Maßnahmen für die Linzerinnen und Linzer
14,8 Prozent der Linzer Gesamtbevölkerung sind AusländerInnen. Bislang wurde Integration in der Linzer Stadtregierung als so genannte Querschnittsaufgabe verstanden, die von den verschiedenen Bereichen wahrgenommen wurde. Mit Beginn der derzeitigen Gemeinderatsperiode gibt es in Linz ein eigenes Integrationsressort, mit der Aufgabe, die Maßnahmen noch besser zu koordinieren und die Kräfte zu bündeln.
Bereits Ende November 2009 kündigte Vizebürgermeister Klaus Luger an, ein eigenes Paket für Integrationsmaßnahmen zu erarbeiten, das allen Linzerinnen und Linzern zugute kommen soll. Das nun fertig gestellte Maßnahmenpaket Integration mit dem Titel „Für den besseren Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ soll nachhaltige Aktivitäten im Integrationsbereich setzen. Dabei gilt es, Integration und ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft als ein gesamtgesellschaftliches Anliegen zu verankern. Der Sprachförderung kommt dabei ein zentraler Stellenwert zu.
Ingesamt umfasst das Maßnahmenpaket Integration 21 Ansätze und Projekte zu neun Themenbereichen. Das Maßnahmenpaket beinhaltet hauptsächlich Ansatzpunkte, die im eigenen Wirkungsbereich der Stadt Linz auch in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden können. Das entwickelte Integrationspaket forciert Maßnahmen im Bereich der Sprach- und Lernförderung sowie in den Bereichen Gesundheit, Sport, Kultur, Verwaltung, Jugend und Freizeit. Ganz wesentlich gelten auch Integrationsmaßnahmen im Wohnumfeld sowie Projekte für eine Verbesserung der Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus.
„Linz soll eine Stadt sein, in der die Menschen möglichst gute Lebenschancen vorfinden. Ein konfliktfreies Miteinander muss eines der Ziele sein. Das Maßnahmenpaket Integration setzt hier entsprechende Initiativen und soll allen Linzerinnen und Linzern zu Gute kommen. Je besser die Integration Fremder und Zugewanderter klappt, desto höher ist die Zufriedenheit der gesamten Bevölkerung,“ unterstreicht Vizebürgermeister Luger die Bedeutung des Integrationsmaßnahmenpakets.
Die kontrollierte Zuwanderung ausländischer BürgerInnen ist längst Fakt. Eine wirksame und nachhaltige Integration der neuen MitbürgerInnen ist gefragt. Chancengleichheit für alle legal in Österreich lebenden Menschen ist Voraussetzung für die Sicherung des Zusammenhalts unserer Gesellschaft.
Vergleicht man die Absolutzahlen der Einbürgerungen in Oberösterreich in den vergangenen Jahren, so kann man erkennen, dass im „Rekordjahr“ 2003 in Oberösterreich 7 314 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten haben. Im Jahr 2009 wurde nur mehr an 1 313 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, also weniger als ein Fünftel. Bundesweit wurden gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2008 um 22,2 Prozent weniger Menschen eingebürgert. Dafür ist im Wesentlichen die Novelle zum Staatsbürgerschaftsgesetz verantwortlich, die den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft an strengere Voraussetzungen als zuvor knüpfte. Sie trat im März 2006 in Kraft.
Zwei wesentliche Zuwanderungstrends für die nächsten Jahre gelten unter ExpertInnen als wahrscheinlich: Einerseits wird die Bedeutung der EU-Binnenmigration weiter zunehmen. Diese Binnenmigration wird für das neue Jahrzehnt die dominante Form der Zuwanderung bilden. Andererseits wird die Bedeutung der Drittstaatsmigration relativ stagnieren. In den vergangenen 15 Jahren wechselte die Herkunft der MigrantInnen zusehends von den traditionellen „Gastarbeiterländern“ zu den EU-Mitgliedsstaaten.
Die Statistiken zeigen, dass immer mehr Zuwanderer auch aus anderen EU-Staaten nach Österreich kommen. Die Erweiterungsrunden der EU 2004 und 2007 haben deutliche Spuren im Migrationsgeschehen Österreichs hinterlassen. Im Gegenzug ist die Migration aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei, welche bis Mitte der 1990er Jahre überwiegend die Zuwanderung nach Österreich prägte, in den letzten Jahren stark zurück gegangen. Durch die Wanderungsbewegungen unterliegen vor allem Städte, auch historisch, einer stetigen Veränderung ihrer Bevölkerungsstruktur. Dies erzielt starke Auswirkungen auf Identität, Vielfalt, Zugehörigkeit und somit auf den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft.
Integration im Sinne eines möglichst konfliktfreien Zusammenlebens findet zum Großteil konkret in Städten und Gemeinden statt – der Stadtteil, das Wohnviertel, der Arbeitsplatz, der Kindergarten und die Schule sind Orte des alltäglichen Kontakts zwischen Zugewanderten und Einheimischen. Integration vollzieht sich somit in erster Linie in den Kommunen.
Am 1. Jänner 2010 waren in Linz 189 680 Menschen mit Hauptwohnsitz gemeldet. 28 034 Menschen oder 14,8 Prozent der Gesamtbevölkerung sind davon keine österreichischen StaatsbürgerInnen. Der Anteil der AusländerInnen in den statistischen Bezirken der Stadt Linz reicht von 4,8 Prozent im Stadtteil Spallerhof bis zu einem Anteil von 27,2 Prozent im Makartviertel.
Linz hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Stadt zu sein, in der die Menschen möglichst gute Lebenschancen vorfinden. Ein konfliktfreies Miteinander ist anzustreben. Durch entsprechende Initiativen kann dies unterstützt werden. Die im Maßnahmenpaket dargestellten Ansätze sollen vor allem dazu beitragen, das Zusammenleben von MigrantInnen und Einheimischen auf Basis von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung zu bewältigen. Dabei gilt es, Integration und ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft als ein gesamtgesellschaftliches Anliegen zu verankern. Integration ist kein einseitiger Anpassungsprozess, sie setzt Dialogbereitschaft und Aufeinanderzugehen aller Beteiligten voraus. Integration darf nicht mit Assimilation verwechselt werden.
Das vorliegende Integrationspaket forciert Maßnahmen im Bereich der Sprach- und Lernförderung sowie in den Bereichen Gesundheit, Sport, Kultur, Verwaltung, Jugend und Freizeit. Ganz wesentlich gelten auch Integrationsmaßnahmen im Wohnumfeld sowie Projekte für eine Verbesserung der Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus.
Die vom Bund sowie vom Land Oberösterreich entwickelten Programme – Nationaler Aktionsplan für Integration, Integrationsleitbild des Landes Oberösterreich – wurden bei der Erstellung des Maßnahmenkatalogs der Stadt Linz rezipiert. Im Maßnahmenpaket finden sich primär jene Ansatzpunkte, die im eigenen Wirkungsbereich der Stadt Linz auch in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden können. Die Integrationsagenden der Länder- beziehungsweise der Bundesebene werden vom Linzer Maßnahmenpaket nicht berührt. Die Stadt Linz wird aber auch das Land Oberösterreich in die Verantwortung nehmen. Eigene Landesprogramme und die Mitfinanzierung der städtischen werden erwartet. Um nachhaltige Aktivitäten im Integrationsbereich zu setzen, wurde dieses vorliegende Maßnahmenpaket entwickelt.
Das Bildungssystem ist bis heute das zentrale System bei der Zuteilung von Lebenschancen. Aus vielen Studien ist bekannt, dass Bildungschancen noch immer massiv von der sozialen Herkunft abhängig sind und es kaum zu einem Ausgleich unterschiedlicher Startvoraussetzungen kommt. In den vergangenen Jahren wurden von der Stadt Linz in den institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen zahlreiche sprachorientierte Förderprogramme umgesetzt. Die Stadt kann aufgrund ihrer Kompetenzen nicht in das Bildungssystem eingreifen. In jenen Segmenten, in denen die Stadt Linz Entscheidungs- und Umsetzungsbefugnisse besitzt, werden zusätzliche Maßnahmen gesetzt. Dem Kindergarten als vorschulische Bildungseinrichtung kommt dabei eine zentrale Rolle zu.
Eine besonders wichtige Integrationsmaßnahme soll Bereich der Sprachförderung in den städtischen Kindergärten gesetzt werden. MigrantInnen- und Flüchtlingskinder, die besondere Defizite in der Beherrschung der deutschen Sprache aufweisen, werden gezielter gefördert. Dafür gilt es, die entsprechenden personellen Ressourcen zu schaffen, um ab 2011 diese Fördermaßnahme umsetzen zu können.
Eine wichtige Maßnahme – sowohl zur muttersprachlichen als auch zur Deutsch Förderung – stellt das so genannte Rucksack-Modell dar. Es handelt sich um ein mehrstufiges Programm, das neben der Förderung der Mehrsprachigkeit bei MigrantInnenkinder auch eine intensive Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess zum Ziel hat. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergarten wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kinder aus. Das seit 2008 bestehende Rucksack-Projekt in den städtischen Kindergärten wird seit 2010 kontinuierlich erweitert. Seit Mitte März sind insgesamt zwölf muttersprachlich ausgebildete Sprachtrainerinnen in den städtischen Kindergärten im Einsatz um die Rucksack-Mütter zu trainieren. Dieses Angebot in den städtischen Kindergärten soll bedarfsorientiert ausgebaut werden.
Bildungserfolge hängen sehr stark vom sozialen Status und vom Bildungshintergrund der Eltern ab. Vor allem Mütter nehmen hier eine großen Stellenwert ein. Zum Teil stammen Migrantinnen aus bildungsferneren Schichten, wenige sind in ihrer Muttersprache ausreichend alphabetisiert. Um diese Gruppe der Frauen zu erreichen, bedarf es spezieller Angebote an Sprach- beziehungsweise Alphabetisierungskursen. Mit dem Projekt „Mama lernt Deutsch“ wird genau das erreicht. Um die Zielgruppe besser erreichen zu können, werden die Kurse an für die Mütter leicht erreichbaren und vertrauten Standorten durchgeführt. Die Stadt Linz will diese Integrationsmaßnahme ausbauen.
Zur Verbesserung der Lesefertigkeit soll als wichtiger Handlungsschritt das Projekt Lese-Tandem umgesetzt werden. Schwache LeserInnen können dem textbasierten Unterricht in den verschiedenen Schulfächern nur unzureichend folgen und sich die Lerninhalte schwerer aneignen, was schnell zu schlechten Leistungen führt. Erwachsene unterstützen jüngere Kinder dabei, das Lesen zu üben.
Fremdsprachige Medien dienen Eltern und Kindern als Lernhilfen und tragen somit auch einen wichtigen Teil zur Sprachförderung bei. Daher soll die Fremdsprachen-Bibliothek im Wissensturm stetig ausgebaut werden. Neben Lernhilfen, zweisprachigen Werken und Texten in vereinfachtem Deutsch sollen auch fremdsprachige Bildwörterbücher angeboten werden, um Integration von fremdsprachigen Kindern und Erwachsenen zu fördern.
MigrantInnen bringen Fähigkeiten und Potenziale mit, die derzeit nur unzureichend genutzt werden. Dies gilt besonders für Kinder und Jugendliche. In den internationalen Vergleichsstudien PISA und PIRLS werden für Österreich relativ große Leistungsdifferenzen zwischen SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund berichtet. Um einem negativen Bildungstrend jugendlicher MigrantInnen entgegenzuwirken, müssten dringend Maßnahmen gesetzt werden. Die Stadt Linz kann in ihrem eigenen Wirkungsbereich die Lernförderung in den Horten verstärken.
In den Horten der Kinder- und Jugend-Services Linz (KJS) wird die Lernförderung aller Kinder in Zukunft einen noch höheren Stellenwert einnehmen. In dieser erst zu erarbeitenden Konzeption wird der Lernförderung von Kindern mit Migrationshintergrund besonderes Augenmerk gewidmet werden.
Eine weitere Integrationsmaßnahme der Stadt Linz wird in einer gezielten Lernförderung sowie in der Unterstützung bei der Hausübungsbetreuung jener Kinder beziehungsweise Jugendlicher liegen, die keinen städtischen Hort besuchen. In Kooperation mit der VHS Linz und Vereinen sollen Kinder außerschulisch unterstützt werden. Einerseits werden die Kinder bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben durch individuelle Lernbetreuung unterstützt, andererseits sieht diese Fördermaßnahme eine intensive Sprachbetreuung in Deutsch vor.
Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Bildungsinstitutionen mit den Eltern ist ein unverzichtbarer Schlüssel für den Lern- und Bildungserfolg der Kinder. Familien stellen wesentliche Weichen für den Bildungserfolg. Sie beeinflussen die persönlichen und beruflichen Perspektiven der Kinder. Es ist wichtig, Eltern am Alltag der jeweiligen Einrichtung teilhaben zu lassen, damit sie die Vielfalt der Sprachen und Kulturen als Chance und Bereicherung für ihre Kinder erfahren können. Familien mit Migrationshintergrund haben historisch und kulturell bedingt häufig einen vom österreichischen Verständnis der Rolle von Bildungsinstitutionen abweichenden Zugang.
Mit dem Aufbau von sprachen- und ethnienorientierten Elternvereinen soll die Integration von MigrantInnen in das Bildungssystem gefördert werden. Die Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Schule soll mit Hilfe dieses Projekts verbessert werden. Der Migrations- und Integrationsbeirat strebt gemeinsam mit unterschiedlichen Vereinen und engagierten Eltern an, bis zum Beginn des neuen Schuljahres 2010/11 ethnischorientierte Elternvereine ins Leben zu rufen.
In den Einrichtungen der KJS werden Eltern verstärkt in die pädagogische Arbeit der Kinderbetreuungseinrichtung miteingebunden werden. Mehrsprachige Informationspakete sollen auch über den weiteren Bildungsweg informieren. Durch muttersprachliche Informationsabende in den städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horten sollen die Eltern zu einer verstärkten Mitarbeit und Mitgestaltung angeregt werden.
Nahezu die Hälfte der Linzer Wohnungen befindet sich im Eigentum gemeinnütziger Wohnbaugesellschaften. Mit rund 19.000 Wohnungen ist die GWG die größte gemeinnützige Wohnungsgesellschaft in Linz. Jede/r sechste/r LinzerIn wohnt in einer GWG-Wohnung. Das Zusammenleben zwischen Einheimischen und ZuwandererInnen ist nicht immer einfach. Manchmal ist es von Konflikten geprägt. Die Anlässe für Streitigkeiten liegen zumeist in alltäglichen Problemen. Potenziale für Problemlösungen und zur Verbesserung des Zusammenlebens sind jedenfalls gegeben.
Um zukünftig eine bessere Kommunikation zu gewährleisten, soll bei der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) der Stadt Linz ein/e Integrationsbeauftragte/r eingesetzt werden. Diese/r soll zwischen MitarbeiterInnen der Hausverwaltung, ExpertInnen und KundInnen bei aktuellen Problemstellungen als Bindeglied auftreten.
Um Konflikten im Wohnumfeld vorzubeugen und gegebenenfalls bei bereits entstandenen Missverständnissen und Problemen rechtzeitig und professionell einschreiten zu können, sollen für die MitarbeiterInnen der GWG spezielle Schulungen angeboten werden.
Darüber hinaus sollen speziell ausgebildete MediatorInnen im Bedarfsfall die Beziehungen zwischen einzelnen Hausparteien verbessern. MediatorInnen sollen in Konfliktfällen als VermittlerInnen zwischen den BewohnerInnen auftreten. Die MediatorInnen sollen außerhalb der Wohnbaugesellschaften angesiedelt sein, um aus Sicht der BewohnerInnen eine neutrale Stellung einzunehmen. Die MediatorInnenarbeit soll prophylaktisch erfolgen. Die GWG wird ein dementsprechendes Pilotprojekt starten.
Vielfalt stellt grundsätzlich eine Bereicherung für die Gesellschaft dar. Kulturelle Vielfalt muss über das abstrakte Bekenntnis hinaus auch erlebbarer werden. Das Sichtbarmachen von Migration auch in der Linzer Kulturszenerie weist sicherlich Nachholbedarf auf. Dem sollte durch Veranstaltungen und Feste im öffentlichen Raum sowie durch einen verstärkten Informationsfluss zwischen AusländerInnenorganisationen und kommunalen Einrichtungen in Zukunft stärker Rechnung getragen werden.
Im Rahmen des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2009 wurde die Chance nur unzureichend genutzt, vielfältigere Akzente und Aktivitäten mit den Linzer MigrantInnenvereinen zu setzen. Um die Zusammenarbeit der Kulturen stärker zu fördern, soll das Integrationsressort ein Konzept zum Thema MigrantInnenkultur entwickeln.
Wie kaum ein anderer Gesellschaftsbereich erweist sich Sport als gemeinschaftsfördernd. Seine gruppendynamische Komponente kann eine wichtige Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen. Positive Gruppenerlebnisse steigern das Bewusstsein für Solidarität und Selbstwert. Sport ist egalitär und in seiner Vielfältigkeit allen Bevölkerungsgruppen zugänglich. Sport soll daher in Linz ein Integrationsfaktor sein, der Menschen zusammenführt.
In Linz gibt es derzeit mehr als 260 Sportvereine, die einem Dachverband angehören. Zahlreiche Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in der Regel gut ins Vereinsgeschehen integriert. Die Sportvereine haben somit einen wichtigen Stellenwert für eine gelungene Integration. Die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund soll in den Vereinen der Stadt Linz weiter forciert werden.
Immer mehr Jugendliche betreiben Sport auch außerhalb von Sportvereinen beziehungsweise nur mehr sehr unregelmäßig. Mit dem Projekt „Midnight Sports and Music“ soll Jugendlichen die Gelegenheit geboten werden, sich in entspannter Atmosphäre ohne Vereinszugehörigkeit zu bewegen, Spaß zu haben und sich für Sport zu begeistern. Dieses Projekt stellt einen neuen alternativen Zugang zum Breiten- und Trendsport dar.
Mängel unseres Gesundheitssystems werden vor allem bei Personen sichtbar, die Zugangsbarrieren überwinden müssen. Um möglichst allen LinzerInnen eine optimale gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten, ist auf die Bedürfnisse Benachteiligter besonders Rücksicht zu nehmen. Die städtischen Integrationsbemühungen tragen vorrangig dem erhöhten Informationsbedarf und dem Abbau von Sprachbarrieren für MigrantInnen Rechnung.
Unter dem Motto „Gesund in Linz“ erarbeitet das städtische Integrationsbüro (IB) eine Neuauflage der Informationsbroschüre für Zugewanderte in insgesamt neun Sprachen. Sprachbarrieren und ungenügende Informationen können für MigrantInnen erhebliche Hürden bei der Inanspruchnahme der Angebote der gesundheitlichen Versorgung in der Stadt darstellen. Vor dem Hintergrund dieser Problematik möchte diese Publikation zielgruppenorientiert und muttersprachlich den Zugang zum Gesundheitswesen erleichtern und vor allem für neu Zugewanderte eine Orientierungshilfe bieten.
Zudem plant das IB eine Informationskampagne zum Thema Gesundheit und Migration, die mit einem Symposium ihren Auftakt findet. MigrantInnenvereine werden dabei unterstützt, verstärkt ihre Mitglieder über die unterschiedlichen Angebote im Gesundheitsbereich zu informieren, um Menschen mit Migrationshintergrund Hemmschwellen und Ängste zu nehmen.
Auch für die Situation von Kindern mit Migrationshintergrund gilt: das Geschlecht, die Bildungsnähe sowie die wirtschaftliche Lage des Elternhauses spielen die entscheidende Rolle für die eigenen Entwicklungschancen. In unserer Gesellschaft gibt es zahlreiche Beispiele einer gelungenen Integration. Dennoch gibt es eine Anzahl von Jugendlichen, die Schwierigkeiten haben, sich in der österreichischen Gesellschaft zurecht zu finden. Daher ist es wichtig, auch für Jugendliche Maßnahmen zu setzen, welche Orientierungsprobleme lösen und Integrationshemmnisse nehmen. In diesem Zusammenhang sei auch auf die beabsichtigte Neukonzeptionierung der Arbeit des Vereins Jugend und Freizeit hingewiesen.
Jugendliche mit Migrationshintergrund spielen häufig mit gleichaltrigen Landsleuten. Sie haben zu wenig Kontakte außerhalb der Schule zu gleichaltrigen einheimischen SchülerInnen. Den Schulalltag verbringen sie zusammen, in der Freizeit oder in der traditionellen Jugendarbeit trennen sich jedoch oft die Wege. Mit dem Club der Begegnung möchte man dem entgegenwirken. Durch gemeinsame Feste und kulturelle, sportliche und soziale Freizeitaktivitäten sollen einheimische Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund verstärkt gemeinsam etwas unternehmen.
Mit der Medienwerkstatt im Wissensturm möchte man Jugendliche ansprechen, die sich vor allem für den Bereich Kommunikation interessieren. Inhalte dieses Projekts bestehen einerseits in der Vermittlung von Radio und Fernsehen- beziehungsweise Medien-Kompetenzen, anderseits in der Schaffung einer Kommunikations-Plattform für MigrantInnen.
Die Stadt Linz sieht sich in all ihren Planungen und Maßnahmen einer interkulturellen Orientierung verpflichtet. Die in der Stadt Linz lebenden MigrantInnen sollen gleichberechtigt an allen städtischen Angeboten und Leistungen teilhaben können. Die bestehenden Angebote und Einrichtungen sollen bedarfs- und zielgruppengerecht verändert und ergänzt werden. Die Stadt Linz versteht die interkulturelle Öffnung der Verwaltung als einen Prozess, der spezifische Qualifikationen generiert und beschreibt, über die die jeweiligen Verwaltungsbereiche verfügen sollten, um integrationskompetent und diversitätskonform zu arbeiten.
Die bisherigen Bemühungen der Stadt Linz im Bereich der interkulturellen Öffnung der Verwaltung sollen im Rahmen einer koordinierten Gesamtanalyse erfasst werden. Darüber hinaus soll es für die MitarbeiterInnen auch in Zukunft verstärkt entsprechende Fort- und Weiterbildungsangebote geben. Auch die Beschäftigung von MitarbeiterInnen mit migrantischem Hintergrund beispielsweise in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen oder in Abteilungen und Betrieben der Unternehmensgruppe Stadt Linz mit starkem Kundenkontakt soll forciert werden.
Für neu zugewanderte Menschen in Linz wird eine mehrsprachige Willkommensmappe mit unterschiedlichen Informationen erstellt werden.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Maßnahmenpaket Integration“)
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