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WIRTSCHAFT
Presseaussendung vom 21.07.2010

Initiative „Open-Commons-Region Linz“

Studie zeigt Perspektiven für freien Zugang zu digital verfügbarer Information

Mit einer europaweit einzigartigen Initiative wird die Stadt Linz Impulse für die frei zugängliche Nutzung und elektronische Verbreitung von Daten, Software, Lehr- und Lernmaterialien und anderen als „Open Commons“ bezeichneten, digital gespeicherten Inhalten geben. Das Projekt „Open-Commons-Region Linz“ ist ein weiterer Schritt der Zukunftsstadt Linz, ihre BürgerInnen, bei der Informationsbeschaffung und -Nutzung via Internet bestmöglich zu unterstützen. Bereits seit 2005 läuft die Hotspot-Initiative der Stadt Linz. Österreich-weit ist dieses Projekt mit derzeit 118 Hotspot-Standorten für den Gratis-Einstieg ins Internet einzigartig. Seit September 2009 stellt Linz über den „Public Space Server“ allen interessierten LinzerInnen ab 14 Jahren einen fix definierten Speicherplatz sowie ein persönliches E-Mail-Postfach und Programme für die nichtkommerzielle Veröffentlichung von Inhalten im Internet zur Verfügung.

In den Linzer Pflichtschulen wurde die freie Software Open Office bisher rund 950 Mal als Bürosoftware installiert.

Die Leitlinien für die Realisierung der „Open-Commons-Region Linz“ wurden nach einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss  in einer Studie erarbeitet, die vom stadteigenen Informations- und Kommunikationstechnologie-Unternehmen (IKT Linz GmbH) in Auftrag gegeben wurde. Die Studie des Instituts für Personal- und Organisationentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung der Johannes Kepler Universität (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Gustav Pomberger) entstand in Zusammenarbeit mit der IKT Linz GmbH und dem Linzer Markt- und Meinungsforschungsinstitut market.

Als unmittelbar folgende Schritte sind unter anderem geplant:

  • Einrichtung eines Open Commons-Beirates.
  • Aufbau einer Open Commons-Region Linz Koordinationsstelle
  • Initiativen für Angebote in den Bereichen Bildung (Open Courseware) und öffentliche Datenbestände, wie zum Beispiel Stadtinformationen oder Stadtkarten (Open Data).
  • Überarbeitung des magistratsweiten Intranets mit Einsatz von Open-Source-Software für das Betriebs-, Redaktions- und Datenbanksystem. 
  • Prüfung des Einsatzes von weiteren Open-Source Softwareprodukten in Teilen der Unternehmensgruppe Stadt Linz.

In den Aufbauprozess der Open-Commons-Region Linz sollen die Bevölkerung ebenso wie Gebietskörperschaften, Interessenvertretungen, Unternehmen sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen eingebunden werden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Betriebe der Unternehmensgruppe Stadt Linz und städtische Einrichtungen wie die Volkshochschule und die Museen.

Initiative Open-Commons-Region Linz

Die vorrangigen Ziele der Initiative zur Etablierung einer Open-Commons-Region Linz, die gleichermaßen dem Gemeinwohl dienen und wirtschaftliche Impulse setzen soll, sind: Kosten reduzieren, Abhängigkeiten vermeiden, Eigeninitiative fördern, Wirtschaft stärken, Wertschöpfung erzeugen, Transparenz herstellen und Rechtssicherheit schaffen. Denn das sind zentrale Aspekte bei der Herstellung und Nutzung von immateriellen Gütern wie Daten, Software, Lehrmaterialien Literatur-, Bild-, Ton- und Filmwerken. Diese heute meist digital verfügbaren immateriellen Güter sind für die vernetzte Informationsgesellschaft von grundlegender Bedeutung und in ihrer Gesamtheit
ebenso wichtig und wertvoll wie materielle Güter.

Open Commons, das immaterielle Gemeingut des 21. Jahrhunderts, ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dafür gibt es handfeste technische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Gründe. Die Linzer Politik hat das erkannt und macht sich im Bewusstsein ihrer Verantwortung für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Region auf den Weg, aus dem Großraum Linz die erste Open-Commons-Region Europas zu machen.

Das bislang Einzigartige dabei wird sein: die Bevölkerung, Wirtschaft, Verwaltung, Communities, Kunstschaffende, Wissenschaftler, Bildungseinrichtungen und alle anderen werden zur Mitwirkung eingeladen. Sie sollen gemeinsam, sich gegenseitig ergänzend, aus einem reichen Fundus frei nutzbarer Daten und Werke wiederum frei nutzbare neue oder verbesserte und damit wertvollere Güter schaffen. Es ist davon auszugehen, dass schon bald Ergebnisse verfügbar sein werden, die auf konventionelle Weise nicht erzielbar wären und die einmal mehr die Zukunftsorientierung von Linz im nationalen und internationalen Kontext belegen werden.

Mit den in der Studie empfohlenen Maßnahmen zur Verankerung des Open-Commons-Gedankens in der Region, zur Organisation, Koordination und Förderung von Open-Commons-Aktivitäten sowie zur Vernetzung mit anderen Regionen werden die Grundlagen dafür geschaffen, dass Linz und Umgebung zu einem Raum werden in dem ein optimales Klima herrscht, um innovative Ideen auf der Basis von Open Commons verwirklichen zu können.

Erhebung des market-Instituts über Open Source-Aktivitäten im Großraum Linz

Im Rahmen der Studie führte das Linzer Markt- und Meinungsforschungsinstitut market im Großraum Linz eine Bestandsaufnahme über das Wissen in Sachen Open Source und die derzeitigen Anwendungen von Open Source Software durch. Dazu wurden in einer ersten Phase 30 MeinungsführerInnen persönlich befragt. Anschließend erfolgte auf der Grundlage dieser Befragungsergebnisse eine telefonische Befragung weiterer 150 MeinungsführerInnen aus verschiedenen Branchen.

Bei der persönlichen Befragung bescheinigten rund zwei Drittel der Befragten dem Thema Open Source große oder sehr große Zukunftsbedeutung. Ebenfalls etwa zwei Drittel sind am Einsatz von Open Source Software interessiert. Besonders ansprechend ist dabei die Nutzung betriebssystemnaher Software (87 Prozent) sowie Softwareentwicklung (80 Prozent). Auch im Bereich Wissensvermittlung und Wissensverbreitung können sich mehr als drei Viertel den Einsatz von Open Source-Produkten vorstellen.

Bei der telefonischen Befragung gab ein Fünftel der Befragten an, dass Open Source auf jeden Fall ein Thema ist. Weitere 29 Prozent können sich den Einsatz von Open Source-Produkten vorstellen. Als attraktivstes Einsatzgebiet kristallisierte sich die Anwendungssoftware mit 71 Prozent heraus, gefolgt von betriebssystemnaher Software (58 Prozent) sowie Wissensvermittlung und Wissensverbreitung (55 Prozent). 62 Prozent der Befragten verbinden mit Open Source die Möglichkeit der Kostenersparnis.
Die Idee, in Open Source-Regionen der Öffentlichkeit Inhalte zur Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung zu stellen, halten knapp zwei Drittel für eine sinnvolle Infrastrukturmaßnahme. Besonders interessiert zeigen sich daran MeinungsführerInnen der Bereiche Medien (83 Prozent) und Politik/Verwaltung (71 Prozent). Von den befragen WirtschaftsvertreterInnen sind 52 Prozent dafür. Lediglich acht Prozent der Befragten haben schon von einer Open Source Region gehört, was die Pionierrolle der Stadt Linz unterstreicht.

Ein Open Source-Kompetenzzentrum in Linz befürworten drei Viertel der befragten MeinungsführerInnen. Spitzenwerte erreicht die Zustimmung bei den MeinungsführerInnen aus den Sektoren Politik/Verwaltung (84 Prozent) und  Medien (83 Prozent). Auch aus Wirtschaftskreisen (69 Prozent) und im Bildungswesen (67 Prozent) ist die Zustimmung stark.

Vergleichbare Aktivitäten im Ausland nur auf Teilaspekte fokussiert

Die Open-Commons-Region Linz könnte sich von vergleichbaren Aktivitäten im Ausland durch ihre universelle Sicht des Themas abheben und soll zur Marke werden.
International steht primär das Thema Open Source Software im Mittelpunkt. Der in anderen Regionen gewonnene Erfahrungsschatz soll durch Kooperationen genutzt werden.

Die Open Source-Region Berlin wird von einer Abteilung der Forschungseinrichtung Fraunhofer Institut betreut, die Kontakte zwischen Softwareentwicklern knüpft.
In der Open Source-Region Nürnberg gibt es die Open Source Business Foundation Nürnberg, der auch die Stadtverwaltung und die Industrie- und Handelskammer angehören.

In der Open Source-Region Wien besteht keine Koordinationsstelle, jedoch eine Reihe von Vereinigungen, die den Open Source-Gedanken fördern. Der Magistrat Wien ist ein bedeutender Anwender von Open Source-Software.

In der Open Source-Region Stuttgart bündelt die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH die Kräfte einzelner Unternehmen. Die Stadt ist Firmensitz bedeutender Initiatoren und AnbieterIn von Open Source-Software wie IBM und Hewlett Packard.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadtrat Johann Mayr, Univ.-Prof. Dr. Gustav Pomberger, Leiter des Instituts für Personal- und Organisationentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung der Johannes Kepler Universität, und  DI Gerald Kempinger, Leiter der IKT Linz GmbH, ein Unternehmen der Stadt Linz für Informations- und Kommunikationstechnologie, zum Thema „Open-Commons-Region Linz“)

Weitere Informationen (PDF, 302 kB) (neues Fenster).

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