Anstieg der betroffenen Personen um 40 Prozent
Auch bei Betrachtung betroffener Haushalte ist im Juni dieses Jahres der Anstieg am größten ausgefallen. 375 Haushalte mehr beziehen am Ende des 1. Halbjahres Mindestsicherung. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vergleichsmonat 2011 um 41 Prozent.
Gab es im 1. Halbjahr 2011 noch durchschnittlich knapp über 1.000 Haushalte, die in Linz Mindestsicherung bezogen, so waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits durchschnittlich mehr als 1.300. Das entspricht einer Steigerung von 31 Prozent. „Normalerweise sinkt im Juni die Zahl der zu Unterstützenden, da es Möglichkeiten saisonaler Beschäftigungen gibt. Der gegenteilige Trend macht uns in der Sozialpolitik ernsthafte Sorgen“, interpretiert Vizebürgermeister Luger die vorliegenden Daten.
Die Hauptgründe für den Bezug von Mindestsicherung im vergangenen Halbjahr waren fehlende Einkommen (26 Prozent), zu geringen Leistungen des Arbeitsmarktservices (37 Prozent) sowie zu geringes Einkommen (15 Prozent). Besonders sticht ins Auge, dass sich die Zahl jener Haushalte verdoppelte, die wegen zu geringer AMS-Zahlungen Sozialhilfe in Anspruch nehmen mussten. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 2012 rund 3,5 Millionen Euro an Mindestsicherung ausbezahlt, um rund 500.000 Euro mehr als in den ersten sechs Monaten 2011.
„Die Sozialhilfe der Stadt Linz ist ein wichtiges Auffangnetz. Die unterschiedlichen Initiativen wie Jobimpuls und die enge Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) helfen mit, die Betroffenen möglichst rasch wieder in die Arbeitswelt zu integrieren“, sagt Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger, der angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa mit Sorge auf die weitere Entwicklung der Sozialhilfe in der Landeshauptstadt blickt.
Linz weist mit einer Arbeitslosenrate von 4,2 Prozent unter den vergleichbaren Landeshauptstädten den zweitgeringsten Wert auf. Gemeinsam mit der Stadt Salzburg hat sich Linz vom österreichweiten Niveau abkoppeln können. Eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent in Linz und 3,9 Prozent in Salzburg stellt angesichts der Rahmenbedingungen einen objektiv guten Wert dar. Unerfreulicher stellt sich die Situation in Klagenfurt (7 Prozent), in Graz (6,9 Prozent) und in Innsbruck (5,1 Prozent) dar. Nicht vergleichbar mit den Landeshauptstädten ist Wien mit einer Arbeitslosenrate von 8,8 Prozent. Damit bleibt die Zweiteilung des österreichischen Arbeitsmarktes bestehen.
Trotz der niedrigen Arbeitslosenquote ist der Anstieg der SozialhilfebezieherInnen in Linz hoch. Einerseits dürfte in der labilen Wirtschaftslage ein Hauptgrund dieser Entwicklung zu sehen sein, andererseits haben aufgrund geänderter und höherer Richtsätze nun mehr Menschen Anspruch auf Mindestsicherung, als dies früher der Fall war.
Gab es im Juni 2011 nur 1.541 SozialhilfebezieherInnen, so ist die Anzahl jener Personen, die in diesem Monat eine Mindestsicherung erhalten, auf 2.354 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 53 Prozent. Durchschnittlich über die ersten sechs Monate dieses Jahres kann man eine Steigerung gegenüber 2011 um 39 Prozent erkennen.
Vergleicht man den Juni diesen Jahres mit dem Vergleichsmonat vergangenen Jahres, so ist ersichtlich, dass im letzten Jahr deutlich weniger Haushalte aus dem Titel „zu geringe AMS-Leistung“ – 25 Prozent aller Haushalte – Unterstützung bezogen. Vergangen Juni bezogen die meisten Haushalte aufgrund keines Einkommen Sozialhilfe. Das entspricht einem Anteil von 34 Prozent.
Die Mindestsicherung (ehemalige Sozialhilfe) der Stadt Linz wird verstärkt in Anspruch genommen. Im 1. Halbjahr des heurigen Jahres bezogen in Linz durchschnittlich 1.325 Haushalte Leistungen der Mindestsicherung. Gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 ist diese Anzahl um 31 Prozent gestiegen.
Im Juni diesen Jahres ist der Anstieg am größten. 375 Haushalte mehr beziehen am Ende des 1. Halbjahres Mindestsicherung. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vergleichmonat 2011 um 41 Prozent.
„Normalerweise sinkt im Juni die Zahl der zu Unterstützenden, da es Möglichkeiten saisonaler Beschäftigungen gibt. Der gegenteilige Trend macht uns in der Sozialpolitik ernsthafte Sorgen“, interpretiert Vizebürgermeister Luger die vorliegenden Daten. Die Gründe für den Bezug sind unterschiedlich. Neben Aufzahlungen aufgrund zu geringer Unterstützungsleistungen des AMS bilden auch ein zu geringes Erwerbseinkommen oder ein nicht ausreichender Unterhalt sowie Arbeitslosigkeit oder Pensionsvorschuss Gründe für den Bezug der Mindestsicherung.
Betrachtet man die BezieherInnen der Mindestsicherung nach ihren Bezugsgründen, so kann man erkennen, dass die meisten Haushalte die Mindestsicherung aufgrund einer zu geringen Leistung durch das Arbeitsmarktservice bekommen. Diese Anzahl ist zwar rückläufig, dennoch macht sie die größte Gruppe der BezieherInnen aus.
Durchschnittlich bezogen 487 Haushalte im 1. Halbjahr diese finanzielle Unterstützungsleistung. Das entspricht 37 Prozent aller Haushalte.
Den zweithöchste BezieherInnengruppe verzeichnen jene Haushalte, die über kein Einkommen verfügen. Vergleicht man die einzelnen Monate des 1. Halbjahres, so kann man erkennen, dass die Anzahl relativ konstant bleibt. Dennoch fallen 26 Prozent aller Haushalte im Durchschnitt in die Gruppe „Kein Einkommen“.
Eine Aufzahlung aufgrund eines zu geringen Einkommens bekamen 15 Prozent der Bedarfsorientierten MindestsicherungsbezieherInnen. Die Anzahl der Haushalte in den anderen Anspruchsgruppen blieb über die sechs Monate relativ konstant.
Besonders auffallend ist, dass sich die Zahl jener Haushalte, die wegen zu geringer AMS-Zahlungen Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen, verdoppelte. Diese Entwicklung lässt die Vermutung zu, dass mehr Personen durch das AMS durch Schulungsmaßnahmen betreut werden. „Es macht Sinn, wenn wieder verstärkt Mittel in das Kursangebot fließen. Eine qualifizierte Weiterbildung ermöglicht den Menschen mehr Chancen am Arbeitsmarkt“, so Luger.
Zur Anzahl der Haushalte (hauptunterstützte BezieherInnen) kommen noch mitunterstützte Personen und Kinder dazu. Dadurch waren in den Monaten Jänner bis Juni durchschnittlich 2.403 Erwachsene und Kinder von der Sozialhilfe abhängig. Wie die Anzahl der Haushalte erhöhte sich auch die Zahl der insgesamt betroffenen Personen.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger über die „Entwicklung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung im 1. Halbjahr 2012“)
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