WOLFGANG WINKLER: Kulturentwicklung Linz

Diskussionspunkte

Linz hat sich in den letzten Jahren erfolgreich von einer "Nur-Schwerindustriestadt" zu einem Wirtschaftszentrum und zu einer Kulturstadt entwickelt. Um Neuansiedlungen von Wirtschaft von der Infrastruktur her attraktiv zu machen ist ein erstran-giges Kulturangebot unumgänglich. Die Zusammenarbeit von Wirtschaftsstandort, Messe- und Kongreßstadt und Kulturstadt muß koordiniert werden, das heißt einen Synergieeffekt für Linz erzielen.

Dazu kommt, daß Linz eine vielschichtige Bevölkerungsstruktur hat, die ein entsprechend vielseitiges Kulturangebot zwingend macht:

Brucknerhaus

Das Brucknerhaus wurde von den traditionellen Konzertbesuchern gefordert und letztlich auch initiiert. Zum Zeitpunkt des Baues war es als Ort der klassischen Musik durchaus richtig. Die Gesellschaft hat sich verändert, daher muß sich auch das Programmangebot des Hauses an die neuen Gegebenheiten anpassen - Stichwort: Vernetzte Nischenprogrammierung.

Das heißt: Vernetzung mit den oben angeführten anderen Strukturen der Stadt in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht, und bewußte Ausnützung von Nischen wie Ostern, Pfing-sten, Weihnachten, Sommer und andere zeitliche Gegebenheiten, die den Besucherstrom nach Linz verstärken.

Im einzelnen:

Pflege der gängigen, traditionellen Musik auf höchstem Niveau, die eine bestimmte Hörerschicht anspricht und die in noch weit größeren Maße für das Selbstwertgefühl der Stadt und ihrer Bewohner wichtig ist.

Die Wiedergabe und Diskussion der zeitgenössischen Kunst (Linz, die Stadt der Ars Electronica). Hier bieten sich Schwerpunkttage an, die an andere - nicht künstlerische - Termine der Stadt gebunden sein können. Bewußt geführte Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst soll den ständigen erzieherischen Versuch der "Sandwich-Programmierung" ersetzen. Die Pflege des Kreativen unserer Zeit muß unabhängig von jeglichen Quoten (=gefüllter Konzertsaal) passieren können. Teil-öffent-lichkeiten.

Andere musikalische Schwerpunkte: Musik der Welt (man reist heute weiter und mehr), Jazz (in Koordination mit dem Posthof).

Musik der Jugend: Zyklen mit dem Konservatorium und der Musikschule der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit der VHS und anderen Organisationen wie Musik der Jugend oder Jeunesse.

Weitere Möglichkeiten: Auftragswerke Ballett, die zu entwickeln wären und vor allem mit dem Posthof und den vorhandenen Programmen abzustimmen sind Initiativen: wie die Klangwolke eine Einbindung in Möglichkeiten der Ars (Konzerte u.a.m.) z. B. Computermusik, Events

Landestheater

Der Bau eines neuen Theaters in Linz ist städtebaulich verloc-kend und letztlich auch für die Qualität des Gebotenen wesent-lich. Nur: Die Qualität des Angebotes hängt in erster Linie von einer veränderten Struktur des Theaters ab. Der Betrieb als Landes-theater, in der Nachfolge des stän-dischen Theaters der Vergan-genheit, kann nicht mehr die Zukunft sein. Es gilt eine höchst-mögliche Autonomie zu schaffen, die auch dann un-behindert projektieren kann, wenn es sich um neue und vielleicht unan-ge-nehme Inhalte handelt.

Große Oper: Als ein multimediales Ereignis Zeitgenossen Schauspiel in Absprache mit anderen Linzer Bühnen, um einen breit gefächerten Spielplan zu bieten. Es gilt: Die Pflege der vorhandenen Kreativität allein gibt dem Theater sein eigenes Profil.

Abonnementsysteme sind zu hinterfragen. Das Bespielen von drei Spielstätten ist zu diskutieren. Durch die schon angeführte Kooperation kann man entweder sparen oder mehr Verschiedenes anbieten. Zusammenarbeit mit anderen Spielstätten, wie sie schon mit dem Posthof besteht, ist auszubauen. Grundsätzlich gilt, daß alle Institutionen gemeinsam die mediale Vermarktung im eigenen Interesse betreiben sollten. Das heißt, mittelfristig Änderung von Verträgen und Aufbau eines Kulturmarketings für Linz. Stichwort: Neue Geschäftsfelder wie Video CD u.a.m.

Posthof

Wichtige Kulturinstitution von Linz. Pop, Jazz, Kleinkunst, Tanz. Ist jetzt schon gelegentlich eine Spielstätte für Produktionen des Landestheaters. Dieser Weg sollte auch in Zukunft gegangen werden.

Musikschule

Gemeinsam mit dem Brucknerkonservatorium und der VHS ist das pädagogische Potential sehr stark, bedarf allerdings eines Podiums, das die pädagogische Wirkung zu verstärken in der Lage ist. Musik für die Jugend (siehe LIVA).

Brucknerorchester

Anbindung an die Stadt, die ja im Namen des Orchesters steht. Vorsichtiger Aufbau eines eigenen Zyklus unter Mitsprache bei der Programmierung. Schaffung von besser organisierbaren Möglichkeiten für die Reisetätigkeit (Substituten z.B.) Modell: Verein der Freunde des Brucknerorchesters Linz. Mitglieder kommen aus bedeutenden Bereichen der Wirtschaft und sind grundsätzlich auch Sponsoren. Dieser Verein gibt Zuschüsse für das Orchester bei Reisen, Substituten, Marketing uam.

Events

Klangwolke (LIVA)

Pflasterspektakel (Kulturamt)

Hafenkonzerte (LIVA?)

Blasmusik

zurück zum Inhaltsverzeichnis