Am 28. Februar 2002 steht im Linzer Posthof die Produktion "Jacke wie Hose" von Manfred Karge am Spielplan. Regie führt Ursula Reisenberger, gespielt wird das 1982 entstandene Ein-Frau-Stück von Alexandra Tichy. Die Veranstaltung ist eine Produktion von ORTSZEIT in Zusammenarbeit mit dem Linzer Frauenbüro und dem Posthof.
Thema ist die Auseinandersetzung mit weiblicher Identität und Beruf, anhand eines realen Frauenschicksals aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine Mainzerin verschweigt den Tod ihres Mannes um seinen Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Sie tritt in Männerkleidern seine Stelle an und sichert damit ihr Auskommen. Zwölf Jahre bleibt sie unentdeckt.
Informationsunterlage von Umweltstadträtin Dr. Christiana Dolezal zum Thema "Linzer Brutvogelatlas" am Montag, 18. Februar 2002, 11 Uhr, Altes Rathaus, Hauptplatz 1, Pressezentrum, 4. Stock
Wussten Sie, dass Linz die Heimat von insgesamt 122 verschiedenen Vogelarten ist, oder dass davon insgesamt 32 in der Roten Liste gefährdeter Tierarten Österreichs aufscheinen? Wussten Sie auch, dass sogar im Linzer Industriegebiet seltene und gefährdete Brutvogelarten wie der Flussregenpfeifer oder das Schwarzkehlchen vorkommen?
Dies und noch vieles mehr ist im soeben erschienenen Linzer Brutvogelatlas nachzulesen. Mit mehr als 300 Seiten, 467 Abbildungen und 109 Tabellen ist die Publikation der Naturkundlichen Station des Amtes für Natur- und Umweltschutz ein umfangreiches Nachschlagewerk, das aufgrund seiner Ausführlichkeit im internationalen Vergleich seinesgleichen sucht. Sämtliche Vogelarten im Linzer Stadtgebiet werden darin dargestellt, beschrieben und hinsichtlich ihrer Verbreitung interpretiert.
Zum Schutz der Vogelfauna
Die Idee zur Erstellung eines Brutvogelatlas, wurde bereits in den 1980er Jahren geboren. Die Zielsetzung sollte - damals wie heute - Erhaltung und Schutz der Vogelfauna und ihrer Lebensräume sein. Effizienter Arten- und Naturschutz braucht klare Strategien und Konzepte und vor allem das Wissen über Vorkommen, Verbreitung, Bestand und Dynamik der einzelnen Arten. Faunistische Erhebungen, insbesondere Detailkartierungen ausgewählter Gruppen - wie hier in Form des Brutvogelatlasses - bieten wertvolle Grundlagen für künftige Schutzmaßnahmen.
Eine Auswertung der Anfang der 1980er und 1990er Jahre erhobenen Brutvogelkartierungen in Form von Verbreitungskarten fand zwar statt, veröffentlicht wurde sie jedoch nicht.
102 Brutvögel
Die Kartierungsarbeiten für den vorliegenden Atlas fanden 1998, 1999 statt. Zehn Personen haben im Stadtgebiet insgesamt 411 Quadranten zu je 500 x 500 Meter untersucht und alle vorkommenden Vögel notiert. Dabei wurden fast 62.000 Vogelindividuen registriert - 29.566 Datensätze mussten ausgewertet werden. Das Ergebnis: Linz ist die Heimat von insgesamt 122 verschiedenen Vogelarten, davon 102 Brutvögel. Die häufigsten Brutvogelarten sind Amsel, Kohlmeise oder Buchfink. Zu den seltensten gehören Eisvogel, Habicht und Zwergtaucher.
Überdurchschnittlich artenreich
Die Landeshauptstadt kann somit als überdurchschnittlich artenreiches Gebiet und als bedeutender Lebensraum bezeichnet werden. Auch im Vergleich mit großflächigen Rasterkartierungen einiger Gebiete aus dem Alpenraum und verschiedenen deutschen Städten liegt Linz im Spitzenfeld.
Erwartungsgemäß konzentrieren sich die Gebiete mit hohen Artenzahlen auf die Traun-Donau-Auen und die anschließenden Waldgebiete vom Schiltenberg über den Schlüßlwald bis zum Wambach. Hier finden sich überdurchschnittlich viele seltene und gefährdete Brutvogelarten. Das zweite bedeutende Gebiet in Bezug auf Vorkommen ist der Urfahrer Grüngürtel. Mit seinen laubholzreichen Mischwäldern, den vielen Wiesenflächen, Weiden und Obstgärten und den großteils naturnahen Bächen ist dieses Gebiet ebenfalls besonders artenreich. Mehrere seltene und/oder gefährdete Brutvogelarten, wie Flussregenpfeifer, Schwarzkehlchen, Wanderfalke und Rebhuhn sind im Linzer Industriegebiet zu finden.
Übrigens: Innerhalb von Linz kommt der Flussregenpfeifer nur hier, und zwar mit vier Brutpaaren, vor.
Seltene und gefährdete Arten
In einer Artenliste werden alle 247 jemals im Linzer Freiland nachgewiesenen Vogelarten dargestellt, wobei die beigefügten Zeichnungen auch dem Laien eine Vorstellung von seltenen und "exotischen" Arten wie Gelbschnabel-Eistaucher, Haselhuhn oder Auerhuhn vermitteln.
Von den insgesamt 122 nachgewiesenen Vogelarten der aktuellen Linzer Stadtkartierung scheinen 32 Arten in der Roten Liste gefährdeter Tierarten Österreichs und 14 im Anhang I der EU Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie des Rates 79/409/EWG vom 2. April 1979) auf; 56 sind SPEC Arten (SPEC = Species of Particular European Conservation Concern, das ist die europäische Rote Liste).
Von den 102 Brutvögeln sind 22 Rote Liste Arten, acht im Anhang I und 45 SPEC Arten.
Schutzmaßnahmen
Bisher wurden von der Naturkundlichen Station des Amtes für Natur- und Umweltschutz als zuständige Stelle für Naturschutz und Stadtökologie bereits mehrere Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz der Linzer Vogelfauna umgesetzt. Beispielsweise der Einbau von Brutröhren für den Eisvogel am Urfahraner Sammelgerinne, das Artenschutzprogramm an Gebäuden oder die jährliche Betreuung von hunderten Nistkästen in den Parks im gesamten Stadtgebiet.
Eine der wichtigsten Maßnahmen der vergangenen Jahre ist die Ausweisung der Traun-Donau-Auen im Linzer Süden als Natura-2000- und Vogelschutzgebiet.
Auch der vorliegende Linzer Brutvogelatlas ist sehr wichtig für den Vogelschutz. Denn ohne Grundlagendaten gibt es weder Verbreitungsangaben, oder Gefährdungsanalysen, noch können konkrete Schutzmaßnahmen formuliert werden.
Vogelschutzgebiet für Urfahr
Die Schwerpunkte im zukünftigen Vogelschutz sollten im großflächigen Schutz der Lebensräume gesetzt werden. Demnach wäre ein Vogelschutzgebiet im Bereich des Urfahrer Grüngürtels sinnvoll. Innerhalb des Linzer Industriegebietes sind Unterschutzstellungen von größeren Flächen wohl kaum umsetzbar. Für die dort vorkommenden Offenlandbewohner - wie das Schwarzkehlchen - beziehungsweise Vogelarten von spärlich bewachsenen Standorten (zum Beispiel Schotterbrüter wie der Flussregenpfeifer) sind spezifische Schutzmaßnahmen notwendig. Als Ersatzlebensraum für den Flussregenpfeifer und andere Schotterbrüter könnten in den ackerbaulich stark genutzten Randlagen von Linz, etwa in Pichling oder in Plesching, größere Schotterflächen geschaffen werden.
Umwelt im Vordergrund
Naturschutz hat in der oberösterreichischen Landeshauptstadt einen hohen Stellenwert. Bereits 1995 hat sich die Stadtverwaltung zu den Grundsätzen einer Nachhaltigen Stadtentwicklung bekannt. Vorbeugen und Vorsorgen, also der vernünftige Umgang mit den Ressourcen - im Hinblick auf nachfolgende Generationen - sind die Schlagworte, die die Umweltpolitik prägen. Artenschutz-Programme - zur Erhaltung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen - spielen dabei eine zentrale Rolle.
"Viele wichtige Maßnahmen, wie die Erklärung der Traun-Donau-Auen zum Natura 2000-Gebiet oder verschiedenste Biomonitorings- und Kartierungsarbeiten, wurden bereits umgesetzt. Der neue Linzer Brutvogelatlas ist ein weiterer, wichtiger Schritt in diese Richtung", meint Umweltstadträtin Dr. Christiana Dolezal.
Der Linzer Brutvogelatlas ist im Bürgerservice Center im Neuen Rathaus, in Urfahr an der Hauptstraße 1 - 5, in allen Stadtteilbibliotheken, in der Buchhandlung Fürstelberger an der Landstraße oder direkt im Amt für Natur- und Umweltschutz - unter der Linzer Telefonnummer 7070-2691 - zum Preis von 28,34 Euro erhältlich.
Weitere Gesprächspartner:
Mag. Dr. Walter Medinger, Leiter des Amtes für Natur- und Umweltschutz der Stadt Linz
Dr. Friedrich Schwarz, Leiter der Naturkundlichen Station des Amtes für Natur- und Umweltschutz
Herbert Rubenser, Ornithologe der Stadt Linz
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