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Überwachungskamera
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Presseaussendung vom 13.08.2012

Mehr Sicherheit an Kreuzungen durch Rotlichtradar

3.000 RotlichtsünderInnen 2011 in Linz ertappt

Ernüchternde Ergebnisse zeigte die jüngste Analyse der neuen Rotlicht-Überwachungskameras auf Linzer Kreuzungen: Die auf Initiative von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger technisch modernisierten Rotlichtkameras überführten seit ihrer Montage vor rund zweieinhalb Jahren in der Zeit von September 2009 und Mitte 2012 insgesamt fast 6.300 VerkehrssünderInnen.

Allein im Vorjahr wurden von der Polizei in Linz mehr als 3.000 AutofahrerInnen angezeigt, die bei Rot in eine der fünf überwachten Kreuzungen eingefahren sind. Die Zahl der Anzeigen stieg damit um beinahe ein Drittel gegenüber dem Jahr 2010 an, in dem 2.300 LenkerInnen angezeigt worden sind.

Heuer wurden im ersten Halbjahr von Jänner 2012 bis Juni 2012 945 LenkerInnen registriert und angezeigt, die bei Rotlicht in Linzer Kreuzungen eingefahren sind.

Bei den Kameras setzt die Stadt Linz moderne Top-Technik ein. „Bei der Rotlicht-Radar-Überwachung geht es nicht um Strafeinnahmen, sondern primär um die Hebung der Verkehrssicherheit, vor allem für ältere VerkehrsteilnehmerInnen und für Kinder. Ein Hauptziel liegt in der Senkung der Unfallzahlen in neuralgischen Kreuzungsbereichen“, begründet der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger die verschärften Kontrollen.

Am Beginn dieser städtischen Offensive zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurde bereits 2009 an der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße eine Kamera installiert. Auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses vom Dezember 2011 wurde mit Kosten von 40.000 Euro die Einrichtung beziehungsweise Modernisierung weiterer Messstellen an den Kreuzungen Mozartstraße / Dinghoferstraße und Mozartstraße / Dametzstraße in Auftrag gegeben.

Diese Messstellen wurden adaptiert und sind nunmehr einsatzbereit. An diesen Kreuzungen soll wechselweise eine neue und effizienter arbeitende digitale Rotlicht-Radar-Kamera zum Einsatz kommen.

Bereits 2010 wurde auch für zwei weitere Kreuzungen – an der Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße sowie an der Kreuzung Humboldtstraße / Goethestraße eine moderne Rotlicht-Überwachungskamera angekauft, die seit Anfang Dezember 2010 wechselweise an diesen beiden Messstellen im Linzer Stadtgebiet eingesetzt wird.

Derzeit analysiert die städtische Verkehrsplanung die Unfallstatistik des Jahres 2011. „Für besonders auffällige und gefährliche Kreuzungen prüfen wir derzeit die Installierung weiterer Kamerastandorte”, informiert Vizebürgermeister Klaus Luger.

An der Kreuzung Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße beinahe 50 Prozent aller Anzeigen

Wie die Datenauswertung der Bundespolizeidirektion Linz zeigt, wurde fast die Hälfte aller Rotlichtsünder an der Kreuzung Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße registriert. Die Gründe dafür dürften auch darin liegen, dass dieser Standort erst vor vergleichsweise kurzer Zeit eingerichtet wurde, während zum Beispiel die Messstellen Standorte Dinghoferstraße / Mozartstraße und Dametzstraße / Mozartstraße bereits seit Jahrzehnten existieren und den meisten AutofahrerInnen bekannt sind. Wie aus den Aufzeichnungen weiters zu ersehen ist, hat sich die Gesamtzahl der Anzeigen von 2.305 auf 3.023 im Jahr 2011 um mehr als 30 Prozent erhöht, im ersten Halbjahr wurden ebenfalls schon fast 1.000 Rotlichtverstöße verzeichnet.

Datum  Dinghoferstr./Mozartstr.   Dametzstr./Mozartstr. Rudolfstr./Hagenstr.  Industriezeile/Prinz-Eugen-Str.  Humboldtstr./Goethestr. 
Jänner 2011  5    76  136  
Februar 2011  6    63  221  
März 2011  21  3  108  154  
April 2011    8  148  213  
Mai 2011  12  11  160  287  
Juni 2011  11  11  206  187  
Juli 2011  12  18  175  Standortwechsel  8
August 2011  4  16  157  Standortwechsel  14
September 2011  19  12  91  Standortwechsel  25
Oktober 2011  19  23  48  Standortwechsel  24
November 2011  23  12  außer Betrieb  125  Standortwechsel
Dezember 2011  11  8  außer Betrieb  132  Standortwechsel
2011: 3.023  143  122  1.232  1.455  71

Zum Vergleich Anzeigen 2010:

2010  Dinghoferstr./Mozartstr.   Dametzstr./Mozartstr./ Rudolfstr./Hagenstr.  Industriezeile/Prinz-Eugen-Str.  Humboldtstr./Goethestr. 
2.305  239  250  1.582  234  

Anzeigen im ersten Halbjahr 2012:

Datum Dinghoferstr./Mozartstr.   Dametzstr./Mozartstr.  Rudolfstr./Hagenstr.  Industriezeile/Prinz-Eugen-Str. Humboldtstr./Goethestr. 
Jänner 2012  9  12  außer Betrieb  146  Standortwechsel
Februar 2012  14    außer Betrieb  41  Standortwechsel
März 2012  19  14  außer Betrieb  261  Standortwechsel
April 2012  9  9  87  außer Betrieb  Standortwechsel
Mai 2012  außer Betrieb  17  142  außer Betrieb  Standortwechsel
Juni 2012  außer Betrieb  8  157  außer Betrieb  Standortwechsel
Gesamt: 945  51  60  386  448  

Neue digitale Rotlichtüberwachungstechnik ist herkömmlichen Systemen überlegen

Die nun verwendete neue Technik bietet gegenüber herkömmlichen Systemen entscheidende Vorteile und spart Kosten. In Linz gibt es seit 1988 „konventionelle” Rotlicht-Kamera-Messstellen, mit denen Verkehrsübertretungen durch AutofahrerInnen bei Ampel-Rotlicht festgestellt beziehungsweise geahndet wurden.

Die herkömmlichen Rotlichtkameras wurden beim Einfahren bei Rotlicht in den Kreuzungsbereich durch Induktionsschleifen ausgelöst. Es wurden zwei Fotos von diesem Vergehen gemacht. Aus dem Abstand zwischen den beiden Fotos konnte die Geschwindigkeit errechnet werden und zu welchem Zeitpunkt der/die potenzielle „RotlichtsünderIn“ tatsächlich in den Kreuzungsbereich eingefahren ist. Daraus ergibt sich der Beweis für den Rotlichtverstoß. 

Bisherige Systeme waren witterungsanfällig und wartungsintensiv

Die bisherigen Überwachungssysteme waren sehr wartungsintensiv. So mussten zum Beispiel die Induktionsschleifen im Falle von Grabungen oder Frostaufbrüchen stets miterneuert werden. Die Auswertung der auf herkömmliche Weise „geblitzten“ Rotlichtverstöße war ebenfalls relativ aufwändig, zudem wurden die Bodeninduktionsschleifen durch den Reifenabrieb beschädigt.

Das alte, analoge System hatte zudem den Nachteil, dass die Auswertung der Beweisfotos auf Grund witterungsbedingt schlechter Lichtverhältnisse oft nicht einfach war. Darüber hinaus war es schwierig, auf Grund des jeweiligen Aufnahmewinkels alle vorhandenen Fahrstreifen gleichzeitig zu überwachen. Dieses Manko fällt bei den modernen digitalen Systemen weg.

Digitale Bildtechnik

Das nunmehr eingesetzte neue System verfügt über eine digitale Bildtechnik, die eine leichtere und schnellere Bearbeitung ermöglicht. Im Gegensatz zu den alten, in der Fahrbahn verlegten Induktionsschleifen sorgen moderne Radarsensoren für eine zuverlässige Erkennung der Fahrzeuge.

Die Technik für dieses Rotlicht-Radar-System stammt von einem österreichischen Anbieter. Es bietet den Vorteil, dass unter Verwendung des bewährten Kamerasystems eine neu entwickelte Radarsensorik eingesetzt wird. Diese Technik gibt es erst seit rund zwei Jahren. Mittels virtueller Induktionsschleifen und Radar wird ein Überwachungsfeld definiert. Wenn sich während der  Rotlichtphase ein Fahrzeug im Überwachungsfeld bewegt, wird die Kamera ausgelöst und damit der Rotlichtverstoß nachgewiesen.

Strafrahmen bis zu 2.180 Euro

Für LenkerInnen, die eine rote Ampel missachten, beträgt der Strafrahmen zwischen 72 und 2.180 Euro. Das Strafausmaß richtet sich dabei danach, ob andere VerkehrsteilnehmerInnen gefährdet werden, ihnen der Vorrang genommen wird oder diese zum Bremsen und Auslenken genötigt wurden. Bei Gefährdung von VerkehrsteilnehmerInnen, zum Beispiel von FußgängerInnen am Schutzweg, erfolgt zusätzlich eine Vormerkung im Führerscheinregister. Durchschnittlich werden Strafen über 150 Euro verhängt.

Pilotprojekt in Urfahr: Kamera Rudolfstraße / Hagenstraße

Selbst nach drei Jahren gibt es hier noch immer mehr als 1.200 Übertretungen.

Die Stadt Linz setzt daher seit September 2009 an Kreuzungen auf den Einsatz moderner Technik. Damit soll vor allem die Verkehrsicherheit für FußgängerInnen, die zu den schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen zählen, verbessert werden.

Der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger hat als ersten Schritt eine Initiative besorgter Eltern aufgegriffen und den Ankauf einer modernen Kamera zur Überwachung der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße in Auftrag gegeben. Primär sollte die Sicherheit der Kinder und auch älterer VerkehrsteilnehmerInnen verbessert werden.

In der Vergangenheit kam es an dieser Kreuzung in Urfahr zu einer Häufung gefährlicher Situationen. Dadurch ergaben sich für die Schulkinder der Weberschule, die die Rudolfstraße an dieser Stelle überqueren, vermehrt Gefahrenmomente.

Ausgelöst wurden diese durch AutofahrerInnen, die bei Ampel-Rotlicht in den Kreuzungsbereich eingefahren sind. Daraufhin installierte der Tiefbau Linz eine so genannte Rotlicht-Kamera. Innerhalb des seit Herbst 2009 laufenden Betriebs wurden an der Rudolfstraße allein im Vorjahr 1.223 Übertretungen festgestellt – und dies, obwohl der Standort bereits seit längerer Zeit der Öffentlichkeit bekannt ist.

„Wir werden bei Rotlichtverstößen weiterhin auf Prävention setzen, um die Verkehrsdisziplin zu verbessern. Es geht hier schließlich vor allem um die Sicherheit der schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen – der FußgängerInnen. Dass es uns nicht um Bußgeld geht, beweist gerade diese Kreuzung, denn die Einnahmen fließen auf dieser Bundesstraße an das Land Oberösterreich. Auf Grund der mit der neuen Technik gemachten Erfahrungen wurden und werden andere neuralgische Linzer Kreuzungen in das System miteinbezogen“, erläutert der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger die weiteren Schritte.

An der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße wurde auch eine eigene Ampelschaltung während der Morgenstunden für Schulkinder eingeführt. Die städtischen Verkehrsexperten überlegen, die verlängerten Grünphasen für FußgängerInnen auch auf die Mittagszeit auszudehnen.

Neue Messstellen – mehr als 1.500 Verstöße im Jahr 2011

Auf Basis eines Gemeinderatsbeschlusses vom 20. Mai 2010 wurde mit Kosten von 100.000 Euro eine weitere Rotlicht-Radar-Kamera angekauft, die seit dem Vorjahr wechselweise an zwei Messstellen an der Kreuzung Industriezeile / Prinz-Eugen-Straße und an der an der Kreuzung Humboldtstraße / Goethestraße eingesetzt wird. Seit der Inbetriebnahme wurden an den beiden Messstellen 1.526 Übertretungen festgestellt!

„Durch undisziplinierte AutolenkerInnen, die bei Rot in Kreuzungen einfahren, werden vor allem FußgängerInnen gefährdet. Ihnen muss unserer besonderer Schutz gelten“, weist Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger auf die Notwendigkeit der Maßnahmen hin.

Messpunkte an den Kreuzungen Mozartstraße / Dinghoferstraße und Mozartstraße / Dametzstraße wurden adaptiert

Auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses vom Dezember 2011 wurden mit Kosten von 40.000 Euro die bestehenden Messstellen im Bereich der Kreuzungen Mozartstraße / Dinghoferstraße und Mozartstraße / Dametzstraße vor kurzem adaptiert und mit der neuen modernen Digitaltechnik ausgestattet.

Es wurde zudem eine zusätzliche Kamera angekauft, die künftig an allen fünf Messpunkten im Stadtgebiet eingesetzt werden kann. Ab diesem Herbst soll das neue Rotlichtradar dann „scharf“ sein.

Darüber hinaus werden auf Basis der Analyse der Unfallstatistik 2011 von der städtischen Verkehrsplanung weitere Standorte für Rotlichtkameras überprüft. Laut Verkehrsreferent Luger sollen vor allem Kreuzungen mit gehäuften Unfallschäden ins Visier genommen werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Mehr Sicherheit an Kreuzungen durch Rotlichtradar – Bilanz und Ausblick“)

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