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SOZIALES
Presseaussendung vom 02.08.2012

Rasanter Anstieg der Sozialhilfe-BezieherInnen in Linz

Anstieg der betroffenen Personen um 40 Prozent

Als Sozialhilfeträger unterstützt die Stadt Linz Menschen, die ihren Lebensunterhalt weder durch den Einsatz ihrer Arbeitskraft noch durch ein ausreichendes Einkommen bestreiten können. Besonders LinzerInnen, die nicht in sozialen Einrichtungen leben, wird mit diesem Sicherungssystem unter die Arme gegriffen. Trotz geringster Arbeitslosigkeit im Vergleich zu den anderen Landeshauptstädten stieg die Anzahl der Personen in der Mindestsicherung im 1. Halbjahr 2012 mit 40 Prozent stark an.
Insgesamt beziehen knapp 2.400 Personen am Ende des 1. Halbjahres 2012 diese Unterstützungsleistung (vgl. 2011: 1.541). Somit ist binnen eines Jahres die Zahl der SozialhilfebezieherInnen um mehr als 800 Menschen oder 53 Prozent gestiegen. 

Auch bei Betrachtung betroffener Haushalte ist im Juni dieses Jahres der Anstieg am größten ausgefallen. 375 Haushalte mehr beziehen am Ende des 1. Halbjahres Mindestsicherung. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vergleichsmonat 2011 um 41 Prozent.

Gab es im 1. Halbjahr 2011 noch durchschnittlich knapp über 1.000 Haushalte, die in Linz Mindestsicherung bezogen, so waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits durchschnittlich mehr als 1.300. Das entspricht einer Steigerung von 31 Prozent. „Normalerweise sinkt im Juni die Zahl der zu Unterstützenden, da es Möglichkeiten saisonaler Beschäftigungen gibt. Der gegenteilige Trend macht uns in der Sozialpolitik ernsthafte Sorgen“, interpretiert Vizebürgermeister Luger die vorliegenden Daten.

Die Hauptgründe für den Bezug von Mindestsicherung im vergangenen Halbjahr waren fehlende Einkommen (26 Prozent),  zu geringen Leistungen des Arbeitsmarktservices (37 Prozent) sowie zu geringes Einkommen (15 Prozent). Besonders sticht ins Auge, dass sich die Zahl jener Haushalte verdoppelte, die wegen zu geringer AMS-Zahlungen Sozialhilfe in Anspruch nehmen mussten. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 2012 rund 3,5 Millionen Euro an Mindestsicherung ausbezahlt, um rund 500.000 Euro mehr als in den ersten sechs Monaten 2011.

„Die Sozialhilfe der Stadt Linz ist ein wichtiges Auffangnetz. Die unterschiedlichen Initiativen wie Jobimpuls und die enge Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) helfen mit, die Betroffenen möglichst rasch wieder in die Arbeitswelt zu integrieren“, sagt Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger, der angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa mit Sorge auf die weitere Entwicklung der Sozialhilfe in der Landeshauptstadt blickt.

4,2 Prozent Arbeitslosigkeit: im Städtevergleich geringer Wert

Linz weist mit einer Arbeitslosenrate von 4,2 Prozent unter den vergleichbaren Landeshauptstädten den zweitgeringsten Wert auf. Gemeinsam mit der Stadt Salzburg hat sich Linz vom österreichweiten Niveau abkoppeln können. Eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent in Linz und 3,9 Prozent in Salzburg stellt angesichts der Rahmenbedingungen einen objektiv guten Wert dar. Unerfreulicher stellt sich die Situation in Klagenfurt (7 Prozent), in Graz (6,9 Prozent) und in Innsbruck (5,1 Prozent) dar. Nicht vergleichbar mit den Landeshauptstädten ist Wien mit einer Arbeitslosenrate von 8,8 Prozent. Damit bleibt die Zweiteilung des österreichischen Arbeitsmarktes bestehen.

Städtevergleich der prozentuellen Arbeitslosenrate 2011/2012: Linz, Graz, Salzburg, Klagenfurtm, Innsbruck, Wien

Trotz der niedrigen Arbeitslosenquote ist der Anstieg der SozialhilfebezieherInnen in Linz hoch. Einerseits dürfte in der labilen Wirtschaftslage ein Hauptgrund dieser Entwicklung zu sehen sein, andererseits haben aufgrund geänderter und höherer Richtsätze nun mehr Menschen Anspruch auf Mindestsicherung, als dies früher der Fall war.

Mindestsicherung:

Vergleich 1. Halbjahr 2012 zu 2011: Von Sozialhilfe lebende Personen: + 40 Prozent

Vergleich Juni 2012 zu 2011: Von Sozialhilfe lebende Personen: + 53 Prozent

Gab es im Juni 2011 nur 1.541 SozialhilfebezieherInnen, so ist die Anzahl jener Personen, die in diesem Monat eine Mindestsicherung erhalten, auf 2.354 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 53 Prozent. Durchschnittlich über die ersten sechs Monate dieses Jahres kann man eine Steigerung gegenüber 2011 um 39 Prozent erkennen.

Tabelle: Insgesamt betroffene Personen - Jänner bis Juni 2012 / 2011

Vergleicht man den Juni diesen Jahres mit dem Vergleichsmonat vergangenen Jahres, so ist ersichtlich, dass im letzten Jahr deutlich weniger Haushalte aus dem Titel „zu geringe AMS-Leistung“ – 25 Prozent aller Haushalte – Unterstützung bezogen. Vergangen Juni bezogen die meisten Haushalte aufgrund keines Einkommen Sozialhilfe. Das entspricht einem Anteil von 34 Prozent.

Mindestsicherung:

Vergleich 1. Halbjahr 2012 zu 2011: Haushalte: + 31 Prozent

Die Mindestsicherung (ehemalige Sozialhilfe) der Stadt Linz wird verstärkt in Anspruch genommen. Im 1. Halbjahr des heurigen Jahres bezogen in Linz durchschnittlich 1.325 Haushalte Leistungen der Mindestsicherung. Gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 ist diese Anzahl um 31 Prozent gestiegen.

Tabelle: Vergleich Mindestsicherung Jänner bis Juni 2012 / 2011

Vergleich 1. Juni 2012 zu 2011: Haushalte: + 41 Prozent

Im Juni diesen Jahres ist der Anstieg am größten. 375 Haushalte mehr beziehen am Ende des 1. Halbjahres Mindestsicherung. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vergleichmonat 2011 um 41 Prozent.

„Normalerweise sinkt im Juni die Zahl der zu Unterstützenden, da es Möglichkeiten saisonaler Beschäftigungen gibt. Der gegenteilige Trend macht uns in der Sozialpolitik ernsthafte Sorgen“, interpretiert Vizebürgermeister Luger die vorliegenden Daten. Die Gründe für den Bezug sind unterschiedlich. Neben Aufzahlungen aufgrund zu geringer Unterstützungsleistungen des AMS bilden auch ein zu geringes Erwerbseinkommen oder ein nicht ausreichender Unterhalt sowie Arbeitslosigkeit oder Pensionsvorschuss Gründe für den Bezug der Mindestsicherung.

Bezugsgründe im 1. Halbjahr 2012 für Sozialhilfe:

37 Prozent zu geringe AMS-Leistungen
26 Prozent kein Einkommen

Bezugsgründe nach Haushalten - 1. Halbjahr 2012

Betrachtet man die BezieherInnen der Mindestsicherung nach ihren Bezugsgründen, so kann man erkennen, dass die meisten Haushalte die Mindestsicherung aufgrund einer zu geringen Leistung durch das Arbeitsmarktservice bekommen. Diese Anzahl ist zwar rückläufig, dennoch macht sie die größte Gruppe der BezieherInnen aus.

Durchschnittlich bezogen 487 Haushalte im 1. Halbjahr diese finanzielle Unterstützungsleistung. Das entspricht 37 Prozent aller Haushalte.

Den zweithöchste BezieherInnengruppe verzeichnen jene Haushalte, die über kein Einkommen verfügen. Vergleicht man die einzelnen Monate des 1. Halbjahres, so kann man erkennen, dass die Anzahl relativ konstant bleibt. Dennoch fallen 26 Prozent aller Haushalte im Durchschnitt in die Gruppe „Kein Einkommen“. 

Eine Aufzahlung aufgrund eines zu geringen Einkommens bekamen 15 Prozent der Bedarfsorientierten MindestsicherungsbezieherInnen. Die Anzahl der Haushalte in den anderen Anspruchsgruppen blieb über die sechs Monate relativ konstant.

Vergleich der Bezugsgründe: Verdoppelung bei zu geringer AMS-Unterstützung

Tabelle: Vergleich der Bezugsgründe

Besonders auffallend ist, dass sich die Zahl jener Haushalte, die wegen zu geringer AMS-Zahlungen Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen, verdoppelte. Diese Entwicklung lässt die Vermutung zu, dass mehr Personen durch das AMS durch Schulungsmaßnahmen betreut werden. „Es macht Sinn, wenn wieder verstärkt Mittel in das Kursangebot fließen. Eine qualifizierte Weiterbildung ermöglicht den Menschen mehr Chancen am Arbeitsmarkt“, so Luger.

Zur Anzahl der Haushalte (hauptunterstützte BezieherInnen) kommen noch mitunterstützte Personen und Kinder dazu. Dadurch waren in den Monaten Jänner bis Juni durchschnittlich 2.403 Erwachsene und Kinder von der Sozialhilfe abhängig. Wie die Anzahl der Haushalte erhöhte sich auch die Zahl der insgesamt betroffenen Personen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger über die „Entwicklung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung im 1. Halbjahr 2012“)


Ergänzende Informationen (PDF, 53 kB) (neues Fenster).


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