Projekte der Barmherzigen Brüder und Schwestern in Vorbereitung
Das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Linz verbesserte den Betreuungsstandard vor allem mit zwei Neubauetappen und einer neuen Umfallambulanz. Das Unfallkrankenhaus und die Landes-Frauen- und Kinderklinik (LFKK) wurden zur Gänze, das Wagner-Jauregg-Krankenhaus über weite Strecken neu errichtet.
Das Rote Kreuz baute im Spitalsviertel, wo sich auch das Ende der 1980er-Jahre modernisierte Diakonissenkrankenhaus befindet, eine moderne Blutzentrale. Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse eröffnete neben dem UKh ihr neues Therapiezentrum.
Die Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg erhielt einen großen Neubaukomplex und wird im Altbaubereich sukzessive auf Neubauniveau gebracht. Die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern schufen die baulichen Voraussetzungen für verstärkte Zusammenarbeit.
Weit fortgeschritten ist auch die Modernisierung des Krankenhauses der Elisabethinen. Planungen für Zubauten bei den Barmherzigen Brüdern und Schwestern liegen vor. Die Barmherzigen Schwestern wollen den an die Seilerstätte grenzenden Spitalstrakt um einen dreigeschoßigen Baukörper erweitern, in dem unter anderem Flächen für die onkologische Tagesklinik Platz finden sollen. Die Barmherzigen Brüder planen eine Aufstockung ihres unmittelbar neben der Seilerstätte gelegenen Neubaus um drei Ebenen für Ambulanz- und Büroräume.
| Krankenhaus/Einrichtung | Investition (Mio. Euro) |
|---|---|
| Allgemeines Krankenhaus | 126,1 |
| Unfallkrankenhaus | 175,0 |
| Landes-Frauen- und Kinderklinik | 115,0 |
| Blutzentrale des Roten Kreuzes | 23,4 |
| Therapiezentrum der Gebietskrankenkasse | 24,5 |
| Krankenhaus der Barmherzigen Brüder | 70,3 |
| Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern | 78,0 |
| Krankenhaus der Elisabethinen | 83,9 |
| Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg | 233,4 |
| Summe | 929,6 |
Das Allgemeine Krankenhaus ist mit 989 Betten und einem umfassenden medizinischen Kompetenzspektrum eines der wichtigsten Schwerpunktkrankenhäuser in Oberösterreich. Die in den 1980er-Jahren begonnene bauliche Modernisierung wurde in den vergangenen 15 Jahren mit einem Investitionsaufwand von 126,1 Millionen Euro fortgesetzt.
1994 ging der nahe der Weißenwolffstraße gelegene Bau C in Betrieb. 2000 wurde die Erweiterung des Medizinischen Ausbildungszentrums fertig. Die vierte große Neubauetappe, der Bau D mit dem Hubschrauberlandeplatz, folgte 2002. 2004 wurde die Tiefgarage an der Krankenhausstraße mit 814 Parkplätzen vollendet. Sie steht auch für die Blutzentrale des Roten Kreuzes und die Landes-Frauen- und Kinderklinik zur Verfügung.
Seit 2006 betreibt das AKh im Gebäude der Landes-Frauen- und Kinderklinik eine der modernsten Unfallambulanzen Österreichs. Ihre Errichtung erforderte 9,2 Millionen Euro. Als jüngste bauliche Verbesserung wurde 2007 um 3,2 Millionen Euro ein 825 Quadratmeter großes Brust-Kompetenzzentrum eingerichtet.
Das Unfallkrankenhaus der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt(AUVA) spielt eine Schlüsselrolle für die Versorgung von Unfallopfern in Oberösterreich. Das im Juli 2005 eröffnete Klinikum kostete 175 Millionen Euro.
138 der 155 Betten des Unfallkrankenhauses befinden sich in den Bettenstationen. Elf werden für die Intensivpflege und sechs für die Überleitungspflege zwischen Intensivpflege und Behandlung auf den Bettenstationen genutzt. Die Tiefgarage bietet 500 Parkplätze.
Funktionelle Mängel und Kapazitätsprobleme motivierten das Land Oberösterreich, die Nervenklinik Wagner-Jauregg mit einem Neubaukomplex nach den Plänen von Architekt Wilhelm Holzbauer zu erweitern und Altbauten zeitgemäß zu adaptieren. Seit 1992 wurden 233,4 Millionen Euro investiert. Davon entfielen 198,8 Millionen Euro auf den Neubau. In die Modernisierung der Altbauten flossen bis Ende 2007 rund 34,6 Millionen Euro. Die Klinik bietet 732 Betten, von denen 61 tagesklinischen Behandlungen dienen.
Als erste Neuetappe wurde 1999 das Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe fertig gestellt. 2002 gingen der OP-Trakt, die Intensivstation, das radiologische und das pathologische Institut, die Hubschrauberplattform sowie die Gebäude der Abteilungen Neurochirurgie und Neurologie in Betrieb. Die offizielle Eröffnung erfolgte im Juni 2003. Das ebenfalls vom Architekturbüro Holzbauer geplante Modernisierungsprogramm für die Altbauten läuft noch bis 2015. Es erfordert 81,2 Millionen Euro.
Die gegenüber dem AKh gelegene Landes-Kinderklinik wurde für rund 115 Millionen Euro zur Landes- Frauen- und Kinderklinik ausgebaut. Sie ersetzt seit Mitte 2006 die alte Landes-Frauenklinik an der Lederergasse. Ein Teil der Hochbauten wurde auf die gemeinsam mit dem AKh und der neuen Blutzentrale genutzte Tiefgarage aufgesetzt. Das medizinische Zentrum für Frauen, Mütter und Kinder verfügt über 268 Betten.
Weitere Bauinvestitionen betrafen den 1996 vollendeten Neubau des Ausbildungszentrums und die 1997 abgeschlossene Errichtung eines Kliniktraktes. Diese Bauwerke schlugen sich mit rund 24 Millionen Euro zu Buche.
Die Mitte 2006 in Betrieb genommene neue Blutzentrale des Roten Kreuzes zählt zu den modernsten Europas. 23,4 Millionen Euro wurden investiert, um hohe Laborstandards für Blut- und Gewebeuntersuchungen erfüllen zu können. Das nahe dem Haupteingang des AKh gelegene viergeschoßige Gebäude ist ein Entwurf des Wiener Architektenteams „Atelier in der Schönbrunnerstraße“. Jährlich werden rund 73.000 Blutspenden und hunderte Knochenmarks- und Organspenden an Oberösterreichs Spitäler geliefert.
Die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und Barmherzigen Schwestern haben ihre Ausbauprogramme unter den Gesichtspunkten Kooperation und medizinische Schwerpunktsetzung aufeinander abgestimmt. Dadurch soll eine wirtschaftlichere Betriebsführung ohne Abstriche bei der Qualität der medizinischen Versorgung möglich sein. Zwischen 2002 und 2007 wurden 148,3 Millionen in die Adaptierung der beiden Spitäler investiert.
Das sichtbare Herzstück der Baumaßnahmen ist der Ende 2005 fertig gestellte „Kooperationsbau” an der Seilerstätte. Das um 35,4 Millionen Euro errichtete Gebäude verbindet die beiden Krankenhäuser und ermöglichte die Gestaltung eines Vorplatzes. Für diverse Umbau- und Sanierungsinvestitionen haben die Barmherzigen Schwestern (685 Betten) seit 2002 mehr als 50 Millionen Euro aufgewandt. Sie dienten für die Modernisierung von Bettenstationen ebenso wie für zeitgemäße Behandlungsmöglichkeiten im neuen PET-Zentrum, der Radio-Onkologie und den Intensivstationen.
Das mit 88,2 Millionen Euro für den Zeitraum 2002 bis 2009 kalkulierte Um- und Neubauprogramm des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder (372 Betten) ist weit fortgeschritten. Zu Jahresende 2007 war ein Auftragsvolumen von zirka 65 Millionen Euro abgerechnet.
Neu errichtet wurden primär eine im Süden mit dem Kooperationsbau verbundene Verlängerung des siebengeschoßigen Spitalstraktes an der Seilerstätte, ein neues Hofgebäude und ein bis zur Seilerstätte vorspringender Trakt.
Das Krankenhaus der Elisabethinen (533 Betten) hat in den vergangenen 15 Jahren 83,9 Millionen Euro in den Ausbau und die Gebäudemodernisierung investiert. Weitere 80,2 Millionen Euro erfordert das bis 2010 laufende aktuelle Bauprogramm. Das Schwerpunktkrankenhaus wird dann „wie neu“ sein.
Der Veränderungsprozess ist auch von außen erkennbar. 1997 wurde der an die Elisabethstraße grenzende „Bau C“ mit markanter Glasfassade vollendet. Die Baukosten betrugen 33 Millionen Euro. Seit 2001 steht den SpitalsmitarbeiterInnen im Geviert Bethlehemstraße / Elisabethstraße / Harrachstraße / Fadingerstraße eine Tiefgarage mit 380 Parkplätzen zur Verfügung.
Zwischen 2002 und 2005 wurde um 23,5 Millionen Euro das elfgeschoßige Hauptgebäude der Elisabethinen an der Fadingerstraße generalsaniert. Um Platz für die Komfortverbesserung in Zwei- und Dreibettzimmer mit zusammen 300 Betten zu schaffen, errichtete man einen drei Meter tiefen Fassadenvorbau. Ein neuer fünfgeschoßiger Seitentrakt wurde 2005 bezogen. Er reicht bis zur Fadingerstraße und kostete 10,5 Millionen Euro.
Ambulante Therapie mit höchstem Standard bietet seit September 2007 das neue Fachambulatorium der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) an der Garnisonstraße. In dem nördlich des Unfallkrankenhauses gelegenen Therapiezentrum sind alle medizinischen Leistungen verfügbar, die früher in der Hauptstelle an der Gruberstraße erbracht wurden. Das viergeschoßige Gebäude mit 60 Tiefgaragenplätzen für PatientInnen kostete 24,5 Millionen Euro. Es wurde vom Wiener Architekten DI Christian Lintl geplant.
Das neue Fachambulatorium ist optimal ausgestattet. Alleine die Fläche des Instituts für physikalische Medizin und Rehabilitation wurde im Vergleich zum alten Standort auf 3.000 Quadratmeter verdreifacht. Für PatientInnen, die einen Unfall oder eine Operation hinter sich haben, entwerfen die TherapeutInnen maßgeschneiderte Trainingsabläufe. Weiters sind im Neubau die Vorsorgeuntersuchung, das Institut für Psychotherapie, das Dentalzentrum für Kinder und Jugendliche, Einrichtungen der Gesundheitsförderung und die Stomaberatung untergebracht. Auch dem Dachverband der Selbsthilfegruppen in Oberösterreich stehen Räumlichkeiten zur Verfügung.
Als nächste Baumaßnahme ist die Vergrößerung des an die Seilerstätte grenzenden Spitalstrakts durch einen dreigeschoßigen Baukörper geplant, der bis zur Straße reichen wird. Die zusätzlichen Flächen werden unter anderem für die onkologische Tagesklinik und für zusätzliche Funktionsräume des OP-Bereichs benötigt. Das Projekt wurde vom Gestaltungsbeirat im November 2007 genehmigt. Der Baubeginn steht noch nicht fest.
Für die Aufstockung des Gebäudes an der Seilerstätte liegt ein vom Gestaltungsbeirat im November 2007 befürworteter Entwurf des Gmundner Architekten Dipl.-Ing. Gerhart Hinterwirth vor. Auf drei Ebenen sollen rund 2.200 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche entstehen. Sie werden vor allem für Ambulanz- und Büroräume benötigt. Der Baubeginn ist noch nicht terminisiert.
Für Passanten weitgehend unsichtbar, erfolgten auch im Inneren des Spitalskomplexes umfangreiche Baumaßnahmen. So wurden etwa vier Operationssäle mit Nebenräumen erneuert und Bettenstationen mit 360 Betten modernisiert. Der Umbau wird bis Mitte 2009 fortgesetzt. Zu den geplanten Investitionen zählt auch die Erneuerung der Außenfassade. Die neue Gebäudehülle wird zum Teil aus Glas bestehen und einen sehr guten Wärmeschutz bieten.
Derzeit konzentrieren sich die Bauarbeiten auf zwei 2007 gestartete Projekte. Zwischen Elisabethstraße und Eisenhandstraße wird mit Kosten von 24,8 Millionen Euro ein Neubau errichtet, in dem voraussichtlich ab Herbst 2009 die Dialysestation, Laborräumlichkeiten, die Akutgeriatrie und mehrere Ambulanzen Platz finden werden.
Rund 50 Millionen Euro fließen in die Generalsanierung des zweiten großen Bettentraktes an der Südseite des Spitalskomplexes. Im Zuge der bis Ende 2009 dauernden Arbeiten werden auch die Küche und der Speisesaal erneuert. Überdies entsteht eine neue Eingangshalle.
Nach der Übersiedlung der derzeit in einem langgestreckten Gebäude an der Fadingerstraße situierten Dialysestation in die Eisenhandstraße wird der Bau abgetragen. An seiner Stelle errichtet das Spital ein zweigeschoßiges Verwaltungsgebäude, in dem alle administrativen Abteilungen und die Datenverarbeitung konzentriert werden. Es ist mit rund 5,5 Millionen Euro kalkuliert.
Die Planung der Neu- und Umbauten hat das deutsche Architekturbüro Wörner + Partner übernommen.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Planungsstadtrat Klaus Luger über „Bauprojekte für die Linzer Gesundheits-Infrastruktur“ in den Jahren 1992 bis 2007)
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