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Daten und Fakten

Junge Linzerinnen: Soziale Lagen und Partizipation

Soziale Lagen

Nach wie vor dominieren auch bei jungen Frauen traditionelle geschlechtsstereotype Rollenvorstellungen.
Dies beeinflusst ihre Berufswahl, ihren Selbstwert, ihre PartnerInnenschaftsbeziehungen, kurz ihre gesamten Lebensentwürfe.

Bildung als wesentliche Voraussetzung für Partizipationschancen wurde bereits identifiziert. Derzeit kann aus kommunalen Bildungsdaten nicht abgelesen werden, in welchen Stadtteilen Jugendliche überwiegend höhere und in welchen sie eher niedere Ausbildungen haben oder Abschlüsse anstreben.
Die Jugendbefragung 2006 wurde auf unser Ersuchen hin nach Geschlecht ausgewertet und erlaubt nunmehr auch einen Blick auf die Lebensumstände und Einstellungen der jungen Frauen in Linz.
Zwei Drittel der Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren sind mit ihrem Leben zufrieden. 6 % sind unzufrieden.
Nur 20 % der Mädchen würden gerne in einem anderen Stadtteil oder einer anderen Gemeinde wohnen. Alle anderen leben gerne in ihrem Umfeld. (Jugendbefragung 2006)

Was die sozioökonomische Sicherheit betrifft, lassen sich einige gefährdete Gruppen junger Menschen identifizieren. Rund 1.330 Kinder sind von Leistungen der Sozialhilfe miterfasst, sie leben also in armen bzw. in von Armut bedrohten Familien. Ein weiteres Indiz für prekäre finanzielle Verhältnisse mancher junger Frauen stellen die Nutzungsdaten des Linzer Aktivpasses dar: Für 162 weibliche Jugendliche unter 18 Jahren (das sind 0,6 % aller Aktivpassnutzerinnen) sowie für 3.081 Studentinnen / Krankenpflegeschülerinnen (11 % aller Aktivpassnutzerinnen) trifft dies zu. (Quelle: Auskunft der Stadt Linz, Soziales, Jugend und Familie)
Insgesamt haben Mädchen durchschnittlich 28 Euro in der Woche zur freien Verfügung – um acht Euro weniger als Burschen. (Jugendbefragung 2006)

In Bezug auf das weitere Lebensumfeld sind die jungen Frauen in Linz grundsätzlich beunruhigter als junge Männer. Am meisten beunruhigen junge Frauen gewalttätige Konflikte oder Krieg, Kriminalität, ihr Versagen in Schule oder Beruf sowie die Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden. Bemerkenswert: Nur in zwei Bereichen ist die Beunruhigung der jungen Männer größer: Beim Thema AusländerInnen und bei extremen politischen Tendenzen. Hingegen liegt die Beunruhigung junger Frauen beim Thema Fremdenhass / Rassismus um 14 Prozentpunkte über jener der Burschen. (Quelle: Jugendbefragung 2006)

Grafik: Was mich beunruhigt

Soziokulturelle Angebote

Die Stadt Linz verfügt über eine reichhaltige Palette soziokultureller Angebote für junge Menschen.Neben den 24 Jugendzentren, einem Teenie-Projekt, sieben Beratungsstellen dezidiert für Jugendliche und vier Streetworkeinrichtungen besteht ein großes Freizeit- und Sportangebot, das auch Jugendliche nützen können.

Darüber hinaus gibt es eine Kinder- und Jugendbeauftragte sowie eine informative jugendspezifische Website. Spezielle Angebote zu Anliegen rund um das Thema Sexualitäten stehen ebenso zur Verfügung wie einige mädchenspezifische Angebote.
In Linz wird ein integrativer Jugendpreis verliehen, durch den Integrationsprojekte in der Jugendarbeit gefördert werden. Schließlich ist noch der Jugendbeirat zu nennen, der sich um die Wünsche der Jugendlichen kümmern soll.

Nutzung und Partizipation

Wie nutzen nun junge Linzerinnen diese Angebote? Wie gestaltet sich ihre Teilnahme, aber auch ihre Teilhabe am Linzer soziokulturellen Leben? Dank der geschlechtsspezifischen Sonderauswertung der Jugendbefragung 2006 durch die „Stadtforschung Linz” wissen wir sehr genau, wie sich junge Frauen und Männer an kulturellen, sportlichen und sonstigen Freizeitangeboten beteiligen, wie sie sich politisch engagieren und auch, was sie individuell oder gesellschaftspolitisch antreibt.

Nutzung städtischer Angebote

Junge Linzerinnen nutzen tendenziell andere städtische Angebote als junge Linzer, und dies auch unterschiedlich intensiv.

Grafik: Nutzung städtische Angebot in %

Junge Frauen sind – bis auf die Nutzung des Brucknerhauses – kulturell deutlich aktiver als junge Männer. Demgegenüber zeigt sich bei der Nutzung sportlicher und sonstiger Freizeitangebote ein durchwachseneres Bild: Junge Männer frequentieren etwa frei zugängliche sowie Vereinssportanlagen oder Funcourts und Skateboardanlagen deutlich intensiver. Junge Frauen hingegen haben größere Vorlieben für Schwimmbäder, Badeseen, Eislaufplätze sowie Jugendspielplätze.

Auffallend ist, dass Jugendzentren von beiden Geschlechtern relativ gering angenommen werden.Nur 8 % der Burschen und gar nur 6 % der Mädchen nutzen diese Angebote. Auch während der Workshops war es eine mehrfach diskutierte Frage, warum Mädchen Jugendzentren nur in so geringem Ausmaß annehmen, also von diesem Angebot nicht erreicht werden.

Treffpunkte Jugendlicher

Auch hinsichtlich beliebter Treffpunkte gibt es teilweise – wenn auch nicht überall – deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede.

Grafik: Treffpunkte Jugendlicher

trifft sich die Hälfte der jungen Frauen, aber weniger als ein Drittel der jungen Männer oft mit anderen in der City / Innenstadt. Junge Männer sind deutlich lieber bei jemandem Zuhause oder in einem Sportverein anzutreffen, was für Mädchen weniger attraktiv ist. Jugendzentren sind für 10 % der männlichen und 6 % der weiblichen Jugendlichen – gleich vielen, wie sie auch nutzen (s.o.) – ein interessanter Treffpunkt.
Insgesamt sind die weiblichen Jugendlichen mit den verschiedenen Treffpunkten unzufriedener als die männlichen, nur 37 % der weiblichen Jugendlichen sind mit den Treffpunkten zufrieden bzw. sehr zufrieden, bei den männlichen Jugendlichen trifft dies bei knapp der Hälfte zu.

Partizipation

Neben der Nutzung, also der Teilnahme, ist auch von Interesse, wie sich die Teilhabe, also die aktive Mitgestaltung der diversen infrastrukturellen Angebote in der Stadt Linz aus geschlechtsspezifischer Sicht gestaltet.

Mitgliedschaft bei Vereinen / Organisationen

Insgesamt lässt aufhorchen, dass 42 % der weiblichen und 34 % der männlichen Jugendlichen bei keinem Verein bzw. bei keiner Organisation Mitglied sind. Mädchen sind, wenn überhaupt, eher in religiösen Organisationen engagiert, Burschen eher in Sportvereinen. Nur 2 % der weiblichen und auch nur 6 % der männlichen Jugendlichen sind gewerkschaftlich organisiert.

Grafik: Mitgliedschaft bei Vereinen/Organisationen

KONTAKT

Frauenbüro der Stadt Linz
Altes Rathaus, Hauptplatz 1
4041  Linz

Tel: +43 732 7070 1191
Fax: +43 732 7070 1193
E-Mail: frauenbuero@mag.linz.at

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