![]() |
|||
| ______________________________________ Kunst- und Kulturförderung Strukturförderung Individual- und Projektförderung Internationalisierung Interne Flexibilisierung und Transparenz |
|||
| Die konsequente Förderung von Kunst und Kultur kommt, wie immer wieder zu betonen ist, letztlich allen gesellschaftlichen Bereichen zugute. Für die öffentliche Hand sind die inhaltlichen Perspektiven und Zielsetzungen der Kunstförderung (und der Förderung aller experimentellen Projekte, die aus pragmatischen Gründen hier unter "Kunstförderung" subsumiert werden) im engeren Sinne von Interesse. | |||
| Qualitätsförderung in allen Bereichen der Traditionspflege | Das breite Feld der allgemeinen Kulturförderung wird im Kontext mit anderen Bereichen (etwa der Stadtteilkultur) im KEP angesprochen. Die überaus verdienstvolle Arbeit der vielen engagierten Kulturaktivistinnen und -aktivisten in diesen Bereichen ist natürlich weiterhin entsprechend zu würdigen und zu erhalten. Oberstes Ziel bei den vielfältigen Ausprägungen der Pflege, Interpretation und Weiterentwicklung traditioneller Kulturgüter muß deren möglichst hohe Qualität sein. | ||
![]() |
|
||
| Autonomie und Eigenverantwortlichkeit der freien Kunst- und Kreativ-Szene | Beiden Förderansätzen gemeinsam ist das angestrebte Ziel, nämlich die Schaffung von Freiräumen und von effektiven, offenen Strukturen. Beides erhöht die Autonomie und die Eigenverantwortlichkeit von Künstlerinnen und Künstlern. In beiden Fällen wird zudem eine sukzessive Umorientierung von der Förderung der Endprodukte zugunsten der Förderung von Infrastruktur-Entwicklungen bzw. von künstlerischen/experimentellen Arbeitsprozessen selbst angestrebt. | ||
Infrastruktur für die freie Szene |
Strukturförderung Eine lebendige, kreative Kunst- und Kulturszene braucht materielle Rahmenbedingungen, die längerfristige künstlerische und soziale Perspektiven sowie ein unabhängiges, eigenverantwortliches Arbeiten ermöglichen. Die Stärkung der Infrastruktur von Einrichtungen der freien Szene soll dafür bessere und langfristiger nutzbare Arbeitsbedingungen schaffen. Das geschieht primär über den Ausbau der "Hardware" (dabei handelt es sich um Raum- und Sachinvestitionen sowie um Beiträge für die erforderlichen personellen Besetzungen): |
||
| Die Museen sollten eigene Stellen für den Kontakt zu Schulen und für die Kultur- und Kunstvermittlung "vor Ort" einrichten, die entscheidend dazu beitragen könnten, daß sie als attraktiver Lern-Ort mehr als bisher in das Bewußtsein von Lernenden und Lehrenden dringen. | |||
| Bei Kunstprojekten, die gemeinsam mit öffentlichen Institutionen entwickelt werden, sollte die Kunstvermittlung in der Planungsphase, im Verlauf der gesamten Projektentwicklung und in der Nachbereitung mitgedacht und mitpraktiziert werden. | |||
| Produktionsstätten und Schnittstellen mit speziellen Schwerpunkten |
|
||
| Kommunikations- und Organisationsbüros |
|
||
| Gerätepool |
|
||
| Vernetzung der Kunst- und Kreativ-Szene | Weitere wichtige Voraussetzungen für ein lebendiges Kulturleben in der Stadt sind die strukturelle Vernetzung der Kunst- und Kreativ-Szene (untereinander und international) und die Förderung von medialen Ausdrucks- und Diskursmöglichkeiten für die freie Szene. Die vordringlich auszubauenden Schwerpunkte sind diesbezüglich | ||
| Netzwerkzugänge, autonome Stadtzeitung und freies Radio |
|
||
| Der infrastrukturelle Ausbau sollte hauptsächlich durch Investitionen in die Einrichtungen jener Teile der freien Szene erfolgen, die bereits über eine eigene "Hardware" verfügen. Da diese Entwicklung fließend vor sich geht, ist selbstverständlich zu gewährleisten, daß neu hinzukommende Initiativen ebenfalls in diesem Sinne gefördert werden. | |||
| Die Schnittstellen der freien Szene könnten dann selbst in verstärktem Ausmaß als Initiatoren, Multiplikatoren und Kommunikationszentren wirken. | |||
Ethnische Kulturvielfalt |
Individual- und Projektförderung Die breitere Streuung der individuellen und Projektförderung ist ein Garant für die Vielfalt und künstlerische Individualität der freien Szene in Linz. Sie hat dazu beizutragen, daß so wichtige Sektoren wie die Literatur, bildende Kunst, alle experimentellen und neuen Kunstformen, die individuell oder über gemeinsame Projekte "ausprobiert" werden wollen usw. nicht unter die Räder der Institutionen und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen gelangen. Dabei ist insbesondere auf die Förderung der Frauen, auf die stärkere Berücksichtigung der ethnischen Kulturvielfalt und auf die Bedürfnisse von soziokulturell benachteiligten Minderheiten zu achten. |
||
| Im Bereich der Individual- und Projektförderung ist vor allem die Bereitschaft zur Investition von "Risikokapital" zu verlangen: Innovationen welcher Art auch immer waren und sind in allen gesellschaftlichen Bereichen mit einem "Vertrauensvorschuß" und mit dem Popperschen Prinzip des "trial and error" untrennbar verbunden. Dies gilt in besonderem Maß für prozeßorientierte Kultur- und Kunstprojekte, die in Zukunft aller Voraussicht nach weiter an Bedeutung gewinnen werden. | |||
| "Risikokapital" für innovative Kunst- und Kulturprojekte | |||
| "Risikokapital" für innovative Kunst- und Kulturprojekte | |||
| Prozeßorientierte Projekte | Im Bereich der Individual- und Projektförderung ist vor allem die Bereitschaft zur Investition von "Risikokapital" zu verlangen: Innovationen welcher Art auch immer waren und sind in allen gesellschaftlichen Bereichen mit einem "Vertrauensvorschuß" und mit dem Popperschen Prinzip des "trial and error" untrennbar verbunden. Dies gilt in besonderem Maß für prozeßorientierte Kultur- und Kunstprojekte, die in Zukunft aller Voraussicht nach weiter an Bedeutung gewinnen werden. | ||
| Mehrjährige Förderverträge | Beides verlangt nach Förderzusagen (Stipendien, Projekte und ähnliche Formen), die ein längerfristiges Arbeiten tatsächlich ermöglichen. Das geht nur, wenn mehrjährige Fördervereinbarungen getroffen werden. Die Voraussetzungen von Seiten der Kunstschaffenden sind das Einbringen von Qualität, wirtschaftlicher Transparenz und Seriosität sowie ein gewisses Maß an mehrjähriger Kontinuität. | ||
| Kunst- und Innovationsfonds | Zur Mittelverteilung wird ein Kunst- und Innovationsfonds eingerichtet. Im Sinne von Transparenz und Objektivierung soll er von einem unabhängigen Gremium, in dem die freie Szene, Künstlerinnen und Künstler sowie ethnische Minderheiten vertreten sein müssen und das paritätisch mit Männern und Frauen besetzt ist, verwaltet werden. Dieses Gremium legt auch die Förderkriterien fest, prüft die Voraussetzungen und ist für die Evaluierung zuständig. Es ist nach spätestens 3 Jahren jeweils neu zu besetzen. | ||
Internationalisierung Sowohl zur Erhaltung der vielfältigen künstlerischen Qualitäten und des kreativen Potentials der freien Szene, als auch zur konkreten Verknüpfung mit den inhaltlichen Schwerpunktsetzungen bedarf es der ständigen überregionalen und internationalen Herausforderung des Kunstlebens in Linz, des Austausches von Personen und Erfahrungen, des permanenten Eingebunden-Seins in die internationalen Kunstdiskurse. Deshalb definiert der KEP die Förderung dieses Austausches als eine wichtige kulturpolitische Aufgabe, und zwar vor allem mittels |
|||
|
|||
Transparenz der Förder- und Vergabekriterien |
Interne Flexibilisierung und Transparenz Die internen Arbeitsweisen von Förderstellen sollten in allen dafür zuständigen öffentlichen Institutionen eine rasche und unbürokratische Bearbeitung der Ansuchen gewährleisten und für die Transparenz der Verwaltung sorgen (klare Zuständigkeiten, Entscheidungsgrundlagen, Veröffentlichung eines jährlichen Kulturförderungsberichtes etc.). Die Evaluierung und Weiterentwicklung der Förder- und Vergabekriterien sind, soweit sie nicht ohnehin extern kuratiert werden, eine ständige Aufgabe und ebenfalls in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. |
||
| Jährlicher Kulturförderungsbericht | |||
| Fachspezifische Jurys und Kuratorien | Die Einrichtung von fachspezifischen Jurys und Kuratorien im Rotationsprinzip wird weiter ausgebaut; diese werden prinzipiell paritätisch mit Männern und Frauen besetzt. Bei internen Nachbesetzungen in den Einrichtungen der Stadt (auch in den ausgegliederten) ist der "Nachholbedarf" der Frauen besonders in führenden Positionen sehr hoch. Bei gleichen Qualifikationsvoraussetzungen sind deshalb Frauen zu bestellen. Alle Führungspositionen sind außerdem durch befristete Verträge zeitlich zu limitieren. | ||
| Im Zusammenhang mit Preisvergaben und Stipendien aller Art sollte neben den oben angeführten Maßnahmen eine stärkere Akkordierung mit dem Land Oberösterreich erfolgen, um Parallelitäten zu vermeiden und eine sinnvolle Arbeitsteilung zu ermöglichen. | |||