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Mädchen in männerdominierte Berufe

Bei der Auswahl eines Lehrberufes entscheidet sich mehr als die Hälfte der Mädchen nach wie vor für Friseurin, Bürokauffrau oder Einzelhandelskauffrau. Burschen wählen dagegen aus einer viel höheren Anzahl an Lehrberufen. Die Berufswahl der Mädchen bringt deutliche und schwerwiegende Nachteile mit sich, beginnend bei den schlechteren Jobchancen in traditionellen "Frauenberufen" bis hin zu großen finanziellen Nachteilen.

Außerdem finden weibliche Jugendliche schwerer einen Lehrplatz als männliche, da sie tradtionelle "Männerberufe" oder technische Lehrberufe gar nicht in ihre engere Wahl nehmen. Dabei gäbe es gerade im Bereich der Informationstechnologie und der Neuen Medien die Möglichkeit neuer Berufsperspektiven für Mädchen. Ein eigener Arbeitskreis des Linzer Frauenausschusses, in dem auch öffentliche Institutionen und Interessensvertretungen sowie Frauenvereine mitarbeiten, befasst sich eingehend mit diesem Thema. Das Ziel: mehr Möglichkeiten für Mädchen einen nicht-tradtionellen Lehrberuf zu ergreifen.

In einem ersten Schritt wurde versucht, Ursachen dafür zu finden, warum Mädchen nach wie vor und trotz bereits vielfältiger Aktivitäten vorwiegend in die drei "Wunschberufe" Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Friseurin drängen. Aber auch dafür, dass die wenigen Mädchen, die sich in männerdominierten Berufe wagen, nur sehr schwer einen Lehrplatz finden.

Um zu profunden Ergebnissen zu kommen, hat der Arbeitskreis zu einem runden Tisch geladen. Einige Ergebnisse daraus:

  • Der zunehmende FacharbeiterInnenmangel wird die Betriebe in den nächsten Jahren voraussichtlich zwingen, mehr weibliche Lehrlinge aufzunehmen.
  • Finanzielle Zuschüsse stellen keinen Anreiz zu einer Änderung der Aufnahmepraxis dar.
  • Branchen mit Schichtarbeit oder Montageeinsätzen fürchten Probleme.
  • Fehlende Sanitär- und Umkleideräume werden nur als untergeordnetes Argument eingebracht, stellen also in der Realität kein grosses Problem dar.
  • Die wenigen vereinzelten Versuche waren nur eingeschränkt erfolgreich, da die Mädchen nach dem Abschluss den erlernten Beruf nicht weiter ausüben wollten.
  • Damit die Mädchen auch betriebsintern die ausreichende Unterstützung erhalten und sich nicht permanent in einer "Exotinnenrolle" befinden ist ein 10 bis 15%-Anteil notwendig.
  • Bewusstseinsarbeit sowohl bei den Betrieben als auch bei den Mädchen und deren Eltern ist weiterhin notwendig.

Wirtschaftsmedaille

Der Arbeitskreis des Linzer Frauenausschusses „Mädchen in männerdominierte Berufe“ beschäftigt sich mit der dringenden Notwendigkeit der Förderung von weiblichen Lehrlingen in nicht-traditionellen Berufen mit dem Ziel, eine Erweiterung des diesbezüglichen Lehrstellenangebotes zu erwirken. Dazu ist es notwendig, Firmen zu motivieren, mehr Mädchen in männerdominierten Bereichen auszubilden.

Das Linzer Frauenbüro hat an alle Linzer Firmen, die weibliche Lehrlinge in atypischen Berufen beschäftigen, einen Fragebogen geschickt, den etwa 25 % beantwortet haben. Aus diesen wurden vier Firmen ausgesucht, die eine Auszeichnung für ihr besonders herausragendes Engagement verdienen.

Repräsentanten dieser vier Firmen wurden vom Bürgermeister der Stadt Linz mit der Wirtschaftsmedaille ausgezeichnet:


DSM Fine Chemicals  (neus Fenster) (Chemieverfahrenstechnikerin),
Bandagist Heindl  (neues Fenster) (Bandagistin, Orthopädietechnikerin),
Krammer-Repro  (neues Fenster) (Druckvorstufentechnikerin),
Freundlinger&Wiesinger  (neues Fenster) (Malerin)


Zukunftsforum

SIND FRAUEN BERUFEN ZU MÄNNERBERUFEN?
Mädchen – die Technikerinnen von morgen

Welcher Betrieb kann es sich leisten, nur aus der Hälfte des am Markt befindlichen Arbeitskräfteangebotes auszuwählen?
Welcher Betrieb kann es sich leisten, auf starken weiblichen Nachwuchs zu verzichten?

Es gibt Firmen, die bereits jetzt Mädchen als Lehrlinge in technischen Berufen einstellen und damit beste Erfahrungen machen.
Einige davon wurden bereits mit der Linzer Wirtschaftsmedaille ausgezeichnet.

Im „Zukunftsforum“ wurden schwerpunktmäßig folgende Fragen beantwortet:

  • Welchen Gewinn bringen Mädchen?
  • Sind Mädchen für die geforderten Arbeiten geeignet?
  • Was ist zu beachten, wenn erstmals Mädchen eingestellt werden?

KONTAKT

Frauenbüro der Stadt Linz
Altes Rathaus, Hauptplatz 1
4041  Linz

Tel: +43 732 7070 1191
Fax: +43 732 7070 1193
E-Mail: frauenbuero@mag.linz.at

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