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Stadt Linz - Kultur

Ludwig Wittgenstein

GEDENKTAFELN

Standort:Fadingerstraße 4
Stadtteil:Innere Stadt
Datierung: 0

Standort im Stadtplan (neues Fenster)

Ludwig Wittgenstein

An der Hauswand links vom Portal der Fadingerschule eine Granittafel mit Erinnerung an Ludwig Wittgenstein, einen der berühmtesten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Der nicht genaue Text lautet: "Ludwig Wittgenstein Philosoph 1889-1951 besuchte diese Schule. Matura 1906".

"Diese" Schule wurde erst 1908/09 gebaut. Er besuchte wie Adolf Hitler die Ralschule in der Steingasse.

Geschichte

Ludwig Josef Johann Wittgenstein (*1889 Wien † 1951 Cambridge) war ein österreichisch-britischer Philosoph aus der alten österreichischen Familie Wittgenstein.

Er lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. Seine beiden Hauptwerke Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus logico-philosophicus 1921) und Philosophische Untersuchungen (1953, postum) wurden zur Grundlage zweier philosophischer Schulen, des Logischen Positivismus und der Analytischen Sprachphilosophie.

Ludwig war das letzte von acht Kindern des Wiener Großindustriellen Karl Wittgenstein und seiner Ehefrau Leopoldine, geb. Kalmus.

Wittgenstein wurde katholisch erzogen, obwohl drei seiner vier Großeltern jüdisch waren. Wie er selbst zeichneten sich seine Geschwister durch außerordentliche musische und intellektuelle Fähigkeiten aus.

Wittgensteins Erziehung begann mit häuslichem Privatunterricht, ab 1903 erhielt er Unterricht in der Realschule in Linz, welche zur gleichen Zeit auch Adolf Hitler besuchte. Am 28. Oktober 1906 immatrikulierte er sich an der Technischen Hochschule Charlottenburg.

Nach dem Abschlussdiplom als Ingenieur 1908 ging Wittgenstein nach Manchester, wo er an der Universität an der Abteilung für Ingenieurwissenschaften versuchte, einen Flugzeugmotor zu bauen. Dann arbeitete er an „Verbesserungsvorschlägen für Flugzeugpropeller“, einem Projekt, für das er am 17. August 1911 das Patent erhielt.

Schließlich dominierte die Philosophie: Studium in Cambridge am Trinity College, wo er sich intensiv mit den Schriften Bertrand Russells beschäftigte, insbesondere mit den „Principia Mathematica“. Schon bald hielt dieser Wittgenstein für ein Genie, und Wittgenstein entwickelte sich schnell vom Schüler zum Lehrmeister Russells.

Unter anderem mit Russells Unterstützung wurde Wittgenstein im November 1911 in die elitäre Geheimgesellschaft Cambridge Apostles gewählt. In David Pinsent fand er dort seinen ersten Geliebten. Sie erwarben gemeinsam ein Holzhaus in Skjolden in Norwegen. Ab dem Jahre 1912 begann Wittgenstein mit Arbeiten an seinem ersten philosophischen Werk. Auch während seiner Zeit als österreichischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg arbeitete er daran weiter bis 1918.

Dann glaubte Wittgenstein, seinen Beitrag für die Philosophie geleistet zu haben, und entschied sich für den Beruf des Lehrers. Sein gewaltiges, ererbtes Vermögen teilte er unter seinen Geschwistern auf, einen Teil spendete er jungen Künstlern, unter anderem Adolf Loos, Georg Trakl und Rainer Maria Rilke.

Als Lehrer ist er gescheitert. Ende der 1920er Jahre kehrte Wittgenstein zur Philosophie und nach Cambridge zurück und wurde 1939 zum Professor ernannt.




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