Seitenanfang

DE   EN   IT   FR   ES   CZ   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
Personengruppe
INTEGRATION
Presseaussendung vom 21.03.2011

„Integration ist in Linz auf Kurs“

Neue Studie der Kepler Universität zeigt positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt und bei Hochschul-AbsolventInnen
Künftige Herausforderungen im Wohn- und Bildungsbereich

Im Zuge des umfangreichen Sozialmonitorings der Landeshauptstadt nahmen Wissenschaftler der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) auch die Chancen der Zugewanderten unter die Lupe. Das Ergebnis: Mehr als drei Viertel der erwerbsfähigen LinzerInnen mit Migrationshintergrund haben Arbeit. Damit liegen sie fast gleichauf mit der übrigen Bevölkerung. Bei der höheren Bildung zeigt sich ebenfalls ein einheitliches Bild: Jede/r sechste Bewohner/in mit ausländischen Wurzeln hat einen Uni- oder Fachhochschul-Abschluss in der Tasche, bei den Nicht-MigrantInnen ist es knapp jede/r fünfte. Aufholbedarf besteht jedoch beim Verhältnis der Jobsuchenden, denn MigrantInnen sind öfter von Arbeitslosigkeit betroffen.

Auch bei der Bildung und im Wohnbereich bestehen noch nicht gleiche Chancen für alle LinzerInnen. „Die Benachteiligungen in manchen Bereichen behindern die vollständige Aufnahme Zugewanderter in die Linzer Gesellschaft. Die Landeshauptstadt setzt mit ihrem umfangreichen Integrationsprogramm bereits dort konkrete Schritte, wo sie auch wirklich etwas bewegen kann. Klar muss aber auch sein: Nicht alle Integrationsfaktoren liegen im Einflussbereich der Stadt“, erklärt Vizebürgermeister und Integrationsreferent Klaus Luger.

Positive Trends bei Erwerbstätigkeit, höherer Bildung und Allgemeinbildung

Unter der Leitung von Universitätsprofessor Johann Bacher wertete ein Soziologen-Team der JKU den Mikrozensus der Statistik Austria nach Integrationsschwerpunkten aus. Dabei zeigt sich, dass die Erwerbsquoten von LinzerInnen mit Migrationshintergrund und dem Rest der Bevölkerung auf gleich hohem Niveau liegen. Laut der Studie gehen 77,3 Prozent der Zuwanderer selbst- oder unselbstständiger Arbeit nach, bei den übrigen LinzerInnen sind es 79,2 Prozent. Ähnlich positiv fällt der Vergleich im Bereich Hochschulbildung aus: 14,9 Prozent der MigrantInnen haben ein Universitätsstudium oder eine Fachhochschul-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, die Quote der Aufnahmegesellschaft liegt im Vergleich bei 18,9 Prozent. Im Bereich Kursbesuche zur Allgemeinbildung halten sich die Unterschiede ebenfalls in Grenzen. 4,2 Prozent Zuwanderer stehen 6 Prozent Nicht-MigrantInnen gegenüber.

Auffallender ist der Abstand bei der beruflichen Weiterbildung. Dort stehen 3,6 Prozent der Zuwanderer 7,8 Prozent „Einheimischen“ gegenüber. Laut sozialwissenschaftlichen Standards wird der Unterschied jedoch noch nicht als Benachteiligung der MigrantInnen gewertet (siehe Chart). 

„Die Daten zeigen, dass Linzer mit ausländischen Wurzeln ihren Platz am Arbeitsmarkt gefunden haben und unter anderem durch Abgaben ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Weiters fällt positiv auf, dass vor allem im Bereich der höheren Bildung die Unterschiede schwinden. Chancengleichheit und ein gutes Zusammenleben sind damit keine Fernziele mehr“, erklärt Luger.

Herausforderungen für die Zukunft: Berufsausbildung, Arbeitslosigkeit, Wohnungsgrößen und Substandard-Wohnungen

Die erfreulichen Daten aus dem Mikrozensus werden jedoch von verbesserungswürdigen Ergebnissen getrübt. So haben 38 Prozent der zugewanderten Linzer lediglich einen Pflichtschulabschluss, beim Rest der Bevölkerung sind es 13,3 Prozent. Die Quoten der Jobsuchenden liegen ebenfalls deutlich auseinander: 8,7 Prozent MigrantInnen stehen 2,5 Prozent Nicht-MigrantInnen gegenüber. Auch im Wohnbereich sind Menschen mit ausländischer Herkunft benachteiligt: Deutlich mehr Zugewanderte müssen pro Wohneinheit beziehungsweise Quadratmeter leben oder Substandard-Wohnungen beziehen. „Der Grund dafür liegt unter anderem darin, dass MigrantInnen bei Familiengründung tendenziell nicht gleich eine größere Wohnung suchen, um mehr Platz für sich und ihr Kind zu haben“, erklärt Vizebürgermeister Luger. Die Ursache für die hohe Rate bei den Substandard-Wohnungen ortet er am privaten Wohnungsmarkt, denn: „Genossenschaften wie etwa die Linzer GWG haben in den vergangenen Jahren beinahe alle ihre Wohnungen modernisiert, um allen Mietern zeitgemäßen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“

Im Bereich der Berufsorientierung nimmt die Landeshauptstadt bereits im Rahmen des Integrationspakets ihre Aufgaben wahr. So wird ab Herbst die Lernförderung in den städtischen Horten intensiviert. Neben Hausaufgaben-Betreuung soll individueller auf Lerndefizite von SchülerInnen eingegangen werden – auch Kinder ohne Migrationshintergrund werden von dem neuen Angebot profitieren. Die Linzer Volkshochschule bietet mit dem „Lernclub International“ seit Oktober 2008 zugewanderten Jugendlichen die Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre die ihre Deutschkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen.

Darüber hinaus unterstützt die Stadt Linz Projekte von Institutionen, die Jugendlichen mit Migrationshintergrund Nachhilfe und Infos zur Berufsorientierung bieten. So zum Beispiel die Aktion „Schelm“ des Berufsförderungsinstituts (BFI). Die Stadt Linz unterstützt das Projekt 2011 mit insgesamt 43 000 Euro.

Was ist der Mikrozensus?

Der Mikrozensus ist eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe. Vierteljährlich erfasst die Statistik Austria in Österreich insgesamt 22 500 Haushalte und damit etwa 50 000 Personen. In Linz werden jährlich etwa 1 500 Haushalte und 3 000 Personen zu Interviews gebeten. Die vorgelegten Zahlen beziehen sich auf die aktuellsten zugänglichen Daten, sie umfassen die Jahre 2007 bis 2009.

Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Integrationsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Integration ist in Linz auf Kurs“


Ergänzende Informationsunterlage (PDF, 18 kB) (neues Fenster).

Für Medienanfragen:
Peter Hirhager  Tel.: +43 732 7070 1366

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS