Den RadfahrerInnen stehen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt 140 Kilometer Radwege zur Verfügung. Damit sind ein Viertel des städtischen Straßen- und Wegenetzes Radwege. Um der weiterhin steigenden Zahl der RadfahrerInnen zu entsprechen, wird der Ausbau des Radwegenetzes kontinuierlich fortgesetzt. Im heurigen Jahr investiert die Stadt Linz dafür 320 000 Euro.
Seit dem Jahr 2005 setzt die Stadt Linz ein so genanntes Radwegelückenschluss-Programm um. Insgesamt wurden bis Juli dieses Jahres in der Landeshauptstadt knapp sieben Kilometer an Radweglücken geschlossen. Für weitere 7 Kilometer finden konkrete Planungsarbeiten statt. In Abhängigkeit von zukünftigen Verfahren und Baumaßnahmen könnten in den nächsten drei bis fünf Jahren zusätzlich 3,3 Kilometer Radwege umgesetzt werden. Busspuren, Laderampen und andere Hindernisse werfen dabei oftmals Probleme auf, die den Radwegeausbau schwierig gestalten. Für rund 14 Kilometer fehlender Radwege bietet sich aus räumlichen Gründen derzeit keine Baumaßnahme an.
„Mit dem Lückenschluss im Radwegenetz wird das Radfahren für die LinzerInnen Schritt für Schritt attraktiver und soll so mehr Menschen zum Umstieg auf das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel motivieren“, setzt Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger auf den kontinuierlichen Ausbau des Linzer Radwegenetzes.
Seit Erarbeitung des so genannten Programms zur Schließung der Lücken im Linzer Radwegenetz im Oktober 2005 konnten zahlreiche Radweglücken geschlossen werden. In Summe waren das bisher 6,8 Kilometer. Die drei größten Projekte dabei waren der 1,2 Kilometer lange Radweg zwischen Gruberstraße und Industriezeile, ein weiterer Kilometer zwischen der St.-Peter-Straße und der Schachermayrstraße sowie der 900 Meter lange Lückenschluss von der Blumau bis zur Khevenhüllerstraße.
| Stadtteil | Lage der Lücke | von | bis | Länge |
|---|---|---|---|---|
| Bindermichl | Hatschekstraße | Hanuschstraße | Am Bindermichl | 130 m |
| Kleinmünchen, Ebelsberg | Wiener Straße | Traundorfer Straße | Ennsfeldstraße | 300 m |
| Urfahr | Kreuzung Freistädter Straße / Linke Brückenstraße | 15 m | ||
| Zentrum | Baumbachstraße | Ecke Herrenstraße | 10 m | |
| Zentrum | Blumauerstraße | Blumau | Khevenhüllerstraße | 900 m |
| Zentrum | Blumauerstraße | Dinghoferstraße | Schubertstraße | 100 m |
| Zentrum | Blumauerstraße | Humboldtstraße | Blumau | 250 m |
| Zentrum | Figulystraße West | Handel-Mazzetti-Straße | Coulinstraße | 400 m |
| Zentrum | Hafferlstraße | Landstraße | Seilerstätte | 100 m |
| Zentrum | Handel-Mazzetti-Straße | Weingartshofstraße | Figulystraße | 100 m |
| Zentrum | Landstraße | vor Hafferlstraße | ||
| Zentrum | Limonigasse | Kapuzinerstreße | Roseggerstraße | 80 m |
| Zentrum | Pfarrplatz Nordseite | 100 m | ||
| Zentrum | Rathausgasse | Hauptplatz | Pfarrplatz | 150 m |
| Franckviertel/Hafenviertel | Hafenstraße | Petzoldstraße | Lindemayrstrae | 300 m |
| Franckviertel/Hafenviertel | Radweg neben A7 | Radweg | Derfflingerstraße | 50 m |
| Franckviertel/Hafenviertel | Verbindung St.-Peter-Straße - Schachermayerstraße | Schachermayerstraße | St.-Peter-Straße | 1 000 m |
| Franckviertel/Hafenviertel | Weißenwolffstraße/Derfflingerstraße | Gruberstraße | Industriezeile | 1 200 m |
| Zentrum | Beethovenstraße | Stockhofstraße | Weingartshofstraße | 250 m |
| Zentrum | Bethlehemstraße | Harrachstraße | Dametzstraße | 470 m |
| Zentrum | Starhembergstraße | Mozartstraße | Goethestraße | 500 m |
| Zentrum | Tegetthoffstraße | Weingartshofstraße | Stockhofstraße | 250 m |
| Andreas-Hofer-Viertel | Hamerling- oder Raimundstraße | Wiener Straße | Lenaustraße | 150 m |
| Urfahr | Tschernemblweg - Dornacherstraße | 15 m | ||
| Gesamt | 6 820 m |
Das Straßenbauprogramm für das Jahr 2010 beinhaltet mehrere Radwegprojekte um insgesamt 320 000 Euro. Dabei entsteht rund ein Kilometer an neuen Radwegen oder kombinierte Rad- und Gehwegen.
So wird die Lederergasse auf rund 150 Metern Länge zwischen dem Pfarrplatz und dem Herbert-Bayer-Platz, so wie zuletzt auch die Herrenstraße, auf ein einheitliches Niveau gebracht, damit im Querschnitt verbreitert und neu asphaltiert. Dadurch ist es möglich, das Radfahren gegen die in West-Ost-Richtung führende Einbahn zu ermöglichen. Die Kosten dafür betragen rund 130 000 Euro.
Ein Radweglückenschluss erfolgt ebenfalls an der Dauphinestraße im Bereich zwischen der Laskahofstraße und der Siemensstraße auf rund 400 Meter Länge. Damit ist die Dauphinestraße beidseits auf Radwegen befahrbar. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 70.000 Euro.
Bereits heuer erledigt wurde Am Traunauweg, im Linzer Süden, der rund 30.000 Euro teure Rückbau der bestehenden Fahrbahn zwischen der Saporoshjestraße und der Wiener Straße. Dadurch konnte ein rund 80 Meter langer kombinierter Rad- und Gehweg errichtet werden.
Auch abgeschlossen wurde entlang der B 125 Freistädter Straße, der Autobahnabfahrt von der A 7, auf einem unbenannten Straßenstück zwischen der Prunbauerstraße auf Höhe PRO-Kaufhaus und der Kreuzung mit der Freistädter Straße, ein rund 350 Meter langer kombinierter Rad- und Gehweg. Die Beschilderungen stehen allerdings noch aus. Für dieses Projekt wurden 50 000 Euro veranschlagt.
Für rote Signalbeschichtungen bei Radwegführungen gegen die Einbahn und bei gefährlichen Kreuzungen werden darüber hinaus rund 40 000 Euro veranschlagt.
Gemeinsam mit Vertretern von I-Fahrrad wurde eine Liste erstellt, die Aufnahme in die städtischen Planungen für den Radwegeausbau gefunden hat. Derzeit umfasst diese Liste Planungen mit einer Gesamtlänge von rund sieben Kilometern Länge. Diese Liste wird laufend überprüft, vom Radfahrbeauftragten der Stadt aktualisiert und mit dem Tiefbau Linz koordiniert. Heuer im Herbst wird Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger mit Vertretern der Radfahrervereinigungen eine Route abfahren, um sich persönlich ein Bild über bestehende Problembereiche machen zu können und in weiterer Folge Planungen beginnen lassen zu können.
Zu den wichtigsten Lückenschlüssen, für die es stadtinterne Planungen gibt, zählen folgende Abschnitte: die Industriezeile (vom Posthof bis zur Firma Schachermayer; 1,8 km), die Lastenstraße (zwischen Gürtelstraße und Franckstraße; 1 km), die Raimund- und Füchselstraße (zwischen Makartstraße und Franckstraße; 1km), die Dauphinestraße (zwischen Im Hütterland und Siemensstraße; 0,8 km) sowie die Lederergasse zwischen Herbert-Bayer-Platz und Pfarrplatz.
Für über drei Kilometer zusätzliche Radwege sind im Vorfeld die Eigentumsverhältnisse zu klären. Erst wenn dieser Punkt geklärt ist, können auch dafür die Planungen initiiert werden. In dieser Kategorie sind etwa Planungen auf 2 Kilometer langen Straßen der Voestalpine (z. B. Stahlstraße, Südring) zu kategorisieren.
Manche Lückenschlüsse scheitern an räumlichen Gründen, manchmal gilt es, dem Fußgängerverkehr Priorität einzuräumen. So scheiterte im Zuge der Errichtung einer so genannten Querungshilfe (Verkehrsinsel) in der Pulvermühlstraße die Weiterführung des Radweges durch die in der Folge notwendig gewordene Verbreiterung der Fahrbahn und Verlegung der Gehwegflächen. Für die durchgehende Führung des Radweges hätten zudem Bäume gefällt werden müssen. In anderen Fällen scheitert das Vorhaben an nicht ausreichenden Mindestfahrbahnbreiten, Bahnübergängen oder an vorhandenen Busspuren.
Zudem fehlt es der Stadt Linz an markanten Strecken auch an der Zuständigkeit. Für die Errichtung des in Linz knapp 4 Kilometer langen überregionalen Donauradweges nach Wilhering wäre das Land Oberösterreich federführend, zudem sind neben Linz die Gemeinden Leonding und Wilhering betroffen. Ungeklärt sind bis dato zudem die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel.
Im Stadtgebiet zählen primär die Abschnitte Blumau – Bulgariplatz, Prinz-Eugen-Straße, die Unionstraße zwischen Hanusch- und Wiener Straße, die innerstädtische Schillerstraße sowie die Ferdinand-Markl-Straße zwischen Gründberg und der Magdalenakreuzung zu den derzeit nicht realisierbaren Lückenschlüssen.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Linzer Radwege – Lückenschlüsse“)
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