Weiterer Schritt für attraktiveres Radfahren in der Stadt
Die Initiative für eine Fahrradverträglichkeits-Prüfung wurde im Linzer Gemeinderat in der Sitzung vom 19. Mai mehrheitlich beschlossen. Auf der Basis der Beratungen im Verkehrsausschuss soll also dem Aspekt der „Fahrradverträglichkeit“ in weiterer Folge bei den Planungen für Straßenbauten durch die zuständigen Fachdienststellen mehr Augenmerk beigemessen werden. Für Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger ist die Sicherheit und Attraktivität des Straßennetzes für RadfahrerInnen ein wichtiges Anliegen.
„Ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Sicherheit für RadfahrerInnen erfolgte bereits mit der Einführung von Tempo 30 in Linz (ausgenommen auf den Hauptverkehrsstraßen). Die kontinuierlichen Schlüsse von Lücken im Radwegenetz trugen ihrerseits zur Qualitätssteigerung bei. Heuer werden erneut beträchtliche Mittel in den Ausbau des Radwegenetzes und in Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit der RadfahrerInnen investiert, z. B. in neuralgischen Kreuzungsbereichen. Heuer fließen 470.000 Euro in das Radwegebudget, ein um beinahe 50 Prozent höherer Betrag als in vergangenen Jahren. Die Fahrradverträglichkeit in Linz ist darüber hinaus kein Wunschziel oder Lippenbekenntnis, sondern bereits zum Gutteil Realität. Jeder Schritt zur weiteren Attraktivierung des Radverkehrs in Linz ist zu begrüßen“ betont Klaus Luger den Stellenwert des Verkehrsmittels Fahrrad im Hinblick auf die Maßnahmen und Planungen im Verkehrsressort. Seit 2005 wurde rund sieben Kilometer an Radwegelücken geschlossen, die aktuellen Planungen laufen für weitere sieben Kilometer. Heuer soll beinahe ein Kilometer an Radwegen neu errichtet werden. Bis zu 3,3 Kilometer Neubauten an Radwegen stehen in der näheren Zukunft am Programm.
Einen Wermutstropfen stelle in diesem Zusammenhang die Weigerung LH-Stv. Franz Hiesl dar, einer Verbreiterung der Nibelungenbrücke zuzustimmen. Damit gefährde das Land Oberösterreich die Absichten der Stadt Linz, dieses Nadelöhr zu entschärfen.
„Weiters ist der so genannte Modal Split, also die Verteilung der Gesamtverkehre auf unterschiedliche Mobilitätsformen, ein wesentliches Kriterium für die Intensität, mit der auch das Fahrrad in der Stadt benützt wird. So hat sich erwiesen, dass eine Korrelation zwischen dem Anteil des Öffentlichen Verkehrs und jenem des Fahrrads am Gesamt-Verkehrsaufkommen besteht. Es zeigt sich weiters, dass Linz bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel Rang 1 unter den österreichischen Landeshauptstädten einnimmt“, stellt Vizebürgermeister Klaus Luger fest. „Wenn der Öffentliche Verkehr funktioniert und dort intensiv investiert wird, geben die NutzerInnen in vielen Fällen dem öffentlichen Verkehrsmittel gegenüber dem Fahrrad den Vorzug“.
Mit dem auf 470.000 Euro ausgeweiteten Budget für das Radwegeprogramm werden im laufenden Jahr um 46 Prozent mehr Mittel als in den Vorjahren für den Ausbau des Radwegenetzes bereit gestellt. Für die RadfahrerInnen steht bereits jetzt ein über 140 Kilometer umfassendes Netz an Radwegen durch die Stadt zur Verfügung. Das entspricht etwa einem Viertel des Linzer Straßennetzes.
Im Rahmen eines Radwegelückenschluss-Programms wurden seit dem Jahr 2005 von der Stadt Linz knapp sieben Kilometer an Radweglücken geschlossen. Für weitere sieben Kilometer finden derzeit konkrete Planungsarbeiten statt. Mit den heuer zur Verfügung stehenden Neubauten von Radwegen soll beinahe ein Kilometer neu errichtet werden. In Abhängigkeit von zukünftigen Verfahren und Baumaßnahmen sollen in den nächsten drei bis fünf Jahren sukzessive zusätzliche 3,3 Kilometer Radwege errichtet werden.
Auch heuer werden wieder zahlreiche Radwege ausgebaut. Am Pleschinger See wird zum Beispiel der Instandhaltungsweg am Böschungsfuß des Hochwasserschutzdamms zur Trennung der FußgängerInnen und RadfahrerInnen asphaltiert und damit die Sicherheit für die VerkehrsteilnehmerInnen erhöht. An der Gruberstraße zwischen der Ludlgasse und der Unteren Donaulände ist ebenfalls die Errichtung eines Radweges vorgesehen. Der Einrichtungsradweg an der Kremplstraße zwischen der Glimpfingerstraße und der Salzburger Straße soll heuer in einen Zweirichtungsradweg umgebaut werden. Weiters wird heuer im Bereich der so genannten Traunau-Linse ein Verbindungsweg zwischen Kleinwört und dem Theresia Brandl-Weg hergestellt.
Weitere geplante Ausbaumaßnahmen sind eine bessere Radwegführung im Kreuzungsbereich Waldeggstraße / Kärntnerstraße (Bahnhofspinne) und ein Projekt an der Wegscheider Straße, wo beim dortigen Lidl-Markt ein neuer Rad- und Gehweg angelegt werden soll. Erst vor einigen Tagen erfolgte die Fertigstellung eines Projekts an der Lederergasse. Auf rund 100 Metern Länge wurde zwischen dem Pfarrplatz und dem Herbert-Bayer-Platz ein einheitliches Niveau geschaffen und der Fahrbahnquerschnitt verbreitert und neu gepflastert bzw. asphaltiert. Dadurch wird das Radfahren gegen die in West-Ost-Richtung führende Einbahn ermöglicht. Die Lücke im Radwegenetz aus Richtung Posthof bis zum Hauptplatz wurde damit geschlossen. Weiters sollen zusätzliche rote Signalbeschichtungen bei potenziell gefährlichen Kreuzungen in Linz für mehr Sicherheit sorgen.
In Kooperation mit den städtischen VerkehrsexpertInnen wurden weitere konkrete Vorhaben zur Attraktivierung des Radverkehrs in der Landeshauptstadt ausgearbeitet und teilweise bereits fixiert. Beispiel dafür ist etwa der Kreuzungsbereich Herrenstraße / Rudigierstraße. Hier soll eine rechtlich gedeckte Neuorganisation erreicht werden, bei der ohne große bauliche Maßnahmen der Radfahrverkehr von der Rudigierstraße über den bestehenden Schutzweg in die Herrenstraße eingebunden werden kann.
Weiters ist bei der Unterführung Wiener Straße / Blumau an der Westseite ein Radweg geplant, der eine bessere Anbindung an die Landstraße sowie an die Kärntnerstraße in nördlicher Fahrtrichtung bewirken soll. Auch für die Radwegverbindungen rund um den Hessenplatz sollen neue Lösungen erarbeitet werden.
Ein wesentliches Kriterium im Hinblick auf eine mögliche weitere Anhebung des Anteils des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen ist der so genannte Modal Split, also die Verteilung der Gesamtverkehre auf unterschiedliche Mobilitätsformen:
Es hat sich nämlich gezeigt, dass eine Korrelation zwischen dem Ausbau bzw. Anteil des Öffentlichen Verkehrs und dem Anteil des Radverkehrs besteht. Deutlich wird dies an Hand der nachfolgenden Grafik:
In Zürich zum Beispiel geht ein 38prozentiger Anteil beim öffentlichen Verkehr mit einem vierprozentigen Anteil des Radverkehrs einher, während in München etwa 26 Prozent ÖV-Nutzung 13 Prozent RadfahrerInnen gegenüberstehen.
Auch der Vergleich Linz - Salzburg lässt genau diese Korrelation erkennen. Im Endeffekt bedeutet die Tatsache, dass die Leute dann nicht mehr auf das Fahrrad umsteigen, wenn der öffentliche Verkehr funktioniert und auch Investitionen dorthin fließen.
Im bundesweiten Vergleich nimmt Linz bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel Rang 1 unter den österreichischen Landeshauptstädten ein.
Beispiele für die Verkehrsmittelwahl beim Verkehrsaufkommen in verschiedenen österreichischen Städten:
Der öffentliche Verkehr wurde in den vergangenen Jahren zudem zielstrebig ausgebaut und dem entsprechend hat sich auch die Wahl des jeweiligen Verkehrsmittels entwickelt.
In seiner Sitzung vom 19. Mai dieses Jahres beschloss der Linzer Gemeinderat die Einführung einer so genannten Fahrradverträglichkeits-Prüfung für zukünftige Straßenbauten. Am 20. Juni wird sich der gemeinderätliche Verkehrsausschuss bereits erstmals mit möglichen Kriterien einer solchen Prüfung auseinandersetzen. Deklariertes Ziel ist es, bei Straßenbauten dem Radverkehr durch die zuständigen Fachdienststellen mehr Augenmerk beizumessen.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Aktuelle Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in Linz und zum Thema Fahrradverträglichkeitsprüfung bei Straßenbauprojekten in Linz“ mit Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger)
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