MANFRED MOHR: Die Kulturpolitik - Stadt Linz/Land Oberösterreich - ein vernetztes System

Es gibt mehrere Indikatoren, daß die bisher praktizierte finanzielle Kooperation - ich denke an den Finanzierungsvertrag Landestheater Linz und die LIVA - in Zukunft auch in eine fachliche und inhaltliche Zusammenarbeit münden sollen. Die Bemühungen, die bundesstaatliche Studienbibliothek in eine wissenschaftliche Landesbibliothek umzuwandeln und gemeinsam mit der Bücherei der Stadt Linz ein qualifiziertes "bibliophiles Zentrum" am Schillerplatz anzubieten, ist eine solche Möglichkeit.

Bürokratische Hürden zweier Gebietskörperschaften sind aufgrund der immer schärfer zu kalkulierenden finanziellen und personellen Ressourcen zu überwinden, wobei bei diesen gemeinsamen Vorhaben die verschiedenen Aufgabenstellungen klar zu definieren sind. Die Bücherei der Stadt Linz versorgt ihre städtische Bevölkerung. Eine wissenschaftliche Landesbibliothek muß der universitären und außeruniversitären Forschung bis hin zu ersten "Gehversuchen" unserer Maturanten mit ihren Fachbereichsarbeiten landesweit zur Verfügung stehen. Entscheidungen über die jeweilige Angebotspalette sind daher kompetenzmäßig zu trennen, der Betrieb, der Datenpool, die Kundenbetreuung und das äußere Erscheinungsbild sind jedoch gemeinsame Angelegenheiten.

Die hervorragenden künstlerischen Leistungen unseres Brucknerorchesters oder die Produktionen des Landestheaters, auch die Diskussion um ein neues Musiktheater, die Grenze unseres Bundeslandes überschreitend, sind zum Kulturmarkenzeichen nicht nur des Landes, sondern auch unserer Hauptstadt geworden, das Brucknerhaus und der Posthof sind bereits Spielstätten dieser beiden Landeseinrichtungen geworden.

Eine andere Situation sehe ich bei den Galerien und Museen durch die jeweilige Aufgabenstellung des Francisco Carolinum, des Nordico und der Neuen Galerie der Stadt Linz, die eine Ergänzung und keine Konkurrenz garantieren sollen. Bei Großprojekten für 1999, es wird an einem gemeinsame Ausstellungsprogramm von Stadt und Land gearbeitet, bietet ein Miteinander mehr Qualität und weniger Kosten.

Diese enge Vernetzung sehe ich auf die Kultureinrichtungen bei den Gebietskörperschaften beschränkt. Dem Grundsatz der Subsidiarität entsprechend, im Kulturförderungsgesetz des Landes festgeschrieben, kann und soll das Land in den Mikroorganismus des städtischen Kulturlebens nicht eingreifen. Hier ist jede Kommune unseres Bundeslandes gefordert. In Anbetracht der Funktion einer Landeshauptstadt ist die Landeskulturdirektion gerne bereit, am "Kulturentwicklungsplan Linz" mitzuwirken.

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