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Presseaussendung vom 10.01.2012

Bau einer Begleitstraße zur geplanten Straßenbahnverlängerung nach Pichling

Erster baulicher Schritt zur verbesserten Anbindung des Linzer Südens

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs steht auch im heurigen Jahr im Mittelpunkt der Linzer Verkehrspolitik. Nicht nur die Detailplanung für die zweite Straßenbahnachse durch Linz wird vorangetrieben, auch die Planung für die Straßenbahnverlängerung nach Traun soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Parallel dazu wird an der Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 in Pichling weitergearbeitet. „Die geplante verbesserte Anbindung des Linzer Südens an die Straßenbahn ist ein wichtiger Beitrag zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Mit der Errichtung einer Begleitstraße mit Kosten von rund 900.000 Euro erfolgt heuer ein erster Schritt im Vorfeld der Straßenbahnverlängerung in Pichling. Weiters gilt es noch die zwei rechtlichen Verfahren, die das Straßenrecht und das Eisenbahnrecht betreffen, abzuschließen“, informiert Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger.

Begleitstraße zur Straßenbahnverlängerung nach Pichling

Eine erste Maßnahme und eine wichtige Investition  im Vorfeld der verbesserten Anbindung an die Straßenbahn im Süden von Linz ist die Errichtung einer Begleitstraße zur künftigen Straßenbahntrasse in Richtung Südpark und später zum Pichlinger See. Diese Straße soll den Service und die Wartung der Straßenbahntrasse sowie deren Erreichbarkeit bei Notfällen gewährleisten.
 
Mit dem Bau dieser Begleitstraße soll nach Abwicklung des erforderlichen straßenrechtlichen Bewilligungsverfahrens im Herbst 2012 begonnen werden. Für die Errichtung des 1.100 Meter langen und 5,50 Meter breiten Straßenstücks zwischen der solarCity/Auhirschgasse und dem Südpark werden im Rahmen des Straßenbauprogramms der Stadt Linz heuer im Rahmen einer ersten Finanzierungsetappe 500.000 Euro und im kommenden Jahr weitere 400.000 Euro bereitgestellt.

Die neue Straße wird von der solarCity bis zur Bremenstraße im Südpark verlaufen, wo ein Umkehrplatz mit Rad- und Gehweg geplant ist. Die Stadt Linz wird mit der Tiefbau-Abteilung die Errichtung durchführen. Im Zuge der Straßenbahnverlängerung wird das neue Straßenstück später auch noch mit einem Rad- und Gehweg sowie  einem begleitenden Grünstreifen versehen werden.

Chancen für mögliche Stadterweiterung im Linzer Süden

Die neue Begleitstraße soll nicht nur der Servicierung  der künftigen Straßenbahnlinie dienen, sondern ist auch ein Vorgriff auf die weitere Entwicklung des Stadtteils Pichling.
Diese Straße bietet nicht zuletzt die Chance, derzeit noch unbebaute Grundstücke nördlich der Straßenbahntrasse zu erschließen. Gleichzeitig könnte die Traundorfer Straße von zusätzlichem Verkehr freigehalten werden, sodass sich daraus keine Mehrbelastungen für die Pichlinger Bevölkerung ergeben. Diese Grundstücke stellen ein wesentliches Element zukünftiger Stadterweiterungen im Süden von Linz dar.

Wünsche der BürgerInnen flossen in die Planung ein

Die Wünsche und Anregungen der BürgerInnen wurden bei der Planung der neuen Straße so weit wie möglich berücksichtigt. Das Projekt wurde den BewohnerInnen im Jahr 2008 bei Bürgerinformationsveranstaltungen vorgestellt. Entgegen der ursprünglichen Planungsintention wurde als Ergebnis der Diskussion mit den AnrainerInnen die Trassierung von den im Süden bebauten bzw. bebaubaren Liegenschaften abgerückt.  

Planerische und rechtliche Voraussetzungen im Vorfeld geklärt

Die planerischen, rechtlichen und formalen Voraussetzungen für den Bau der Straße wurden mit der Änderung des Flächenwidmungsplans Linz – Teil Mitte und Süd Nr. 2 und der Änderung des Örtlichen Entwicklungskonzeptes Nr. 1 - Teilkonzept Süd laut einem Beschluss des Gemeinderats vom 25. November 2010 geklärt.
Im Speziellen wurde auf Grund dieses Beschlusses die geplante neue Straßenbahnlinienverlängerung  mit Begleitstraße als Verkehrsfläche gewidmet und die gesamte Trasse damit gesichert.

Entlang der geplanten Straßenbahnlinie mit Begleitstraße ist laut Flächenwidmung beiderseits ein sechs Meter breiter Streifen Straßenbegleitgrün vorgesehen. Im Nahebereich des Wohngebietes an der Traundorfer Straße wurde das Straßenbegleitgrün auf eine Breite von 15 bis 25 Metern ausgeweitet. Auch mit diesen Begrünungsmaßnahmen wurde den Anregungen der AnrainerInnen entsprochen.

Ein entsprechendes Vorprojekt für die Straßenbahnverlängerung zum Pichlinger See und die Festlegung der Trasse wurden weiters bereits am 22. April 2010 vom Linzer Gemeinderat beschlossen. Zuvor wurden in den Jahren 2005 bis 2009 von der Stadtplanung Linz und der LINZ AG verschiedene Möglichkeiten der künftigen Streckenführung untersucht und bis zum aktuellen Planungsstand optimiert. Der Linzer Gemeinderat hat im Vorfeld im Jänner 2004 den Beschluss gefasst, für die Trassenführung ein Bürgerbeteiligungsverfahren durchzuführen.

Die nächsten Schritte

Die Stadtplanung Linz arbeitete zusammen mit dem städtischen Gebäudemanagement an der Flächensicherung für das Gesamtprojekt. Mittlerweile befinden sich fast alle der für die Realisierung benötigten Grundstücke im Eigentum der Stadt Linz.

Verordnungsverfahren und straßenrechtliches Bewilligungsverfahren

Straßenrechtliches Verfahren

Für die straßenrechtliche Verordnung der Begleitstrasse liegt bereits ein Antrag des Anlagen- und Bauamts der Stadt Linz vor, der am 26. Jänner dieses Jahres vom Gemeinderat beschlossen werden soll. Auf der Basis dieses Verordnungsbeschlusses wird ab Februar das straßenrechtliche Bewilligungsverfahren eingeleitet, sodass für das Frühjahr die straßenrechtliche Bewilligung für das Projekt zu erwarten ist.
 
Zudem sollen in den kommenden Monaten noch die letzten Grundeinlösungen (für ein bis zwei landwirtschaftlich genutzte Flächen) durch das Gebäudemanagement der Stadt Linz erfolgen. Diesbezüglich gibt es konkrete Gespräche mit dem Eigentümer.

Eisenbahnrechtliches Verfahren

Die LINZ LINIEN haben ein Projekt ausgearbeitet, das als nächster Schritt der eisenbahnrechtlichen Bewilligung bedarf. Nach der Klärung der weiteren Finanzierung durch Stadt, Land und LINZ LINIEN soll das vorliegende Projekt zur eisenbahnrechtlichen Bewilligung beim Land OÖ. eingereicht werden, wofür nach dem Eisenbahnrecht verschiedene Sachgutachten in Zusammenarbeit mit externen Experten notwendig sind.

Realisierung in zwei Etappen

Die Verlängerung der Straßenbahn umfasst zwei Etappen. In einer ersten Etappe ist die Anbindung des Südparks geplant, in einer weiteren die Führung der Linie 2 bis zu einem künftigen Verkehrsknotenpunkt beim Bahnhof Pichling in der Nähe des Pichlinger Sees.

Die Neubaustrecke umfasst insgesamt ca. 2,4 Kilometer Streckenlänge, wobei die erste Etappe über rund 1,3 Kilometer von der solarCity in südöstlicher Richtung bis zur Auhirschgasse und parallel zur Traundorfer Straße Richtung Osten bis zum südwestlichen Ende des Südparks führt.

Dort soll bis zum Bau des zweiten, rund 1,1 Kilometer langen Streckenabschnitts eine provisorische Umkehrschleife entstehen.

Durch den ersten Bauabschnitt werden die rund 850 ArbeitnehmerInnen, die ihren Arbeitsplätze bei einer der 30 Firmen im Südpark haben, an das Straßenbahnnetz angebunden. Bisher ist der Südpark mit der Stadtteilbuslinie 105 an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Die Stadtteillinie 105 mit insgesamt 14 Haltestellen erschließt seit 2008, ausgehend vom Siriusweg, das gesamte Gebiet zwischen Südpark und solarCity. 

Erste Etappe bis zum Südpark

Erste Etappe bis zum Südpark

Die LINZ AG benötigt für die Planung und Ausschreibung der Straßenbahnverlängerung etwa eineinhalb Jahre und rechnet mit je einem Jahr Bauzeit pro Etappe. Baulich und aus Kapazitätsgründen wäre es sinnvoll und notwendig, die erste Bauetappe mit der Umsetzung der Straßenbahnverlängerung nach Traun zu takten, sodass eine Realisierung der ersten Etappe der Straßenbahnverlängerung bis zum Südpark durch die LINZ AG  ab dem Jahr 2015 realistisch ist.

Straßenbahnverlängerung Linie 2 - erste und zweite Etappe

Straßenbahnverlängerung Linie 2 - erste und zweite Etappe

Die Weiterführung der Trasse als zweite Bauetappe bis zum Bahnhof Pichling hängt nicht zuletzt vom vierspurigen Ausbau der Westbahn durch die ÖBB sowie von der Weiterentwicklung eines Schnellbahnprojektes ab, das eine Zugverbindung zwischen Linz und Enns-Asten bzw. St. Georgen/Gusen beinhaltet. Dann kann der Bahnhof Pichling mit einem integrierten Taktverkehr angefahren werden. Dies dürfte aus heutiger Sicht frühestens ab dem Jahr 2018 (um 10 Jahre später als noch 2003 geplant) möglich sein. Deshalb beabsichtigt die Stadt Linz, die Straßenbahn vorerst bis zu einer Umkehrschleife beim Betriebspark Pichling zu führen.

Voraussichtliche Kosten inklusive Fahrzeuge rund 21 Millionen Euro

Der Bau der Straßenbahnverlängerung würde nach ersten Kostenschätzungen in Summe voraussichtlich 14 Millionen Euro erfordern. Für die Straßenbahnverlängerung nach Pichling müssten zusätzlich zwei City-Runner zum Einsatz kommen. Für die City-Runner wären weitere rund 3,3 Millionen Euro pro Fahrzeug einzukalkulieren.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Bau einer Begleitstraße zur geplanten Straßenbahnverlängerung nach Pichling – aktuelle Infos zum Projektstand“ mit Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger)

Für Medienanfragen:
Robert Hubmann

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