Mit dem erfolgreichen Jugendprojekt KICK des Vereins für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit gibt es bereits seit 15 Jahren für junge Menschen ohne Schulabschluss oder anderen Hemmnissen Hoffnung auf eine Lehrstelle oder Arbeitsplatz.
Insgesamt 720 Jugendliche haben seit dem Beginn 1997 einen KICK-Kurs absolviert. 620 von ihnen oder 85 Prozent konnten daraufhin eine Lehrstelle, ein Dienstverhältnis oder ein anderes Beschäftigungsangebot finden. 2011 waren es sogar 90 Prozent.
KICK ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, 83 Prozent der betreuten Jugendlichen haben auch ein Jahr nach der Kursteilnahme noch ihren Arbeitsplatz. KICK trägt wesentlich zur Integration von Jugendlichen bei. Rund 60 Prozent der Betreuten besitzen einen migrantischem Hintergrund.
Seit 2010 läuft das neue Projekt QUICK-KICK. Zielgruppe dabei sind Jugendliche, die nicht den vollen KICK- Betreuungsumfang von neun Monaten benötigen. Erfolgreich abgeschlossen wurde 2011 auch SCOUT, eine Projekt der aufsuchenden Jugendbetreuung im Stadtteil Auwiesen.
„Mit KICK hat Linz ein einmaliges Projekt in der Stadt, dass sich intensiv um die Anliegen von Jugendlichen mit Berufsschwierigkeiten kümmert. Die Vermittlungsquote von 85 Prozent bei den Über-15-Jährigen zeigt eindrucksvoll, dass hier professionelle und qualitative Arbeit geleistet wird. Besonders aber für die Jugendlichen ist es wichtig eine Perspektive auf ein Berufsleben zu erhalten“, freut sich Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger über den großen Erfolg des Jugendprojekts.
Die globale Wirtschaftssituation und der wechselhafte Arbeitsmarkt birgt vor allem für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen die Gefahr, aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen zu werden. Der Einstieg in Arbeit und Beschäftigung scheint oft nicht möglich. Besonders betroffen sind Jugendliche, die keinen Schulabschluss oder keinen höheren Abschluss als den einer Pflichtschule vorweisen können. Wobei hier nochmals zwischen sozialer Herkunft und soziodemographischen Merkmalen unterschieden werden muss. So sind Jugendliche mit Migrationshintergrund, ausländische Jugendliche oder Jugendliche deren Eltern ebenfalls ein geringes Bildungsniveau aufweisen, deutlich höher von Arbeitslosigkeit betroffen als andere.
Aktuell sind in Oberösterreich 4.379 Jugendliche (AMS-Daten Juni 2012) zwischen 15 und 24 Jahren auf der Suche nach einer Lehrstelle oder einem Arbeitsplatz. Damit ist die Jugendarbeitslosigkeit zum Vergleichszeitraum 2011 um rund sieben Prozent gestiegen. Besonders sozial benachteiligte Jugendliche haben Probleme, einen Lehr- oder Ausbildungsplatz zu bekommen – die Hintergründe dafür sind vielfältig.
Um dieser Zielgruppe eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben, wurde bereits 1997 das Jugendprojekt KICK durch den Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit (VSG) ins Leben gerufen.
Das oberste Ziel dieses Projekts besteht in der nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt. Darüber hinaus gehört auch die soziale und persönliche Stabilisierung, die fachliche und allgemein bildende Qualifizierung sowie Selbständigkeit und eigenverantwortliches Handeln im Alltag zum Förderprogramm.
Seit dem Projektstart konnte das Jugendprojekt KICK knapp mehr als 730 Linzer Jugendliche mit schwerwiegenden Vermittlungshemmnissen betreuen. Mehr als 620 TeilnehmerInnen wurden in den vergangenen 15 Jahren am lokalen Arbeitsmarkt bzw. in eine andere Form der Qualifizierung (Kurse, Schule …) integriert. Im 15-jährigen Durchschnitt liegt die Vermittlungsquote bei 85 Prozent.
| Jahr | aufgenommene TeilnehmerInnen | KICK abgeschlossen | Vermittlungen Lehre/Job/AM | VQ Prozent |
|---|---|---|---|---|
| 1997-2011 | 876 | 731 | 620 | Ø 85 % |
| Jahr | aufgenommene TeilnehmerInnen | KICK abgeschlossen | Vermittlungen Lehre/Job/AM | VQ Prozent |
|---|---|---|---|---|
| 2007 | 82 | 70 | 65 | 93 % |
| 2008 | 69 | 54 | 49 | 91 % |
| 2009 | 67 | 56 | 43 | 77 % |
| 2010 | 70 | 51 | 45 | 88 % |
| 2011 | 84* | 58 | 52 | 90 % |
* 26 (von 84) TeilnehmerInnen setzten die KICK-Beratung im Jahr 2012 fort.
Nach den sehr erfolgreichen Jahren 2007 und 2008 der Vermittlung traf die Wirtschaftskrise das Jugendprojekt 2009 mit voller Härte. Unternehmen lehnten in dieser Zeit die Aufnahme von Jugendlichen mit Problemlagen großteils ab. Erst 2010 stieg die Vermittlungsleistung wieder an und lag im vergangenen Jahr wieder bei 90 Prozent.
16 TeilnehmerInnen konnten nach der KICK-Betreuung vergangenes Jahr in ein Lehrverhältnis (z.B. Büro-, Einzelhandel-, Industriekaufmann/frau, Bäcker, Maler, Spengler…) vermittelt werden. 22 Jugendliche begannen Dienstverhältnisse in unterschiedlichsten Branchen. 14 Jugendliche konnten nach KICK in eine andere Maßnahme wechseln. Die durchschnittliche Verweildauer der aus KICK ausgeschiedenen Jugendlichen lag auch 2011 im üblichen Niveau von rund fünf Monaten.
Die KICK-TeilnehmerInnen weisen unterschiedlichste Ausgangssituationen auf, welche die BerufspädagogInnen mit verschiedenen Problemlagen konfrontiert. Durch ein individuelles Job-Coaching, Berufsorientierung, Arbeitspraktika, Schulungen und Sozialberatung wird auf diese Problemlagen eingegangen und werden diese großteils beseitigt.
Das umfangreiche Ausbildungsangebot umfasst neben Deutsch-, Mathematik- und EDV-Kursen auch Deutsch Intensiv-Kurse für MigrantInnen und (Fast-)AnalphabetInnen. Schulungen von JuristInnen der Arbeiterkammer über Rechte und Pflichten von Lehrlingen oder den richtigen Umgang mit Geld und Verschuldung durch den Verein klartext.
2011 wurden auch rund 170 Berufs-Praktika durchgeführt, im Schnitt zwei pro Jugendlichen. Im Jahr 2010 lag der Durchschnittswert noch bei drei Praktika, doch die Bereitschaft von Unternehmen sich Praktikantinnen für eine potentielle Lehrstelle anzusehen sank 2011 stark. Für rund 40 Prozent der KICK-Jugendlichen brachte das in der Wirtschaft oder bei der Stadt Linz absolvierte Praktikum trotzdem eine Anstellung im gleichen Betrieb. In den Jahren zuvor lag dieser Wert jedoch stets über 50 Prozent.
Die 84 TeilnehmerInnen 2011 waren exakt zur Hälfte männlich und weiblich. Das Alter der Jugendlichen lag zwischen 15 und 21 Jahren. 17-Jährige waren dabei mit 18 Personen die größte betreute Gruppe.
Die Ausgangsqualifikation der KICK-TeilnehmerInnen ist vielfältig. 39 Prozent der Jugendlichen haben eine Lehre oder ein Dienstverhältnis abgebrochen, weitere 19 Prozent die Schule. 36 Prozent oder 30 TeilnehmerInnen weisen als Ausgangsqualifikation den Abschluss der Haupt- oder Polytechnischen Schule auf. Die restlichen sechs Prozent sind Abgänger von Sonderschulen oder anderen abgebrochenen Ausbildungen.
Rund die Hälfte aller Jugendlichen war vor Eintritt in den KICK-Kurs ein halbes Jahr ohne Beschäftigung und Arbeit suchend gemeldet.16 Prozent zwischen 7 Monaten und einem Jahr und 33 Prozent länger als ein Jahr ohne Anstellung. Insgesamt besitzen jedoch 76 Prozent aller TeilnehmerInnen einen positiven Pflichtschulabschluss.
KICK integriert seit seiner Gründung Jugendliche aller Nationen, die laut AMS eine Arbeit in Österreich annehmen können. Rund 60 Prozent der TeilnehmerInnen haben eine nicht-deutsche Muttersprache (= österreichische Staatsbürgerschaft mit nicht-deutscher Muttersprache) oder eine ausländische Staatsbürgerschaft.
Das Jugendprojekt KICK weist seit dem Beginn der Evaluierung im Jahr 2003 eine äußerst hohe Nachhaltigkeit hinsichtlich der beruflichen Integration von Jugendlichen mit Vermittlungshemmnissen auf. Knapp mehr als 400 KICK-Jugendliche konnten dabei langfristig und nachhaltig (beruflich) integriert werden. 80 Prozent der KICK-Jugendlichen (= 322 TeilnehmerInnen) waren sechs Monate nach Kursbeendigung in Beschäftigung, 83 Prozent (= 334 TN) ein Jahr nach Ende der Betreuungszeit.
| Kurse | Jugendliche insgesamt | Nach 6 Monaten | nach einem Jahr | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 01/2003 - 01/2010 | in Beschäftigung | nicht in Beschäftigung | in Beschäftigung | nicht in Beschäftigung | |
| 402 TN |
322 TN 80 % |
80 TN 20 % |
334 TN 83 % |
68 TN 17 % |
|
Die Zufriedenheit der Jugendlichen mit dem VSG Jugendprojekt KICK wird extern durch das AMS mittels einer Online-Befragung und intern durch den VSG KICK nach Kursabschluss mit einem TeilnehmerInnen-Feedbackbogen erhoben. Beide Befragungen sind anonym.
Die KlientInnenzufriedenheit des Jahres 2011 fiel sowohl bei der Überprüfung durch das AMS als auch durch interne Befragung sehr positiv aus. So empfehlen 90 Prozent der TeilnehmerInnen den KICK-Kurs weiter. 95 Prozent der TeilnehmerInnen waren mit dem KICK-Programm sehr zufrieden.
Im Jänner 2010 startete mit QUICK-KICK eine neue erweiterte Form der Beratung für einen speziellen Personenkreis. QUICK-KICK richtet sich an Jugendliche, die
QUICK-KICK bietet neuerliche Berufsorientierung und Bewerbungstraining, Reflexion über den Verlust der Lehr- bzw. Arbeitsstelle sowie allgemeine soziale Beratung und Information zu Förderungen, Lehrwerkstätten und Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes.
2011 wurden 20 Jugendliche betreut, wovon 19 Beratungen abgeschlossen werden konnten. Eine Klientin setzt die Betreuung 2012 fort. Insgesamt wurden 195,5 Beratungsstunden durchgeführt.
Ebenfalls 2010 startete im Stadtteil Auwiesen ein neues Beratungsangebot mit dem Namen SCOUT. Zielgruppe dabei sind Jugendliche, Eltern, Verwandte sowie andere Bezugspersonen von Jugendlichen. Diese aufsuchende Jugendarbeit sucht vor allem den Kontakt zu den Jugendeinrichtungen und Schulen im Stadtteil Auwiesen und Schörgenhub. Bei dem einfach zugänglichen, freiwilligen und kostenlosen Beratungsangebot gibt es ausführliche Informationen zu Fragen der Berufsorientierung, den Arbeits- und Lehrstellenmarkt, Schul-, aus- und Weiterbildungsangebote sowie Bildungsförderungen.
2011 wurden im Rahmen von SCOUT insgesamt 43 Beratungen im Ausmaß von 14 Stunden geleistet. 13 Jugendliche aus Auwiesen interessierten sich für das Jugendprojekt KICK, nahmen an der Auswahl teil und starteten den KICK-Kurs. Drei Jugendliche nutzten die Kurzberatung QUICK-KICK.
Mit Jahresbeginn 2012 stellt sich für diese 16 Jugendliche folgendes Bild dar:
KICK leistet seit seiner Gründung einen wesentlichen Anteil bei der Integration von Linzer Jugendlichen, deren Ausgangssituation in schulischer, finanzieller, familiärer und persönlicher Hinsicht sehr schlecht war. Das VSG Jugendprojekt KICK stellt seit seiner Gründung eines der erfolgreichsten Jugendangebote im Zentralraum Linz dar. Finanziell unterstützt wird KICK durch das Arbeitsmarktservice Oberösterreich, das Land Oberösterreich und die Stadt Linz.
KICK feiert sein 15-jähriges Jubiläum am Donnerstag, 5. Juli mit einem Tag der offenen Tür. Adresse: Hahnengasse 5, 4020 Linz.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz zum Thema „Bilanz 15-Jahre Jugendprojekt KICK“ von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger und Mag.a Claudia Mutschlechner, Leiterin des Jugendprojekts)
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