SIEGBERT JANKO: Linz - Kultur- und Industriestadt

Kulturentwicklung - Stadtentwicklung

Linz ist eine geistig offene Stadt; eine dynamische, innovative und zukunftsorientierte Kultur- und Industriestadt.

Linzer Identität

In den letzten Jahren wurden in Linz kulturpolitische Akzente und Schwerpunkte gesetzt und ein beispielhaftes Netz an kultureller Infrastruktur aufgebaut. Neben der Ars Electronica, der künstlerisch innovativen Auseinandersetzung mit Technologie und Gesellschaft, zeigen sich diese Akzentsetzungen am deutlichsten im Bereich von Kultur im öffentlichen Raum, der Spektakelkultur, Klangwolke, Linzer Stahlsinfonie, Mach-mit-Konzerte, Forum Metall, Pflasterspektakel, Linz-Fest, Klangplatz Hauptplatz u.a. sind geglückte Versuche, kulturelle Prozesse einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Diese offensive Kulturpolitik findet international Anerkennung und Beachtung und hat der Stadt Unverwechselbarkeit und ein eigenständiges kulturelles Profil gegeben. Diese "Linzer Identität" bietet eine gute Startposition im Konkurrenzfeld europäischer Städte.

Eine Stadt kann sich im neuen Europa nur über kulturelle Identität definieren und positionieren. Die Regionalisierung und Entwicklung einer Linz-spezifischen kulturellen "Corporate Identity" erfordert die Herausarbeitung von künstlerischen und kulturellen Schwerpunkten und die Spezialisierung auf vorhandene Stärken. Für Linz bietet sich diese Spezialisierung aufgrund der bisherigen Entwicklung im Schnittpunkt von Kunst, Technologie, Wirtschaft und Wissenschaft an. Linz hat mit Ars Electronica eine Vorreiterrolle und einen Vorsprung, die für die Entwicklung von Linz-spezifischen Kulturräumen und zukunftsbezogenen Kulturkonzepten zu nutzen sind.

Kultur für alle - Kultur von allen, Kultur als öffentliche Aufgabe

Kultur ist die Förderung einer Vielzahl und Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und kultureller Angebote. Kultur ist individuelles Lebenselement und gesellschaftliches Gestaltungsprinzip und schafft den Nährboden für geistige Offenheit und humanistisches Engagement. Deshalb will kommunale Kulturpolitik und Kulturförderung gemeinsam mit den Kunst- und Kulturschaffenden einen Beitrag leisten zu mehr Toleranz und Konfliktfähigkeit und zur Verwirklichung einer interkulturellen Gesellschaft.

Die öffentliche Kulturförderung muß die Teilhabe aller Menschen an Kultur ermöglichen und kommerziell nicht verwertbare, aber gesellschaftlich unverzichtbare kulturelle Angebote und Prozesse sichern und die Auseinandersetzung mit allen Formen künstlerischen Ausdrucks, besonders mit jenen der zeitgenössischen Kunst, fördern. Das setzt auch voraus, daß die Rahmenbedingungen für künstlerische und kulturelle Arbeit sichergestellt und die KünstlerInnen und Kulturschaffenden in den sozialen und ästhetischen Prozeß der Stadtgestaltung und Stadtentwicklung eingebunden werden.

Das Linzer Beispiel der systematischen Förderung von Spektakel- und Open-Air-Kultur zeigt, daß das Bemühen, die Bedürfnisse und Möglichkeiten der BürgerInnen zu berücksichtigen, erfolgreich sein kann. Kaum eine Stadt in Österreich, aber auch kaum eine europäische Stadt dieser Größe ist, was das kulturelle Angebot betrifft, mit Linz vergleichbar. Während der Sommermonate gehen mehr als 100 Open-Airs in Linz über die Bühne. Linz ist d i e "Open-Air-Stadt" Österreichs.

Kulturentwicklungsplan Linz

Es ist Verpflichtung und Verantwortung der Stadt, auch die Rahmenbedingungen für das geistige und kulturelle Leben ihrer BürgerInnen zu schaffen.

Mit dem "Kulturentwicklungsplan Linz" legt die Stadt eine Diskussionsgrundlage vor, in der die Rahmenbedingungen im Lichte des gesellschaftlichen Wandels hinterfragt und mögliche Perspektiven und Visionen zur Diskussion gestellt werden. Der Kulturentwicklungsplan hat auch die Aufgabe, den bisherigen Weg kritisch zu analysieren und notwendige Korrekturen vorzunehmen.

Der Entwurf des "Kulturentwicklungsplanes Linz" basiert auf intensiven Vorbereitungen, Diskussionen und ExpertInnengesprächen, auf zahlreichen internationalen und nationalen Studien, Analysen und Evaluierungen und auf Anregungen und kritischen Beiträgen von ExpertInnen aus Linz, die um Fach- und Diskussionsbeiträge gebeten wurden.

Der Kulturentwicklungsplan ist ein Diskussionspapier, will Anstöße zur Auseinandersetzung geben und Blickwinkel öffnen. Er soll und will den Beginn eines produktiven partizipatorischen Prozesses und den offenen Diskurs in und über unsere Stadt markieren. Demokratische Kulturentwicklung und Stadtentwicklung bedeuten Öffnung und Einbindung von Kunst, Kultur, Initiative und KünstlerInnen in öffentliche Prozesse.

Am "Ende" dieses Prozesses steht die Vision, für die Kultur- und Industriestadt Linz eine Klammer zu finden, die künstlerisches Potential, vorhandene Tradition, industrielle Produktion und digitale Information zu einem Kunstwerk Stadt verbindet; "The Spirit of Linz".

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