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Frauenprogramm der Stadt Linz

Basierend auf dem „Ersten Frauenbericht der Stadt Linz“ wurde seit dem vergangenen Jahr von ExpertInnen des Instituts für Fauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität an der Entwicklung des Linzer Frauenprogramms gearbeitet. Entstanden ist in Zusammenarbeit mit verschiedenen ExpertInnen, Frauengruppen, Organisationen und vor allem gemeinsam mit Linzer Stadtbewohnerinnen ein erster praxisorientierter Programmvorschlag, der alle relevanten Lebensbereiche von Frauen in der Stadt abdeckt.

Basis des vorliegenden Entwurfs ist der Frauenbericht der Stadt Linz. Somit sind darin auch die bereits in Umsetzung befindlichen Vorschläge aus dem Frauenbericht enthalten. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt jedoch bei dem vorliegenden Frauenprogramm auf den Maßnahmen und Ideen, die von den Stadtbewohnerinnen selbst eingebracht wurden.

Der Programmvorschlag wird zunächst dem Ausschuss für Frauen, Bildung und Umwelt präsentiert und soll nach eingehender Diskussion mit allen Beteiligten schließlich im Gemeinderat beschlossen werden und die Arbeitsgrundlage für die nächsten Jahre sein.

Am 21. Mai 2013 sind alle Interessierten zur Präsentation der Zwischenergebnisse eingeladen. Die Sozialwissenschaftlerinnen Dr.in Brigit Buchinger und Mag.a Böhm werden die Ergebnisse vorstellen und Fragen beantworten.

21. Mai 2013 um 18 Uhr im Alten Rathaus, Pressezentrum

Vier Schwerpunkte haben sich als zentral für die Lebenswelten von Frauen in der Stadt Linz herauskristallisiert:

  1. Linz hat die Frauen im Blick
     
    Die Linzerinnen müssen sichtbar gemacht werden. Aufgabe der Stadt Linz ist es sowohl als Kommune als auch als Dienstgeberin verstärktes Augenmerk darauf zu legen und gleichzeitig die Mitbestimmungsmöglichkeiten zu optimieren. 
    Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen unter anderen geschlechtergerechte Statistiken und Erhebungen, öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Sensibilisierung für Frauenbenachteiligung oder die paritätische Besetzung aller Gremien im Einflussbereich der Stadt Linz. Darüber hinaus werden umfassende Maßnahmen zur flächendeckenden Geschlechtergerechtigkeit in Bildungsinstitutionen in der Stadt Linz (von Krabbelstuben bis zur Nachmittagsbetreuung in Schulen) vorgeschlagen. Schließlich soll die Stadt Linz mit ihrer Unternehmensgruppe als Dienstgeberin verstärkt Gleichstellungsmaßnahmen initiieren.
     
  2. Linz schafft Raum für Frauen

    Die Verbesserung der Lebensqualität in den Stadtteilen und im öffentlichen Raum ist das zentrale Ziel. Dies reicht vom Schaffen von Räumen für Frauen zur Kommunikation bis hin zu ideellen Entwicklungsräumen, die dem Empowerment von Frauen dienen.
     
  3. Linz vernetzt Frauen
     
    Hier wird die Stärkung von Frauen durch umfassende Vernetzung in der Kommune angestrebt. Linz verfügt über ein großes funktionierendes Netz an Beratungseinrichtungen und anderen Einrichtungen der Soziokultur. Es gibt es eine Reihe von Vernetzungsstrukturen, an denen die Linzer Fraueneinrichtungen und auch das Linzer Frauenbüro beteiligt sind. Je anonymer Wohnstrukturen und soziale Räume sind, umso schwerer fällt es vor allem Frauen mit Versorgungspflichten oder älteren Frauen, sich mit anderen Frauen auszutauschen oder zu vernetzen. Während der Erstellung des Frauenprogramms war dieses Thema eines der am häufigsten angesprochenen.

    In diesem Handlungsfeld werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Auf Basis der bereits intensiven Informations- und Vernetzungsarbeit des Linzer Frauenbüros soll die Informations-, Begegnungs- und Vernetzungsmöglichkeiten der Linzerinnen in allen Stadtteilen weiter unterstützt werden.
     
  4. Linz stärkt Strukturen für Frauen
     
    Ein Bündel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und sozialstaatlicher Maßnahmen sind die Voraussetzung für die soziale Sicherheit von Frauen.
    Die Fortsetzung frauenspezifischer und frauenpolitischer Bildungsmaßnahmen sowie Aktivitäten zum Durchbrechen von Geschlechterstereotypisierungen sollen die Linzerinnen hier ebenso stärken wie etwa Unterstützungsangebote für Frauen in ihrem beruflichen Werdegang.

Die Entstehungsgeschichte

Als ersten wurde der Frauenbericht der Stadt Linz in Auftrag gegeben. Die wissenschaftliche Studie des Instituts für Frauen- und Geschlechterforschung an der Johannes Kepler Universität unter Federführung von Dr.in Birgit Buchinger und Mag.a Renate Böhm erhob Daten und Fakten über die aktuelle Lebenssituation der Linzerinnen.
In einem zweiten Arbeitsschritt gab es themenspezifische Workshops mit rund 70 Linzer ExpertInnen aus Verwaltung, Politik, Einrichtungen oder Vereinen. Bei allen Diskussionsrunden sind wesentliche Erkenntnisse über konkrete Bedürfnisse von Frauen in allen Lebenslagen gewonnen worden. Zusätzlich sind auch Unterschiede zwischen verschiedenen Linzer Stadtteilen herausgearbeitet worden.

Für die Praxistauglichkeit bei der Entwicklung des Linzer Frauenprogramms wurde dann auf die Beteiligung der Linzerinnen gesetzt. Im Herbst 2012 waren die Stadtbewohnerinnen unter dem Motto „Gestalten SIE mit!“ aufgerufen, sich zu engagieren. Ein mutiges Experiment, das jedoch Erfolg zeigte, denn zu den fünf Workshops in fünf verschiedenen Linzer Stadtteilen kamen über 120 interessierte Frauen. Damit wurde erstmals in der Linzer Frauenarbeit ein Prozess in Gang gesetzt, der aktive und direkte Mitgestaltung in dieser Form ermöglichte.

Im Mittelpunkt stand zunächst eine Methode, bei der spezifische Biografien von Frauen nachgestellt wurden, um so verschiedene Lebenssituationen zu skizzieren, ohne dabei Persönliches preisgeben zu müssen. In Kleingruppen wurden anschließend konkrete Ideen und Vorschläge entwickelt, die Frauen von 16 Jahren bis ins hohe Alter in ihren jeweiligen Lebenslagen unterstützen könnten.

Die Ergebnisse der Workshops wurden mit den bereits vorgeschlagenen Maßnahmen im Frauenbericht der Stadt Linz und den Ergebnissen, die eine interfraktionelle Arbeitsgruppe im Frauenausschuss erarbeitet hat verbunden. Damit liegt nun ein auf breiter Basis erstellter Programmvorschlag zur finalen Diskussion vor.

Presseaussendung vom 25.04.2013 

 

Erster Linzer Frauenbericht

Warum Frauenberichterstattung

Frauen- bzw. geschlechterdifferenzierte Berichterstattung bildet die Grundlage für das Erkennen geschlechterpolitischen Handlungsbedarfs. Frauenberichte liefern Entscheidungsgrundlagen für politische Schwerpunktsetzungen und machen frauenspezifische Benachteiligungsstrukturen sichtbar und nachvollziehbar.
Auf der Basis kontinuierlicher und fortschreibender Frauenberichterstattung kann die Politik daran gemessen werden, welche frauen- und gleichstellungspolitischen Ziele sie sich setzt und wie sie diese aufgrund von Maßnahmen erreicht bzw. wo weiterer dringender Handlungsbedarf besteht.

Der Erste Linzer Frauenbericht ist 2011 erschienen und liefert detaillierte Erkenntnisse zu den Lebenssituationen der Linzerinnen.

Das Institut für Frauen- und Geschlechterforschung an der Johannes Kepler Universität erstellte unter Leitung der Institutsvorständin Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Gabriella Hauch den ersten Linzer Frauenbericht. Die Studie soll für die kommenden Jahren die quantitative und qualitative Grundlage für entsprechendes Handeln liefern. Für die Linzer Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger sind die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung die Basis für maßgeschneiderte frauenpolitische Maßnahmen in Linz.

Spezifische Funktion des Linzer Frauenberichts

Der Linzer Frauenbericht gibt anhand statistischer Daten und Analysen einen umfassenden und vertiefenden Überblick über die diversen Lebensbedingungen und Lebensformen der Linzerinnen. Dabei werden horizontale soziale Ungleichheitsfaktoren wie Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit oder Beeinträchtigungen verknüpft mit vertikalen sozialen Ungleichheitsfaktoren wie etwa Bildungsstand, beruflicher Status oder Einkommen analysiert.
Indikatoren zur Messung von Gleichstellung werden erarbeitet und unterstützen damit die längerfristige Beobachtung der Lage der Linzerinnen und der Entwicklung ihrer Lebensbedingungen.
Schließlich ermöglicht der Linzer Frauenbericht das Erkennen und Schließen von geschlechterspezifischen Datenlücken.

Design und Inhalte des Linzer Frauenberichts

Zu folgenden Themenschwerpunkten wurden quantitative und qualitative Erhebungen durchgeführt:

  • Allgemeine Entwicklungen: Demographie, Lebensformen, Geschlechterbeziehungen
  • Berufliche Lage der LinzerInnen: Ausbildung, Erwerbssituation, Arbeitsmarktsituation
  • Soziale Lage der LinzerInnen: Einkommen, Transfers, Gesundheit
  • Lebenslagenrelevante Merkmale: Alter, ethnische Herkunft, Beeinträchtigungen, Wohnen, Mobilität, Freizeitverhalten, soziokulturelle und politische Partizipation

Bei der Erstellung des Linzer Frauenberichts kam ein Mix an quantitativen und qualitativen Methoden zum Einsatz. Im Einzelnen sind dies:

  • Recherche, Aufbereitung und Analyse sekundärstatistischer Daten zu den Themenstellungen
  • Recherche und Analyse von Literatur, Dokumenten etc.
  • Durchführung von ExpertInnenworkshops zur gemeinsamen Interpretation des jeweiligen Daten-standes und zur Diskussion frauenpolitischer Schlussfolgerungen und Maßnahmenvorschläge.


Erster Linzer Frauenbericht (PDF, 2,6 MB) (neues Fenster)

KONTAKT

Frauenbüro der Stadt Linz
Altes Rathaus, Hauptplatz 1
4041  Linz

Tel: +43 732 7070 1191
Fax: +43 732 7070 1193
E-Mail: frauenbuero@mag.linz.at

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