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Linz - Ansichten aus sechs Jahrhunderten

Auf eine Zeitreise der besonderen Art entführt diese Ausstellung. Sie vereint Linzer Stadtbilder aus sechs Jahrhunderten. Der Bogen spannt sich von den ältesten überlieferten Stadtansichten bis hin zu den allerneuesten Bauten in der Stadt. Überraschend neue Einblicke tun sich selbst für jene auf, die mit der Geschichte der Stadt vertraut sind. Die bildlichen Darstellungen werden durch fachkundige historische Kommentare ergänzt. Sie erläutern das Gezeigte und setzen es zur Gegenwart in Beziehung. 

Die Ausstellung ist bis 9. Jänner 2015 von Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr bei freiem Eintritt im Wissensturm zu sehen (außer an Feiertagen und von 24.12.2014 bis 2.1.2015).

Eine Auswahl sehen Sie auf den folgenden Seiten.
 
(Bildnachweis: Archiv der Stadt Linz, Nordico - Stadtmuseum Linz, OÖ. Landesmuseum, Privatbesitz)


Linz aus der Vogelschau von Georg Matthäus Vischer

Der hier in kolorierter Form vorliegende Kupferstich ist Teil des von Georg Matthäus Vischer 1674 herausgegebenen Werks „Topographia Austriae superioris modernae“ In der ummauerten Stadt fällt in der Südostecke der große Komplex des Jesuitenkollegs auf, aber noch ohne Kirche. Die Stadtpfarrkirche präsentiert sich bereits mit dem hohen Satteldach und mit Zwiebelhelm. An der Ostseite der Landstraße ist an der Ecke zum Graben das Ballhaus und dahinter der markante Bau des Bürgerspitals samt Kapelle zu sehen. Im oberen Bildteil erkennt man das Kapuzinerkloster mit dem Lazarett innerhalb des umzäunten Bereichs, links davon auf dem grünen Hügel liegt der Guglhof (heute Landwirtschaftskammer). Im Vordergrund trennt der Ludlarm das hier bereits relativ dicht verbaute Wörth ab.


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Linz aus der Vogelschau von Matthäus Merian

Der in der beliebten Manier der Vogelschau erstellte Kupferstich ist Teil der von Matthäus Merians „Topographia Provinciarum Austriacarum“. Er zeigt die durch Eckrondelle, eine Barbakane vor dem Schmidtor und eine zusätzliche Mauer gesicherte Stadt samt den Vorstädten im Süden und Osten und dem Dorf Urfahr mit der Nikolaikapelle jenseits der Donau. Im Gegensatz zur dicht verbauten ummauerten Stadt weisen die Vorstädte entlang der sehr breit dargestellten Straßenzüge viele Gärten auf. Oberhalb des Schlosses ist die Martinskirche und gegen den linken Bildrand zu das Kapuzinerkloster zu sehen. Im Vordergrund rechts sind ein Teil des zwischen Ludlarm und Donauarm liegenden Wörths mit der Schießstätte sowie die später so genannte Strasserinsel  dargestellt. Links oben ist das Wappen der Stadt Linz abgebildet, in den unteren Ecken befinden sich die Legenden mit der Aufzählung der wichtigsten Objekte der Stadt.


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Donaulände mit Schloss und Bäckerschupfe

Die donauseitige Ansicht der Stadt Linz von Martin Engelbrecht stellt das geschäftige Treiben der Anlegestelle an der Donaulände in den Vordergrund. In ihren Proportionen ziemlich überdimensioniert prägen das auf Stelzen stehende Schlachthaus und die „Becken-Schüppe“  (Bäckerschupfen) gleich daneben die linke Bildhälfte. Hinter den Gebäuden an der Donaulände sind die Türme der Stadtpfarrkirche, der Jesuitenkirche und des Schmidtorturmes zu erkennen.
Das von Figuren und Vasen bekrönte Gebäude in der Mitte ist das Spindlerische Freihaus. Rechts folgen die Türme der Minoritenkirche und des Landhauses, anschließend der Wassertorturm. Dahinter erhebt sich das die rechte Bildhälfte beherrschende Schloss mit dem Turm der Gangolphskapelle. Die Hütten direkt an der Brücke sind das Mauthaus sowie die Fischkalter.


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Das brennende Schloss, 1800

Am 15. August 1800 brach abends im Schloss ein verheerendes Feuer aus, welches sich durch einen hölzernen Verbindungsgang zum Landhaus hin ausdehnte und von dort aus wiederum die Klosterstraße und den Straßenzug Altstadt erreichte. Das eindrucksvolle Gemälde von Thomas Dialer hält den Moment fest, in dem der Turmhelm des Landhausturmes unter der Hitzeeinwirkung regelrecht explodiert. Sowohl Schloss als auch Landhaus brannten völlig aus, 58 weitere Häuser wurden ein Raub der Flammen. Als letzter großer Stadtbrand der Geschichte brachte der Brand von 1800 nachhaltige Veränderungen im Stadtbild: Der Südflügel des Schlosses wurde abgerissen, die Graben- und Wallanlagen rund um das Landhaus wurden geschleift und machten damit Platz für die Anlage der Promenade.


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Urfahrer Platzl

Direkt an der Brücke befand sich seinerzeit das so genannte Urfahrer „Platzl“, der zentrale Marktplatz, der von kleinen Läden – rechts im Bild etwas kulissenartig dargestellt – gesäumt war. Im Gebäude links war zur Entstehungszeit der Ansicht (1820) das Café Festorazzi untergebracht, dessen Besitzer einige Jahre danach den Volksgarten begründen sollte. Eine Statue des hl. Nepomuk zierte die Donaubrücke, welche noch über nur einen Gehsteig verfügte. In der Mitte des Stromes ist die städtische Schiffsmühle an der Brücke festgemacht, Zillen und Warenstapel zeugen vom regen Handel an der Linzer Donaulände. Mit dem regen Leben am Urfahrer Platzl war es dagegen nach der Errichtung der eisernen Donaubrücke 1870–72 vorbei, da diese etwas stromabwärts errichtet wurde. Mit dem Bau der Nibelungenbrücke verschwand das Platzl endgültig.


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Ansicht vom Linzer Brückenkopf Richtung Urfahr

Die beschauliche Ansicht vom Linzer Brückenkopf hinüber zum Markt Urfahr stammt aus der Zeit um 1830 und zeigt ein wichtiges Detail aus dem damaligen Wirtschaftsleben, nämlich die Kontrollen am Linienamt bei der Donaubrücke: 1829 war die Verzehrsteuer eingeführt worden. Sie wurde auf Wein, Bier, Most, Branntwein, Zucker und Schlachtvieh eingehoben und führte dazu, dass die Lebenshaltungskosten innerhalb des durch die Verzehrsteuerlinien abgegrenzten Stadtbezirkes enorm verteuert wurden. Eingehoben wurde diese Steuer an den Linienämtern, welche sich an den Ausfallstraßen befanden. Die Abschaffung der Verzehrsteuer erfolgte erst 1923 mit der Einführung der Umsatzsteuer.


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Pöstlingberg um 1860

Das Aquarell aus der Zeit um 1860 zeigt die noch ländliche Umgebung des Pöstlingbergs mit seiner Wallfahrtskirche von einem Standpunkt etwas unterhalb des heutigen Rosengartens. Bei der ab 1742 errichteten Kirche sind noch nicht die 1891 / 92 im Stil der Neorenaissance erbauten neuen Turmhelme zu sehen, wie auch der Vorplatz eine andere Gestaltung aufweist. Entlang des Langhauses sind verschiedene Anbauten hinzugefügt, die neben sakralen Räumlichkeiten Geschäfte und phasenweise die Schule enthielten. Neben der Kirche finden sich das Pfarrheim (Am Pöstlingberg 1) und das Haus Am Pöstlingberg 2 vor seinem Ausbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vom Fort Pöstlingberg sind die Türme IV und V zu sehen. Sie dienen heute als Bahnhof der 1898 eröffneten Pöstlingbergbahn sowie als beliebte Aussichtsplattform.


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Hauptplatz um 1840

Diese um 1840 entstandene Lithographie Ignaz Rodes entstand nicht mehr nach einer Zeichnung, sondern nach einer photographischen Vorlage von Franz Adam Petrina. Erste Nachrichten über die neue Technik der Daguerrotypie erschienen im Januar 1839 in der Linzer Zeitung, noch im gleichen Jahr arbeiteten sich Linzer Privatpersonen in die aufwendige Methode ein. Bei den Bauten Richtung Altstadt wurden die oberen Fassadenbereiche im zeitgenössichen Geschmack umgestaltet. Weiter reichende Umbauten erfuhren die Häuser nahe dem mit einem Dachreiter markierten Unteren Wassertor. Der Jupiterbrunnen ist durch die Dreifaltigkeitssäule verdeckt, der niedrige, grüne Bau der Hauptwache befand sich in seiner Nähe.

Blick vom Schlosswirtshaus nach Süden

Die Darstellung aus der Zeit um 1820 zeigt den Blick vom Schlosswirtshaus (Römerstraße 14) Richtung Süden. Zu erkennen sind ganz links der Landhausturm mit dem Landhaus, dann die beiden Türme der Ursulinenkirche und der Turm der Karmelitenkirche. Das große Gebäude in der Bildmitte links ist das Landestheater. Ganz rechts lässt sich noch der Turm der Kapuzinerkirche ausmachen. Heute ist dieser Blick wegen der höheren Häuser im Vordergrund und der üppigeren Vegetation am Standort des Betrachters nur mehr eingeschränkt möglich.


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Aquarell vom so genannten Schweizerhaus

Aus dem Jahre 1854 stammt dieses Aquarell, welches das so genannte „Schweizerhaus“ zeigt. Das Gebäude war 1849 in einem schweizerisch anmutenden Stil errichtet worden, wofür in erster Linie die beiden Holzbalkone, die ebenfalls hölzerne dekorative Traufleiste, die Fensterrahmungen sowie das Türmchen verantwortlich zeichneten. Aufgrund der exponierten Lage vor den Steilwänden des rechten Donauufers bot sich vom anfangs als Kaffeehaus betriebenen Schweizerhaus ein reizvoller Blick über den Strom bis hinauf nach Puchenau. 1869 wurde die kleine Straße, an der das Schweizerhaus lag, nach diesem benannt. 


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Einsturz der Holzbrücke über die Donau 1868

Die recht anfällige Holzbrücke, die bei jedem Hochwasser Schäden davontrug, wurde am 5. Mai 1868 durch ein Schiffsunglück zum teilweisen Einsturz gebracht. Das Dampfschiff „Thetis“ sollte ein Schleppschiff stromaufwärts bringen, manövrierte jedoch infolge des hohen Wasserstandes so unglücklich, dass das Schleppschiff mit dem Steuer gegen die Brücke stieß. Das steuerlose Schleppschiff wurde von der Strömung der Länge nach vor das sechste und siebente Joch der Brücke gelegt, schlug leck und kenterte. Dabei wurden die beiden Joche umgestoßen und drei Brückenfelder stürzten ein. Die Besatzung des Schiffes konnte gerettet werden, ungefähr 13 Personen – Passanten auf der Brücke und Zimmerleute, die die Brücke gerade reparierten – kamen jedoch ums Leben. Das Unglück gab den Ausschlag, eine stabilere eiserne Brücke zu bauen.


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Bau der Nibelungenbrücke, gemalt von Richard Diller

Vom ersten Stock des Palais Weißenwolff an der Südseite des Hauptplatzes aus fertigte der Künstler diese aquarellierte Tuschfederzeichnung an. Die nördlichen Brückenkopfgebäude samt Anschlussbauten sind geschleift, dadurch ergibt sich ein Blick auf Urfahr, den Pöstlingberg und Bachlberg sowie das Petrinum in der Bildmitte. Die neue Brücke wächst in den Hauptplatz hinein. Rechts daneben ist noch die alte Gitterbrücke zu sehen. Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs wurde die Straßenbahn auf dem Hauptplatz umgeleitet, in dessen westlicher Hälfte Baubaracken aufgestellt sind.


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Modell der geplanten Verbauung in Zeit des Nationalsozialismus

Linz war als von Adolf Hitler auserkorene „Patenstadt“ bevorzugtes Ziel städteplanerischer Aktivitäten des NS-Regimes. Hitler griff auch persönlich in die Planungen ein, bis zuletzt im Bunker der Reichskanzlei flüchtete er sich in die Scheinwelt der Architektur und brütete über den Linz-Plänen. Der Modellausschnitt stellt das Donauufer rund um die Mittelbrücke, welche die heutige Gruber- und Peuerbachstraße verbinden sollte, ins Zentrum. Auf der Urfahrer Seite dominiert der 160 Meter hohe Glockenturm der Gaufesthalle. Das Hochhaus gegenüber sollte ein KdF-Hotel beherbergen, stromabwärts waren Verwaltungsgebäude und eine Technische Hochschule vorgesehen. Prämisse für die Realisierung der Ausbaupläne waren der millionenfache Raub an Juden und in besetzten Gebieten, sowie die Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern.


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Hochwasser 1954 Honauerstraße

Im Juli 1954 überflutete ein verheerendes Hochwasser die donaunahen Bereiche der Stadt Linz. Der damals erreichte Pegelstand von 932 markiert immer noch den höchsten je gemessenen Wasserstand. Das Bild zeigt den Straßenzug Honauerstraße knapp unterhalb der Kreuzung mit der Lederergasse in Richtung Donaulände
hin. Die rechte Straßenseite ist noch weitgehend unverbaut. Im Hintergrund rechts ist die Wollzeugfabrik zu sehen. Die Überflutung reichte bis zur Lederergasse, bei der Tischlerei an der Honauerstraße stehen die Menschen bereits bis über die Knöchel im Wasser, behelfsmäßige Flöße und Kähne kommen überall zum Einsatz.


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Blick von der Josefswarte auf Donau, Schloss, Lentos und Nibelungenbrücke

Jahrhunderte an Stadtentwicklung präsentiert die von der Franz-Josephs-Warte auf dem Freinberg aus entstandene Aufnahme. Der einst mittelalterliche Stadtkern, markiert durch Schloss und Stadtpfarrkirche, ist heute von Bauten aus der Nachkriegszeit eingeschlossen, die dazwischenliegende Entwicklungsphasen in den Hintergrund treten lassen. Auf dem Bild sichtbar sind die in der Zeit des Nationalsozialismus enstandenen Brückenkopfgebäude samt Nibelungenbrücke. Die Jahrtausende alte Verbindung der Stadt mit dem Strom betont heute die Kulturmeile an der Donau mit Brucknerhaus, Lentos und ehemaligem Salzamt.


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