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Nike

Ein Vorbote für das forum metall und ein Emblem der Stahlstadt Linz: 1977 wurde auf dem Dach der Kunstuniversität Linz eine Nachbildung der antiken Siegesgöttin ‚Nike von Samothrake’ installiert. Die Aufstellung der acht Meter hohen, an einem Stahlgerüst freischwebenden Metallplastik, schlug in Linz hohe Wellen.

Über den Köpfen der Linzerinnen und Linzer

Als weithin sichtbaren Standort für die NIKE wählten die Initiatoren des forum metall das Brückengebäude West der Kunstuniversität Linz. Dort wurde im Sommer 1977 die rund 500 Kilogramm schwere Großplastik am Ende einer steil nach Osten gerichteten Stahlrampe montiert. Damit blieb das nach zwei Seiten aufgeklappte, fotografische Abbild der NIKE sowohl vom Linzer Hauptplatz als auch von der Nibelungenbrücke aus gut erkennbar. In der Nacht leuchtete die Figur silbrig glänzend dank eingebauter Leuchtstoffröhre.

Eine Göttin aus Alu und Stahl

Vorbild war die berühmte ‚Nike von Samothrake’ (180 v. Chr.), deren zweieinhalb Meter großes Original als Marmorskulptur im Pariser Louvre zu sehen ist. Der Körper der geflügelten Siegesgöttin ohne Kopf wurde für die Nachbildung von der international tätigen Architekten-Design-Gruppe Haus-Rucker-Co aus Aluminium gefertigt. Sie ließen eine zwei mal acht Meter große, fotografische Reproduktion der Silhouette in den Vereinigten Metallwerken Ranshofen-Berndorf direkt auf einzelne Metallplatten ätzen. Die historische Vorlage für die Befestigung der NIKE, das acht Meter lange Stahlgerüst, lieferte eine Rednertribüne des russischen Avantgardisten El Lissitzky für Lenin aus dem Jahr 1920.

Heißgeliebt – und heißumkämpft

Niemanden in Linz ließ die NIKE kalt, als sie bereits vor Eröffnung des forum metall Ende August 1977 auf dem Dach der Kunstuniversität Linz montiert wurde. ‚Fetzenvogel’ oder ein Signal dafür, ‚dass sich in der kulturellen Provinz endlich etwas tut’? Das ‚Für’ und ‚Wider’ rund um die NIKE spaltete Bevölkerung wie Politik und füllte nicht nur die Leserbriefspalten der oberöstereichischen Tageszeitungen. Zu den Befürwortern der NIKE zählten Künstlerpersönlichkeiten wie Christo, Joseph Beuys, Friederike Mayröcker und Ernst Jandl. Nach 27 Monaten wurde die NIKE schließlich im November 1979 vom Dach der Kunstuniversität entfernt. Der Termin wurde geheim gehalten, da man Demonstrationen rund um die nächtliche Demontage der vieldiskutierten Metallplastik befürchtete. Über Düsseldorf gelangte die NIKE im Anschluss nach Frankfurt am Main. Eine dort geplante Anbringung am Deutschen Architekturmuseum kam jedoch nicht zustande.

Im Jahr 2016 kehrte die NIKE im Rahmen des Ausstellungsformats "Höhenrausch" nach Linz zurück. Als Leihgabe des Deutschen Architekturmuseums schwebt sie nun auf dem rechten Turm der Ursulinenkirche über der Landstraße. Im Anschluss soll sie dann für die Dauer von drei Jahren an das alte Postgebäude in der Linzer Innenstadt, nunmehr ein Standort der Kunstuniversität Linz, kommen.

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