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Stadt Linz - Leben in Linz
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Frage 1 – Einkommensunterschiede im Bundesländervergleich

Im Bundesländervergleich ist die Einkommensschere in OÖ mit -28,1 Prozent zulasten der Frauen sehr groß. Wo ist sie noch größer?

  • Wien
  • Burgenland
  • Vorarlberg

 

In Vorarlberg ist der Einkommensunterschied unter den Vollzeit-Beschäftigten mit 31,9 % am größten. Dicht gefolgt von Oberösterreich: Der durchschnittliche Vollzeitlohn eines Mannes beträgt in Oberösterreich 3.100 Euro, bei Frauen liegt dieser bei lediglich 2.230 Euro, und damit um 870 Euro unter jenem der Männer.
(Quelle: Frauenmonitor 2012, Arbeiterkammer Oberösterreich)

Dieser Gender Pay Gap bzw. Einkommensnachteil für Frauen hat eine Vielzahl von Ursachen und kann auf verschiedene Arten berechnet werden.
Wird das gesamte Brutto-Jahreseinkommen aller Frauen mit jenem aller Männer verglichen, verdienen Frauen – je nach Arbeitsort – um 25-40 % weniger.

Ein Drittel dieser Einkommensunterschiede – rund 12 Prozent des pay gaps – lässt sich sachlich nicht erklären und beruht auf reiner Diskriminierung: Frauen verdienen weniger, weil sie Frauen sind.

Darüber hinaus sind strukturelle Unterschieden für diese erschreckend hohe Zahl verantwortlich:

  • Die hohe Teilzeitquote von Frauen
  • Das unterdurchschnittliche Lohnniveau (Frauen sind überproportional in Branchen mit niedrigem Einkommensniveau tätig wie z.B. im Dienstleistungssektor)
  • Lange Karenzzeiten und unterbrochene Erwerbsbiographien
  • Ungleiche Verteilung von Erwerbs- und unbezahlter Versorgungsarbeit 
  • Auf den Missstand der (strukturelle) Diskriminierung wird anlässlich des equal pay days hingewiesen.
  • Der equal pay day bezeichnet jenen Tag im Herbst (2013: 8. Oktober), ab dem die Frauen in Linz und Österreich sozusagen „gratis“ arbeiten.
    (Eine alternative Darstellungsweise berechnet, wie lange die Frauen nach Jahresende weiterarbeiten müssten, um das Gehalt der Männer zu erreichen.)

Anhand eines animierten Spots verdeutlicht das Linzer Frauenbüro, dass es sich beim „gender pay gap“ um eine Lohndiskriminierung von Frauen handelt. Selbst bei gleicher Ausbildung und Erwerbsbiographie, sogar bei gleich(wertig)en Tätigkeiten verdienen Frauen weniger! Dieser Spot wird in den Tagen um den Linzer equal pay day in regionalen TV-Sendern, Straßenbahnen, Kinos, sowie in verschiedenen städtischen Einrichtungen und Unternehmen gezeigt.
Details zum equal pay day

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Frage 2 – Einkommensunterschied in Linz

Um wieviel Prozent verdienen Männer (im Durchschnitt) in Linz mehr als Frauen?

  • um 16%
  • um 31%
  • um 0%

Frauen verdienten in Linz (2011) um 25,2% weniger als Männer – wenn man wie derzeit üblich das Jahreseinkommen von Männern zu Grunde legt. (Quelle: Frauenmonitor 2012, Arbeiterkammer Oberösterreich)

Noch drastischer fällt demgegenüber aber der Einkommensunterschied aus, wenn das Jahres-Einkommen der Frauen als Basis und Grundwert für die Berechnung des „gaps“ herangezogen wird (Durchschnittseinkommen der Frauen als 100%).
In Relation zum durchschnittlichen Jahreseinkommen der Frauen verdienten die Männer in Linz dann nämlich um 31% mehr als die Frauen.

Das Frauenbüro der Stadt Linz macht diese Ungerechtigkeit mit einer besonderen Initiative deutlich: Linzer Einrichtungen und Betriebe werden jedes Jahr eingeladen, Frauen am equal pay day auf einzelne Produktgruppen oder Produkte 25% Preisnachlass zu gewähren. Sie setzen damit öffentlichkeitswirksam ein Zeichen gegen diese Lohndiskriminierung.
Details zum equal pay day

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Frage 3 – Frauenanteil in Vorständen

Mit 55,6 Prozent schließen mehr Frauen als Männer ihr Studium ab. Aber wie „stark“ sind Frauen im Vorstand österreichischer Unternehmen vertreten?

  • ungefähr 1%
  • ungefähr 4%
  • 55,6%

In den Vorständen österreichischer Unternehmen sind Frauen noch immer stark unterrepräsentiert. Lediglich 4% aller Vorstandsmitglieder sind Frauen.

Obwohl die Bezeichnung „Vorständin“ mittlerweile (2013) auch im Duden Einzug gehalten hat, sind alte Strukturen, Verhaltensweisen und nicht zuletzt Netzwerke von Dauer und nach wie vor wirksam.
Dass die weiblichen Studienabgängerinnen nicht nur in der Überzahl sind, sondern im Durchschnitt auch bessere Noten und Erfolge erzielen, untermauert einmal mehr, dass hier strukturelle Benachteiligungen wirken.
Ein Blick über die eigenen Staatsgrenzen hinaus beweist, dass gezielte Maßnahmen entsprechende Wirkungen zeigen: in Norwegen liegt der Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat dank der Einführung einer gesetzlichen Quotenregelung bei 39%, in Österreich bei lediglich 9% und in der Europäischen Union bei bescheidenen 12%.
Und dies, obwohl viele Studien belegen, dass die geschlechtergerechte Besetzung von Entscheidungsfunktionen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit ist, sondern auch des Erfolgs.

(Quelle: Frauenmonitor 2012, Arbeiterkammer OÖ)

In Linz wurden 2010 mit der Implementierung des für Österreich einzigartigen Universitätslehrgangs „Management und Leadership für Frauen“ konkrete Maßnahmen gesetzt. Exklusiv für Frauen wird eine exzellente Managementausbildung in Form eines Master-Aufbaustudiums angeboten.

Im Herbst 2013 startet der erfolgreiche Lehrgang mittlerweile in die vierte Runde.
Details zum Lehrgang

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Frage 4 – Frauenanteil im Linzer Gemeinderat

52,3 Prozent der Linzer Bevölkerung sind Frauen. Mit welchem Anteil sind Frauen im Linzer Gemeinderat vertreten?

  • 34%
  • 45%
  • 52,3%

34% der Linzer Gemeinderatsmitglieder sind weiblich. 

Seit den Gemeinderatswahlen im Jahr 2009 besteht folgende Mandatsverteilung:

  • SPÖ
    26 Mandate – davon 9 Frauen – 34,6% 
  • ÖVP
    17 Mandate – davon 4 Frauen – 23,5%
  • FPÖ
    9 Mandate – davon 3 Frauen – 33,3% 
  • GRÜNE
    7 Mandate – davon 4 Frauen – 57,1%
  • KPÖ
    1 Mandat –  eine Frau
  • BZÖ
    1 Mandat – keine Frau   

Historisches:
Nach langem Kampf wurde am 12.11.1918 im Staatsgrundgesetz das Frauenwahlrecht verankert. Die erste demokratische Gemeinderatswahl unter Frauenbeteiligung fand in Linz am 18. Mai 1919 statt.

Im Gemeinderat von Linz waren zwischen 1919 und 1934 zwölf Frauen vertreten, im anschließenden, nicht gewählten Gemeindetag bis 1938 nur mehr eine.
Nach dem ersten Weltkrieg kam die Neukonstituierung des Linzer Gemeinderates durch Übereinkunft aller politischen Parteien zustande. Aufgrund dieser Vereinbarung durfte jede Partei eine Frau nominieren und es gehörten dem Gemeinderat mit der Sozialdemokratin Marie Beutlmayr (1870–1948) und der Deutschfreiheitlichen Juliane Hudetschek (1864–1933) erstmals zwei Frauen an.

Seit 2009 hat die Stadt Linz mit Frau Mag.a Eva Schobesberger erstmals eine Frauenstadträtin, welche die Anliegen der Linzerinnen auf politischer Ebene vertritt.
 

Stille Heldinnen - 100 Jahre Linzer Frauengeschichte
Die Ausstellung "Stille Heldinnen – 100 Jahre Linzer Frauengeschichte" des Linzer Frauenbüros beleuchtet die Geschichte der Frauenbewegung in Linz und Österreich. Die Errungenschaften und Meilensteine im (noch immer) andauernden Einsatz für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern, sowie wichtige Akteurinnen und Vorkämpferinnen werden vorgestellt. Die Ausstellung kann kostenlos entliehen werden.

Ergänzend dazu steht auch eine Begleitbroschüre zur Verfügung.

Begleitbroschüre zur Ausstellung (PDF, 3,41 MB)  (neues Fenster)

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Frage 5 – Männeranteil unter Alleinerziehenden

Österreichweit sind rund 100.000 Mütter alleinerziehend. Wie viele alleinerziehende Väter gibt es in Österreich? 

  • 7.000
  • 9.000
  • 12.000

In ganz Österreich gibt es lediglich an die 7.000 alleinerziehende Väter.
Rund 96 Prozent der Frauen und nur vier Prozent der Männer beziehen Kinderbetreuungsgeld.
(Quelle: Frauenmonitor 2012, Arbeiterkammer OÖ)

Der Beziehungsaufbau zum eigenen Kind stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, damit Männer in gleichem Ausmaß und selbstverständlich Erziehungs- und Betreuungsaufgaben übernehmen.

Frauen sind trotz großer gesellschaftlicher Veränderungen weitgehend allein für innerfamiliäre unbezahlte Tätigkeiten verantwortlich geblieben.
Auch in aufrechter Partnerschaft sind bezahlte und unbezahlte Arbeiten oft ungleich verteilt. Frauen verrichten in Österreich täglich 3 Stunden 42 Minuten Hausarbeit, Männer aber nur knapp 2 Stunden.

Die überwiegende Zuständigkeit für Versorgungs- und Erziehungsarbeit schlägt sich (unter anderem) auch in einer hohen Teilzeitquote bei Frauen nieder. Dies führt in weiterer Folge zu beruflichen Nachteilen, niedrigeren Gehältern und letztlich nicht existenzsichernden Pensionen. Frauen sind nicht zuletzt deshalb einem viel höheren Armutsrisiko ausgesetzt als Männer!

Um frisch gebackenen Vätern die Möglichkeit zu geben, von Anfang an eine intensive Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen, bietet die Stadt Linz ihren Mitarbeitern seit Beginn 2011 eine zusätzliche Woche bezahlten Urlaub („Papa-Monat Modell Linz“). Bei Inanspruchnahme des Papamonats erhalten die Väter insgesamt sieben Arbeitstage Sonderurlaub mit Bezügen. Ein Angebot, das sich großer Beliebtheit und Nachfrage erfreut.

Details zum Papa-Monat  

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Frage 6 – Gewalt

Auch in Österreich sind viele in einer Beziehung lebende Frauen alltäglicher Gewalt ausgesetzt. Studien zufolge erfährt mindestens jede ... Frau in ihrem Leben Gewalt durch einen Beziehungspartner.

  • 5.
  • 11.
  • 30.

 

In Österreich erlebt mindestens jede Fünfte in einer Beziehung lebende Frau Gewalt von ihrem Ehemann/ Lebensgefährten. Weltweit ist Gewalt an Frauen die häufigste Menschenrechtsverletzung.
Gewalt ist alltäglich und dennoch ein Tabuthema!
Sie beginnt bei alltäglicher Belästigung auf der Straße oder im Berufsleben und reicht bis zu körperlicher und psychischer Gewalt in Beziehungen. Im schlimmsten Fall kommt es zu schwersten Straftaten bis hin zu Vergewaltigung und Tötung.

Mehr als die Hälfte aller Morde in Österreich geschehen im Familien- und Bekanntenkreis, die Opfer sind meist Frauen und Kinder.

Als Meilenstein des Opferschutzes ist das am 1. Mai 1997 in Kraft getretene Österreichische Gewaltschutzgesetz, das von mehreren Ländern mittlerweile nachgeahmt wurde. Richtungsweisend war und ist dabei v.a. das Wegweisungsrecht für Täter. Es müssen seit damals nicht mehr die Opfer die eigenen vier Wände verlassen, sondern der Gewalttäter wird von der Polizei der Wohnung/ des Hauses verwiesen.

Linz verfügt über ein dichtes Netz an Hilfs- und Unterstützungseinrichtungen für von Gewalt betroffenen Frauen:

Gewaltschutzzentrum Oberösterreich: +43 732 607760
Frauenhaus Linz: +43 732 606700
autonomes Frauenzentrum: +43 732 602200
Frauenhelpline: +43 800 222555
 

Anlässlich der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, die jährlich vom 25. November bis zum 10. Dezember begangen werden, organisiert das Frauenbüro der Stadt Linz Aktionen, Vorträge und Workshops wie z.B. Selbstverteidigungskurse oder Schülerinnen-Workshops zum Thema K.O.-Tropfen.

Details zu "16 Tage gegen Gewalt" 

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Frage 7 – Lehrlingsentschädigung

In welchem Lehrberuf erhält man im 1. Lehrjahr mit 848 Euro brutto die höchste Lehrlingsentschädigung?

  • MalerIn und AnstreicherIn
  • MaurerIn
  • TischlerIn

 

Mädchen und junge Frauen sind in vielen Branchen unterrepräsentiert. Zu ihrem eigenen Nachteil, da die Lehrlingsentschädigung in allen Bereichen besser ist, als bei den „klassischen Frauenberufen“ (Friseurin, Verkäuferin und Sekretärin).

So verdient ein Lehrling brutto im ersten Jahr im Metallgewerbe 517 Euro, als FriseurIn nur 366 Euro. Im vierten Lehrjahr gibt es für Lehrlinge im Metallgewerbe 1.253 Euro, während die Friseurlehrlinge in ihrem letzen Ausbildungsjahr 712 Euro erhalten.
Die höchste Lehrlingsentschädigung erhalten MaurerInnen: im ersten Lehrjahr stehen 848 Euro und im vierten Jahr bereits 1.907 Euro auf dem Gehaltszettel. Das ist beinahe das Dreifache der FriseurInnen.

(Quelle: AMS Berufslexikon 2012).

Um Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auszugleichen, müssen traditionelle Rollenbilder hinterfragt und aufgebrochen werden – um Mädchen und jungen Frauen den Einstieg in alle Berufssparten zu erleichtern.
Zuschreibungen, wie „typisch weiblich oder typisch männlich“, stehen nämlich auch im Jahr 2013 dem Anspruch auf Chancengleichheit im Weg. Sie bestimmen letztlich nicht nur die Berufswahl junger Menschen, sondern auch das Gehaltsniveau in den verschiedenen Branchen. Schließlich sind es nicht zuletzt wieder Geschlechterzuschreibungen, die zur sehr ungleichen Bewertung und Wertigkeit von Arbeit (in der Pflege vs. in der Technik) führen.
 

Auf Initiative von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger wurde gemeinsam mit der Johannes-Kepler-Universität in Linz das Projekt „MiT – Mädchen in die Technik“ initiiert. MiT setzt bei den Volksschul-LehrerInnen an, die zu MultiplikatorInnen für das Thema „Mädchen in die Technik“ werden. Die TeilnehmerInnen am MiT-Programm setzen sich umfassend mit den eigenen (unbewussten) Erwartungshaltungen auseinander, erhalten Anregungen für den Unterricht, und erhöhen ihr Wissen über die Vielfalt und Bandbreite technischer Berufe. Instrumentarien für die geschlechtersensible Didaktik werden erarbeitet und vermittelt, und stehen den LehrerInnen nachhaltig zur Verfügung.

Illustrationen: Silke Müller

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KONTAKT

Frauenbüro der Stadt Linz
Altes Rathaus, Hauptplatz 1
4041  Linz

Tel: +43 732 7070 1191
Fax: +43 732 7070 1193
E-Mail: frauenbuero@mag.linz.at

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