3.000 RotlichtsünderInnen 2011 in Linz ertappt
Allein im Vorjahr wurden von der Polizei in Linz mehr als 3.000 AutofahrerInnen angezeigt, die bei Rot in eine der fünf überwachten Kreuzungen eingefahren sind. Die Zahl der Anzeigen stieg damit um beinahe ein Drittel gegenüber dem Jahr 2010 an, in dem 2.300 LenkerInnen angezeigt worden sind.
Heuer wurden im ersten Halbjahr von Jänner 2012 bis Juni 2012 945 LenkerInnen registriert und angezeigt, die bei Rotlicht in Linzer Kreuzungen eingefahren sind.
Bei den Kameras setzt die Stadt Linz moderne Top-Technik ein. „Bei der Rotlicht-Radar-Überwachung geht es nicht um Strafeinnahmen, sondern primär um die Hebung der Verkehrssicherheit, vor allem für ältere VerkehrsteilnehmerInnen und für Kinder. Ein Hauptziel liegt in der Senkung der Unfallzahlen in neuralgischen Kreuzungsbereichen“, begründet der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger die verschärften Kontrollen.
Am Beginn dieser städtischen Offensive zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurde bereits 2009 an der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße eine Kamera installiert. Auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses vom Dezember 2011 wurde mit Kosten von 40.000 Euro die Einrichtung beziehungsweise Modernisierung weiterer Messstellen an den Kreuzungen Mozartstraße / Dinghoferstraße und Mozartstraße / Dametzstraße in Auftrag gegeben.
Diese Messstellen wurden adaptiert und sind nunmehr einsatzbereit. An diesen Kreuzungen soll wechselweise eine neue und effizienter arbeitende digitale Rotlicht-Radar-Kamera zum Einsatz kommen.
Bereits 2010 wurde auch für zwei weitere Kreuzungen – an der Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße sowie an der Kreuzung Humboldtstraße / Goethestraße eine moderne Rotlicht-Überwachungskamera angekauft, die seit Anfang Dezember 2010 wechselweise an diesen beiden Messstellen im Linzer Stadtgebiet eingesetzt wird.
Derzeit analysiert die städtische Verkehrsplanung die Unfallstatistik des Jahres 2011. „Für besonders auffällige und gefährliche Kreuzungen prüfen wir derzeit die Installierung weiterer Kamerastandorte”, informiert Vizebürgermeister Klaus Luger.
Wie die Datenauswertung der Bundespolizeidirektion Linz zeigt, wurde fast die Hälfte aller Rotlichtsünder an der Kreuzung Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße registriert. Die Gründe dafür dürften auch darin liegen, dass dieser Standort erst vor vergleichsweise kurzer Zeit eingerichtet wurde, während zum Beispiel die Messstellen Standorte Dinghoferstraße / Mozartstraße und Dametzstraße / Mozartstraße bereits seit Jahrzehnten existieren und den meisten AutofahrerInnen bekannt sind. Wie aus den Aufzeichnungen weiters zu ersehen ist, hat sich die Gesamtzahl der Anzeigen von 2.305 auf 3.023 im Jahr 2011 um mehr als 30 Prozent erhöht, im ersten Halbjahr wurden ebenfalls schon fast 1.000 Rotlichtverstöße verzeichnet.
| Datum | Dinghoferstr./Mozartstr. | Dametzstr./Mozartstr. | Rudolfstr./Hagenstr. | Industriezeile/Prinz-Eugen-Str. | Humboldtstr./Goethestr. |
|---|---|---|---|---|---|
| Jänner 2011 | 5 | 76 | 136 | ||
| Februar 2011 | 6 | 63 | 221 | ||
| März 2011 | 21 | 3 | 108 | 154 | |
| April 2011 | 8 | 148 | 213 | ||
| Mai 2011 | 12 | 11 | 160 | 287 | |
| Juni 2011 | 11 | 11 | 206 | 187 | |
| Juli 2011 | 12 | 18 | 175 | Standortwechsel | 8 |
| August 2011 | 4 | 16 | 157 | Standortwechsel | 14 |
| September 2011 | 19 | 12 | 91 | Standortwechsel | 25 |
| Oktober 2011 | 19 | 23 | 48 | Standortwechsel | 24 |
| November 2011 | 23 | 12 | außer Betrieb | 125 | Standortwechsel |
| Dezember 2011 | 11 | 8 | außer Betrieb | 132 | Standortwechsel |
| 2011: 3.023 | 143 | 122 | 1.232 | 1.455 | 71 |
| 2010 | Dinghoferstr./Mozartstr. | Dametzstr./Mozartstr./ | Rudolfstr./Hagenstr. | Industriezeile/Prinz-Eugen-Str. | Humboldtstr./Goethestr. |
|---|---|---|---|---|---|
| 2.305 | 239 | 250 | 1.582 | 234 |
| Datum | Dinghoferstr./Mozartstr. | Dametzstr./Mozartstr. | Rudolfstr./Hagenstr. | Industriezeile/Prinz-Eugen-Str. | Humboldtstr./Goethestr. |
|---|---|---|---|---|---|
| Jänner 2012 | 9 | 12 | außer Betrieb | 146 | Standortwechsel |
| Februar 2012 | 14 | außer Betrieb | 41 | Standortwechsel | |
| März 2012 | 19 | 14 | außer Betrieb | 261 | Standortwechsel |
| April 2012 | 9 | 9 | 87 | außer Betrieb | Standortwechsel |
| Mai 2012 | außer Betrieb | 17 | 142 | außer Betrieb | Standortwechsel |
| Juni 2012 | außer Betrieb | 8 | 157 | außer Betrieb | Standortwechsel |
| Gesamt: 945 | 51 | 60 | 386 | 448 |
Die nun verwendete neue Technik bietet gegenüber herkömmlichen Systemen entscheidende Vorteile und spart Kosten. In Linz gibt es seit 1988 „konventionelle” Rotlicht-Kamera-Messstellen, mit denen Verkehrsübertretungen durch AutofahrerInnen bei Ampel-Rotlicht festgestellt beziehungsweise geahndet wurden.
Die herkömmlichen Rotlichtkameras wurden beim Einfahren bei Rotlicht in den Kreuzungsbereich durch Induktionsschleifen ausgelöst. Es wurden zwei Fotos von diesem Vergehen gemacht. Aus dem Abstand zwischen den beiden Fotos konnte die Geschwindigkeit errechnet werden und zu welchem Zeitpunkt der/die potenzielle „RotlichtsünderIn“ tatsächlich in den Kreuzungsbereich eingefahren ist. Daraus ergibt sich der Beweis für den Rotlichtverstoß.
Die bisherigen Überwachungssysteme waren sehr wartungsintensiv. So mussten zum Beispiel die Induktionsschleifen im Falle von Grabungen oder Frostaufbrüchen stets miterneuert werden. Die Auswertung der auf herkömmliche Weise „geblitzten“ Rotlichtverstöße war ebenfalls relativ aufwändig, zudem wurden die Bodeninduktionsschleifen durch den Reifenabrieb beschädigt.
Das alte, analoge System hatte zudem den Nachteil, dass die Auswertung der Beweisfotos auf Grund witterungsbedingt schlechter Lichtverhältnisse oft nicht einfach war. Darüber hinaus war es schwierig, auf Grund des jeweiligen Aufnahmewinkels alle vorhandenen Fahrstreifen gleichzeitig zu überwachen. Dieses Manko fällt bei den modernen digitalen Systemen weg.
Das nunmehr eingesetzte neue System verfügt über eine digitale Bildtechnik, die eine leichtere und schnellere Bearbeitung ermöglicht. Im Gegensatz zu den alten, in der Fahrbahn verlegten Induktionsschleifen sorgen moderne Radarsensoren für eine zuverlässige Erkennung der Fahrzeuge.
Die Technik für dieses Rotlicht-Radar-System stammt von einem österreichischen Anbieter. Es bietet den Vorteil, dass unter Verwendung des bewährten Kamerasystems eine neu entwickelte Radarsensorik eingesetzt wird. Diese Technik gibt es erst seit rund zwei Jahren. Mittels virtueller Induktionsschleifen und Radar wird ein Überwachungsfeld definiert. Wenn sich während der Rotlichtphase ein Fahrzeug im Überwachungsfeld bewegt, wird die Kamera ausgelöst und damit der Rotlichtverstoß nachgewiesen.
Für LenkerInnen, die eine rote Ampel missachten, beträgt der Strafrahmen zwischen 72 und 2.180 Euro. Das Strafausmaß richtet sich dabei danach, ob andere VerkehrsteilnehmerInnen gefährdet werden, ihnen der Vorrang genommen wird oder diese zum Bremsen und Auslenken genötigt wurden. Bei Gefährdung von VerkehrsteilnehmerInnen, zum Beispiel von FußgängerInnen am Schutzweg, erfolgt zusätzlich eine Vormerkung im Führerscheinregister. Durchschnittlich werden Strafen über 150 Euro verhängt.
Selbst nach drei Jahren gibt es hier noch immer mehr als 1.200 Übertretungen.
Die Stadt Linz setzt daher seit September 2009 an Kreuzungen auf den Einsatz moderner Technik. Damit soll vor allem die Verkehrsicherheit für FußgängerInnen, die zu den schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen zählen, verbessert werden.
Der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger hat als ersten Schritt eine Initiative besorgter Eltern aufgegriffen und den Ankauf einer modernen Kamera zur Überwachung der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße in Auftrag gegeben. Primär sollte die Sicherheit der Kinder und auch älterer VerkehrsteilnehmerInnen verbessert werden.
In der Vergangenheit kam es an dieser Kreuzung in Urfahr zu einer Häufung gefährlicher Situationen. Dadurch ergaben sich für die Schulkinder der Weberschule, die die Rudolfstraße an dieser Stelle überqueren, vermehrt Gefahrenmomente.
Ausgelöst wurden diese durch AutofahrerInnen, die bei Ampel-Rotlicht in den Kreuzungsbereich eingefahren sind. Daraufhin installierte der Tiefbau Linz eine so genannte Rotlicht-Kamera. Innerhalb des seit Herbst 2009 laufenden Betriebs wurden an der Rudolfstraße allein im Vorjahr 1.223 Übertretungen festgestellt – und dies, obwohl der Standort bereits seit längerer Zeit der Öffentlichkeit bekannt ist.
„Wir werden bei Rotlichtverstößen weiterhin auf Prävention setzen, um die Verkehrsdisziplin zu verbessern. Es geht hier schließlich vor allem um die Sicherheit der schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen – der FußgängerInnen. Dass es uns nicht um Bußgeld geht, beweist gerade diese Kreuzung, denn die Einnahmen fließen auf dieser Bundesstraße an das Land Oberösterreich. Auf Grund der mit der neuen Technik gemachten Erfahrungen wurden und werden andere neuralgische Linzer Kreuzungen in das System miteinbezogen“, erläutert der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger die weiteren Schritte.
An der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße wurde auch eine eigene Ampelschaltung während der Morgenstunden für Schulkinder eingeführt. Die städtischen Verkehrsexperten überlegen, die verlängerten Grünphasen für FußgängerInnen auch auf die Mittagszeit auszudehnen.
Auf Basis eines Gemeinderatsbeschlusses vom 20. Mai 2010 wurde mit Kosten von 100.000 Euro eine weitere Rotlicht-Radar-Kamera angekauft, die seit dem Vorjahr wechselweise an zwei Messstellen an der Kreuzung Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße und an der an der Kreuzung Humboldtstraße / Goethestraße eingesetzt wird. Seit der Inbetriebnahme wurden an den beiden Messstellen 1.526 Übertretungen festgestellt!
„Durch undisziplinierte AutolenkerInnen, die bei Rot in Kreuzungen einfahren, werden vor allem FußgängerInnen gefährdet. Ihnen muss unserer besonderer Schutz gelten“, weist Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger auf die Notwendigkeit der Maßnahmen hin.
Auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses vom Dezember 2011 wurden mit Kosten von 40.000 Euro die bestehenden Messstellen im Bereich der Kreuzungen Mozartstraße / Dinghoferstraße und Mozartstraße / Dametzstraße vor kurzem adaptiert und mit der neuen modernen Digitaltechnik ausgestattet.
Es wurde zudem eine zusätzliche Kamera angekauft, die künftig an allen fünf Messpunkten im Stadtgebiet eingesetzt werden kann. Ab diesem Herbst soll das neue Rotlichtradar dann „scharf“ sein.
Darüber hinaus werden auf Basis der Analyse der Unfallstatistik 2011 von der städtischen Verkehrsplanung weitere Standorte für Rotlichtkameras überprüft. Laut Verkehrsreferent Luger sollen vor allem Kreuzungen mit gehäuften Unfallschäden ins Visier genommen werden.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Mehr Sicherheit an Kreuzungen durch Rotlichtradar – Bilanz und Ausblick“)
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