„Die Kombination von Medienpädagogik, zeitgeschichtlicher Aufarbeitung und dem nachhaltigen Zugänglichmachen für breite Bevölkerungskreise macht das Projekt zu etwas Besonderen. Ich gratuliere der Medienwerkstatt und vor allem Frau Mag.a Hildegard Griebl-Shehata zu dieser Auszeichnung. Dieser Preis ist eine weitere Bestätigung für die hervorragende Arbeit der Medienwerkstatt“, so Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Die Radiopreise der Erwachsenenbildung werden in den fünf Sparten Kultur, Information, Bildung/Wissenschaft, Sendereihen und Kurzsendungen 14. Mal vergeben. Die Jury, neun VertreterInnen von Printmedien und neun VertreterInnen der Erwachsenenbildung, hatten aus 15 für die Preisvergabe nominierten Produktionen zu wählen. Die Nominierungen wurden aus der Rekordzahl von 108 Sendungen von zwölf Sendern vorgenommen. Die Preise werden von der Arbeitsgemeinschaft der Bildungshäuser, dem Büchereiverband, dem Verband Österreichischer Volkshochschulen und dem Wirtschaftsförderungsinstitut gestiftet.
„Dieses Projekt der Medienwerkstatt Linz hat nicht nur einen zeitgeschichtlichen sondern auch einen gesellschaftspolitischen Bildungsaspekt. Jede/r von uns trägt Verantwortung. Man muss an diese menschenverachtende Zeit erinnern, um solche Tendenzen schon im Keim zu verhindern“, so die Linzer Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Für das Medienwerkstatt-Projekt wurden HistorikerInnen, Personen des öffentlichen Lebens und natürlich ZeitzeugInnen und Opfer des NS-Regimes interviewt. Zu hören sind Zeitdokumente des Widerstands, Erzählungen von rassischer Verfolgung, von schmerzlichen Erinnerungen an die erniedrigende Behandlung in den Konzentrationslagern, Gedanken über Schicksale und die Macht des Zufalls. Die Interviews sind Erzählungen von menschlichem Zusammenleben und geben Zeugnis von politischem Druck, Leid und Hoffnung.
Das Ziel des Radioprojekts war es, den Einfluss des NS-Regimes auf das Leben der Menschen und ihren Umgang miteinander herauszuarbeiten. Von Jänner bis September 2010 wurden Interviews mit ZeitzeugInnen, Historikern und VertreterInnen des öffentlichen Lebens durchgeführt. Vier RedakteurInnen und drei oberösterreichischen Hauptschulen wurden von der Medienwerkstatt Linz bei der Interviewführung, den Schnittarbeiten und bei der Sendungsgestaltung pädagogisch betreut.
Durch die Veröffentlichung als Radiobeiträge, als CD-Reihe und als Stream im Internet wurde eine nachhaltige Nutzung der Erinnerungen sichergestellt. Die entstandenen Beiträge wurden in Form von Beiträgen auf Radio FRO, einer zwölfteiligen CD-Reihe und einem Stream auf der Homepage der Medienwerkstatt veröffentlicht. Die Medienwerkstatt Linz bietet nun gegen Vorbestellung die CDs zum Kauf an. Das gesamte Set kostet 80 Euro, jede einzelne CD ist um zehn Euro erhältlich.
Die Medienwerkstatt Linz ist eine gemeinsam von der Stadt Linz und der Arbeiterkammer Oberösterreich getragene Bildungseinrichtung. Interessierte haben seit 1998 die Möglichkeit, nicht-kommerziell orientierte Radio- und Fernsehsendungen zu produzieren. Die Medienwerkstatt bietet dafür die Rahmenbedingungen, das Kursangebot, die Betreuung und den offenen Zugang. So offeriert die Medienwerkstatt Linz Basiskurse für Personen jeden Alters von Kindern bis zu SeniorInnen, die Unterstützung bei der Gestaltung von Radio- und Fernsehbeiträgen, einen Equipmentverleih und ermöglicht außerdem breitgestreute Sendemöglichkeiten.
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