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| ______________________________________ Generelle Leitlinien Detailkonzepte Institutionen, Schwerpunkte und Stadt-Räume Zielgruppen Evaluierung und Kundenbetreuung |
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Zusammenfassend, teilweise auch ergänzend zum bisherigen Text und wichtige Bereiche verbindend, werden hier grundsätzliche Leitlinien, die alle städtischen Kultureinrichtungen in besonderer Weise betreffen, noch einmal betont. Sie dienen der inhaltlichen Orientierung und sollten bei der Planung und Durchführung der tagtäglichen praktischen Kulturarbeit Leitfaden sein. | ||
| Die angestrebten Querverbindungen zu den Institutionen des Landes, der freien Szene und - wo erforderlich - des Bundes bedingen, daß auch sie an dieser Stelle in die strategischen Perspektiven der Kulturentwicklung in Linz einbezogen werden. Das heißt, daß sich einige Forderungen im KEP natürlich auch an Bund oder Land richten. | |||
Detailkonzepte |
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| Erstellung von Detailkonzepten |
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Institutionen, Schwerpunkte und Stadt-Räume Das AEC stellt die Schnittstelle zwischen Technologie, Wirtschaft, Wissenschaft, neuen Medien und den dazu entwickelten Vermittlungskonzepten dar. Das kann aber keinesfalls bedeuten, daß automatisch alle "Netzangelegenheiten" an das AEC delegiert werden. Durch den infrastrukturellen Ausbau der Medienarbeit in den anderen Institutionen, durch die Stärkung der Schnittstellen in der freien Szene und durch die Schaffung einer breiteren Basis für das Festival Ars Electronica sollen vielmehr mittelfristig Ressourcen im AEC für die Stärkung der Kernbereiche freigemacht werden. |
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| Ars Electronica | Um dies zu erreichen, muß das Festival Ars Electronica auf eine breitere institutionelle, finanzielle und ideelle Basis gestellt werden (AEC, LIVA, ORF, OK-Centrum, Donaumuseum, Universität für Gestaltung, freie Szene...). Damit wird nicht nur seine internationale Positionierung gestärkt, sondern auch eine stärkere Präsenz des Festivals im Schwerpunkt offene Räume und die engere Einbindung in die Stadt und Region gefördert. | ||
| Institutionelle Schlüsselstellen für die Profilbildung von Linz im Donauraum werden zweifellos auch die beiden voraussichtlich neu errichteten Kulturgebäude Donaumuseum und Musiktheater sein. | |||
| Donaumuseum | Die konzeptionelle, infrastrukturelle, finanzielle und personelle Ausrichtung des Donaumuseums ist so zu gestalten, daß es neben der Präsentation großer, heute noch wirksamer Kunst der Moderne in Form von pädagogisch und ästhetisch innovativen Konzepten auch eine impulsgebende Rolle bei der Auseinandersetzung mit allen Formen zeitgenössischer Kunst und mit den im KEP formulierten Schwerpunkten einnehmen kann. Das betrifft vor allem die Bereiche Medienkunst und Kunst in offenen Räumen (Konzept für die Verbindung von Innen und Außen, Erweiterung des Kunst- und Kulturraumes an der Donau) sowie den ständigen Dialog mit und den Einbezug von innovativen, überregional bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern aus der lokalen bzw. regionalen Szene. | ||
| Musiktheater | Der Bau des Musiktheaters unterhalb des Schlosses ist auch als Signal für die inhaltliche und ästhetische Modernisierung und Öffnung des Landestheaters zu verstehen. Gerade in einem dynamischen, zukunftsorientierten Umfeld wie dem Großraum Linz kann sich eine derart wichtige Kulturinstitution nicht auf museale und repräsentative Aufgaben zurückziehen. | ||
| Der Neubau wird erstmals die Voraussetzungen für adäquate Aufführungen der großen Literatur des späten 19. und des gesamten 20. Jahrhunderts schaffen. Es geht dabei nicht um kleinere Imitationen der "modernisierten" Salzburger Festspiele und sicher nicht um Vergleiche mit Wien, sondern um die Entwicklung einer eigenständigen Linie. | |||
| Interdisziplinäre Kooperation | Das künstlerische Potential in der Stadt und in der Region legt nahe, beispielsweise neue visuelle, mediale Mittel für Bühnenbilder auszuprobieren oder inhaltliche Kooperationen (etwa im Rahmen des Brucknerfestes - siehe Kapitel "Vernetzung und Kooperationen") zu suchen. Im Sinne der potentiellen künstlerischen, technologischen und medialen Entwicklungen in der Zukunft ist dafür Sorge zu tragen, daß der Neubau mit den entsprechenden, heute schon abzusehenden infrastrukturellen Einrichtungen ausgestattet wird. | ||
| Neben der zeitgemäßen Auseinandersetzung mit dem historischen Repertoire in Musik, Schauspiel und Ballett sollten interdisziplinäre Projekte und die Zusammenarbeit mit einheimischen Künstlerinnen und Künstlern einen fixen Platz in der Programmgestaltung haben. | |||
| Stadtteil-Netzwerke | Die Qualitätssteigerung des kulturellen Stadtteil-Netzwerks über dezentrale Schwerpunktbildungen, den infrastrukturellen Ausbau, die Professionalisierung der Kulturarbeit und anderes mehr bedarf der konkreten Unterstützung durch alle "Großinstitutionen". Die arbeitsteilige Spezialisierung des Netzwerks erleichtert die Kommunikation mit den jeweils "zuständigen" Einrichtungen (bildende Kunst - Museen; neue Medien - AEC, OK; Literatur - Stifterhaus usw.). Die Unterstützung kann über Know how-Transfers genauso laufen wie über gemeinsame Projekte in den Stadtteilen. | ||
| Für alle Großeinrichtungen gilt generell, daß die Öffnung zur internationalen, überregionalen sowie nicht-institutionalisierten heimischen Kunst- und Kulturszene und zu freien Kulturvermittlungsgruppen für die permanente geistige und programmatische Herausforderung unabdingbar ist. | |||
Kinder- und Jugendkultur |
Zielgruppen Wie im Kapitel zur Kunst- und Kulturförderung festgehalten, entwickeln die einzelnen Institutionen den jeweiligen Programmlinien und Aufgaben entsprechende Vermittlungs- und Zielgruppenkonzepte. Über alle Spezialisierungen hinaus ist zweifellos die Intensivierung der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit von entscheidender Bedeutung für die Zukunft. Das Landestheater hat bereits eine Kinder- und Jugendoffensive eingeleitet (u\hof:, diverse Schulangebote, Theater transparent, Mädchen machen Theater usw.). Die Kinderklangwolke, Musikwerkstatt oder die Workshops im Nordico und in der Neuen Galerie sind erste Ansätze, die unbedingt weiter ausgebaut werden müssen. |
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| Mit dem Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel steht eine städtische Einrichtung zur Verfügung, deren Potentiale noch keineswegs ausgeschöpft sind. Es sollte daher konzeptionell erneuert und ausgebaut werden. Das Kuddelmuddel könnte eine wichtige Funktion als Initiator, Vermittler, Koordinator, Kooperationspartner und als Kreativwerkstatt für Vermittlungsarbeit übernehmen. | |||
| In allen Institutionen sind im Rahmen der Zielgruppen-Orientierung enge Kooperationen mit Schulen und Kindergärten, aber ebenso mit den Fort- und Weiterbildungseinrichtungen anzustreben und in konkrete Projekte umzusetzen. Die so wichtige Kinder- und Jugendarbeit darf den Blick auf andere Zielgruppen nicht verstellen. | |||
| Insbesondere ist zu bedenken, daß der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung in den kommenden Jahrzehnten rasch wachsen wird. Dazu kommt, daß die kulturellen Ansprüche und Bedürfnisse jener Generation, die in einigen Jahren das sogenannte "Seniorenalter" erreichen wird, durch die traditionellen Seniorenangebote der letzten Jahrzehnte nicht mehr genügend abgedeckt werden können. Die erste Nachkriegsgeneration ist mit der Popkultur der 60er Jahre aufgewachsen und hat mehrheitlich andere kulturelle Identitätsbilder entwickelt als ihre Eltern. Das in der Tourismusindustrie schon etablierte Schlagwort von den "jungen Alten" (höhere Altersgrenzen, kulturelle Ambitionen bis ins hohe Alter, ausgeprägte Mobilität usw.) sollte im emanzipatorischen Sinn auch im Kultur- und Kunstangebot der Stadt zunehmend Berücksichtigung finden. | |||
| Seniorenkultur | |||
| Sommerprogramme | Zur Angebots-Palette für alle erwähnten Zielgruppen sowie für auswärtige Gäste gehört auch die Verringerung des "Sommerlochs" in Linz. Arkadenkonzerte, Sommertheater und ähnliche Veranstaltungen sind diesbezüglich nicht nur quantitativ zu wenig. Alle Institutionen sind im Rahmen ihrer finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten (die natürlich auch adaptiert werden können) aufgerufen, attraktive, interessante und das Linz-Profil unterstreichende Sommerprogramme zu entwickeln. | ||
Evaluierung und Neuorganisation |
Evaluierung und Kundenbetreuung Die ständige Überprüfung der getroffenen Maßnahmen ist eine wichtige Voraussetzung für transparente und nachvollziehbare Kulturpolitik und Kulturverwaltung. Alle Strukturen, Institutionen und Organisationsformen sind also in regelmäßigen Abständen einer Evaluierung hinsichtlich der im KEP festgelegten Leitlinien zu unterziehen. Bei Bedarf sind korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Dasselbe gilt natürlich auch für allfällige Anpassungen, die im Zuge von Veränderungen der allgemeinen gesellschaftlichen Voraussetzungen notwendig werden könnten. |
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| Stadtkulturbeirat | Für diese Evaluierung wird ein von der politischen und administrativen Kulturverantwortlichkeit der Stadt statutarisch unabhängiges, paritätisch besetztes Gremium (zum Beispiel ein Stadtkulturbeirat) eingerichtet, das mindestens ein Mal im Jahr zusammentritt. In ihm müssen die öffentlichen Institutionen und die freie Szene vertreten sein. Seine Aufgabe besteht darin, die Diskussion um die kulturelle Entwicklung in Linz als permanenten Prozeß immer wieder neu aufzunehmen und die Umsetzung der im KEP formulierten Leitlinien und Forderungen zu kontrollieren. | ||
| Kundenbetreuung und Dienstleistungen | In allen Kulturinstitutionen sind auch das Service und die Kundenbetreuung einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen. Denn die gegenwärtige Entwicklung im Kunst- und Kulturbetrieb stellt an die Arbeit der kommunalen (und generell aller öffentlichen) Einrichtungen ganz besondere Anforderungen hinsichtlich der Qualifikationen und Kompetenzen. Gefordert sind Professionalität, Effizienz, Flexibilität, Kreativität und Kundenorientierung im Sinne von modernen Dienstleistungsunternehmen. | ||
| Was die Evaluierung der Kundenorientierung anlangt, sollte als Grundlage eine gemeinsam beauftragte, umfassende Studie über geänderte Ansprüche und Gewohnheiten des (auch potentiellen!) Publikums dienen, um von Öffnungszeiten und Servicepaketen über Kinderbetreuungsmöglichkeiten bis hin zu Vermittlungsansprüchen die Profile der Einrichtungen anpassen und modernisieren zu können. | |||
| Nutzung von Synergien zwischen Stadt und Land | In den internen Bereichen der Kultureinrichtungen müssen offene, wirkungsvolle und vor allem die Selbstverantwortlichkeit der Institutionen wie auch der einzelnen Personen fördernde Strukturen für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Zu diesem Zweck sind Machbarkeitsstudien zu erstellen, Effizienzkriterien zu entwickeln und verschiedene Möglichkeiten (Zusammenlegung oder Neuverteilung von Aufgaben innerhalb der städtischen Institutionen oder auch zwischen Stadt und Land, Teilrechtsfähigkeit für Kultureinrichtungen und anderes mehr) zu prüfen und in Modellversuchen zu erproben. | ||
| Zeitgemäße Strukturen | Zur Verbesserung des Service gehört die Motivations- und Kompetenzbildung bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen (etwa entsprechend dem Lehrgang "Kreative Kultur- und Bildungsarbeit") und freien Gruppen bzw. Personen sollen spezielle Angebote (in Form von Work-shops, Seminaren, Kursen, Praktika...) ausgearbeitet und umgesetzt werden. | ||
| Schließlich sind die Transparenz und die Begründung von Entscheidungs- und Positionierungsvorgängen, klare Kompetenzstrukturen und Zuständigkeiten sowie zeitgemäße Dienstleistungsqualifikationen (multikulturelle Offenheit, Dialogkultur, Sprache usw.) wesentliche Bestandteile für die Modernisierung der internen Strukturen. | |||