Karin Haller vom Institut für Jugendliteratur hat insgesamt 14 Bilderbücher aus der neueren deutschsprachigen Produktion ausgewählt. „Der Fokus der Buchauswahl liegt inhaltlich auf gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie Migration, Fremdenfeindlichkeit, Armut und Geschlechterrollen“, erklärt die Leiterin des Wiener Instituts die Details. Darüber hinaus finden sich in dem Rucksack auch zwei mehrsprachige Bücher, eines davon in 20 Sprachen. Weiters gibt es Zusatzangebote durch andere Medien wie Musik und Film auf Audio-CD oder DVD. „Die neuen Bücher bleiben nach Projektende in den Kindergärten und sollen so auch den Medienbestand in den einzelnen Einrichtungen ausbauen“, so Sozialreferent Luger.
In einer ersten Vorlesephase sollen die PädagogInnen Freude am Zuhören und Anschauen den Kids vermitteln. In einer zweiten Phase wird die Kreativität der kleinen Linzerinnen und Linzer gefordert. Nach der gemeinsamen Auswahl eines Buches gehen die Kinder daran, die gehörte Geschichte mit Pinsel, Farbe, Papier und anderen Bastel-Utensilien neuerlich zum Leben zu erwecken. In einer dritten Phase erarbeiten die PädagogInnen mit den Mädchen und Buben eine spielerische Präsentation. In der letzten Phase sollen die Ergebnisse schließlich im öffentlichen Raum gezeigt werden.
„Das Bilderbuch spielt in der Förderung der kindlichen Sprachkompetenz und Lesesozialisation eine große Rolle: Es existieren deutliche Zusammenhänge zwischen der frühen Begegnung des Kindes mit Bilderbüchern und seiner Sprachkompetenz sowie seinen späteren Lese-Leistungen“, erklärt Haller. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen werde und die sich gerne mit Bilderbüchern auseinandersetzten, hätten einen größeren aktiven und passiven Wortschatz. „Sie beginnen früher und leichter zu lesen und ziehen in der Schule in allen Bereichen daraus ihre Vorteile“, so Haller. „In den vergangenen Jahren setzte die Stadt Linz in ihren Kinderbetreuungseinrichtungen bereits zahlreiche sprachorientierte Förderprogramme um. Das Projekt Vorlese-Rucksack wird den Maßnahmenkatalog der vorschulischen Sprach- und Leseförderung sinnvoll erweitern“, ergänzt Luger.
Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte
Inhalt
Der Löwe kann nicht schreiben, aber das stört ihn nicht, denn er kann brüllen und Zähne zeigen und mehr braucht er nicht. Eines Tages aber trifft er eine Löwin, die sehr schön ist. Und sie liest in einem Buch. Die kann man nicht einfach gleich küssen. Eine solche Dame erwartet zuerst einen Liebesbrief. Also bittet der Löwe den Affen, für ihn zu schreiben. Der nimmt Bleistift und Papier und bietet der Löwin an, mit ihm auf Bäume zu klettern und Bananen zu essen. Völliger Unsinn! Irritiert wendet sich der Löwe ans Nilpferd. Dieses fragt die Löwin, ob sie mit ihm im Fluss schwimmen und nach Algen tauchen will… Was der Mistkäfer, der Geier, die Giraffe und das Krokodil der Löwin schreiben, lässt den Löwen vor Wut fast platzen. Da naht Rettung. Die schöne Löwin hört nämlich sein Gebrüll.
Thematik
Lesen- und Schreibenlernen, Anlaute, kreatives Schreiben, Rollenspiele
Pädagogische Aspekte
Beschäftigung mit dem Buch im Kindergarten
Erste Buchstaben kennen lernen
Sachwissen über die handelnden Tiere erwerben (gemeinsames Schauen und Vorlesen in einem Tierlexikon / in ersten Tiersachbüchern)
Rollenspiel
Sich selbst einen Liebesbrief ausdenken: Bilder malen, Briefkuverts bemalen, Briefmarken mit Tiermotiven selbst entwerfen oder sammeln ...
Einen „Briefkasten“ aus Karton basteln und ihm die Form eines Tierkopfes verleihen
Präsentation im Schaufenster
Ort: Schreibwarengeschäft, Papierfachhandel, Brillengeschäft / Optiker, Postamt
Szenerie: Thema der dargebotenen Szenerie ist Liebe / Freundschaft.
Alles, was im Schaufenster zu sehen ist, wird ausschließlich aus Papier und Schreibmaterialien und -utensilien hergestellt. Die Umsetzung kann konkret (z. B. Tierfiguren an einem Wasserloch in der Savanne samt riesigem Affenbrotbaum, drapiert auf einer Unzahl an Liebesbriefen, Papierschnipseln und Glitzerfolienherzen) oder auch abstrakt (z.B. Buchstabengirlanden und Kartonbrillen) sein.
Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte
Bajazzo 2002 | 40 S. | ISBN: 978-3-407-76056-2
Sabine Büchner: Für immer Sieben
Carlsen 2007 | 32 S. | ISBN: 978-3-551-51670-1
Christian Duda / Julia Friese (Ill.): Schnipselgestrüpp
Bajazzo 2010 | 44 S. | ISBN: 978-3-905871-16-6
Cornelia Funke / Kerstin Meyer (Ill.): Käpten Knitterbart und seine Bande (mit Bilderbuch-DVD)
Oetinger 2008 | 32 S. | ISBN: 978-3-7891-6506-1
Heinz Janisch / Silke Leffler (Ill.): Ich hab ein kleines Problem, sagte der Bär
Annette Betz 2007 | 32 S. | ISBN: 978-3-219-11089-0
Bernd Mölck-Tassel / Dieter Böge (Ill.): Was tun?
Bajazzo 2008 | 40 S. | ISBN: 978-3-905871-01-2
Jens Rassmus: Der wunderbarste Platz auf der Welt
Residenz 2007 | 40 S. | ISBN: 978-3-7017-2030-9
Marko Simsa / Doris Eisenburger (Ill.) : Die Bremer Stadtmusikanten (mit Begleit-CD)
Das Märchen der Gebrüder Grimm zur Musik von Erke Duit
Annette Betz 2006 | 32 S. | ISBN: 978-3-219-11265-8
Sami Toivonen / Aino Havukainen (Ill.): Tatu und Patu und ihre verrückten Maschinen, Deutsch von Elina Kritzokat
Thienemann 2010 | 40 S. | ISBN: 978-3-522-43648-9
Anais Vaugelade: Steinsuppe
Moritz Verlag 2011 | 40 S. | ISBN: 978-3-89565-115-1
Philip Waechter: Rosi in der Geisterbahn
Beltz & Gelberg 2010 | 32 S. | ISBN: 978-3-407-76061-6
Brigitte Weninger / Eve Tharlet (Ill.): Ein Ball für alle
DVD-Bilderbuch (deutsch – englisch – französisch – türkisch)
Minedition 2011 | 32 S. | ISBN: 978-3-86566-049-7
Mira Lobe / Susi Weigel (Ill.): Das kleine Ich bin ich
in vier Sprachen: deutsch – kroatisch – serbisch – türkisch
Jungbrunnen 2011 | 32 S. | ISBN: 978-3-7026-4850-3
Esther Krebs Koffi & Therese Halfhide (Hrsg.): Die Bremer Stadtmusikanten in 20 Sprachen
Pestalozzianum 2005 | 70 S. | ISBN: 978-3-03755-047
Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Sozialreferent Klaus Luger und Mag.a Karin Haller, Institut für Jugendliteratur zum Thema „Bilderbuch-Kindergärten“
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