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Vorwort

"Kunst ist die Substanz von Kultur, und Kultur ist die Substanz von Politik."
(Richard Erny)
Die Stadt Linz sieht es als Verpflichtung an, im Rahmen kommunaler Kulturpolitik die bestmöglichen Voraussetzungen und Bedingungen für eine freie Entfaltung von Kunst und Kultur zu schaffen. Denn die Pflege von Kultur ist ein wichtiger Teil der Investitionen in die Zukunft unserer Stadt und Ausdruck eines urbanen Selbstverständnisses. Es gilt sowohl die Substanz zu bewahren, wie auch die Weiterentwicklung von Kunst und Kultur zu fördern.
Daher sind wir besonders stolz, als erste österreichische Landeshauptstadt einen Kulturentwicklungsplan vorlegen zu können. Seine Entstehungsgeschichte bürgt auch für seine Qualität: mehrere wissenschaftliche Studien und zahlreiche Gespräche mit ExpertInnen und engagierten BürgerInnen brachten Vielfalt, Kreativität und unzählige Ideen in den nunmehr fertiggestellten Plan ein. Ein herzlicher Dank gilt daher all jenen Personen, die sich in dieser Arbeit engagiert und damit ganz wesentlich zum Endergebnis beigetragen haben. Denn die Kulturarbeit in unserer Stadt braucht nicht nur Auseinandersetzung mit sich selbst, sondern auch viele Partnerschaften: mit den verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung, mit der Wirtschaft, den gesellschaftlichen Gruppen und vor allem mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Zukunftsweisende Kulturpolitik braucht die Formulierung von längerfristigen Perspektiven. Es ist Verpflichtung und Verantwortung einer Kommune, die Rahmenbedingungen für das geistige und kulturelle Leben der Gesellschaft zu ermöglichen. Im Kulturentwicklungsplan sind daher die Grundpfeiler städtischer Kulturpolitik festgelegt: hohe Qualität der Traditionspflege, soziale und kulturelle Offenheit, Experimentierfreude und Innovationsbereitschaft. Kommunale Kulturpolitik bedeutet auch - ausgehend von den Wünschen und Bedürfnissen der BürgerInnen - die verschiedenen Lebenswelten der EinwohnerInnen miteinzubeziehen. Zu den Lebenswelten zählen allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen ebenso wie kommunale Besonderheiten.
Der Kulturbegriff läßt sich daher zum Ausgang des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf einen engen Kunstbegriff beschränken, sondern umfaßt ebenso den sozialen, technologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bereich. Gesamtgesellschaftliche Veränderungen und der Wandel von der Industrie- zur Kulturstadt Linz bringen einen Bedarf nach theoretischer Analyse und die Notwendigkeit von Handlungsanregungen für die Kulturpolitik mit sich.
Der vorliegende Kulturentwicklungsplan ist zwar fertiggestellt, aber dennoch keineswegs als endgültig zu betrachten. Vielmehr soll der Plan als "work in progress" gesehen werden, eine Arbeit, die immer wieder weiterentwickelt werden kann und muß. Der Kulturentwicklungsplan soll den Ausgangspunkt für einen weitergehenden kulturpolitischen Diskurs in und über unsere Stadt liefern und die Grundlage für Entscheidungen in der Kulturstadt Linz bieten.
Dr. Reinhard Dyk
Kulturreferent der Stadt Linz
Dr. Franz Dobusch
Bürgermeister der Stadt Linz