Im Dezember 2000 wurden in Linz erstmals betreubare Seniorenwohnungen übergeben. Organisiert von der Stadt Linz und errichtet von verschiedenen Wohnbauträgern mit der Unterstützung der Wohnbauförderung des Landes, wurde und wird diese leistbare Form des Senioren-Wohnens stark nachgefragt. Neben den mobilen Hilfsdiensten und den 1 000 nachträglich eingebauten Liften, sind betreubare Wohnungen ein wichtiger Beitrag dazu, älteren Menschen trotz eines Pflegebedarfes das Verbleiben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. Derzeit stehen in Linz insgesamt 350 betreubare Wohnungen zur Verfügung.
Nach Bedarfserhebungen des Landes Oberösterreich werden in Linz bis zum Jahr 2015 insgesamt 615 betreubare Wohnungen benötigt. Laut städtischem Realisierungskonzept verfügt Linz über Standorte für mehr rund 320 zusätzliche Wohneinheiten, die bis 2015 entstehen könnten. Damit wären die Forderungen des Landes sogar übertroffen.
"Die Stadt hat vor 10 Jahren mit der Etablierung des betreubaren Wohnens in Linz den richtigen Weg beschritten. Die Nachfrage nach dieser Wohnform ist ungebrochen und bietet den älteren Menschen in diesem Lebensabschnitt entsprechende Flexibilität und dennoch die Sicherheit, dass im Notfall rasch jemand zur Stelle ist. Gemeinsam mit den bereits bestehenden bzw. in Bau befindlichen Wohnungen könnten bis 2015 insgesamt mehr als 700 Wohneinheiten für ältere Menschen entstehen, sagt Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass das Land Oberösterreich die in Aussicht gestellten Kürzungen der Wohnbauförderung nicht vornimmt.
Seit dem Jahr 2000 werden in Linz betreubare Seniorenwohnungen angeboten. Die erste Anlage entstand mit 44 Wohneinheiten an der Rudolfstraße in Urfahr. Diese Wohnform ist äußerst beliebt, da sie Menschen mit leichtem oder mittlerem Betreuungsbedarf unterstützt. Der Verbleib in der gewohnten Umgebung ist zusätzlich gesichert. Da sie von der Stadt organisiert und von verschiedenen Wohnbauträgern mit Hilfe der Wohnbauförderung des Landes errichtet werden, sind diese Wohnungen leistbar.
Bisher wurden bereits 352 betreubare Wohnungen in Linz fertig gestellt. 42 Einheiten befinden sich derzeit im Bau. Nach Abschluss aller derzeitig ausgeführten Bautätigkeiten im Jahr 2010/11 werden insgesamt 394 betreubare Wohneinheiten in Linz zur Verfügung stehen.
| Projekte | Einheiten | Lage | Bauträger |
|---|---|---|---|
| Bethlehemstraße | 32 | Zentrum | GWG |
| Sennweg | 18 | Ebelsberg | WAG |
| Flötzerweg | 18 | Neue Heimat | Stadt Linz |
| Haselgrabenweg | 15 | Urfahr | Baureform |
| Lenaupark | 15 | Bulgariplatz | Baureform |
| Ferihumerstraße | 32 | Urfahr | ASB |
| Rudolfstraße I | 44 | Urfahr | GWG |
| Rudolfstraße II | 28 | Urfahr | GWG |
| Lebensoase Kaplitzstraße | 37 | Oed-Bergern | WAG |
| Borromäus | 15 | Zentrum | Caritas |
| Hochwangerstraße | 32 | Kleinmünchen | GWG |
| Dürerstraße | 25 | Kleinmünchen | GWG |
| Karl-Steiger-Straße | 33 | Kleinmünchen | VLW |
| Koplinghaus | 8 | Zentrum | Kolpingverein |
| Projekte | Einheiten | Lage | Bauträger |
|---|---|---|---|
| Seniorenzentrum Pichling | 25 | Pichling | GWG |
| Pfarre Guter Hirte | 12 | Neue Heimat | Caritas |
| Seniorenzentrum Körnerstraße | 5 | Kaplanhof | Diakonie |
| Summe | 394 |
Mit Stand 1. Jänner 2010 gibt es in Linz 352 betreubare Wohnungen. Weitere 42 sind derzeit in Bau. Diese insgesamt 394 Wohnungen hätten laut altem Bedarfsentwicklungsplan des Landes Oberösterreichs (BEP) von 1996, der 390 betreubare Wohnungen bis 2010 vorgesehen hat, ausgereicht. Allerdings haben sich die Vorgabe durch eine Neuauflage des BEP mehrmals massiv verändert: Darin ist nämlich gefordert, dass für drei Prozent der Generation 70+ eine betreubare Wohnung zur Verfügung stehen soll.
| BEP 1996 |
BEP 2006 (Stand: November 2005) |
BEP 2006 (Stand: November 2006) |
BEP 2006 (Stand: Oktober 2007) |
|
|---|---|---|---|---|
| Linz-Stadt BEP 2010 | 390 | 619 | 472 | 590 |
| Linz-Stadt BEP 2015 | 492 | 615 |
Vergleicht man den Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes Oö. von 2006 mit Stand November 2006 und Stand Oktober 2007, so ergibt sich innerhalb eines Jahres ein Mehrbedarf von 123 Wohneinheiten für 2015. Die Stadt Linz hat auf diese neuen Anforderungen prompt reagiert und ein Standort- und Realisierungskonzept für einen weiteren Ausbau erarbeitet. Bis 2015 könnten so insgesamt 710 betreubare Wohnungen verwirklicht werden. Das sind um 95 Wohneinheiten mehr als vom Land Oö. gefordert.
| Projekte | Anzahl Betreubare Wohnungen | Fertigstellung |
Geschätzte Kosten (ohne USt) |
Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
|
Pichling Stadt Linz |
25 | Frühjahr 2010 | 1 800 000 | Neubau |
|
Körnerstraße Diakonie |
5 | Frühjahr 2011 | 470 000 | Neubau |
|
Pfarre Guter Hirte Caritas |
12 | 2011 | 800 000 | Zubau |
| Summe | 42 | 3 070 000 |
42 betreubare Wohnungen werden derzeit in Linz zu einem Gesamtwert von 12,9 Millionen Euro errichtet. Die drei Projekte werden bis Mitte 2011 abgeschlossen sein.
Die GWG errichtet im Auftrag der Stadt Linz in Pichling auf einem 8 000 Quadratmeter großen Grundstück am Falterweg ein Seniorenzentrum für 64 BewohnerInnen. Ein eigenes, baulich getrenntes, Gebäude für 25 betreubare Wohnungen mit je 50 Quadratmetern Wohnfläche entsteht dort ebenfalls. Die Wohnungen werden im August 2010 bezugsfertig sein. Den EU-weiten Architekturwettbewerb haben die Architekten DI Christoph Karl und Mag. Andreas Bremhorst aus Wien Ende 2006 gewonnen. Für die betreubaren Wohnungen wurden Kosten von 1,8 Millionen Euro veranschlagt.
In der Pfarre Guter Hirte werden von der Wohnungsgesellschaft Neue Heimat im Auftrag der Caritas leer stehende Kindergartenräume seit dem Frühjahr 2009 in drei betreubare Wohnungen umgebaut. Außerdem soll ein Zubau mit neun jeweils 51 Quadratmeter großen betreubaren Wohnungen nach den Plänen der Architekten Dürrhammer/Heckmann aus Traun geschaffen werden. Die Kosten betragen 800 000 Euro. Die neuen BewohnerInnen werden dort nach dem Konzept des intergenerativen Betreubaren Wohnens regelmäßig von den Kindern des Pfarrkindergartens besucht.
Nach den Plänen des Architekturbüros Ertl sollen neben dem Seniorenzentrum auch fünf betreubare Wohnungen mit Kosten von etwa 300 000 Euro an der Körnerstraße im Kaplanhofviertel entstehen. Bauherr ist die Evangelische Diakonie. Nach den Abbrucharbeiten des Schwesterntraktes wurden die Bauarbeiten zur Jahresmitte 2009 gestartet. Der Neubau neben dem Diakonissenkrankenhaus wird im Frühjahr 2011 fertig.
Für das Jahr 2015 sieht der derzeitige Bedarfserhebungsplan des Landes Oberösterreichs insgesamt 615 betreubare Wohnungen für Linz vor. Ein Standort- und Realisierungskonzept hat mehrere Areale für geeignet empfunden, zusätzliche SeniorInnenwohnungen zu errichten. 318 betreubare Wohnungen könnten auf diesen Flächen aus Sicht der Stadt verwirklicht werden:
| Projekte | Anzahl Betreubare Wohneinheiten | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Betreubares Wohnen Liebigstraße | 50 | Neubau |
| Betreubares Wohnen Frachtenbahnhof | 50 | Neubau |
| Betreubares Wohnen Ellbognerstraße | 40 | Neubau |
| Muldenstraße 3a (Spallerhf | 50 | Umbau des bestehenden Wohnheims |
| Straßlandweg (Kleinmünchen) | 30 | Neubau |
| Betreutes Wohnen der Diakonissen Weißenwolffstraße | 48 | Neubau |
| Lebensoase Maderspergerstraße | 32 | Neubau |
| Betreutes Wohnen Kreuzschwestern | 18 | Neubau |
| Summe | 318 |
Nach Realisierung aller Projekte würden 2015 inklusive der jetzt bereits bestehenden Einheiten insgesamt zirka 710 betreubare Wohnungen in Linz zur Verfügung stehen. Der aktuelle Bedarfsentwicklungsplan des Landes Oberösterreichs wäre dann mit knapp 100 Wohneinheiten sogar übertroffen.
Nach Fertigstellung des städtischen Pflegeheims in Pichling und der privaten Einrichtungen der Kreuzschwestern, der Diakonie und der Caritas plant die Stadt den Bau eines weiteren Pflegeheims an der Liebigstraße. Bis zu 135 Pflegebetten sowie 50 betreubare Wohnungen sind geplant. Die Wohnungsgesellschaft GWG ist bereits beauftragt, einen Wettbewerb für dieses Heim, die betreubaren Wohnungen und eine Kinderbetreuungseinrichtung am Areal Liebigstraße vorzubereiten.
Im Stadtteil Neue Heimat entsteht eine neue Wohnanlage an der Ellbognerstraße. Um auch älteren BewohnerInnen aus der Umgebung seniorengerechtes Wohnen zu ermöglichen, werden ca. 40 betreubare Wohnungen dort im Zuge der Bauarbeiten miterrichtet. Mit dem Baubeginn ist demnächst zu rechnen.
Das Seniorenwohnheim Spallerhof an der Muldenstraße 3a soll nach Auszug der 45 Übergangs-BewohnerInnen des Heimes Rudigier abgerissen werden. An seiner Stelle sollen ab 2011 von der GWG 50 betreubare Wohnungen errichtet werden.
Zirka 750 neue Wohnungen könnten in Zukunft am ehemaligen Frachtenbahnhofareal entstehen. Auch für ältere Menschen plant die Stadt dort geeignete Wohnräumlichkeiten und schafft die notwendigen Voraussetzungen für 50 betreubare Wohnungen.
Die Diakonissen (Träger Evangelisches Diakoniewerk) planen auf der Basis eines Projekts des Architekturbüros Kneidinger an der Weißenwolffstraße in einem ersten Bauabschnitt die Errichtung von 48 betreuten Wohneinheiten ab 2012. Die Realisierung soll durch die WAG erfolgen. Der erste Bauabschnitt ist in einen Spitalserweiterungsbau der Diakonissen westlich des Diakonissen-Altbaus integriert.
Die Wohnungsgesellschaft WAG errichtet ab dem Frühjahr 2010 im Auftrag der Volkshilfe an der Maderspergerstraße eine neue Einrichtung für betreutes Wohnen. 24 frei finanzierte Wohneinheiten mit Größen zwischen 44 und 65 Quadratmetern sollen dort in rund eineinhalbjähriger Bauzeit entstehen. Auch acht Wohnungen für Demenzkranke sind vorgesehen.
Im Rahmen des neuen Seniorenheims Rudigier errichten die Kreuzschwestern im dritten Bauabschnitt dieses Projekts auch 18 Wohneinheiten auf drei Geschoßen für betreutes Wohnen. Baubeginn ist voraussichtlich im kommenden Jahr, die Fertigstellung ist bis 2012 geplant.
(Informationsunterlage für die Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema "Seit 10 Jahren betreubares Wohnen in Linz")
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