Die Bauverwaltung der Stadt Linz ist derzeit mit zahlreichen Projekten beschäftigt, die im Zusammenhang mit der Kulturhauptstadt 2009 stehen. Derzeit wird ein Investitionsvolumen von rund 265 Millionen Euro primär durch Stadt Linz und Land Oberösterreich bewegt.
Projekte der Stadt Linz wie die Erweiterung des Ars Electronica Centers und die Revitalisierung des Salzamtes, Projekte des Landes Oberösterreich wie der Neubau des Musiktheaters, der Südflügel des Schlossmuseums und der Umbau der Studienbibliothek erweitern das Linzer Netzwerk an Kultureinrichtungen. Zusätzlich werden das Brucknerhaus, der Posthof und die Musikschule modernisiert.
Die Übersiedlung der Kunstuniversität in das Finanzgebäude Ost soll den vorläufigen Abschluss der kulturellen Bauoffensive bilden. Die ambitionierten Zeitpläne dürften im Großen und Ganzen eingehalten werden können. Stadtplanung und Bauverwaltung des Magistrates Linz hätten dazu wesentlich beigetragen: Mit Ausnahme des Musiktheaters sind alle großen Kulturbauten entweder bereits in Bau oder besitzen zumindest eine rechtswirksame Baubewilligung.
"Die Stadt wird für 2009 um bedeutende Kulturbauten erweitert und modernisiert. Besonders fällt auf, dass sich außerhalb des Donauraums entlang der Dametzstraße bis zum Hessenplatz eine zweite Kulturmeile in der Landeshauptstadt entwickelt ", analysiert Stadtrat Klaus Luger.
| Abgeschlossene Projekte | Kosten (in Mio. Euro) |
|---|---|
| Wissensturm |
32,0 |
| Sängerbund Frohsinn |
2,2 |
| Projekt OK Platz/OK/Moviemento |
5,4 |
| Nordico |
1,2 |
| Gesamtkosten |
40,8 |
| Aktuelle Projekte | Kosten (in Mio. Euro) |
|---|---|
| Ars Electronica Center |
30,0 |
| Salzamt |
3,7 |
| Brucknerhaus |
3,2 |
| Musikschule |
1,3 |
| Posthof |
1,2 |
| Südflügel Schlossmuseum |
24,0 |
| Musiktheater |
143,5* |
| OÖ. Landesbibliothek |
13,0 |
| Kunstuniversität |
4,0 |
| Gesamtkosten |
223,9 |
* lt. Beschluss der OÖ. Landesregierung
Seit 14. September 2007 steht der 63 Meter hohe Wissensturm, der die Volkshochschule und die Zentrale der Stadtbibliothek unter einem Dach vereint, der Bevölkerung zur Verfügung. Die Gesamtkosten für die Errichtung und die Ausstattung des Wissensturms liegen bei 32 Millionen Euro.
Die Wiedereröffnung des Stadtmuseums Nordico findet am 18. Mai 2008 mit einem Tag der offenen Tür statt. Sanierung und Umbau erforderten rund 850.000 Euro. Weitere 300.000 Euro kostete die Neugestaltung des Vorplatzes. Das Gebäude erhält eine neue Fassade in hellem Blau. Fenster wurden saniert, neue Türen eingebaut und Elektroinstallationen und Beleuchtungsanlagen erneuert. Für das neu möblierte Museumscafe wurde ein eigener Eingang errichtet. Es lädt künftig auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums ein.
Der rund 700 Quadratmeter große Vorplatz des Museums wurde zur Dametzstraße hin um einen zwei Meter breiten Streifen mit Schuhplattenbelag vergrößert. Der Platz erhielt einen Kleinsteinbelag. An der Nordseite werden zwei Bäume gepflanzt. Sie werden auch als Schattenspender für den Gastgarten des Cafes dienen.
Im März 2006 haben die Bauarbeiten für den Neubau am „OK Platz“ nach den Plänen des Architekturbüros Riepl/Riepl begonnen, die im August 2007 abgeschlossen werden konnten. Die Gesamtinvestitionskosten haben inklusive Platzgestaltung 5,4 Millionen Euro betragen.
Im Frühjahr 2007 haben die Arbeiten für den neuen „OK Platz“ begonnen, die großteils im Vorjahr abgeschlossen werden konnten. Der Platz ist mit roten Betonplatten neu gepflastert worden.
Die Kapelle des OK Platzes wurde Ende April 2008 um einen Meter auf das neue Platzniveau angehoben. Das Fundament der Kapelle wurde mit einem Betonsockel fixiert. Seit Anfang Mai sind die Arbeiten am OK Platz endgültig abgeschlossen.
Das denkmalgeschützte Haus des Sängerbundes Frohsinn am Pfarrplatz 10 erhielt eine zum historischen Erscheinungsbild passende architektonische Fassung in Form eines viergeschoßigen Gebäudes an der Ecke Rechte Donaustraße/Eisenbahngasse. Die offizielle Eröffnung soll Mitte Juni erfolgen.
Im Erdgeschoß hat die Stadt Linz Räumlichkeiten erworben, die künftig als Weinstube zur Verfügung stehen. Die Entscheidung, wer das Lokal künftig pachten wird, fällt bis Mitte Mai. Eine Eröffnung wäre dann im heurigen Juli möglich.
Seit Ende April wird an der Neugestaltung des Vorplatzes gearbeitet. Auf dem rund 225 Quadratmeter großen Platz sind zwei Grüninseln mit Bäumen, eine optisch ansprechende Pflasterung mit Naturstein und eine behindertengerechte Gestaltung geplant.
Alle angrenzenden Gehsteige werden behindertengerecht abgesenkt. Außerdem wird auf den Gehsteigen ein rund 50 Meter langes taktiles Blindenleitsystem mit Noppen- und Rillenplatten angelegt. Abschließend erhalten die Fahrbahnen in der Lederergasse und in der Eisenbahngasse sowie in der Rechten Donaustraße einen neuen Belag. Die Arbeiten werden bis Juni des heurigen Jahres dauern. Die Gesamtkosten für die Vorplatzgestaltung betragen 140.000 Euro.
Der im März 2007 gestartete Erweiterungsbau des Ars Electronica Centers liegt genau im Zeitplan. Im Mai 2008 wird der Rohbau vollendet.
Ab Herbst 2008 wird das AEC-Team sukzessive vom Ausweichquartier am Graben in sein neues Haus übersiedeln. Das erweiterte AEC soll Ende 2008 fertig sein - rechtzeitig zum Beginn des Kulturhauptstadtjahres 2009.
Im neuen Museum der Zukunft werden statt 2.500 Quadratmeter rund 6.500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Zirka 30 Millionen Euro fließen in das Projekt.
In rund sechs Metern Abstand vom bestehenden AEC-Gebäude wird derzeit ein annährend gleich großer Baukörper hochgezogen. Der Bereich zwischen den beiden Bauten – sie erhalten eine gemeinsame gläserne Hülle – wird sich als 22 Meter hohe Halle präsentieren. Im „Neubau-Zwilling“ finden unter anderem ein über zwei Geschoße reichender Präsentationsraum für virtuelle Realität sowie Büros und ein Gastronomiebetrieb mit Dachterrasse Platz. Im bestehenden AEC-Gebäude werden auf drei Ebenen Museumsräume eingerichtet. An der Adaptierung der Haustechnik wird bereits gearbeitet.
AEC-Baustelle – Rohbau im Mai fertig
Die 5.100 Quadratmeter große gläserne Hülle des Ars Electronica Centers erhält eine Fassadenbeleuchtung mit Leuchtdiodenscheiben. Die dem jüngsten Stand der Technik entsprechende Effektbeleuchtung wird wesentlich weniger Strom als die ursprünglich vorgesehene Hinterleuchtung der Glasfassade durch Leuchtstoffbalken verbrauchen und eine höhere Lebensdauer haben.
Die an jeweils einer Seite der 1.100 Fassadenglasscheiben eingebauten Leuchtdiodenbalken werden einzeln ansteuerbar sein und eine stufenlose Farb- und Helligkeitsveränderung ermöglichen. Dadurch eröffnen sich auch interessante Perspektiven für künstlerische Aktionen. Eine Besonderheit der in Linz eingesetzten Technik ist die Möglichkeit, ein reines Weiß darzustellen.
Auf einem 800 Quadratmeter großen Grundstück an der Oberen Donaulände steht das denkmalgeschützte Salzamt. Die Stadt Linz hat das bedeutende historische Haus im Jahr 2006 um 640.000 Euro mit dem Ziel erworben, es umfangreich zu sanieren. Die Kosten für die Revitalisierung werden rund drei Millionen Euro betragen. Baubeginn ist diese Woche, mit einer Fertigstellung kann Mitte 2009 gerechnet werden.
Im Zuge der Generalsanierung soll das ehemalige kaiserliche Salzamt an der Oberen Donaulände 15 auf einer Gesamtnutzfläche von 1.700 Quadratmetern in ein Atelierhaus mit Wohnungen für bildende KünstlerInnen umgebaut werden. Das Nutzungskonzept sieht einen großen Ausstellungsraum mit 200 Quadratmetern, neun Ateliers, fünf Wohnungen, ein Cafe und ein Restaurant mit Gastgarten vor. Das sanierte Salzamt erhält auch einen Lift und wird barrierefrei gestaltet.
Im Sommer 2007 wurden rund 2,38 Millionen Euro in die technische Ausstattung des Brucknerhauses und die Erneuerung des Parkettbodens des Großen Saals investiert. Die Erneuerung der Kulissenanlage des Großen und Mittleren Saals bildete den Schwerpunkt der Renovierungsarbeiten. Weiters wurden ein neuer Klavieraufzug, ein neuer Elektroverteiler und ein neues Notstromaggregat eingebaut.
Für den heurigen Sommer ist ein Sanierungsprogramm mit Kosten von 840.000 Euro geplant. Es umfasst die Klimatisierung der Garderoben sowie die Erneuerung der Lifte und der Konzertbeleuchtung des Großen Saals. Erneuert werden auch die Teppichbeläge der östlichen und westlichen Stiegenaufgänge.
Um insgesamt 1,3 Millionen Euro wird die Linzer Musikschule im heurigen und im nächsten Jahr jeweils in den Ferien von Juli bis September saniert. Für heuer sind 700.000 Euro Sanierungskosten budgetiert worden. Neben der Adaptierung der WC-Anlagen und der Gangbeleuchtung wird vor allem der Festsaal adaptiert.
Im Jahr 2009 werden um 600.000 Euro die Feuchtigkeitsschäden behoben, die Beleuchtungen der Klassenzimmer erneuert und die Fassade des Prunerstifts neu gestrichen.
Im Vorjahr hat die Stadt Linz insgesamt 640.000 Euro in den ersten Teil der Sanierungsmaßnahmen investiert. Die Stadt finanzierte eine neue Lüftungsanlage mit einer Kühlung für den Mittleren Saal, eine neue Sicherheitsbeleuchtung, die Erneuerung der Lüftungsanlage des Theaterraums und die behindertengerechte Modernisierung des Künstlerzimmers.
Heuer im Sommer sind Sanierungen mit Kosten von 540.000 Euro geplant. Die Lüftungsanlage des Großen Saals wird mit Aggregaten für die Raumluftkühlung ausgestattet. Das Beleuchtungssystem des Großen Saals erhält eine neue Trägerkonstruktion. Die Glasfassade des Posthofs 2 wir mit einer neuen Beschattungsanlage aufgerüstet.
Im Jahr 1800 wurde der Südflügel des Linzer Schlosses bei einem Großbrand völlig zerstört. Das Land Oberösterreich baut nun die Südseite des Schlosses für eine moderne Präsentation der technikgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Sammlungen auf. Dafür werden etwa 6.000 Quadratmeter Nutzfläche mit Kosten von etwa 24 Millionen Euro vorhanden sein.
Baubeginn war am 13. Juli 2007. Die Stahlkonstruktion des neuen Museumstrakts ist bereits sichtbar, die Gleichenfeier findet am 6. Juni 2008 statt. Eröffnet werden soll der Südflügel zur Jahresmitte 2009.
Südflügel für Schlossmuseum
Die Sanierung und Erweiterung der OÖ. Landesbibliothek erfolgt in zwei Etappen bis 2009. Schwerpunkte der ersten Etappe sind ein offener und barrierefreier Eingang, der Bau eines Freihandbereichs für 70.000 Bände, eines dreigeschoßigen Tiefenspeichers und des Turmgebäudes in der Rainerstraße.
Die Bauarbeiten für die erste Etappe finden seit April 2007 statt. Momentan wird am Erdgeschoß des Neubaus gearbeitet. Die Gleichenfeier ist für den heurigen Herbst geplant. Für die Zeit bis zur Eröffnung im Herbst 2009 ist das Team der Landesbibliothek in der „Bibliothek im Container“ zu finden.
Im April 2006 wählte eine internationale Jury den Entwurf des britischen Architekten Terry Pawson als Siegerprojekt des Architekturwettbewerbes aus. Pawson und sein Team in London planen einen Theaterkomplex am heutigen Standort Blumau mit ca. 1.000 Sitzplätzen, der mit der Eingangszone direkt an den Volksgarten anschließt.
Anfang März 2008 konnte die Entwurfsplanung des Musiktheaters abgeschlossen werden. Die Musiktheater Projektgesellschaft hat die Phase der Einreichplanung mit dem Generalplaner Pawson begonnen. Bis zur Einreichung müssen vor allem noch Fragen zur Fassade im Gestaltungsbeirat am 30. Juni und 1. Juli geklärt werden. Eine Baubewilligung kann somit frühestens im Sommer dieses Jahres beantragt werden.

Musiktheater: Baubewilligung frühestens im Sommer zu beantragen
Von März bis November 2008 dauern die Arbeiten an den neuen Straßen und Kreuzungen rund um den Bauplatz des Musiktheaters. Die Kosten betragen 4,7 Millionen Euro. Die Stadt Linz wird sich mit 1,2 Millionen Euro beteiligen.
Die verbleibende Blumauerstraße (zwischen Häuserzeile und zukünftigem Musiktheater) wird zur verkehrsberuhigten Straße mit Bäumen und Schanigärten. Hier soll sich auch der Künstlereingang zum Musiktheater befinden.
An der Südseite des Musiktheaters entsteht eine neue Straße, da die Bahnhofsstraße bis zur Humboldtstraße verlängert wird. Statt dem Kreisverkehr auf der Blumau wird eine Kreuzung mit Ampel errichtet, in die die Wiener Straße einmündet. Gegenüber liegt die Einfahrt zur Tiefgarage des Musiktheaters.
Die Verlegung der Blumauerstraße hat die Lage für das Musiktheater optimiert und ermöglicht so eine direkte Anbindung des Musiktheaters an den Volksgarten. Der Haupteingang wird etwa 1,5 Meter angehoben, um die unterirdische Straßenbahntrasse zu überplatten.
Aushängeschild des Theaters wird der zentrale Eingang gegenüber dem Volksgarten, der durch mehrere Foyers verschiedenste Ausblicke ermöglicht. Im Erdgeschoß sollen ein Cafe, ein Shop und eine Vorverkaufskasse entstehen, um das Musiktheater auch tagsüber mit BesucherInnen zu beleben.
Die Kunstuniversität erhielt im Mai 2006 ein neues Institutsgebäude im adaptierten ehemaligen Hauptpostamt in der Domgasse.
Das Finanzgebäude Ost kann nach der Übersiedlung des Finanzamtes in den Terminal Tower, wo der Betrieb heute aufgenommen wird, für die Kunstuniversität umgebaut werden. Für die Umbauarbeiten ist ein zweistufiger Architekturwettbewerb geplant, der Mitte des heurigen Jahres von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) im Auftrag der Kunstuniversität ausgeschrieben wird.
Durch den Umbau des Finanzgebäudes Ost sollen die Institute Raum und Design, Medien sowie Kunst und Gestaltung wieder von Urfahr nach Linz zurück übersiedeln. Die Zweigstellen der Kunstuniversität an der Sonnensteinstraße und an der Reindlstraße können dann aufgelöst werden. Zusätzlich zu den bisher vorhandenen Ateliers und Werkstätten sollen vor allem neue Seminarräume und Hörsäle im adaptierten Finanzgebäude Ost entstehen.
Bislang ist vor allem die Kulturmeile an der Donau im Bewusstsein der Bevölkerung. Lentos, Brucknerhaus Schlossmuseum, Salzamt, Kunstuniversität und StifterHaus bilden diese starke Achse.
Zusätzliche entsteht entlang der Dametzstraße mit dem Sängerbund Frohsinn, dem City-Kino, dem Offenen Kulturhaus, dem Moviemento und dem Landeskulturzentrum Ursulinenhof eine zweite Kulturachse, die mit dem bewusst offen gestalteten Pfarrplatz noch Erweiterungspotenzial besitzt.
Dametzstraße als zweite innerstädtische Kulturmeile
Für Medienanfragen:
Christian Reiter Tel.: +43 732 7070 1373
Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at
Immer gut informiert mit den aktuellen Newslettern und den RSS-Newsfeeds der Stadt Linz.