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Personengruppe
INTEGRATION
Presseaussendung vom 10.11.2016

25 Jahre Integrationsbüro der Stadt Linz - 20 Jahre Linzer Migrations- und Integrationsbeirat

Linz lebt den Zusammenhalt in der Gesellschaft

Grundlage für ein gelungenes Zusammenleben aller Kulturen in der Landeshauptstadt Linz ist eine Integrationspolitik, die schon vor Jahrzehnten auf die sich verändernde Gesellschaft reagiert und entspre-chende Maßnahmen gesetzt hat. Mit dem städtischen Integrationsbüro, dem Migrationsbeirat sowie dem Integrationsressort in der Stadtregierung hat sich die Stadt Linz bestmöglich auf die Herausforderungen der Zuwanderung sowie die Unterstützung von MigrantInnen vorbereitet.

„Mit der Installation des Integrationsbüros und des Migrationsbeirates hat die Stadt schon vor 25 Jahren Weitsicht bewiesen. Dass sich diese beiden Einrichtungen so gut bewähren würden und in diesem Maße notwendig werden, konnte damals kaum jemand vorhersehen. Die Stadt Linz von heute kann nun auf die Herausforderungen der Migrationsströme wesentlich besser reagieren und zahlreiche Integrationsmaßnahmen zielgerichtet setzen“, zeigt sich Integrationsstadträtin Karin Hörzing vom Erfolg der beiden Einrichtungen anlässlich ihrer Jubiläen beeindruckt.

Drei Hauptsäulen der Integrationsarbeit

Linz ist eine Stadt mit vielen Gesichtern, in der Menschen aus 152 Nationen leben. Etwas mehr als 20 Prozent der LinzerInnen besitzen eine andere als die österreichische Staatsbürgerschaft. Etwa 28 Prozent aller BürgerInnen wurden im Ausland geboren.

Die Chancen und Herausforderungen, die dieser hohe Grad an Diversität mit sich bringt, hat die oberösterreichische Landeshauptstadt bereits vor Jahrzehnten erkannt und zahlreiche konkrete Maßnahmen getroffen. Aus diesem Grund kann Linz heute auf eine lange Tradition in Sachen ethnischer Vielfaltskompetenz zurückgreifen.

Integrationsbüro

Bereits im Jahr 1991 wurde das städtische Integrationsbüro geschaffen. Dieses Büro fungiert als wesentliche Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung, Beirat, sowie den Volksgruppen und Vereinen und nimmt eine Schlüsselfunktion in der Linzer Integrationsarbeit ein. Darüber hinaus gehört die Organisation von Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen, wissenschaftlichen Symposien oder Events ebenso zu den Aufgaben des Integrationsbüros, wie die Vernetzung mit NGOs und Organisationen, eine wissenschaftliche Grundlagenarbeit, die interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung oder Öffentlichkeitsarbeit für seine Anliegen. Mit 1. Mai 2016 übernahm Frau Mag.a Ena Rogalo die Leitung des städtischen Integrationsbüros.

Migrations- und Integrationsbeirat

Der Beirat für Migration und Integration wurde im Jahr 1996 eingerichtet, um dem zugewanderten Teil der Linzer Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, die städtische Integrationspolitik mitzugestalten. Obwohl sich im Jahr 2008 der Name in „Migrations- und Integrationsbeirat (MIB)“ geändert hat, blieben die Aufgaben dieselben. Er stellt somit die politische Interessenvertretung aller in Linz lebenden BürgerInnen mit migrantischem Hintergrund dar. Der Migrationsbeirat (MIB) setzt sich aktuell aus 19 bestellten und ehrenamtlich tätigen Mitgliedern zusammen. Zusätzlich entsendet jede im Gemeinderat vertretene Fraktion ein Gemeinderatsmitglied, das mit beratender Stimme im Beirat vertreten ist.

Ziele des Beirats sind unter anderem die Einbeziehung der Interessen von MigrantInnen auf kommunaler Ebene, die Förderung des Verständnisses zwischen den Bevölkerungsgruppen verschiedener Herkunft und die Unterstützung konkreter Integrationsprojekte. Mit dem Vorsitz-Wechsel im Migrations- und Integrationsbeirat durch Kristina Balint, übernahm 2015 eine Linzerin mit ungarischen Wurzeln die Leitung der Interessenvertretung der Zuwanderer in der Landeshauptstadt. Der MIB trifft sich jährlich zu acht bis zehn Arbeitssitzungen sowie zu vier bis fünf öffentlichen Hauptsitzungen.

Der Migrationsbeirat beteiligt sich bei seiner Arbeit an allen Aktivitäten des Integrationsbüros und unterstützt dieses bei der Kommunikation mit den Vereinen.

Integrationsressort

Wie wichtig der Linzer Stadtregierung das Thema Integration ist, zeigte sie im Jahre 2009 mit der Schaffung eines eigenen politischen Integrations-Ressorts, wodurch diese Thematik eine weitere Aufwertung und einen wesentlichen Entwicklungsschub erfuhr. Dieses Ressort initiiert konkrete Maß-nahmen in ihren zuständigen Schwerpunktbereichen.

Diese drei Stellen – das Integrationsressort, das Integrationsbüro sowie der Migrations- und Integrationsbeirat - bilden die drei Hauptsäulen der Linzer Integrationsarbeit.

Jubiläumsfeiern von IB und MIB

Das 25-jährige Bestehen feiert das Integrationsbüro am 23. November 2016 im Linzer Rathaus. Zu diesem Jubiläum lädt das IB zu zwei Veranstaltungen. Im Rahmen eines Integrationsbrunchs gibt es die Möglichkeit zu einem Austausch mit Integrationsstadträtin Karin Hörzing in den Räumlichkeiten des Integrationsbüros. Am Abend erfolgt eine große Jubiläumsfeier im Alten Rathaus, bei dem der Historiker Dr. Michael John zu „(Kein) Kampf der Kulturen – Migration und Integration in Linz“ referieren wird. Im Anschluss erfolgt eine Talk-Runde mit Bürgermeister Klaus Luger, Stadträtin Karin Hörzing und Historiker Dr. Michael John.

Der Migrations- und Integrationsbeirat feiert am Dienstag, 15. November, im Linzer Wissensturm bei freiem Eintritt sein 20-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen lädt der MIB gemeinsam mit den ehemaligen Vorsitzenden zu einer Zeitreise zu 20 Jahre Migrations- und Integrationsbeirat der Stadt Linz ein. Als weiteres Highlight wird Dr. Simon Burtscher-Mathis (freischaffender Soziologe mit Arbeits- und Forschungsschwerpunkten in den Bereichen Integration und Migration) begrüßt. Sein Vortrag wirft einen Blick aus der Distanz auf die engagierte Arbeit des Migrations- und Integrationsbeirats.

Integration – eine kommunale Querschnittsaufgabe

Die Stadt Linz, der Magistrat und die Stadtverwaltung sind bestrebt, Fragen der Integration Zugewanderter nicht ausschließlich über die Zuordnung der BewohnerInnen nach Staatsangehörigkeit zu bearbeiten, sondern die Bedürfnisse aller Menschen mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen.

Das „Maßnahmenpaket Integration“ aus dem Jahre 2010 sowie das „Neue Linzer Sozialprogramm“ von 2011 sind das Fundament und geben die inhaltlichen Schwerpunkte vor, die in die Praxis übertragen werden sollen. Sie sind Ausgangspunkt der Bestrebungen für ein besseres Zusammenleben in Linz. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Bildung und Sprache. In unserer von Globalisierung geformten Gesellschaft prägt Mehrsprachigkeit aber nicht nur den Alltag, sondern stellt auch einen zentralen Faktor der Wettbewerbsfähigkeit dar, ganz besonders für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Linz.

Als konkrete Maßnahme der Stadt Linz erhalten seit dem Schuljahr 2011/12 Kinder in den städtischen Kindergärten ab dem 3. Lebensjahr bei Bedarf eine Deutschförderung durch speziell geschulte SprachtrainerInnen. Der Förderbedarf wird bei allen Kindern ermittelt, mit deutscher und nicht-deutscher Muttersprache. Alle Eltern erhalten regelmäßig Einblick in die aktuellen „Sprachbausteine“ und Unterlagen, wenn sie die Förderung zuhause fortsetzen möchten. Neben der Sprachförderung NEU ergänzt eine Vielzahl an Lese-Initiativen die Maßnahmen der Stadt Linz für mehr Deutsch-Kompetenzen bei den Kindern.

Einen weiteren Meilenstein stellt die seit 2012 existierende „Integrationswoche“, mittlerweile als „Woche der Vielfalt“ bekannt, dar. Integration ist keine Einbahnstraße und kann nur gelingen, wenn MigrantInnen sowie gebürtige LinzerInnen aufeinander zugehen und sich auf Augenhöhe begegnen. Die Stadt hat diese Initiative ins Leben gerufen, um mit einer Vielzahl von Events die Begegnungen der Menschen zu fördern und zu zeigen, dass das Miteinander in der Stadt bereits sehr gut funktioniert. Es stellt einen wichtigen Beitrag dar, um das harmonische und verständnisvolle Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen aufzuzeigen. Nur durch dieses Öffentlichmachen der unterschiedlichen kulturellen Lebensweisen kann Verständnis und somit Akzeptanz füreinander geschaffen werden. Zudem gibt es seit 2012 eine städtische Auszeichnung für das Engagement einzelner Personen, Gruppen sowie innovativer Projekte, die den Zugang zu und die Vernetzung von verschiedenen Kulturen in Linz stärken. Der Preis „Stadt der Vielfalt”  ist mit 17.500 Euro dotiert und teilt sich auf in die drei Kategorien „Preis für Integration”, „Preis für Interkulturalität“ sowie als „Anerkennungspreis für interkulturelle Kinder- und Jugendintegrationsarbeit“.

Der Preis „Stadt der Vielfalt“ wird regelmäßig in der „Woche der Vielfalt“ verliehen. In diesem Zeitraum stehen zahlreiche Workshops, Ausstellungen und Präsentationen am Programm und werden von MigrantInnen und LinzerInnen begeistert angenommen und besucht. Das gegenseitige Verstehen und Kennenlernen steht dabei an erster Stelle. Besonders die Kochworkshops mit den Balkan-, Afrika- oder Asien-Küchen bieten dabei einen leichten Weg, um kulturelle Grenzen zu überwinden.

Seit dem Jahr 2014 wird in Linz der „Tag der Sprachen“ begangen. Nicht ohne Grund, werden doch von den BewohnerInnen der Stadt über 100 Sprachen gesprochen und dieser Sprachenreichtum ist auch eine besonders wertvolle Ressource, die bisher nur ansatzweise ausgeschöpft wird. Eine Studie zeigte auf, dass Linz pro Jahr 53 Millionen Euro an Kommunalsteuern entgehen, weil ZuwandererInnen am Arbeitsmarkt unter ihren Qualifikationen eingesetzt würden. Ein Grund dafür mag in mangelhaften Deutschkenntnissen liegen. Um auf die Sprachenvielfalt hinzuweisen und den öffentlichen Fokus auf das hohe Potenzial der Mehrsprachigkeit zu richten, feiert die Stadt Linz jedes Jahr im September den Tag der Sprachen. Innerhalb des Aktionszeitraumes finden gemeinsam mit zahlreichen KooperationspartnerInnen etwa Veranstaltungen zur Thematik Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit statt.

Diese und viele andere Initiativen und Veranstaltungen haben zum Ziel, das Zusammenleben von MigrantInnen und Einheimischen auf Basis von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung zu realisieren und als gesamtgesellschaftliches Anliegen zu verankern. Eine offene und demokratische Gesellschaft funktioniert dann, wenn sie die Gleichwertigkeit und Freiheit aller Menschen, unabhängig ihrer Herkunft, Weltanschauung, sexuellen Orientierung, ihrem Geschlecht oder Alter garantiert. Um den Zusammenhalt zu sichern, bedarf es des Schutzes der Schwächeren, des Respekts gegenüber dem Anderen und, über die Akzeptanz hinaus, der Wertschätzung der Vielfalt.

Weitere Aktivitäten des Integrationsbüros

Neben den Aktivitäten „nach außen“ baut der Magistrat verwaltungsintern bereits seit Jahren erfolgreich auf gezielte Maßnahmen im Umgang mit MigrantInnen. So werden zum Beispiel intern neben Diversitätsmanagement, Interkulturellem Personalmanagement und Interkultureller Verwaltungsöffnung, zahlreiche weitere Maßnahmen vorangetrieben.

Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung ermöglicht die Stadtverwaltung ihren MitarbeiterInnen die Möglichkeit, ihr Wissen rund um das Thema ethnische Vielfalt zu vertiefen. Die jüngste Initiative im Rahmen der interkulturellen Maßnahmen ist der Neustart des „Netzwerks Vielfalt“ unter der administrativen Betreuung des Integrationsbüros. Der Zusammenschluss von MitarbeiterInnen verschiedenster Geschäftsbereiche stellt Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zum Thema ethnische Vielfalt dar.Neben dem Einsatz von mehrsprachigen interkulturellen MitarbeiterInnen setzt der Magistrat mit zwei Maßnahmen die interkulturelle Verwaltungsöffnung in der täglichen Arbeit um.

Für eine gute Kommunikation zwischen Zugewanderten und der städtischen Verwaltung können von den einzelnen Dienststellen des Magistrats Linz bei Bedarf DolmetscherInnen beigezogen werden. Das Integrationsbüro betreut und koordiniert den magistratsinternen „Dolmetsch-Pool“, in dem zur Zeit mehr als 122 DolmetscherInnen in etwa 49 verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen.

Gut informierte neue LinzerInnen können die Arbeit des Magistrats beträchtlich erleichtern. Daher bietet das Integrationsbüro umfangreiches Info-Material an. Drei Folder stellen die Integrationsarbeit der Landeshauptstadt umfassend dar. Darin werden Aufgaben und Leistungen des Ressorts, des Integrationsbüros und des Migrations- und Integrationsbeirats umrissen. Der laufend überarbeitet Guide „Willkommen in Linz“ deckt in zwölf Kapiteln alle relevanten Informationen für Zugewanderte ab. Der Guide liegt neben Deutsch in den acht wichtigsten Sprachen auf.

Zusätzlich organisiert das Integrationsbüro unterschiedliche Veranstaltungen. Alle Aktivitäten im Integrationsbereich werden jährlich in einem Leistungsbericht veröffentlicht. „Mit dem jährlich erscheinenden Leistungsbericht unter dem Titel „Vielfalt.Linz“ zeigen wir die zahlreichen und vielfältigen Maßnahmen des Integrationsbüros in der Stadt Linz, die wir auch laufend in Zusammenarbeit mit dem Integrationsressort und dem Migrations- und Integrationsbeirat durchführen. Daraus ist unser breites Aufgabenspektrum bestmöglich ersichtlich“, zeigt sich die Leiterin des Integrationsbüros, Mag.a Ena Rogalo,  über die Angebotsvielfalt begeistert. 

„Durch das gute Zusammenspiel der drei Säulen haben wir in Linz in den letzten 25 Jahren vieles erreicht. Die städtische Integrationsarbeit basiert auf einem guten Fundament, um tägliche und neue Herausforderungen gut bewältigen zu können“, betont Integrationsstadträtin Karin Hörzing abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Integrationsreferentin Stadträtin Karin Hörzing zum Thema „25 Jahre Integrationsbüro und 20 Jahre Migrations- und Integrationsbeirat“)

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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