Wandern im Naturschutzgebiet der Traun-Donau-Auen
Die beschilderten Wanderwege sind anhand eines BesucherInnenlenkungskonzepts angelegt worden. Damit konnten Teile des Augebiets für BesucherInnen geöffnet werden, ohne die für dieses Gebiet einzigartige Flora und Fauna zu beeinträchtigen. Der größte Teil der Traun-Donau-Auen ist als Naturschutzgebiet rechtlich gesichert und soll geschützt bleiben. Für Spaziergänge wurden besonders attraktiv verlaufende Wege beschildert, die bosondere Naturerlebnisse und Einblicke in die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt garantieren. Besonders beeindruckend aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes ist das Mitterwasser mit seinen naturbelassenen Seitenarmen.
„Mehr als 12 Kilometer Wanderwege und ein Brücke über das Mitterwasser ermöglichen den StadtbewohnerInnen mitten im Schutzgebiet beeindruckende und unverwechselbare Naturerlebnisse“, so Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Seit mehr als drei Jahrzehnten befasst sich die Naturkundliche Station der Stadt Linz mit den Themen Natur im Siedlungsraum und Stadtökologie. Dazu gibt es auch jahrzehntelange intensive Forschungen in den Linzer Traun-Donau-Auen, die ein hervorragendes Artenpotential besitzen. 2004 wurden sämtliche stadteigene Auwälder zum Naturschutzgebiet erklärt und im Natura 2000-Gebiet Traun-Donau-Auen erhalten ein umfangreiches Forschungs- und Biotoppflegeprogramm den hohen Wert dieses Gebietes. Immer unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte werden zahlreiche Naturschutzmaßnahmen zum Schutz der Flora und Fauna durchgeführt.
So werden zum Beispiel wertvolle Wiesen nach ökologischen Gesichtspunkten gepflegt. Im Natura 2000-Gebiet findet sich eine vielfältige und artenreiche Wiesenflora unter anderem mit seltenen Orchideenarten. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um eine der orchideenreichsten Wiesenflächen im oberösterreichischen Zentralraum. Ohne Pflege wären zahlreiche dort vorkommende Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.
Die vielfältige Vegetation des Natura 2000-Schutzgebietes ist durch Grauerlen-, Weiden- und Hartholzauen geprägt. Hier befindet sich ein äußerst artenreicher Lebensraum, in dem unter anderem Eisvögel, Pirole, Haubentaucher, Fledermäuse, Ringelnattern und Laubfrösche zu Hause sind.
Eine Biotopkartierung zeigt, dass das Linzer Naturschutzgebiet als außerordentlich artenreich eingestuft werden kann. In den Traun-Donau-Auen sind wild wachsende Pflanzen nachzuweisen. Viele davon stehen auf der Roten Liste, das heißt sie sind überaus selten und gefährdet. In den Gewässern, die sich vor allem auf die Donauauen konzentrieren, konnten 45 verschiedene Vegetationstypen nachgewiesen werden. Das lässt auf besondere Naturnähe schließen. 40 Arten der Roten Liste kommen schwerpunktmäßig in den Au-Gewässern vor. Darunter die Krebsschere, eine österreichweit vom Aussterben bedrohte Pflanzenart, oder die Wasserfeder, die ebenfalls sehr selten ist.
Von der Naturschutzabteilung der Landesregierung wird ein Managementplan für das Natura-2000-Gebiet Traun-Donau-Auen erstellt. Er enthält eine Handlungsanleitung für die künftige Entwicklung beziehungsweise Pflege einzelner Flächen im Naturschutzgebiet.
Um das städtische Naturparadies mit seiner einzigartigen Flora und Fauna zu schützen und zu bewahren, sind alle BesucherInnen aufgefordert bestimmte Regeln einzuhalten. Aus den Beschilderungen im Gebiet der Traun-Donau-Auen geht eindeutig hervor, dass das Gebiet als Europaschutzgebiet („Natura 2000-Gebiet") ausgewiesen ist. Das Betreten, der Aufenthalt und auch das Baden in der Traun sind für alle BesucherInnen erlaubt, nicht jedoch das Zufahren, Campen, Feuer machen beziehungsweise das Grillen. Eine „Verordnung zum Schutz von Waldbränden“ vom 16. April 2012 nach dem Forstgesetz legt fest, dass das „Feuerentzünden und Rauchen" unter anderem auch in den Traun-Donau-Auen verboten ist. Eine Übertretung dieser Verordnung kann mit einer Geldstrafe bis zu 7.270 Euro bestraft werden.
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