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Kunstwerk von Oskar Kokoschka
KULTUR
Presseaussendung vom 29.05.2008

Oskar Kokoschka – Ein Vagabund in Linz. Wild, verfemt, gefeiert

Ausstellung von 31. Mai bis 5. Oktober im Lentos

Das Lentos dokumentiert in seiner bevorstehenden Ausstellung „Oskar Kokoschka – Ein Vagabund in Linz. Wild, verfemt, gefeiert“ den großen österreichischen Maler als zeitlebens unangepassten Künstler und legt einen Schwerpunkt auf seine Kontakte zu Linz. In dieser umfassenden Schau werden insgesamt  37 Gemälde, 49 Aquarelle und Zeichnungen sowie rund 40 Lithografien, Plakate und OKA-Drucke von 20 ausländischen sowie zehn inländischen Museen, Galerien und Privatsammlern präsentiert. Bürgermeister Franz Dobusch wird die Ausstellung am kommenden Samstag, 31. Mai um 11 Uhr eröffnen.

Die Schau spannt einen weiten Bogen: Präsentiert werden sowohl Arbeiten aus dem umstrittenen Frühwerk, der Dresdner Zeit, den umtriebigen Reisejahren als auch im britischen Exil entstandene Gemälde, Aquarelle, Farbstiftzeichnungen und Plakate – eine reiche Auswahl an Exponaten mit wichtigen Gemälden, aufschlussreichen Fotodokumenten sowie erstmals präsentiertem Audiomaterial, vieles davon mit einzigartigem Linz Bezug.

Mehr als 120 Werke geben Einblick in ein Oeuvre, das durch Schicksalsschläge gekennzeichnet, eine spannende thematische und stilistische Entwicklung durchlebte. Die Präsentation von über 60 Schaffensjahren - das früheste Aquarell stammt von 1905, das späteste von 1967 - ermöglicht stilistische Vergleiche der unterschiedlichen Werkphasen.

Persönliche Kontakte und Freundschaften Kokoschkas mit Kunsthistorikern, Galeristen, hochrangigen städtischen Beamten und Politikern verbanden den aus Pöchlarn stammenden Künstler mit Linz. Den ersten Kontakt stellte Wolfgang Gurlitt (1888-1965) her, Berliner Kunsthändler und Gründer der ehemaligen Neuen Galerie der Stadt Linz. Seine Nachfolger Walter Kasten und Peter Baum, sowie der damalige Bürgermeister Ernst Koref, führten über Jahre hinweg den engen künstlerischen Austausch mit Oskar Kokoschka durch Ankäufe, Auftragsarbeiten und zahlreiche Ausstellungen fort. Die bedeutende kunsthistorische Vorreiterrolle der Stadt Linz wird dadurch ebenso bezeugt wie ihr besonderes Engagement in der Beziehung zu Kokoschka.

Kokoschkas erste Werkschau nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich wurde im Sommer 1951 in der Neuen Galerie gezeigt. Einige Gemälde dieser sensationellen Ausstellung – Die Freunde (1917), Vater Hirsch (1909), Marcel von Nemes (1929) – und viele Druckgrafiken kamen durch Ankauf 1953 in die Museumssammlung und zählen bis heute zu den internationalen Highlights des Lentos. Diese erfolgreiche und äußerst medienwirksame Präsentation wird anhand von damals in den Räumen am Linzer Hauptplatz gezeigten Werken rekonstruiert sowie durch Presserezensionen und fotografische Dokumente ergänzt.

Ein besonderer Schwerpunkt beschäftigt sich mit der nationalsozialistischen Kunstauffassung, die Kokoschka als „entarteten“ Künstler brandmarkte. 417 (andere Quellen sprechen von 445) seiner Werke wurden beschlagnahmt, neun davon in der Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 in München und an elf weiteren Stationen (darunter Wien und Salzburg) angeprangert. Erstmals wird ein Teil der „entarteten“ und beschlagnahmten Werke in diesem sensiblen Kontext gezeigt. Sämtliche Provenienzen der Kokoschka-Bestände des Lentos werden im begleitenden Katalog publiziert, und die komplexe Ankaufs- und Herkunftsgeschichte der von Gurlitt bei der Versteigerung des Auktionshauses Fischer in Luzern erstandenen Werke wird offen gelegt.

Ein eigener Bereich widmet sich der Fotografie, die im Lentos seit der Eröffnung der Neuen Galerie im Jahr 1946 kontinuierlich gesammelt, präsentiert und wissenschaftlich aufgearbeitet wird. Das Lentos verfügt in seinen reichen Beständen über Inkunabeln der österreichischen Reportagefotografie, unter anderem von Erich Lessing, Franz Hubmann und Peter Baum, die Oskar Kokoschka in Vitalität und künstlerischer Passion zeigen.

Lentos und Nordico verfügen mit fünf Gemälden, 15 Zeichnungen und über 100 Lithografien über eine der wichtigsten Kokoschka-Kollektionen in Österreich. Die beiden Museen zeigen ihre reichen Kokoschka-Bestände erstmals gemeinsam in einer Ausstellung.

Ein wissenschaftliches Rahmenprogramm mit internationalen ExpertInnen nimmt auf das Frühwerk und Kokoschka als „entarteter“ Künstler Bezug. Darüber hinaus ergänzen filmische Dokumentationen die Schau. Ein 256 Seiten umfassender, reich bebildeter Katalog ist zum Preis von 29 Euro erhältlich. Die Ausstellung wurde großzügig von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich unterstützt.

„Oskar Kokoschka – Ein Vagabund in Linz. Wild, verfemt, gefeiert“ findet in Kooperation mit dem Belvedere statt. Von dort wurden Teile aus der Ausstellung „Oskar Kokoschka: träumender Knabe - enfant terrible“ (24. Jänner bis 11. Mai 2008) übernommen. Mit der Lentos-Eintrittskarte erhalten BesucherInnen einen ermäßigten Eintritt in die Albertina in Wien, wo noch bis 13. Juli die Ausstellung „Oskar Kokoschka. Exil und neue Heimat 1934-1980“ zu sehen ist.

Kontakt:
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Für Medienanfragen:
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