Seitenanfang

Seitenbereiche:
DE   EN   IT   ES   CZ (neues Fenster)   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
Jugendliche
SOZIALES

Umsetzung des Maßnahmenpaket Integration auf Hochtouren

Sechs Projekte bereits umgesetzt

100 000 Euro für Sprach- und Lernförderung
600 Kinder und 200 Mütter profitieren von Förderaktivitäten

Die oberösterreichische Landeshauptstadt hat es sich zum Ziel gesetzt, den hier lebenden Menschen möglichst gute Lebenschancen zu bieten. Ende März dieses Jahres wurde das Integrationsmaßnahmenpaket „Für einen besseren Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ vorgestellt. Die darin enthaltenen Ansätze sollen vor allem dazu beitragen, das Zusammenleben von MigrantInnen und Einheimischen auf Basis von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung zu verbessern.

Nun geht es darum, die vom Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossenen Maßnahmen rasch umzusetzen. Vor allem der Sprach- und Lernförderung kommt ein hoher Stellenwert zu. Bildung ist eine Schlüsselqualifikation und entscheidet über die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen. Sechs Projekte, die den Bildungsbereich betreffen, werden daher bereits umgesetzt. Insgesamt investiert die Stadt Linz aktuell mehr als 100 000 Euro in die Sprach- und Lernförderung.

Neben einer intensiven sprachlichen Frühförderung, dem Ausbau des „Rucksack-Modells“ und einer individuellen außerschulischen Lernförderung, hat die Stadt Linz eine rasche Umsetzung der Projekte „Lese-Tandem“, „Mama lernt Deutsch“ und dem „Club der Begegnung“ forciert. Insgesamt profitieren mehr als 600 Kinder und 200 Mütter mit migrantischem Hintergrund von der Umsetzung dieser Maßnahmen.
 
„Je besser die Integration Fremder und Zugewanderter klappt, desto höher ist die Zufriedenheit der gesamten Bevölkerung. Eine zügige Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen kommt somit allen Linzerinnen und Linzern zu Gute. Die Vorbereitungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Maßnahmen und Projekte werden nun der Reihe nach in die Tat umgesetzt,“ betont Vizebürgermeister Klaus Luger.

Zügige Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen und Projekte

Das im März vom Gemeinderat beschlossene Integrationspaket forciert Maßnahmen in den Bereichen der Sprach- und Lernförderung, der Gesundheit, des Sports, der Kultur, der Verwaltung, der Jugend und der Freizeit. Ganz wesentlich gelten auch Integrationsmaßnahmen im Wohnumfeld sowie Projekte für eine Verbesserung der Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus. Ingesamt umfasst das Maßnahmenpaket 21 Projekte in neun unterschiedlichen Themenbereichen.

Derzeit wird an der konsequenten Umsetzung des Maßnahmenpakets gearbeitet. Die Vorbereitungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Einzelne Projekte sind bereits mit Erfolg gestartet.

Mehr als 100 000 Euro für intensive Sprach- und Lernförderung

Sechs Projekte, vor allem in der Sprach- und Lernförderung, sind bereits im Laufen. Insgesamt investiert die Stadt Linz 101 700 Euro für diese Projekte. 40 Prozent der Kosten einzelner Projekte finanziert das Land Oberösterreich mit.

Projekt  Kosten 
Intensivere sprachliche Frühförderung  7 300 Euro
Projekt "Mama lernt Deutsch"  29 000 Euro
Ausbau des "Rucksack-Modells"  24 000 Euro
Projekt "Lese-Tandem"  10 000 Euro
Lernförderung in Kooperation mit Dritten  25 000 Euro
Club der Begegnung  6 400 Euro
Gesamt  101 700 Euro

Im Maßnahmenpaket nimmt die Lern- und Sprachförderung für Kinder und Jugendliche einen ganz wesentlichen Schwerpunkt ein. Ohne Beherrschen der deutschen Sprache wird es keine wirkliche Integration geben können. Das Bildungssystem ist bis heute das zentrale System bei der Zuteilung von Lebenschancen. Bildungschancen sind noch immer massiv von der sozialen Herkunft abhängig. Es kommt kaum zu einem Ausgleich unterschiedlicher Startvoraussetzungen. Kinder aus MigrantInnenfamilien haben noch immer schlechte Bildungschancen.

Aus diesem Grund wurde der Umsetzung der Bildungsmaßnahmen große Aufmerksamkeit geschenkt. Der rasche Start der einzelnen Projekte, kommt den Kindern und Jugendlichen mit migrantischem Hintergrund zu Gute. Insgesamt profitieren bereits jetzt zirka 600 Kinder und 200 Mütter von diesen Projekten.

Intensivere sprachliche Frühförderung

Eine besonders wichtige Integrationsmaßnahme wird im Bereich der Sprachförderung in den städtischen Kindergärten bereits umgesetzt. MigrantInnen- und Flüchtlingskinder, die besondere Defizite in der Beherrschung der deutschen Sprache aufweisen, werden gezielter gefördert.

Mit Frühling dieses Jahres startete das Institut für Interkulturelle Pädagogik daher in vier städtischen Kindergärten – Cremeristraße, Pestalozzistraße, Hauderweg und im Kindergarten Auerpeint – mit dem Projekt „Förderung der Mehrsprachigkeit im Kindergarten“. Diese Maßnahme zielt darauf ab, MigrantInnen- und Flüchtlingskinder, die sprachliche Defizite aufweisen und bald die Volksschule besuchen werden, gezielt zu fördern. Durch Stärkung der Erstsprache der Kinder und gezielte Förderung der Zweitsprache, sollen die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder entsprechend entwickelt werden. In gezielt angebotenen Sprachfördereinheiten werden die Kinder sprachlich gestärkt. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf 12 115 Euro. 60 Prozent der Kurskosten in Höhe von 7 296 Euro werden durch die Stadt Linz gedeckt. 40 Prozent der Kosten übernimmt das Land Oberösterreich.

Projekt „Mama lernt Deutsch“

Bildungserfolge hängen sehr stark vom sozialen Status und vom Bildungshintergrund der Eltern ab. Vor allem Mütter nehmen hier einen großen Stellenwert ein. Migrantinnen stammen zum Teil aus bildungsferneren Schichten, wenige sind in ihrer Muttersprache nicht ausreichend alphabetisiert. Um diese Gruppe der Frauen zu erreichen, bedarf es spezieller Angebote an Sprach- beziehungsweise Alphabetisierungskursen.

Um den Frauen das nötige Rüstzeug in die Hand zu geben, wurde bereits mit April dieses Jahres das Projekt „Mama lernt Deutsch“ gestartet. An drei Linzer Volksschulen, im Eltern-Kind-Zentrum Franckviertel und im Wissensturm haben Sprachförderkurse gestartet. Insgesamt nehmen 99 Frauen an diesem Projekt teil. In Summe sollen elf Kurse bis Ende des Jahres umgesetzt werden. Das Institut für Interkulturelle Pädagogik führt im Auftrag der Stadt Linz diese Fördermaßnahme durch. 60 Prozent der Kosten für das Projekt „Mama lernt Deutsch“ in der Höhe von 29 000 Euro trägt die Stadt Linz. Der restliche Betrag wird durch das Land Oberösterreich finanziert.

Ausbau des „Rucksack-Modells“

Eine wichtige Maßnahme sowohl zur muttersprachlichen, als auch zur Deutsch-Förderung stellt das so genannte Rucksack-Modell dar. Es handelt sich um ein mehrstufiges Programm, das neben der Förderung der Mehrsprachigkeit bei MigrantInnenkinder auch eine intensive Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess zum Ziel hat. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergarten wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kinder aus. Das seit 2008 bestehende Rucksackprojekt in den städtischen Kindergärten wird seit 2010 kontinuierlich erweitert.

Seit März sind insgesamt zwölf ausgebildete Rucksack-Mütter als muttersprachliche Sprachtrainerinnen in zwölf städtischen Kindergärten im Einsatz. Einmal pro Woche treffen sich die Mütter für zwei Stunden und machen gemeinsame Aktivitäten. Die Anbindung an den Kindergarten ist dabei sehr wichtig und Bedingung für dieses Programm. Denn hier soll die Förderung in der deutschen Sprache parallel zur Arbeit mit den Müttern erfolgen. 108 Mütter mit migrantischem Hintergrund nehmen teil.

Derzeit gibt es in Linz sieben Rucksackgruppen in türkischer und fünf Gruppen in albanischer Sprache. Rund 24 000 Euro investiert die Stadt Linz für das vom Institut für interkulturelle Pädagogik geleitete Projekt.

Projekt „Lese-Tandem“

Zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund, die Sprach- und Lesedefizite haben, wurde das Projekt Lese-Tandem entwickelt. Dabei übernimmt jeweils ein/e MentorIn ein „Lesepatenkind“ und kümmert sich ein oder zwei Semester lang um dieses Volksschulkind. Seit April wird das Projekt in den Volksschulen Goetheschule, Mozartschule und Otto-Glöckel-Schule als Pilotversuch umgesetzt. Die Treffen finden einmal pro Woche am Nachmittag in der Schule statt. Es werden Bücher gemeinsam gelesen, die Kinder motiviert selbst zu lesen. Zudem lernen sie interessant und spannend vorzulesen. Die MentorInnen arbeiten ehrenamtlich. Der Verein für interkulturelle Begegnung und Kulturvermittlung unterstützt die MentorInnen und begleitet diese. Derzeit nehmen 49 Lesepatenkinder am Projekt teil. Ab Herbst 2010 ist geplant, diese bildungsfördernde Maßnahme auszuweiten. Die Finanzierung des Projekts erfolgt je zur Hälfte durch das Land Oberösterreich und die Stadt Linz. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 20 000 Euro für 2010.

Lernförderung in Kooperation mit Dritten

MigrantInnen bringen Fähigkeiten und Potenziale mit, die derzeit nur unzureichend genutzt werden. In den internationalen Vergleichsstudien PISA und PIRLS werden für Österreich relativ große Leistungsdifferenzen zwischen SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund berichtet. Um einem negativen Bildungstrend jugendlicher MigrantInnen entgegenzuwirken, müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden. Die Stadt Linz hat daher im Integrationspaket eine Maßnahme im Bereich der Lernförderung in Kooperation mit Dritten gesetzt.

Das Projekt Lernförderung legt seinen Schwerpunkt auf eine gezielte Lernförderung sowie der Unterstützung bei der Hausübungsbetreuung. Angesprochen werden vor allem Kinder und Jugendliche, die keinen Hort besuchen. Die Umsetzung dieser Maßnahme ist bereits erfolgt. Das Institut für Interkulturelle Pädagogik betreut im Auftrag der Stadt Linz derzeit 277 SchülerInnen. Im Linzer Wissensturm sowie in der Pädagogischen Hochschule werden die SchülerInnen einmal pro Woche bei der Hausübungserledigung sowie bei der individuellen Lernförderung unterstützt. Ingesamt erhält der Verein dafür 41.750 Euro. 60 Prozent der Kosten, 25.050 Euro, deckt die Stadt Linz.

Club der Begegnung

Durch gemeinsame Feste sowie durch kulturelle, sportliche und soziale Freizeitaktivitäten sollen einheimische Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund verstärkt gemeinsam etwas unternehmen. Die BetreuerInnen der Clubs der Begegnung initiieren verschiedene Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, mit dem Ziel, ihnen eine bessere Sozialisation in die neue, fremde Kultur zu ermöglichen. In der Bertha-von-Suttner Schule, im Georg-von-Peuerbach Gymnasium sowie in der Hauptschule Diesterweg und Grillparzer und in der Volksschule Goetheschule finden regelmäßigen an Wochenenden diese Treffen statt. Insgesamt nehmen zirka 130 SchülerInnen daran teil. Durchgeführt wird dieses Projekt durch das Institut für Interkulturelle Pädagogik. Gemeinsam mit dem Land Oberösterreich werden die Kosten in Höhe von 10 630 Euro getragen. Die Stadt Linz investiert 6 378 Euro für diese Maßnahme.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Umsetzung des Maßnahmenpakets Integration“)

Für Medienanfragen:
Peter Hirhager  Tel.: +43 732 7070 1366

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS


Weitersagen

Teilen Sie unsere Seiten und Informationen mit anderen Usern in Sozialen Netzwerken und Bookmark-Diensten.
 

auf Twitter veröffentlichen (neues Fenster) auf Facebook veröffentlichen (neues Fenster) auf Delicous veröffentlichen (neues Fenster)  auf Digg veröffentlichen (neues Fenster)