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Personen im Rollstuhl
SOZIALES

Linzer Sozialprojekt Jobimpuls weiterhin erfolgreich

Im Krisenjahr 2009 konnten 312 am Arbeitsmarkt chancenlose Menschen Beschäftigung finden 
2010 soll es bis zu 350 Jobimpuls-Stellen geben 
Stadt gibt jährlich 3,2 Millionen Euro dafür aus

Die Stadt Linz hat sich mit dem Beschäftigungsprojekt Jobimpuls die Aufgabe gesetzt, Menschen zu helfen, denen es aus sozialen, psychischen und physischen Gründen nicht möglich ist, einen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Langfristig fallen diese oftmals in die Betreuung der Sozialhilfe und finden aus eigener Kraft kaum den Weg zurück in ein normales Berufsleben. Die Stadt Linz versucht mit ihrem Beschäftigungsprogramm Jobimpuls, das vor 18 Jahren seinen Anfang nahm, diesen benachteiligten Menschen eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Stadt Linz gibt jährlich rund 3,2 Millionen Euro für dieses Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramm aus.
Jobimpuls beschäftigt SozialhilfeempfängerInnen, Menschen mit Beein-trächtigungen sowie Hilfesuchende, die keine adäquate Anstellung finden. Durch einen individuell angepassten Arbeitsplatz, durch eine intensive Betreuung und durch das Angebot einer Aus- und Weiterbildung können sie beruflich integriert und mit nachhaltigem Erfolg stabilisiert werden. Auch sozial auffällige Jugendliche können mit Jobimpuls wieder ins Berufsleben integriert werden.

Die angebotenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind sehr vielschichtig und reichen z. B. über Kurse und Lehrausbildung bis hin zur Matura.

Die Zahl der Betreuten ist im Ansteigen begriffen, von 248 Personen vor zehn Jahren auf 312 im Jahr 2009. In der Alterskurve der betreuten Personen sind die 19- bis 25-Jährigen am stärksten vertreten, gefolgt von 26- bis 35-Jährigen, und nimmt ab dem 45. Lebensjahr kontinuierlich ab. Aber auch Personen zwischen 60 und 65 werden noch betreut.

Die Betreuungsmaßnahmen erfolgen in verschiedensten Magistratsdienststellen, z.B. in den Seniorenzentren, aber auch in sozial ausgerichteten Vereinen (ARGE Obdachlose, SOMA, Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit).

Langfristige Arbeitsverträge und eine durchschnittliche Beschäftigungsdauer von zwei bis sechs Jahren sollen eine nachhaltige Wiedereingliederung ins Arbeitsleben ermöglichen. Pro Jahr können rund 80 Personen das Ausbildungsprogramm von Jobimpuls verlassen und sind nicht mehr auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen.

2009 wurden 312 Personen in diesem Projekt beschäftigt. Rund 25 Prozent beenden jedes Jahr das Beschäftigungsverhältnis. Sie finden nach diesem Projekt entweder einen Anschluss im primären Arbeitsmarkt oder erreichen durch die erworbenen Versicherungszeiten wieder die Betreuung des Arbeitsmarktservices oder der Pensionsversicherung.

Im heurigen Jahr nimmt sich der Linzer Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger vor, das Angebot an Jobimpuls-Stellen auf 350 zu erhöhen. Dies würde einem bisher noch nie erreichten Höchststand entsprechen.

„Jobimpuls ist eine wichtige Einrichtung, um Menschen die Rückkehr in ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Durch ein geordnetes Arbeitsverhältnis wird dafür die Grundlage geschaffen“, sagt Luger. 

Jobimpuls, das Beschäftigungsprogramm der Stadt Linz

Das städtische Beschäftigungsprogramm bietet arbeitslosen und benachteiligten Menschen eine Möglichkeit für eine Re-Integration in den Arbeitsmarkt. Durch eine adäquate Beschäftigung, soziale Betreuung oder eine Aus- und Weiterbildung soll für sie der Weg zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben ermöglicht werden. Die gesetzlichen Grundlagen für diese Initiative der Stadt Linz basieren auf den Vorgaben im OÖ. Sozialhilfegesetz, dem Landesgesetz – betreffend die Chancengleichheit von Menschen mit Beeinträchtigung – sowie den Maßnahmen im Rahmen der Jugendwohlfahrt.

Das Angebot an vermittelbaren Arbeitsplätzen ist in den vergangenen zehn Jahren durchwegs gestiegen. So zeigt der Vergleich eine Steigerung der Beschäftigten pro Jahr von 248 Personen 1999 auf 312 im vergangenen Jahr.

Wer wird Jobimpuls-MitarbeiterIn?

Die Zielgruppe für dieses Programm richtet sich vorrangig an Linzer SozialhilfeempfängerInnen, Menschen mit Beeinträchtigungen und komplexen Problemlagen sowie Hilfesuchende, die trotz entsprechender Bemühungen keine Erwerbsmöglichkeiten finden. Auch sozial auffällige Jugendliche und junge Erwachsene sollen mit passgenauen Arbeitsplätzen und intensiver Betreuung die Wiedereingliederung in das Berufsleben ermöglicht werden.

Typische Problemlagen von Jobimpuls-TeilnehmerInnen sind: 

  • Personen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen
  • Personen in sozialen Problemlagen (z.B. Haftentlassene, Suchtkranke, überschuldete Menschen)
  • Menschen mit instabilen familiären Verhältnissen (z.B. Alleinerziehende in Notlagen, schwangere Frauen ohne finanziellen Rückhalt)
  • Personen mit soziokulturellen Benachteiligungen, körperlichen und psychischen Einschränkungen und sprachlichem Förderbedarf
  • Sozial auffällige Jugendliche und junge Erwachsene ohne berufliche Perspektiven (z.B. lernschwache Jugendliche, Randgruppen wie Obdachlose, Punks und junge arbeitslose Schul-  oder Lehrstellen-AbbrecherInnen)

Inhaltliche Schwerpunkte des Projektes

Viele der beschäftigten Jobimpuls-MitarbeiterInnen nützten 2009 die Chance, im Rahmen des befristeten Arbeitsvertrages berufsbegleitend eine Aus- oder Weiterbildung abzuschließen. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielschichtig und reichen vom Angebot einer außerordentlichen Lehre, Kursmaßnahmen wie Sprach- und EDV-Kurse bis hin zur Nostrifikation und HAK-Matura. Mit einem passgenauen Arbeitsplatz, Jobcoaching, Sozialbetreuung und Nachhilfeunterricht können somit viele Jobimpuls-MitarbeiterInnen einen Schul- oder beruflichen Abschluss erlangen.

Im Rahmen von Jobimpuls ermöglicht eine Reihe von Prozessen die persönliche Entwicklung der TeilnehmerInnen, die letztlich zu einer (Re-)Integration in entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten führen kann.

So zum Beispiel stabilisiert der regelmäßige strukturierte Alltag und Erwerb von Kompetenzen die Stärkung des Selbstwerts und der Eigenverantwortung der MitarbeiterInnen. Das Erlangen von Berufspraxis und eine berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung erhöhen deren Vermittlungsquoten. Die Arbeits- und Selbsterhaltungsmöglichkeit sichert den eigenen Lebenserhalt, darüber hinaus werden Ansprüche nach dem Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsgesetz erreicht. Vor allem aber entwickelt sich durch Anerkennung der Arbeitsleistung eine Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls.

Altersgruppen: 20-30-Jährige am meisten betroffen

Der Großteil der MitarbeiterInnen des städtischen Beschäftigungsprogramms ist im Alter von 19 bis 50 Jahren. Mit 70 Personen war die Gruppe der 19- bis 25-Jährigen am Größten. Von 26 bis 50 Jahre sind die unterschiedlichen  Gruppengrößen zwischen 20 und 30 Personen. Am geringsten vertreten sind Menschen ab 61 Jahren. Hier gab es letztes Jahr nur sieben Teilnehmerinnen.

Altersgruppen der Jobimpulsbeschäftigten 2009

Arbeitsplätze: Neben dem Magistrat beschäftigen Linzer Vereine am meisten Jobimpuls-MitarbeiterInnen

Kern der Beschäftigungsmaßnahme Jobimpuls ist der Arbeitsplatz, an dem der/die jeweilige Jobimpuls-MitarbeiterIn eingesetzt wird. Vorwiegend werden diese am Magistrat Linz oder von verschiedenen Vereinen und Sozialeinrichtungen bereitgestellt. Innerhalb des Magistrats waren die Jobimpuls-MitarbeiterInnen 2009 vorwiegend in der Bezirks- und Sozialverwaltung, im Facility Management sowie den städtischen Seniorenzentren beschäftigt. Außerhalb der Stadtverwaltung sind sie bei der ARGE Obdachlose, im Sozialmarkt SOMA und im Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit im Einsatz.

Einsatzstellen und Anzahl der insgesamt 312 Jobimpuls-MitarbeiterInnen 2009

(UGL = Unternehmensgruppe Stadt Linz)

Auf die Wahl der passenden Dienststelle wird jeweils großes Augenmerk gelegt. Arbeiten im Außenbereich wie beispielsweise Pflege der Grünanlage, Kehr- und Reinigungsdienste, Botengänge, Bürohilfsdienste, Tätigkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich (Reinigungsdienste, Küchenhilfe etc.) werden mit den Wünschen und Vorstellungen der Betroffenen soweit als möglich koordiniert. Bereits erworbene Ausbildungen, Qualifikationen und Erfahrungen fließen in die Entscheidungsfindung ein. Niemand soll gegen den eigenen Willen an einer bestimmten Stelle beschäftigt werden. Gleichzeitig soll die Beschäftigung im Lebenszusammenhang Sinn machen und realistische Zukunftsperspektiven schaffen. Die Bezugsperson ist einerseits der/die unmittelbare Vorgesetzte am Arbeitsplatz der Jobimpuls-MitarbeiterInnen, andererseits auch Vorbild, Vertrauensperson und BegleiterIn während der Beschäftigungszeit.

Tätigkeiten: hauptsächlich Hilfsdienste

Im vergangenen Jahr waren von insgesamt 312 Jobimpuls-Beschäftigten 54 Prozent oder 170 Personen weiblich. Die am häufigsten ausgeübte Tätigkeit war die einer Hilfskraft. 107 Männer und 84 Frauen wurden dabei beschäftigt. Gefolgt von den Bürohilfskräften. Hauswirtschaftliche Hilfskräfte waren fast ausschließlich Frauen.

Langfristige Arbeitsverträge

Je nach Zielsetzung wird der Arbeitsvertrag für Jobimpuls-MitarbeiterInnen für einen Zeitraum von einem Jahr bis zu fünf Jahren abgeschlossen. Die Wochenarbeitszeit von 25 Stunden richtet sich nach den Betriebszeiten der Dienststellen und der zumutbaren Beschäftigungsmöglichkeit der MitarbeiterInnen (z.B. Kinderbetreuungspflichten, Ausbildungszeiten und therapeutische Maßnahmen). Arbeitsverträge für Menschen mit Beeinträchtigungen, die im Rahmen des Chancengleichheitsgesetzes des Landes beschäftigt sind, werden bis zu zehn Jahren abgeschlossen.

Beschäftigungsdauer im Durchschnitt zwischen zwei und sechs Jahre

Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer bei Jobimpuls wird unterschieden in Arbeitsplätzen nach dem Chancengleichheitsgesetz (ChG) und dem Sozialhilfegesetz (ShG) inklusive der Jugendwohlfahrt (JW). Dabei ergeben sich unterschiedlich lange Beschäftigungsverhältnisse. 2009 lag der durchschnittliche Jahreswert nach dem Chancengleichheitsgesetz bei rund 6,4 Jahren. Hingegen bei 1,9 Jahren nach dem Sozialhilfegesetz und der Jugendwohlfahrt.

Bei einer Arbeitszeit von 25 Wochenstunden bekommen die MitarbeiterInnen einen einheitlichen Bruttolohn von 742,48 Euro sowie den Aktivpass für das gesamte Verkehrsnetz der Stadt Linz.

Entwicklung nach Jobimpuls-Teilnahme

Rund 80 Personen verlassen jährlich das Jobimpuls-Programm. 2009 waren es 77. Die Ursachen dafür sind entweder das reguläre Ende des Arbeitsvertrages, der Eintritt in die Karenz / Mutterschutz oder der Wechsel in einen anderen Arbeitsmarkt. 54 Prozent haben durch ihre Tätigkeiten in Jobimpuls Versicherungszeiten beim Arbeitsmarktservice erlangt und werden nach Abschluss des Programms vom AMS weiter betreut. Zehn Personen konnten eine Arbeitsstelle im 1. und 2. Arbeitsmarkt finden und ebenso viele Frauen gingen in den Mutterschutz. Vier konnten nach ihrer Beschäftigung in die Pension übertreten.

Ganz wesentlich für die Stadt Linz ist dabei immer, dass der überwiegende Anteil der ausgeschiedenen Personen nicht mehr auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen ist. Nur drei Prozent der TeilnehmerInnen konnten nach Abschluss nicht vermittelt werden und fielen wieder unter die Sozialhilferichtlinien.

Finanzieller Nutzen für Jobimpuls-MitarbeiterInnen

Ein längerfristiges versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bedeutet nicht nur „kein/e SozialhilfeempfängerIn mehr sein zu müssen“, sondern die materielle Verbesserung der persönlichen Lebenssituation und eine (erneute) Absicherung durch die gesetzliche Beitragsleistung zur Sozialversicherung (Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung). Dies wiederum entlastet die Stadt als zuständigen Sozialhilfeträger. Spitals-, Kur- und Medikamentenkosten werden (wieder) von der Gebietskrankenkasse getragen. Jobimpuls-MitarbeiterInnen erwerben durch das Arbeitsverhältnis Versicherungs- und Beitragszeiten, die dazu führen, dass nach der Beendigung des befristeten Arbeitsvertrages zumindest Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung wahrgenommen werden können.

Kosten für Projekt Jobimpuls

Die Stadt Linz gibt jährlich 3,2 Millionen Euro für das Projekt Jobimpuls aus. Nachfolgend eine Übersicht über die Ausgaben für Jobimpuls (ohne Personalkosten) in den Jahren 2005 und 2009:

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Jobimpuls“)

Gesammelte Grafiken und Tabellen (PDF, 50 kB) (neues Fenster).

Für Medienanfragen:
Robert Hubmann  Tel.: +43 732 7070 1367

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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