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Mädchen beim Mittagessen
SOZIALES
Presseaussendung vom 02.02.2010

Neues Qualitätshandbuch für Mittagstisch in städtischen Betreuungseinrichtungen

94 Prozent der Kinder essen in städtischer Krabbelstube, Kindergarten und Hort

Die Stadt Linz verfügt über mehr als 10 100 Kinderbetreuungsplätze. Dreiviertel dieses flächendeckenden Betreuungsnetzes wird durch die Stadt Linz angeboten. In den letzten Jahren wurde in den Ausbau viel investiert. Nun geht es darum die hohen Standards der Betreuungseinrichtungen weiter zu entwickeln.

Seit Einführung des Gratis-Kindergartens und der gestaffelten Essensbeiträge in den Krabbelstuben und Horten, hat sich die Anzahl der Mittagesser deutlich erhöht. Mehr als 6.500 Kinder essen täglich in einer städtischen Krabbelstube, im Kindergarten oder in einem Hort.

Aus diesem Grund soll eine ernährungswissenschaftliche Analyse des Mittagstisches in Auftrag gegeben werden. Mit der Unterstützung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) und deren ExpertInnen wird in den nächsten Monaten ein Qualitätshandbuch für die städtischen Küchen und externen Caterer entwickelt. Die Qualitätssicherung des Essens und die Definition zeitgemäßer ernährungswissenschaftlicher Qualitätsstandards für Vorschulkinder und Schulkinder stehen im Vordergrund dieser Analyse.
 
„94 Prozent der Kinder in den städtischen Kindergärten, Krabbelstuben und Horten essen bei uns zu Mittag. Mir ist es sehr wichtig, einen Mittagstisch anzubieten, der auf das Wohl der Kinder und deren Entwicklungen abgestimmt ist. Eine ernährungswissenschaftliche Analyse wird uns dabei helfen, noch besser auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen,“ so Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger.

Mehr als 10 100 Betreuungsplätze in Linz – Ausbau weiter fortgesetzt

Linz ist der Aufgabenstellung einer zeitgemäßen Kinderbetreuung wie kaum eine andere Kommune in Österreich nachgekommen und hat ein flächendeckendes Netz an Krabbelstuben, Kindergärten und Horten aufgebaut. Den Linzer Eltern stehen mehr als 10 100 städtische und private Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung. Rund drei Viertel dieses flächendeckenden Betreuungsnetzes werden durch die Stadt selbst angeboten.

Anzahl der städtischen Betreuungsplätze
 Einrichtung 1989  2000   2009 Veränderung zu 1989 
Krabbelstuben  278  303  412  + 48,2 %
Kindergärten  2 966  3 491  3 727  + 25,7 %
Horte  1 959  2 746  3 203  + 63,5 %
Summe  5 203  6 540  7 342  + 41,1 %

In den letzten Jahren wurde verstärkt in den Ausbau von Betreuungseinrichtungen investiert. 2009 bot die Stadt Linz um 41 Prozent mehr Kinderbetreuungsplätze an, als noch 1989. Den stärksten Zuwachs verzeichneten hier die städtischen Horte mit 63,5 Prozent, gefolgt vom Ausbau des Krabbelstubenangebots mit einer Veränderung zu 1989 um knappe 50 Prozent. Auch in Zukunft soll das flächendeckende Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen in Linz gesichert werden. Momentan werden 507 Kinderbetreuungsplätze geschaffen, wofür mehr als 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen. In den nächsten Jahren kommen noch rund 600 weitere Plätze dazu.

Aber nicht nur die konsequenten städtischen Ausbauprogramme der Krabbelstuben, Kindergärten und Horte zu einem engmaschigen Betreuungsnetz, sondern auch die Einführung des Gratis-Kindergartens sowie die gestaffelten Besuchs- und Verpflegungsgebühren in den Krabbelstuben und Horte hat zu einer verstärkten Nachfragen nach Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt Linz geführt.

Von den Besuchs- und Verpflegungsgebühren befreite Kinder in den städtischen Betreuungseinrichtungen
(Stand: Dezember 2009)
Einrichtung  anwesende Kinder   davon Nullzahler Anteil in % 
 Krabbelstuben  424  240  57 %
 Kindergärten  3 515  3 515  100 %
 Horte  3 100  1 040  34 %

Derzeit besuchen bereits 57 Prozent der Krabbelstubenkinder und 34 Prozent der Hortkinder die städtische Betreuungseinrichtung zum Nulltarif. Seit September 2009 ist bekanntlich der Besuch des Kindergartens zur Gänze kostenlos.

Neue Qualitätsanalyse der Mittagsverpflegung für städtische Krabbelstuben, Kindergärten und Horte

Vor rund zehn Jahren hat die Stadt Linz gemeinsam mit einem externen Ernährungsexperten erstmals Qualitätsstandards für die Zubereitung des Mittagstisches definiert.
Mit einer neuen ernährungswissenschaftlichen Analyse will man nunmehr sicherstellen, dass der tägliche Mittagstisch bestmöglich auf das Wohl der Kinder und ihre Entwicklung abgestimmt ist. Die Qualität des Essens soll definiert und gesichert werden.

Die Stadt Linz hat mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) Kontakt aufgenommen und diesen unabhängigen Verein gebeten, die Stadt dabei zu unterstützen, ein/e ExpertIn für die geplante Qualitätsanalyse zu finden. Kriterien  bei der Auswahl des/der Experten/in bestanden darin, dass diese/r über ausreichend Erfahrung in Gemeinschaftsküchen, im Bereich des wissenschaftlichen Consultings, in den Bereichen Prävention und Gesundheit sowie im Umgang mit Kindern aufweist.

Der ÖGE hat entsprechend den Anforderungen der Stadt Linz auf ihren ExpertInnenpool verwiesen. Die dort registrierten ExpertInnen haben laut ÖGE alle einen „Nachweis ihrer Qualifikation“ erbracht. Die Stadt Linz hat sich aufgrund der pädagogischen und ernährungswissenschaftlichen Ausbildungen für jene Expertin entschieden, die zudem über Erfahrung im wissenschaftlichen Consulting verfügt.

Die Expertin soll im Sinne der Qualitätssicherung der Mittagsausspeisung in den städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horten

  • die Definition zeitgemäßer ernährungswissenschaftlicher Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung von Schulkindern und Kindern im Vorschulalter,
  • die Entwicklung wissenschaftlich abgesicherter Standards bei der Speisenzusammenstellung und
  • die Vorlage eines Qualitätshandbuches

erarbeiten.

Nach abgeschlossener Prüfung soll das entwickelte Konzept der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung als neutrale Institution zur Prüfung und Freigabe übermittelt werden. Auf Basis dieses entwickelten Handbuches sollen in Zukunft die Mittagsmahlzeiten der städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horte zubereitet werden.
Die Analyse betrifft natürlich auch die externen Caterer. Auch sie werden hier mit einbezogen, um einen möglichst nachhaltigen Effekt zu erzielen. Diese entwickelten Qualitätsstandards sind dann in Zukunft auch von diesen zu erfüllen.

Ein entsprechender Grundsatzbeschluss wird dem nächsten Verwaltungsausschuss der Kinder- und Jugend-Services der Stadt Linz am 9. Februar zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

94 Prozent der Kinder essen in den städtischen Betreuungseinrichtungen zu Mittag

Das Kinder- und Jugend-Service der Stadt Linz versorgt täglich mehr als 6 500 Kinder in den städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horten mit einem Mittagessen.

Anzahl der Kinder am Mittagstisch in einer städtischen Betreuungseinrichtung
(Stand: Dezember 2009)
 Einrichtung anwesende Kinder  Mittagesser  Anteil der Mittagesser in % 
Krabbelstube  424  405  96 %
Kindergarten  3 515  3 389  96 %
Horte  3 100  2 790  90 %
Gesamt  7 039  6 584  94 %

96 Prozent der Kindergartenkinder konsumieren täglich ein warmes Mittagessen in der Betreuungseinrichtung. Auch nahezu alle Krabbelstubenkinder, nämlich 96 Prozent, werden mittags in städtischen Einrichtung bestens versorgt und 2 790 Kinder, das sind 90 Prozent, lassen sich das Mittagessen im Hort schmecken.

Der Großteil der Kindergartenmenüs, 83 Prozent, werden in den 15 betriebseigenen Küchen, davon 3 Kindergartenküchen und 12 Hortküchen, der städtischen Kinder- und Jugend-Services gekocht. 57 MitarbeiterInnen und 17 Lehrlinge sind in den städtischen Küchen für die Zubereitung der Speisen verantwortlich. Die restlichen Portionen liefern täglich die Seniorenzentren GesmbH der Stadt Linz und die Firma Caseli.

Mittagessenproduktion Kinder und Personal für städtische Betreuungseinrichtungen
(Stand: Dezember 2009)
 Einrichtung Anzahl  Anteil in % 
Küchen der Kinder- und Jugend-Services  5 651  83 %
Seniorenzentren GmbH  599  9 %
Firma Caseli  590  8 %
Gesamt  6 840  


Die Kosten der Mittagsverpflegung für die Kinder in den städtischen Betreuungseinrichtungen übernimmt die Stadt Linz. Die Kinder- und Jugend-Services der Stadt Linz haben für das Jahr 2010 rund 2,75 Millionen Euro dafür vorgesehen. Davon entfallen rund 1,85 Millionen Euro auf das Gratis-Mittagessen in den städtischen Kindergärten und 900.000 Euro auf die gestaffelten Essensbeiträge in den städtischen Horten und Krabbelstuben.

Für die privaten Träger, wie Caritas oder Kinderfreunde, leistet die Stadt Linz einen Zuschuss von 900.000 Euro für das Gratis-Mittagessen und die gestaffelten Verpflegungsgebühren in den Krabbelstuben und Horten.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Klaus Luger zur Qualitätssicherung der Mittagsverpflegung in städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horten)

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