Seitenanfang

DE   EN   IT   FR   ES   CZ   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
Willemer-Preisverleihung
KOMMUNALES
Presseaussendung vom 27.09.2004

Marianne.von.Willemer.04 – Frauen.Netzkunst.Preis

Das Frauenbüro der Stadt Linz vergibt bereits zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Center und dem ORF am 5. Oktober den mit 3600 Euro dotierten Marianne von Willemer Preis. Erstmals handelt es sich heuer um einen reinen Netzkunst Preis. Umfasste die im deutschsprachigen Raum einzigartige Würdigung in den Jahren 2000 und 2002 zwei Module, die im Zweijahresrhythmus vergeben wurden – die traditionelle Printform sowie die Medienkunst im Internet – präsentiert sie sich nun in den Sparten „Literatur“ und „Netzkunst“ getrennt. Dafür wird der Preis jährlich vergeben. Nach dem Frauen.Netzkunst.Preis folgt im Jahr 2005 der Frauen.Literatur.Preis.

Plattform für Netzkünstlerinnen

Mit dem Frauen.Netzkunst.Preis sollen neben der direkten Würdigung und Förderung Frauen für die verstärkte Nutzung des Internets in der Medienkunst gewonnen werden. Damit wurde außerdem für Netzkünstlerinnen eine Plattform geschaffen, ihr Können öffentlich zu präsentieren. Es sollen die einzigartigen kommunikationstechnischen und interaktiven Möglichkeiten des Internets genutzt und Netzwerkexperimente angeregt werden.

Die Preisträgerin

Unter den 65 österreichischen Einreichungen ging die Grazerin Anita Hofer als Siegerin hervor. Mit ihrem Netzkunstwerk PIA http://pia.mur.at/, einer virtuellen Erweiterung des persönlichen Klang-Raumes, konnte die 42jährige die Jury überzeugen.

PIA ermöglicht erstmals Privatpersonen, verschiedenste Klangmaterialien wie Musik, Sprache oder Geräusche über leistungsstarke Lautsprecheranlagen an öffentlichen Plätzen, wie etwa Schwimmbädern oder Bahnhöfen, zu bestimmten Terminen ausstrahlen zu lassen.

Bei dem virtuellen Speakers Corner erfolgt der Zugang über das Internet. Die Liste der Ausstrahlungsorte ist überregional und beliebig erweiterbar. Die von PIA entwickelte Software, die auf Audioknoten die Daten entgegennimmt und abspielt, kann erweitert werden. Aus dem gesamten empfangenen akustischen Material werden zufallsgenerierte Konzerte erstellt und zu bestimmten Zeiten aufgeführt. Diese „Konzerttermine“ können ebenfalls über das Webinterface kommuniziert werden.

Die Idee zu PIA entstand während eines Vietnamaufenthaltes, wo um 6 Uhr Früh auf öffentlichen Plätzen über Lautsprecheranlagen Anleitungen zur Morgengymnastik geplärrt wurden. Der künstlerisch subversive Ansatz von Anita Hofer: „Die enge und in sich geschlossene Internet community soll unter Nutzung öffentlicher Lautsprecheranlagen mit der Übertragung privater Botschaften durchbrochen werden“.

Zur Person

Anita Hofer beschäftigt sich gerne mit den Themen Ränder, Fehler, Brüche und Langsamkeit. Sie ist Mitglied einiger KünstlerInnengruppen. Ihre Hauptbeschäftigung ist seit sechs Jahren bei „KiG!_Kultur in Graz“. Das ist eine Plattform für interdisziplinäre Vernetzungsarbeit, eine Servicestelle für Kunst- und Kulturschaffende, wo subkulturellen künstlerischen Äußerungen Gehör verschafft wird. In diesem Rahmen wurde „ausLage“ 2003 gegründet, ein virtueller und realer Präsentationsort für Überhörtes und kaum Hörbares.

Anerkennungen

Folgenden Beiträgen sprach die Jury aufgrund der ausgesprochen guten Qualität ihre Anerkennung aus:

Das Kunstprojekt 4816 arbeitet mit GPS-Technologie und Internet. Es sollen die 182 Kreuzungspunkte des GPS-Koordinationssystems von Wien mit Hilfe eines GPS-Gerätes gefunden und fotografiert werden. Jede/r kann mitmachen, das Panorama Wiens zu vervollständigen. Mittels Datenbank werden die Daten und Fotos verwaltet.

female:pressure
ist eine internationale, internetbasierte Datenbank für weibliche DJs, Produzentinnen und bildende Künstlerinnen, speziell aus dem Bereich der elektronischen Musik und kann nach verschiedenen Kriterien durchsucht werden. female:pressure will die Existenz von Künstlerinnen verdeutlichen und die Kommunikation verbessern.

Jury

Expertinnen in den Bereichen „Neue Medien – Kunst“ beurteilten die 65 eingereichten Projekte:

Univ.-Prof.in Dr.in Karin Bruns, Professorin für Medientheorie an der Kunstuniversität Linz

Mag.a Uschi Reiter, Künstlerin und Gestalterin im Bereich Neuer Medien

Univ.-Prof.in Dr.in Christa Sommerer, Professorin für Interface Cultures an der Kunstuniversität Linz

Mag.a Elisabeth Stiftinger, Webkoordinatorin der Stadt Linz.

Prämierte Frauenkunst

Auf Initiative des Frauenausschusses des Linzer Gemeinderates wurde der Marianne von Willemer Preis im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Mit dieser Auszeichnung soll der Benachteiligung von Frauen bei der Vergabe von Literaturpreisen in Österreich entgegengewirkt werden. Marianne von Willemer wurde deshalb als Namenspatronin ausgewählt, weil sie das Schicksal vieler Frauen teilt, deren Werke von Männern gestohlen wurden oder unter männlichem Pseudonym arbeiten mussten. Der Preis soll auf das nach wie vor aktuelle Schicksal vieler Frauen hinweisen, die ihre eigenen Talente der Karriere des Mannes unterordnen und bisweilen sogar opfern.

Die Namensgeberin

Die Linzerin Marianne Jung, 1784 als uneheliches Kind geboren, ist die Namensgeberin für den Preis. Sie zog als 14jährige mit ihrer Mutter nach Frankfurt, wo Marianne vom wohlhabenden Geschäftsmann Johann Jakob Willemer als Pflegekind aufgenommen, später geheiratet wurde. In den Jahren um 1815 lernte sie Johann Wolfgang von Goethe kennen. Zwischen den beiden entstand ein reger Briefwechsel, aus dem viele Gedichte hervorgingen. Goethe veröffentlichte diese Wechselgedichte unter „Hatem-Suleika“ in seinem „Westöstlichen Divan“, ohne die junge Dichterin zu erwähnen.

(Informationsunterlage von Gemeinderätin Erika Rockenschaub und der Linzer Frauenbeauftragten Elvira Tomancok zum Thema „Preisverleihung – Marianne.von.Willemer.04 – Frauen.Netzkunst.Preis“)

Weitere Gesprächspartnerinnen:
Dr.in Christa Schneebauer (AEC)
Anita Hofer (Preisträgerin)
Mag.a Evamaria Trischak (Anerkennung)
Andrea Mayr - in Vertretung Susanne Kirchmayr (Anerkennung)

www.aec.at/willemerpreis (neues Fenster).
www.linz.at/willemerpreis.asp (neues Fenster).

Für Medienanfragen:
Edith Prass  Tel.: +43 732 7070 1352

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS