Mehrheit der LinzerInnen stuft Verkehrskontrollen als wichtig ein
Es wurden vier Fragen zum Themenkreis Verkehrsüberwachung gestellt. Die Ergebnisse besagen, dass die Mehrheit der LinzerInnen, nämlich 63 Prozent, Verkehrskontrollen als wichtig oder sehr wichtig ansieht, 85 Prozent der Befragten sind der Meinung, Alkoholkontrollen seien ebenfalls wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Die Akzeptanz von Geschwindigkeitskontrollen ist jedoch gegenüber dem Jahr 2004 um knapp 10 Prozent Zustimmung gesunken.
Zudem wurden die Antworten auch geschlechtsspezifisch ausgewertet. Es erfolgte also eine Umfrageanalyse getrennt nach Frauen und Männern. Einer vergleichsweise „lässigeren“ Haltung der Männer im Zusammenhang mit Kontrollen, sowohl bei Geschwindigkeit als auch beim Alkohol, steht eine restriktivere Position des weiblichen Geschlechts gegenüber. Frauen betonen um 10 Prozent höher die Wichtigkeit von Geschwindigkeitskontrollen. Für verstärkte Alkoholkontrollen votierten zwei Drittel aller Linzerinnen, während nur etwas knapp mehr als die Hälfte der Linzer Männer sich für diese Verschärfung erwärmen kann.
„Aus der Umfrage geht hervor, dass Kontrollen im Hinblick auf die Anhebung der Verkehrsdisziplin durchaus als wichtig angesehen werden, wobei sich unterschiedliche Bewertungen bei Frauen und Männern ergeben. Gesamtheitlich betrachtet lässt sich bei den LinzerInnen und Linzern jedenfalls ein hohes Verantwortungsbewusstsein in Fragen der Verkehrssicherheit erkennen. Wir sehen diese Haltung als Bestätigung und Ansporn für unsere Verkehrspolitik. Vor allem dem verbesserten Schutz der schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen und der Hebung der Verkehrssicherheit muss auch künftig unser Hauptaugenmerk gelten. Dazu zählen neben baulichen Maßnahmen auch entsprechende Kontrollen im Straßenverkehr – nicht wegen der Strafeinnahmen, sondern wegen der Sicherheit“, umreißt der Linzer Verkehrsreferent Klaus Luger seine Intentionen. Zudem berichtet Luger über das Erstellen eines neuen Programms zur Hebung der Verkehrssicherheit in Linz, an dem MitarbeiterInnen der städtischen Verkehrsplanung mit externen ExpertInnen arbeiten. Analog zum österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm soll mit diesem Instrumentarium detailliert die Zukunft der Verkehrssicherheitsmaßnahmen in der Stadt Linz bis 2020 definiert werden.
Generell sehen 63 Prozent der Linzerinnen und Linzer Geschwindigkeitskontrollen als wichtig oder sehr wichtig an, nur 12 Prozent als unwichtig oder sehr unwichtig. 20 Prozent antworteten mit „teils, teils“. Auffallend: Gegenüber dem Jahr 2004 bewerteten diesmal knapp zehn Prozent der Befragten die Wichtigkeit von Geschwindigkeitskontrollen niedriger!
51 Prozent möchten, dass die Kontrollen in ihrem bisherigen Umfang beibehalten werden, 31 Prozent möchten mehr und nur 12 Prozent weniger Kontrollen, 6 Prozent machten zu dieser Frage keine Angabe.
Insgesamt 85 Prozent der Befragten stufen Alkoholkontrollen als wichtig beziehungsweise sehr wichtig ein, nur 2 Prozent meinen, diese seien unwichtig oder sehr unwichtig. Gegenüber der Befragung 2004 ergeben sich keine signifikanten Veränderungen.
57 Prozent meinen, es sollen mehr Alkoholkontrollen erfolgen als bisher, 2 Prozent sprechen sich für weniger Kontrollen aus, und 35 Prozent der Linzerinnen und Linzer möchten, dass das bisherige Ausmaß der Kontrolltätigkeit beibehalten wird.
Demnach schätzen 43 Prozent der Frauen Geschwindigkeitskontrollen als sehr wichtig ein, jedoch nur 33 Prozent der Männer. 29 Prozent der Frauen und 28 Prozent der Männer halten diese Kontrollen für wichtig, 8 Prozent der Frauen für unwichtig beziehungsweise sehr unwichtig, verglichen mit 15 Prozent der Männer, die dieser Ansicht sind.
34 Prozent der Frauen wünschen sich zukünftig mehr Geschwindigkeitskontrollen, verglichen mit 32 Prozent der Männer. Nur 10 Prozent Frauen treten für weniger Kontrollen ein, aber 15 Prozent der Männer.
54 Prozent der Frauen möchten, dass die bisherige Intensität der Kontrollen beibehalten werden soll, im Vergleich zu 52 Prozent der Männer.
Auch die Fragen nach Alkoholkontrollen im Verkehrsgeschehen wurden nach diesen Kriterien gestellt.
78 Prozent der Frauen halten Alkoholkontrollen für sehr wichtig, verglichen mit 61 Prozent der Männer. 15 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer halten Alkoholkontrollen für wichtig, nur 2 Prozent der Frauen für unwichtig bzw. sehr unwichtig, verglichen mit 3 Prozent der Männer, die diese Auffassung teilen.
Zwei Drittel aller Frauen wünschen künftig mehr Alkoholkontrollen, verglichen mit 54 Prozent der Männer. Nur 1 Prozent der Frauen tritt für weniger Kontrollen ein (3 Prozent der Männer). 31 Prozent der Frauen sind dafür, die bisherige Häufigkeit der Kontrollen beizubehalten, im Vergleich dazu 42 Prozent der Männer.
Risikofaktoren, wie zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer, soll nicht nur mit verstärkten Polizeikontrollen, sondern auch mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen entgegengewirkt werden.
Die Stadt Linz hat deshalb mit Stadtsenatsbeschluss vom 22. Dezember 2011 die Erstellung eines Linzer Verkehrssicherheitsprogramms in die Wege geleitet. Es soll analog zum österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm die Zukunft der Linzer Verkehrssicherheit bis zum Jahr 2020 detaillierter definieren. Mit diesem Verkehrssicherheitsprogramm sollen Maßnahmen und Kampagnen entwickelt werden, die in den Folgejahren umgesetzt werden.
Ambitionierte Ziele sind konform mit dem österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm die Senkung der Todesfälle im Straßenverkehr, weiters die Reduktion der Anzahl von Schwerverletzten sowie insgesamt der Unfälle mit Personenschaden bis zum Jahr 2020. In Kürze erfolgt die Ausarbeitung eines wissenschaftlich fundierten Konzeptes durch die Forschungsgesellschaft Mobilität in Graz.
Die Ausarbeitung erfolgt in mehreren Stufen. Nach einer vertieften Analyse der Verkehrsunfallstatistik bis zum Sommer dieses Jahres soll bis zum Herbst dieses Jahres das Verkehrskonzept dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. In Folge sind jährliche Schwerpunktaktionen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beabsichtigt.
In diesem Zusammenhang vorstellbare Schwerpunkte sind bewusstseinsbildende Maßnahmen und Aktionen mit den Zielgruppen SeniorInnen, Schulkinder, Menschen mit Behinderungen und Schulungsprogramme in Kooperation mit der Verkehrspolizei. Auch die Unfallhäufigkeit an Kreuzungen soll durch verschiedene Maßnahmen weiter gesenkt werden.
Ein hoher Anteil der verunfallten Personen sind FußgängerInnen, vor allem SeniorInnen und auch Kinder. Gerade diesen schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen muss unser besonderer Schutz gelten“, formuliert Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger eines der wesentlichen Ziele des Programms.
(Informationsunterlage für Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zur Pressekonferenz zum Thema „BürgerInnenbefragung zu den Themen Geschwindigkeitskontrollen und Alkoholkontrollen – Hebung der Verkehrssicherheit“)
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