Mit diesem Service wird der Gruppe der gehörlosen BürgerInnen ein leichterer Zugang zu den städtischen Angeboten ermöglicht. Bisher wurde die städtische Homepage an die besonderen Bedürfnisse von blinden BenutzerInnen, Personen mit motorischen Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten über die gesetzlichen Vorgaben hinaus angepasst.
Auf allen Internet-Seiten befindet sich nun am oberen Rand ein Symbol, das die Hände eines gebärdenden Menschen darstellt. Diese Schaltfläche verweist auf das aktuell verfügbare Video und die später folgenden. Sie ist auch über die Adresse http://www.linz.at/gebaerdensprache.asp direkt erreichbar.
Das erste Gebärdenvideo auf http://www.linz.at/ informiert über Kontaktmöglichkeiten zur Stadt Linz und den Zugang zu städtischen Leistungen im Bürgerservice Center sowie in den Stadtbibliotheken. Eine weitere wichtige Botschaft des Videos: die Stadt übernimmt bei Behördengängen die Kosten für GebärdensprachdolmetscherInnen. Betroffene können sich an die Dolmetschvermittlungszentrale des Landesverbandes der Gehörlosenvereine in Oberösterreich wenden. Die DolmetscherInnen rechnen dann direkt mit der Stadt ab.
Weitere Videos in Gebärdensprache folgen in Kürze. Ein flächendeckender Einsatz ist aus Kostengründen und dem hohen Aufwand der Aktualisierung von Inhalten jedoch nicht möglich. Um wichtige Inhalte bestmöglich abzudecken, berät der Gehörlosenverband die Stadt bei der Auswahl der Themen, die umgesetzt werden sollen.
Mit der Unterstützung der Gebärdensprache setzt die Stadt Linz eine wesentliche Maßnahme für Chancengleichheit, den gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Wissen und Kultur und eine funktionierende Kommunikation bei Behördenwegen und im Gesundheitswesen. Isolation und Kommunikationsstörungen sollen damit unterbunden werden.
Als technische Plattform für die Umsetzung wurde YouTube gewählt. Alle Gebärdensprache-Videos der Stadt Linz werden darauf gehostet und in den städtischen Internetauftritt eingebettet.
Die Anzahl der Videos in Gebärdensprache, die auf YouTube zu finden ist, steigt laufend. Dadurch entsteht auch für die städtischen Angebote ein Synergieeffekt. Der Zugang zu den städtischen Informationen wird direkt über die beliebte Video-Community erleichtert.
Zusätzlich kommt auf http://www.linz.at/ ein besonders einfach zu bedienender Video-Player zum Einsatz, der speziell für die Bedienung per Tastatur optimiert ist. Damit wird auf die Bedürfnisse von BenutzerInnen mit motorischen Einschränkungen optimal eingegangen.
Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Das Erlernen der deutschen Laut- und Schriftsprache hängt sehr stark mit dem Hören zusammen. Wenn ein Mensch nicht hören kann, dann kann er sich die deutsche Sprache nicht "automatisch" durchs Mithören über das Ohr aneignen. Deutsch stellt daher für viele Gehörlose eine Zweit- oder Fremdsprache dar. Die Muttersprache gehörloser Menschen in Österreich ist die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS). Nur die Kommunikation in ÖGS ermöglicht gehörlosen Menschen volle Information, die barrierefrei wahrgenommen und verstanden werden kann.
Die Österreichische Gebärdensprache ist eine natürliche, vollwertige, visuell-gestische Sprache. Seit dem 1. September 2005 ist sie in Österreich als eigenständige Sprache anerkannt und in der Bundesverfassung verankert. Die Gebärdensprache ist sowohl hinsichtlich ihrer Grammatik als auch bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit der Lautsprache mindestens ebenbürtig.
ÖGS ist nur eine von vielen Gebärdensprachen der Welt: Es gibt Dialekte und nationale Varianten. Von vielen Hörenden wird Gehörlosigkeit in erster Linie als Defizit betrachtet. Die meisten Gehörlosen sehen sich dagegen nicht als Behinderte, sondern als Mitglieder einer sprachlichen und kulturellen Minderheit. Die Gehörlosengemeinschaft, der in Österreich etwa 10.000 Personen angehören, definiert sich über die Gebärdensprache sowie über die Gehörlosenkultur. Diese vereint gemeinsame Interessen, Werte und Traditionen. Beeinträchtigt sind Gehörlose nur in einem Punkt: in der Kommunikation mit Hörenden, die ihre Sprache, die Gebärdensprache, nicht beherrschen.
2008 hat der städtische Internetauftritt mit dem Sonderpreis "Barrierefreiheit in der IT" des ebiz egovernment awards eine bundesweite Auszeichnung erhalten. Die ExpertInnen des Bundeskanzleramtes bezeichneten http://www.linz.at/ österreichweit als einen der besten Webauftritte in Bezug auf Zugänglichkeit und Benutzbarkeit.
Anfang 2009 erhielt die Stadt Linz in einem Wettbewerb für den gesamten deutschsprachigen Raum in der Kategorie „Komplexe Informations- und Kommunikationsangebote“ eine silberne BIENE („Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten“) und wurde als Vorbild für kommunale Internetauftritte gelobt.
Der Landesverband der Gehörlosenvereine in OÖ ist ein gemeinnütziger, nicht gewinnorientierter Verein. Er ist der Dachverband der Gehörlosenvereine in OÖ.
Seine Aufgaben umfassen:
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadtrat Klaus Luger gemeinsam mit Prof. Peter Dimmel, Leiter des Landesverbandes der Gehörlosenvereine in Oberösterreich, über das neue Angebot von Inhalten in Gebärdensprache auf http://www.linz.at/)
Für Medienanfragen:
Michael Barthofer Tel.: +43 732 7070 1347
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Prof. Peter Dimmel, Leiter des Landesverbandes der Gehörlosenvereine in Oberösterreich im Gespräch mit einer Mitarbeiterin. |
Druckdatei 15 x 11 cm mit 300 dpi (367 kB) |
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Druckdatei 15 x 11 cm mit 300 dpi (223 kB) |

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