In ihrer „Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne“ erklärt Olympe de Gouges unter Artikel 1: „Die Frau ist frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechten.“ In Artikel 6 fordert das Wahlrecht für Frauen.
Die Reaktion der Revolutionäre ließ nicht lange auf sich warten: Im April 1793 beschließt der Revolutionäre Konvent, dass „Kinder, Irre, Minderjährige, Frauen und Kriminelle kein Bürgerrecht genießen“. Am 3. November 1793 wird Olympe de Gouges gemeinsam mit zahlreichen politisch aktiven Frauen auf der Gouillotine hingerichtet.
In Österreich wurde anlässlich der Ausrufung der Republik Deutschösterreich am 12. November 1918 das „allgemeine, gleiche, direkte und geheime Stimmrecht aller Staatsbürger“ auf Basis des Verhältniswahlrechts ausdrücklich „ohne Unterschied des Geschlechts“ gesetzlich festgelegt (Gesetz über die Staats- und Regierungsform von Deutschösterreich). Am 18. Dezember 1918 wurde das Frauenwahlrecht – gleichzeitig zu unzähligen Verordnungen und Kundmachungen zur Kriegs- und Übergangswirtschaft, die das Überleben der jungen Republik sichern sollten – im Gesetz über die Wahlordnung für die künftige Nationalversammlung festgeschrieben: § 11 besagt „Wahlberechtigt ist jeder deutschösterreichische Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechtes“.
Heute, 90 Jahre später, ist das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht eine Selbstverständlichkeit. So selbstverständlich, dass viele Staatsbürgerinnen von diesem Recht nicht mehr Gebrauch machen. Sie sind sich nicht bewusst, wie hart es von früheren Generationen erkämpft werden musste, bis hin zum Tod.
Das Frauenbüro sucht seit 2006 jährlich Linzerinnen, die der traditionellen Frauenrolle nicht entsprechen, die auch gegen Widerstände ihre Ziele durchsetzten und dadurch mit überkommenen gesellschaftlichen Vorstellungen in Konflikt geraten, die anecken, es schwer haben und trotzdem selbstbewusst und frauenbewusst ihren Weg gehen und damit erfolgreich sind.
Die „Ordensträgerin“ 2009 ist die Künstlerin Johanna Tschautscher. Sie arbeitet nicht nur als Schriftstellerin sondern seit 2000 auch als Regisseurin im Bereich Dokumentarfilm.
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