An der I. Internen Abteilung des AKh Linz wurden in den vergangenen Tagen erstmalig in Österreich Patienten mit schwer einstellbarem erhöhten Blutdruck mit der neuen Methode der Hochfrequenzablation der sympathischen Inervation der Niere behandelt. Diese Methode ist bisher nur wenigen Hochdruckzentren auf der Welt zugänglich. Die Auswahl des AKh erfolgte nach einem 18-monatigen Auswahlver-fahren, unter anderen aufgrund der hohen wissenschaftlichen Qualifikation der an dieser Abteilung tätigen ÄrztInnen und der langjährigen Erfahrung bei der Behandlung von Herzkranzgefäß- und Nierenarterienstenosen durch Stent-Implantation.
Erhöhter Blutdruck ist eine weit verbreitete (Volks-)Krankheit, die ohne ausreichende Behandlung Folge-schäden wie Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall oder Schädigung der Nieren bis hin zur Notwendigkeit einer Dialyse verursacht. Trotz der Verfügbargkeit zahlreicher gut wirksamer blutdrucksenkender Medikamente, gelingt es bei 10% der HochdruckpatientInnen nicht, den Blutdruck adäquat zu senken. Zusätzlich kommt es bei einer gewissen Anzahl der Behandelten zu Nebenwirkungen durch die Medikamente, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Diese beiden Gruppen von Hochdruckpatienten sind zur Zeit die Zielgruppe für die jetzt eingeführte neue Behandlungsmethode.
Eine Hyperaktivität des sympathischen Nervensystems – es ist wesentlich an der Entstehung von Stressreaktionen im Körper beteiligt – spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines krankhaften, hohen Blutdrucks. Ganz besonders gilt dies für die Nervenfasern dieses Systems, die rund um die Nierenarterien angeordnet sind. Bei der katheterbasierten Behandlung des Bluthochdrucks werden diese rund um die Nierenarterien gelegenen Nervenfasern durch Hochfrequenz-Engergieabgaben deaktiviert.
(siehe Abbildung 1)
Über einen winzigen Stich in der Leiste, wird ein sogenannter Führungskatheter zuerst in die Beinarterie und dann über die Hauptschlagader (Aorta) in die Nierenarterien eingeführt. Durch diesen Führungskatheter wird dann der eigentliche Behandlungskatheter nacheinander in den beiden Nierenarterien platziert. In der Folge werden durch eine Reihe von 2-minütigen Hochfrequenz-Energieabgaben an verschiedenen Stellen der beiden Nierenarterien, die rund um dieses Blutgefäß liegenden Nerven ausge-schaltet. Die Untersuchung erfolgt in Sedoanalgesie („leichte Narkose“). Die Dauer des Eingriffes beträgt rund 40 bis 50 Minuten.
Die Erfahrung bei den bisher weltweit behandelten 400 Patienten zeigt, dass bei 90 Prozent eine deutliche und anhaltende Blutdrucksenkung mit dieser Methode erzielt wird. Aus der Abbildung 2 kann entnommen werden, dass die Blutdrucksenkung zu Beginn beim systolischen Wert ca. 20 mm HG und nach 1 Jahr sogar etwas mehr als 25 mm HG beträgt. Außerdem zeigte sich auch eine günstige Wirkung auf das Blutzuckerprofil von PatientInnen mit Typ-II-Diabetes, bei Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz.
Bei Bestätigung des guten Behandlungserfolges der renalen Denervation steht damit eine wirksame nichtmedikamentöse Methode zur Behandlung des hohen Blutdrucks zur Verfügung, die mit zunehmender Erfahrung bei der großen Gruppe von PatientInnen mit mittelschwerer Hypertonie eingesetzt werden kann. Entsprechend große Fallzahlen für den Einsatz der Hochfrequenzablation der sympathischen Inervation der Niere ergeben sich daraus.
Die Kosten für einen Behandlungskatheter betragen zur Zeit rund € 3.500. Aufgrund der Abnahme der Anzahl der Spitalsaufenthalte, der Arztbesuche und der Verringerung der Medikamentenkosten ist damit zu rechnen, dass diese Kosten pro Patient nach rund 2 Jahren wieder eingespart sind.
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