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„equal pay day 2012“
FRAUEN
Presseaussendung vom 03.10.2012

„equal pay day 2012“ (Video)

Warum nicht gleich? Gleiche Bezahlung!

Am 6. Oktober 2012 findet heuer in Linz der „equal pay day“ statt. Rein rechnerisch gesehen haben Linzer Frauen an diesem Tag ihr Jahreseinkommen erreicht und arbeiten im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bis Jahresende sozusagen ohne Bezahlung. Die Linzerinnen, die Vollzeit beschäftigt sind, erhalten damit im Schnitt um 23,7 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Arbeitskollegen und arbeiten im Vergleich somit 87 Tage „gratis“.

„Einkommensunterschiede dürfen keine Selbstverständlichkeit sein. Die Linzerinnen haben Anspruch auf gerechte Bezahlung, Die eklatanten Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind eine ungeheuerliche gesellschaftliche Ungerechtigkeit, auf die man nicht oft genug aufmerksam machen kann“, bekräftigt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger die Aktivitäten des Frauenbüros zur Thematisierung dieser gesellschaftlichen Schieflage.

Um auf die nach wie vor gravierenden Unterschiede bei der Entlohnung aufmerksam zu machen, wird auch heuer die im vergangenen Jahr erfolgreich gestartete Initiative „Warum nicht gleich? Gleiche Bezahlung!“ fortgesetzt.

Rabattaktion für Linzer Frauen

Mit Unterstützung von linzlabyrinth (Handelsinitiative der Linzer Seitenstraßen, Verein zur Förderung von Kreativität und Innovation in Handel, Dienstleistung und Gastronomie in der Linzer Innenstadt) und mit viel Engagement des Frauenbüros der Stadt Linz konnten zahlreiche Geschäfte, Institutionen und Betriebe für eine spezielle 25- Prozent-Rabattaktion für Frauen gewonnen werden. Flyer mit Informationen rund um den „equal pay day“ und einer Auflistung der Unternehmen, die sich an dieser Rabattaktion beteiligen, werden verteilt und liegen in den teilnehmenden Geschäften auf.

Insgesamt 27 Linzer Einrichtungen und Betriebe haben sich heuer wieder bereit erklärt, diese Aktion zu unterstützen. Von den Museen der Stadt Linz über Lebensmittelhandel, Textilien und Gastronomie bis hin zur Apotheke reicht das Spektrum der TeilnehmerInnen.

„Damit werden die Bemühungen, die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken auf besondere Art und Weise unterstützt“, so die Linzer Frauenstadträtin zur hohen Beteiligung bei dieser Initiative.

Claudia Johnson (Geschäftsinhaberin GEKO Linz):

„Es ist wichtig, Frauen gerecht zu entlohnen. Für Frauen ist es schwierig, Familie und Beruf unter Dach und Fach zu bringen.“

Gabriele Dobersberger (Geschäftsinhaberin Boutique Skizzo):

„Meiner Meinung darf es in der heutigen Zeit kein Thema mehr sein, dass Frauen, die gleichwertige Arbeiten durchführen, weniger verdienen als Männer. Im Endeffekt leisten Frauen generell mehr, weil sie meist im Zeitmanagement besser und viel flexibler als Männer sind. Daher ist es mir ein Bedürfnis bei dieser Aktion mitzumachen, um unseren Kundinnen eine Kleinigkeit zurückzugeben bis endlich Mann und Frau finanziell gleichgestellt sind!“

Erich Schlagitweit (Geschäftsführer Vega Nova):

„Nach dem Ansturm im vergangenem Jahr ist zwar zu befürchten, dass die Umsatzverluste durch den Rabatt schmerzhaft sind, aber es ist uns wiederum wichtig dieses Zeichen der Solidarität zu setzen und deswegen beteiligen wir uns wieder gerne am equal pay day. Neben dem politischen Diskurs ist eine Aktion wie der equal pay day ein wichtiges Instrument um auf die nach wie vorunterschiedliche Beurteilung der Arbeitsleistung von Männer und Frauen hinzuweisen.“

Videospot sorgt für Aufmerksamkeit

Ein im Vorjahr produzierter Spot, macht mit „Matrjoschka“ (aus Holz gefertigte und bunt bemalte, ineinander schachtelbare, eiförmige russische Puppen mit Talisman-Charakter) auch heuer auf das Thema Gleichstellung aufmerksam. Er ist in den Linzer Straßenbahnen und in verschiedenen TV-Kanälen (LT1, dorftv, gotv, BildungsTV, Franckviertel TV, OktoTV, Medienwerkstatt Linz EinBlick, Lentos und Nordico)) zu sehen. Ebenso ist der Spot bei der WearFair 2012, Österreichs Messe für faire und ökologische Mode & Design gezeigt worden.

Frauenprogramm der Stadt Linz

Vor kurzem wurde mit der Entwicklung des „Frauenprogramms der Stadt Linz“ ein äußerst ambitioniertes Projekt gestartet. Unter dem Motto „Gestalten SIE mit!“ sind alle Stadtbewohnerinnen eingeladen, an kostenlosen Workshops teilzunehmen und aktiv am Entstehen des Frauenprogramms mitzuarbeiten.

Basierend auf dem „Ersten Frauenbericht der Stadt Linz“ ist von ExpertInnen des Instituts für Fauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität eine Dialogreihe mit den Stadtbewohnerinnen gestartet worden. Auf Einladung von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger soll in Zusammenarbeit mit den Linzerinnen ein praxisorientiertes Programm entstehen, das alle relevanten Lebensbereiche von Frauen in der Stadt abdeckt.

Die kommenden Termine sind:

  • Volkshaus Kleinmünchen: 4. Oktober 2012, 14 - 17 Uhr
  • Volkshaus Ferdinand-Markl-Straße: 5. Oktober 2012, 15 - 18 Uhr
  • Volkshaus Solarcity: 9. Oktober 2012, 9 -12 Uhr
  • Volkshaus Franckviertel: 15. Oktober 2012, 11 - 14 Uhr

Bis zum 9. Oktober gibt es also noch vier kostenlose Workshops in verschie-denen Linzer Stadtteilen. Ob jung oder alt, berufstätig oder Hausfrau, ob Mutter, alleinerziehend oder ohne Kinder, ob österreichischer Herkunft oder nicht -  alle Interessierten sind herzlich willkommen. In den Workshops können die Linzerinnen erzählen, was sie brauchen, was sie in dieser Stadt vermissen, oder was für Frauen verbessert werden muss. In diesem Rahmen wird versucht, Politik „greifbar“ zu machen und Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

„Das Frauenprogramm ist künftig Grundlage für zielgenaue bedarfsorientierte frauenpolitische Maßnahmen, Aktivitäten und konkrete Projekte in Linz. Die Workshops gemeinsam mit den Linzerinnen sind ein wesentlicher Teil bei der Erarbeitung der Ziele für eine frauengerechte Stadt, “ so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Für mehr Chancengleichheit

Um Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auszugleichen, versucht das Linzer Frauenbüro auf verschiedenen Ebenen etwas zu bewegen. So sollen traditionelle Rollenbilder hinterfragt und aufgebrochen werden, damit Mädchen und jungen Frauen der Einstieg in alle Berufsgruppen erleichtert wird. Zuschreibungen, wie „typisch weiblich oder typisch männlich“, stehen nämlich auch im Jahr 2012 dem Anspruch auf Chancengleichheit im Weg.

Mädchen und junge Frauen sind in vielen Branchen unterrepräsentiert. Zu ihrem eigenen Nachteil, da die Lehrlingsentschädigung in allen Bereichen besser ist, als bei den „klassischen Frauenberufen“.

So verdient ein Lehrling brutto im ersten Jahr im Metallgewerbe 517 Euro, als FriseurIn sind es 366 Euro. Im vierten Lehrjahr gibt es für Lehrlinge im Metallgewerbe 1.253 Euro, während die Friseurlehrlinge in ihrem letzen Ausbildungsjahr 712 Euro erhalten.

Die größte Einkommensdiskrepanz zeigt sich bei der Lehrlingsentschädigung der MaurerInnen. Im ersten Lehrjahr sind es 848 Euro und im vierten Jahr bereits 1.907 Euro, die auf dem Lohnzettel stehen. Das ist beinahe das Dreifache im Vergleich zu den FriseurInnen.
(Quelle: AMS Berufslexikon 2012).

Papamonat als Chance

Eine wesentliche Forderung am „equal pay day“ ist die Entlastung von Frauen bei der Haus- und Familienarbeit, damit sie wieder Vollzeit in ihren Beruf einsteigen können. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, müssen natürlich auch die Rahmenbedingungen passen. Als ein erster Schritt in diese Richtung wurde auf Initiative von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger am Magistrat das Papamonat Modell Linz realisiert.

Um frisch gebackenen Vätern die Möglichkeit zu geben, von Anfang an eine intensive Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen, bietet die Stadt Linz ihren Mitarbeitern seit Beginn 2011 eine zusätzliche Woche bezahlten Urlaub. Das heißt, wer vier Wochen Vaterschaftsfrühkarenz beantragt, erhält davon eine Woche als Sonderurlaub mit Bezügen. Seit 1.1.2011 haben 13 Mitarbeiter das Papamonat und vier Mitarbeiter die Väterkarenz in Anspruch genommen.

„Die Stadt Linz bietet damit den Anreiz, dass auch Väter die Chance und Möglichkeit haben, von Anfang an für die Kinder da zu sein und ihre Partnerinnen zu unterstützen. Das ständig steigende Interesse an dieser Regelung zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für private Betriebe und Unternehmen immer wichtiger wird“, so die Linzer Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Frauen in Führungspositionen

Nach wie vor gibt es auch zu wenig Frauen in Führungspositionen und Entscheidungsgremien. Ein erster Schritt diese Ungleichheit zu verändern, wurde 2010 mit dem für Österreich einzigartigen Universitätslehrgang für Frauen „Management und Leadership“ an der Linzer Volkshochschule gesetzt.

Der in Österreich bisher einmalige Lehrgang bietet exklusiv Frauen die Chance ihre berufliche Entwicklung durch eine exzellente Managementausbildung in Form eines Master-Aufbaustudiums voranzutreiben. Heuer haben die zwölf ersten Absolventinnen graduiert und der Lehrgang geht im November 2012 bereits in die dritte Runde.

Weitere GesprächspartnerInnen: Mag.a Jutta Reisinger (Frauenbeauftragte der Stadt Linz), Erich Schlagitweit (Geschäftsführer Vega Nova)

(Informationsunterlage für Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zur Pressekonferenz „equal pay day 2012“)

http://www.linz.at/equalpayday.asp.

Für Medienanfragen:
Silvia Kremsner  Tel.: +43 732 7070 1372

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