers ab, da sie eine große Präzision erfordern. Daher wird das Verfahren bisher nur in wenigen Spitälern angeboten. Das Kardiologen-Team unter der Leitung von Professor Doktor Franz Leisch mit Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft im AKh Linz gehört seit Jahren zu den führenden ExpertInnen auf diesem Gebiet.
Um die Kathetereingriffe weiter zu verbessern, wurde nun erstmals in Österreich ein neuartiges Robotersystem zur Kathetersteuerung installiert. Eingriffe bei PatientInnen mit Vorhofflimmern können damit deutlich sicherer, genauer und wirkungsvoller durchgeführt werden. Präzision ist gerade bei komplizierten Eingriffen am schlagenden Herzen extrem wichtig, um sicherzugehen, dass keine benachbarten Strukturen verletzt werden.
Mit diesem Robotersystem (Sensei® von Hansen Medical, USA) ist es dem/der OperateurIn erstmals möglich, sämtliche für die Behandlung wichtigen Katheter ferngesteuert mittels 3-D-Maus zu bewegen. Die entsprechenden Sonden können durch den Roboter im Herz um bis zu 270 Grad gekrümmt werden, wodurch auch in schwer zugänglichen Regionen des Herzens jenes Gewebe gezielt verödet werden kann, das für die Entstehung der Rhythmusstörungen verantwortlich ist.
Da der Eingriff mit dem Roboter ohne Röntgenstrahlung erfolgt, kann dadurch die Strahlenbelastung für die PatientInnen und den/die OperateurIn erheblich reduziert werden. Durch die viel größere Genauigkeit der Verödung ist eine deutliche Verbesserung der bisherigen Ergebnisse der Katheterablation des Vorhofflimmerns zu erwarten.
Das Sensei® System im AKh Linz ist der einzige in Österreich verwendete Roboter seiner Art und bislang eines der wenigen im Einsatz befindlichen Geräte weltweit. Durch die Investition konnte das AKh Linz damit eine Vorreiterrolle in der Anwendung dieser zukunftsträchtigen Ablations-Technologie übernehmen.
Die mit dem Roboter tätigen Kardiologen Dozent Doktor Robert Hofmann und Oberarzt Doktor Steinwender sowie die RadiologietechnologInnen wurden in Deutschland und in den USA eingeschult, wo die Handhabung des Katheter-Roboters in speziellen Labors trainiert wird.
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Mag. Astrid Petritz Tel.: +43 732 7806 1339
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