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Presseaussendung vom 17.09.2009

100 zusätzliche Stellen bei Jobimpuls

Stadt Linz baut soziales Beschäftigungsprogramm aus

Seit beinahe 20 Jahren bietet die Stadt Linz Menschen, die über einen längeren Zeitraum arbeitslos sind, mit der Aktion Jobimpuls die Chance, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. In dieser Zeit haben 1 500 Menschen an einem geregelten Arbeitsalltag teilgenommen. 1990 startete das Programm mit rund 130 MitarbeiterInnen, 2008 waren bereits über 300 Personen in diesem Programm integriert. Das Alter der Beschäftigten erstreckt sich von 15 bis 65, die berufliche Herkunft der MitarbeiterInnen reicht vom Akademiker bis zum Hilfsarbeiter. 

Beschäftigt sind die MitarbeiterInnen für 25 Wochenstunden. Neben den MitarbeiterInnen selbst sind auch deren Angehörige sozial- und krankenversichert. Einen Einsatzschwerpunkt innerhalb des Magistrates bildet das Facility Management, wo etwa 70 MitarbeiterInnen Aufgaben übernommen haben. Weitere Einsatzgebiete finden sich im Bereich der Sozialverwaltung, der Kinder- und Jugendservices, im Kulturbereich, im AKh und in den Seniorenzentren.

Begünstigte Behinderte werden über einen längeren Zeitraum in das Programm integriert, MitarbeiterInnen ohne Einschränkungen werden ein Jahr beschäftigt, bevor gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) wieder versucht wird, die Menschen voll in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Bis zum Ende des ersten Quartals 2010 werden rund 100 zusätzliche MitarbeiterInnen einen Arbeitsplatz im Rahmen von Jobimpuls finden. Damit versuchen wir auch auf der Stadtebene eine Beitrag gegen die Arbeitslosigkeit zu leisten und die Menschen auch während der Wirtschaftskrise zu unterstützen“, umreißt Personalreferent Stadtrat Klaus Luger die Ziele hinter der Erweiterung des Jobimpuls-Programms.

Jobimpuls als Anstoß für Rückkehr in das Arbeitsleben

Linz weist auch in Krisenzeiten eine relativ geringe Arbeitslosigkeit auf. Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit in Linz bei 3,9 Prozent und damit unter den vergleichbaren Landeshauptstädten wie Salzburg und Innsbruck mit jeweils 4,9 Prozent, Klagenfurt mit 6,8 Prozent oder Graz mit einem Wert von 7,9 Prozent.

Arbeitsmarktdaten de Landeshauptstädte Ende August 2009

Arbeitsmarktdaten de Landeshauptstädte Ende August 2009

Neben der zyklischen Arbeitslosigkeit sind manche Menschen aus sozialen, psychischen und physischen Gründen von struktureller Arbeitslosigkeit betroffen und finden auch in Zeiten der Hochkonjunktur kaum eine entsprechende Beschäftigung. Langfristig fallen diese Menschen in die Betreuung der Sozialhilfe und finden aus eigener Kraft kaum den Weg zurück in ein normales Berufsleben. Im heutigen Umfang versucht daher die Stadt Linz bereits seit beinahe 20 Jahren mit ihrem Beschäftigungsprogramm Jobimpuls diesen benachteiligten Menschen eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Im vergangenen Jahr konnte ein neuer Höchstwert an Jobimpuls-TeilnehmerInnen erreicht werden. 318 Personen im Alter von 15 bis 65 Jahren standen im Rahmen dieses Beschäftigungsprogramms in einem aktiven Arbeitsverhältnis. Als Erfolg dieses Programms ist zu werten, dass rund ein Viertel der „Programmabsolventen“ wieder den Einstieg in den Arbeitsmarkt schafften und ein reguläres Arbeitsverhältnis aufnahmen. Weitere 40 Prozent wurden vom AMS in die Vermittlung aufgenommen und erhielten damit einen regulären Bezug und die Chance auf eine feste Anstellung.

1 500 Jobimpuls-MitarbeiterInnen in 20 Jahren

Über 1 500 Personen wurden seit 1990 von Jobimpuls betreut. Der bisher größte TeilnehmerInnen-Anteil mit 318 Personen konnte dabei im vergangenen Jahr erreicht werden. 

Jobimpulsbeschäftigte Gesamtanzahl pro Jahr (1990 – 2008)

Entwicklung seit 1990

Chance für die Jungen: ein Drittel jünger als 25 Jahre

Die größte Altersgruppe umfasste mit 88 Personen die jungen Erwachsenen von 19 bis 25 Jahren, gefolgt von den 26 bis 30-Jährigen. Beinahe ein Drittel (32 Prozent) fällt in die Altergruppe der bis 25-Jährigen. Dahinter folgt mit rund 27 Prozent die Gruppe der 26- bis 35-Jährigen, gefolgt von den 36- bis 45- Jährigen mit 18 Prozent, der etwa gleich großen Gruppe der 46- bis 55 Jährigen mit 17 Prozent und den 56- bis 65 Jährigen mit 6 Prozent. Die Verteilung zwischen Frauen und Männern bei Jobimpuls ist ziemlich gleichmäßig.

Altersverteilung: Beinahe jede/r dritte MitarbeiterIn ist nicht älter als 25

Soziale Vorteile der Integration bei Jobimpuls

Die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und damit eine weitgehende Unabhängigkeit von der Sozialhilfe soll durch ein mehrstufiges Modell erreicht werden. Dieses geht von den individuell noch bestehenden Chancen, vorhandene Ressourcen sowie von Vermittlungshindernissen am Arbeitsmarkt aus. Sie werden mittels Ist-Analyse erhoben. Für jeden / jede TeilnehmerIn der Beschäftigungsinitiative wird darauf aufbauend ein realistischer Wiedereinstiegsplan mit einem konkreten Berufsziel entwickelt. Die individuelle Betreuung reicht von der anfänglichen Arbeitserprobung über eine Beschäftigung samt begleitender Aus- und Weiterbildung bis hin zur Jobsuche oder Bewerbung am primären Arbeitsmarkt. Im Rahmen einer Reihe von Entwicklungsprozessen ergeben sich für die TeilnehmerInnen und für die Stadt Linz zahlreiche Vorteile, wie:

  • Stabilisierung durch regelmäßigen strukturierten Alltag und Erwerb von Kompetenzen, Stärkung des Selbstwerts und der Eigenverantwortung
  • Erhöhung der Vermittlungsquoten durch Erlangen von Berufspraxis und berufsbegleitender Aus- und Weiterbildung
  • Sicherung des Lebensunterhalts durch Erlangen der Arbeits- und Selbsterhaltungsfähigkeit
  • Integration von sozial auffälligen, straffälligen und drogenabhängigen Jugendlichen 
  • Erwerb von Ansprüchen nach dem Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsgesetz
  • Steigerung des Selbstwertgefühls durch Anerkennung der Arbeitsleistung
  • Kostenersparnis für den Sozialhilfeträger durch berufliche Aktivierung
  • Mitversicherung von Angehörigen – finanzielle Entlastung bei Sozial- und Krankenhilfe
  • Erbringung von (Teil-) Arbeitsleistung für die Stadtverwaltung
  • Integrationserfolge durch gesundes Arbeitsumfeld (Zusammenarbeit mit regulär Beschäftigten der Stadtverwaltung)

Individuelle Voraussetzungen für Jobimpuls

Die Initiative der Stadt Linz richtet sich an langzeitbeschäftigungslose SozialhilfebezieherInnen mit komplexen Problemlagen und Vermittlungshemmnissen:

  • Langzeitbeschäftigungslose und SozialhilfebezieherInnen mit komplexen Problemlagen und Vermittlungshemmnissen
  • Personen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen,
  • Personen in sozialen Problemlagen (z.B. Haftentlassene, Suchtkranke, überschuldete Menschen), 
  • Menschen mit instabilen familiären Verhältnissen (z.B. Alleinerziehende in Notlagen, schwangere Frauen ohne finanziellen Rückhalt),
  • Personen mit soziokulturellen Benachteiligungen, körperlichen und psychischen Einschränkungen und sprachlichem Förderbedarf,
  • sozial auffällige Jugendliche und junge Erwachsene ohne berufliche Perspektiven (z.B.  SchulabbrecherInnen, lernschwache Jugendliche, Randgruppen wie obdachlose Punks und junge arbeitslose MigrantInnen).

Einsatz bei Stadt und Vereinen

Die Jobimpuls-MitarbeiterInnen werden beim Magistrat und verschiedenen Sozialeinrichtungen im Ausmaß von 25 Wochenstunden beschäftigt. Je nach Zielsetzung wird der Arbeitsvertrag für Jobimpuls-MitarbeiterInnen für einen Zeitraum von einem Jahr bis zu fünf Jahren abgeschlossen. Arbeitsverträge für Menschen mit Beeinträchtigungen, die im Rahmen des Chancengleichheitsgesetzes des Landes OÖ beschäftigt sind, werden bis zu 10 Jahren abgeschlossen. Dadurch sind sie sozial- und krankenversichert – das gilt auch für viele Familienangehörige, die automatisch mitversichert sind.

Innerhalb des Magistrats waren die Jobimpuls-MitarbeiterInnen 2008 vorwiegend im Facility Management, der Bezirks- und Sozialverwaltung sowie den städtischen Seniorenzentren beschäftigt. Außerhalb der Stadtverwaltung sind sie bei der ARGE Obdachlose, im Sozialmarkt SOMA und im Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit im Einsatz.

Bei einer Arbeitszeit von 25 Wochenstunden bekommen die MitarbeiterInnen einen einheitlichen Bruttolohn von 732,23 Euro sowie eine Aktivpass-Netzkarte für die Linz-Linien. Ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis bedeutet nicht nur die materielle Verbesserung der persönlichen Lebenssituation, sondern auch eine (erneute) Absicherung im Sinne des Sozialversicherungsgesetzes. Dies wiederum entlastet die Stadt als zuständigen Sozialhilfeträger. Spitals- und Medikamentenkosten werden (wieder) von der Gebietskrankenkasse bezahlt.

Arbeitsfelder der Jobimpuls-MitarbeiterInnen

Ein Fünftel nutzt Jobimpuls zur Aus- und Weiterbildung

Im vergangenen Jahr nutzten 64 Jobimpuls-MitarbeiterInnen (20 Prozent) die Chance, berufsbegleitend eine Aus- oder Weiterbildung abzuschließen. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielschichtig und reichen vom Angebot einer außerordentlichen Lehre, Kursmaßnahmen wie Sprach- und EDV-Kurse, Nostrifikation bis hin zur HAK-Matura.

64 TeilnehmerInnen konnten im Rahmen des Projekts Kurse oder weiterführende Schulen besuchen. So absolvierten neun Personen eine außerordentliche Lehre, sechs holten den Hauptschulabschluss nach, sieben besuchten eine Abendschule mit Maturaabschluss, weitere 23 nahmen an EDV und Sprachkursen teil. 6 Personen besuchen eine Höhere Schule. Zusätzlich wurden Ausbildungen in technischen und sozialen Berufen absolviert.

Aus- und Weiterbildung 2008

Aus- und Weiterbildung 2008

Erfolgreiche Wiedereingliederung

Nach dem Abschluss der Beschäftigungsmaßnahme sind zahlreiche TeilnehmerInnen wieder in der Lage, ihr Leben eigenverantwortlich zu führen, einen Beruf auf dem regulären Arbeitsmarkt auszuüben oder ein weiterführendes Angebot im Bildungssystem wahrzunehmen. Mit 24 Prozent findet etwa ein Viertel unmittelbar im Anschluss an die Beschäftigung bei Jobimpuls einen Arbeitsplatz, weitere rund 44 Prozent werden wieder in das AMS zur Vermittlung eines Arbeitsplatzes aufgenommen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Jobimpuls“ von Personalreferent Stadtrat Klaus Luger am Donnerstag, 17. September 2009, um 10 Uhr im Alten Rathaus, Pressezentrum, 4. Stock)

Für Medienanfragen:
Christian Reiter

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