Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Dr. Franz Dobusch und Magistratsdirektor Dr. Erich Wolny über e-Linz, der elektronischen Verwaltung in Linz, am Freitag, 19. Oktober 2001, um 10 Uhr im Pressezentrum Altes Rathaus
e-Linz - Kurzfassung
Der Gemeinderat der Stadt stimmte am 18. Oktober 2001 der e-Government-Initiative e-Linz zu.
Wirtschaft, BürgerInnen und andere Behörden sind die Zielgruppen und auch für die Stadtverwaltung wird e-Government deutliche Vorteile bringen. Besonders die Wirtschaft erwartet sich von einem elektronischen Amt einen hohen Nutzen, dies wurde auch durch einschlägige Studien belegt.
Die Verwaltung verspricht sich eine raschere Abwicklung von Geschäftsfällen, eine Verwaltungsvereinfachung und die dezentralen Zugriffsmöglichkeiten aus Service Center und Bürgerservicestellen in den Stadtteilen.
Damit ein digital divide verhindert werden kann, sind gesonderte Informations-Maßnahmen von Seiten der Stadt Linz bei der Einführung vorgesehen und keiner der bisherigen Zugänge zur Verwaltung soll gestrichen werden.
Die Einführung
Nach dem Aufbau einer umfassenden Information in www.linz.at sollen nun im nächsten Schritt vollständige Abwicklungen von Geschäftsfällen über Internet im Mittelpunkt stehen. Ab 2002 werden erste, einfache e-Government-Anwendungen, bis 2005 über authentifizierte Zugänge eine Vielzahl von Dienstleistungen online zu erledigen sein.
Für die Umsetzung bis zum Jahr 2005 wird mit einem Aufwand von rund 2,5 Millionen Euro gerechnet, wobei die Mittel durch Umschichtungen des EDV-Budgets aufgebracht werden.
e-Linz - Langfassung
24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche von jedem Internetanschluss aus sollen künftig Amtswege in Linz abwickelbar werden.
Heute noch weitgehend Zukunftsmusik kann dieses ehrgeizige Vorhaben des Magistrates bis ins Jahr 2005 für Behördengänge in Linz Wirklichkeit werden.
Den Grundstein dazu legte der Gemeinderat am 18. Oktober 2001 mit seiner Zustimmung zur e-Government-Initiative e-Linz.
e-Government
Electronic Government ist eine neue Kommunikations- und Interaktionsform der Behörden mit den BürgerInnen, privaten Unternehmen, KundInnen und öffentlichen Institutionen, bei der moderne Technologien eingesetzt werden.
Mittlerweile führt daran kein Weg mehr vorbei, da die neuen Technologien immer stärker genutzt werden - siehe elektronic banking. Zudem liegen im e-Government-Bereich erhebliche Einsparungspotenziale für Kunden und Verwaltung.
Wem nützt e-Linz?
Wirtschaft, BürgerInnen und andere Behörden sind die Zielgruppen von e-Linz.
Besonders die Wirtschaft erwartet sich von einem elektronischen Amt einen hohen Nutzen, dies wurde auch durch einschlägige Studien belegt, bei denen Unternehmer über ihre Erwartungen in e-Government befragt wurden.
Services wie Gewerbeanmeldungen und -berechtigungen, die Kommunalsteuererklärung, Baubewilligungen oder die Anmeldung von Veranstaltungen, wo oft fünf bis sechs Dienststellen und externe Behörden involviert sind, landen via Datenleitung beim zuständigen Amt. Die Tourismusabgabe, ein Beitrag, der mit jeder Übernachtung in einem Beherbergungsbetrieb zu leisten ist, kann künftig online abgeführt werden.
BürgerInnen mit Internetzugang werden zum Beispiel die Bewohnerparkkarten via Internet beantragen und verlängern können. Beglaubigte Abschriften aus dem Geburtenbuch lassen sich ebenfalls elektronisch anfordern. Bereits heute können etwa Hunde in Linz online angemeldet werden. Die einlangende Anmeldung wird allerdings noch wie ein Schriftstück behandelt. Dies soll in Zukunft wie auch andere Services auf "elektronische Schienen" gestellt werden.
Zwischen Magistrat Linz und den Landes- und Bundesbehörden können die Verwaltungsfälle künftig auch zum Teil per Internet erledigt werden und fließen in den einzelnen Institutionen in die dortige EDV ein. Daher ist es wichtig, dass die technische Lösung mit denen der anderen Behörden kompatibel ist.
Der "elektronische Akt"
Kern- und Startpunkt des Vorhabens e-Linz ist die Einführung des elektronischen Aktes in die Behörde. Das heißt, dass ein Geschäftsfall (Akt) durchgängig elektronisch verarbeitet und verwaltet wird. Dokumente werden mit einer Identifikationsnummer versehen und abgelegt, bevor der Geschäftsfall auf die Reise in die zuständige Dienststelle geschickt wird. Noch nicht in elektronischer Form eingebrachte Anträge/Schriftsätze müssen vorher digitalisiert werden. Die einzelnen Bearbeitungen durchlaufen die notwendigen Stellen nicht mehr in Mappen, sondern als Bit und Byte.
Korrespondenzen und Entscheidungen zu dem Geschäftsfall werden zum eingereichten Dokument abgelegt.
Die Einführung
Seit 1996 stellt die Linzer Stadtverwaltung zahlreiche Informationen unter www.linz.at ins Netz und bietet mit derzeit rund 1500 e-mail-Adressen zahlreiche Gelegenheiten zur Kommunikation an. Bereits jetzt hält der Service-Guide, der Behördenwegweiser in www.linz.at, etwa 50 Formulare in seinem Pool zum download bereit; und zahlreiche LinzerInnen nutzen die Möglichkeit, sich zu Kursen und Veranstaltungen der VHS Linz via Internet anzumelden, im heurigen Kursjahr taten dies bereits etwa 1400 Bildungshungrige. Linz nahm auch u.a. am EU-Projekt EQUAL teil, wo gemeinsam mit europäischen Partnerstädten erste Erfahrungen mit Elementen der e-Government-Basistechnologien gesammelt werden konnten.
Im nächsten Schritt sollen nun e-Government-Services, also vollständige Abwicklungen von Geschäftsfällen über Internet, im Mittelpunkt stehen.
Nach der Auswahl der geeigneten Software sollen ab dem Jahr 2002 erste, einfache e-Government-Anwendungen, bis 2005 über authentifizierte Zugänge eine Vielzahl von Dienstleistungen online zu erledigen sein.
e-Government für alle
Die Amtswege über Internet erledigen ist ein neuer Zugang zur Behörde, der nicht für alle Menschen und alle Fragen geeignet ist. Einem digital divide, die Trennung der Gesellschaft in Internetkundige und -unkundige, wird in Linz vorgebeugt. Keine der bisherigen Zugangsmöglichkeiten zur Verwaltung wird abgebaut.
Dass die persönliche Beratung und komfortable Abwicklung der einzelnen Anliegen für den Magistrat kein Stiefkind sind, zeigt sich unter anderem durch die Investitionen in den Bau eines Service Centers im Neuen Rathaus, das im kommenden Jahr seine Pforten öffnen wird.
Auch jene, die nicht via Internet den Kontakt zur Behörde suchen, sind Nutznießer von e-Linz. Der elektronische Akt im Backoffice garantiert den raschen Verwaltungsablauf auch im Service Center, den Bürgerservicestellen in den Stadtbibliotheken und bei telefonischen Kontakten. Dort legen die SachbearbeiterInnen den elektronischen Akt an, beziehungsweise greifen auf ihn für die KundInnen zu.
Verwaltungsvereinfachung
Nicht nur die KundInnen der Linzer Stadtverwaltung ziehen Nutzen aus e-Government, auch intern sind Vorteile aus der Umstellung des Verwaltungshandelns zu erwarten. Die internen Geschäftsprozesse werden gestrafft und vereinheitlicht, um das Potenzial der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zu nutzen. Einfache Zugriffe auf Geschäftsfälle, besserer zwischenbehördlicher Kontakt und leichtere Informationsbeschaffung werden das Arbeitsvolumen reduzieren.
Kostengünstige Umsetzung
Für die Umsetzung wird bis zum Jahr 2005 mit einem Aufwand von rund 2,5 Millionen Euro gerechnet. Dies soll in Linz ohne Erhöhung der EDV-Kosten durchgeführt werden, indem jene IT-Projekte absoluten Finanzierungsvorrang haben, die den Aufbau von e-Linz zum Ziel haben.
Die neue IT-Strategie
E-Government ist Teil der Gesamt-IT-Strategie des Magistrates, der der Gemeinderat ebenfalls zugestimmt hat. Sie umfasst folgende Leitziele, nach denen die Informationstechnologien im Magistrat Linz auch künftig eingesetzt werden sollen:
- höchstmögliche Wirtschaftlichkeit,
- konsequente IT-Unterstützung im Informations-, Kommunikations- und Servicebereich behördenintern und bei Kontakten nach außen,
- Schaffung von Rahmenbedingungen für optimale und kostengünstige IT-Serviceleistungen wie standardisierte homogene IT-Infrastruktur, durchgängiger Zugang zu Informationen, interne Leistungsverrechnung.
Diese Ziele sollen gewährleisten, dass der gesamte Magistrat an einem Strang ziehen kann, dass die etwa 2400 PC-Arbeitsplätze und die Systemsoftware eine echte Unterstützung in der Arbeitsleistung sind und keine Parallelaktivitäten oder Ineffizienzen entstehen.
Weiterer Gesprächspartner:
Ing. Otmar Pilgerstorfer, MSc
Für mehr Verkehrssicherheit
Umbauarbeiten an Gehsteigen
Von Ende Oktober bis voraussichtlich Mitte November werden in südlichen Stadtteilen Umbauarbeiten an Gehsteigen durchgeführt, die der Verbesserung der Verkehrssicherheit dienen. Speziell die Sichtbeziehungen zwischen Fußgängern und Autofahrern sollen dabei optimiert werden.
So wird beispielsweise im Bereich der Ein- und Ausfahrt des ADEG-Marktes an der Schörgenhubstraße eine Grüninsel sowie ein Zugang für einen Schutzweg errichtet. An der Kreuzung Auwiesenstraße - Hallestraße soll eine Änderung des bestehenden Fahrbahnrandes im Kurvenbereich die Sichtverhältnisse verbessern und eine Verkürzung der Querungslänge beim Schutzweg bringen. Im Kreuzungsbereich Siemensstraße - Porscheweg sorgen nach dem Umbau verbreiterte Aufstandsflächen und neue Grüninseln für mehr Sicherheit.
Eine weitere Maßnahme wird in der Hafenstraße gesetzt, wo ein Rückbau des Einfahrtskeiles in die Linz Linien-Haltestelle Petzoldstraße erfolgt. Dieser korrigiert die Einfahrtsmöglichkeit in die Busbucht.
Bereits mehr als 300 Lifte in Linz nachträglich eingebaut
Ungebrochenes Interesse an Förderungsaktion
Die 1996 gestartete städtische Förderungsaktion für den nachträglichen Lifteinbau in Gebäude mit mehr als drei Geschoßen erfreut sich auch heuer reger Nachfrage. In diesem Jahr wurden bisher 63 Projekte von der Stadt Linz mit einer Förderungssumme von 22,9 Millionen Schilling finanziell unterstützt. Die seit Beginn der Aktion ausbezahlten Zuschüsse haben bereits eine Gesamthöhe von 88 Millionen Schilling erreicht. Damit wurden 305 Liftanlagen für rund 3600 Wohnungen nachträglich errichtet. Von den Förderungen profitierten daher bisher etwa 6700 BewohnerInnen.
Rund vier Fünftel der Anträge stammen von Wohnungsgesellschaften, der Rest entfällt auf Immobilienunternehmen und Privatpersonen.
Mit der Förderungsaktion schafft die Stadt gemeinsam mit dem Land Oberösterreich, das den nachträglichen Lifteinbau ebenfalls unterstützt, vor allem Erleichterungen für ältere Menschen und Eltern von Kleinkindern. Gefördert werden können seitens der Stadt Linz bis zu 30 Prozent der als förderungswürdig anerkannten Kosten. Auch im kommenden Jahr werden für den städtischen Haushaltsvoranschlag rund 23 Millionen Schilling für den nachträglichen Einbau von Personenliften eingeplant.
Laut einer der Stadt Linz vorliegenden Interessentenliste möchten die Linzer Wohnungsgenossenschaften noch 248 Häuser in den kommenden Jahren mit Liften nachrüsten. Dieser Bedarf wurde für rund 3000 Wohneinheiten mit rund 5600 BewohnerInnen angemeldet.
Kostenminimierung durch zusätzliche Landesförderung
Neben der Inanspruchnahme der städtischen Unterstützung besteht auch die Möglichkeit von Förderungen durch das Wohnbauressort des Landes in Höhe von bis zu 50 Prozent der Aufwendungen, die pro Lifteinbau in Summe zwischen einer und 1,5 Millionen Schilling betragen. Heuer wurden aus Mitteln des Landes zur Wohnumfeldverbesserung mehr als 22 Millionen Schilling für den nachträglichen Lifteinbau in Linz zur Verfügung gestellt. Im Idealfall entfallen durch die gemeinsame Unterstützung seitens Stadt und Land auf die BewohnerInnen lediglich 20 Prozent der Installations- und Einbaukosten.
Städtischer Ansprechpartner für die Förderungsaktion ist Rudolf Brettschuh vom Planungsamt (Neues Rathaus, 4. Stock, Zimmer 4009, Telefon 7070/3137), seitens des Landes stehen die MitarbeiterInnen der Abteilung Wohnbauförderung, unter der Telefonnummer 7720/4297 oder 4303, Herr Walter Grünseis, zur Verfügung.
Sprechtag von Volksanwalt Dr. Peter Kostelka
Anmeldung erbeten
Nächste Woche findet wieder ein Sprechtag der Volksanwaltschaft in Linz statt. So wird Volksanwalt Dr. Peter Kostelka am Mittwoch, 24. Oktober, ab 10 Uhr im Alten Rathaus am Hauptplatz 1, Stadtsenatssaal, 1. Stock, für Fragen und Anliegen zur Verfügung stehen.
Die Anmeldungen für diesen Termin werden auch dieses Mal von der Volksanwaltschaft in Wien koordiniert und sind unter der Telefonnummer 0800 223 223 kostenlos oder unter 01 515 05/111 möglich.
Veranstaltungen
| Montag, 22. Oktober 2001 |
| VHS |
19.00 Uhr |
Arbeiterkammer Männer
Was ist männlich?
Dr. Hans-Georg Wiedemann |
| Dienstag, 23. Oktober 2001 |
| VHS |
8.15 Uhr |
Volkshochschulhaus Das Selbstlernzentrum der Hochschule stellt sich vor Johann Whiteley, Dagmar Baker |
| 19.00 Uhr |
Volkshochschulhaus Besser essen - besser leben Gentechnik und Lebensmittel Mag. Gerda Lichtenberger |
| Mittwoch, 24. Oktober 2001 |
| VHS |
17.00 Uhr |
Volkshochschulhaus Das Selbstlernzentrum der Hochschule stellt sich vor Dagmar Baker |
weitere Berichte 2001
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